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| ![]() Polen: Fußballer Bartosz Sobczyk gab seine Karriere auf, um Priester zu werdenvor 9 Stunden in Jugend, keine Lesermeinung Sobczyk löste seinen Profivertrag mit Stal Mielec auf, um in das Priesterseminar einzutreten – Jetzt hat er im Bistum Tarnów die Priesterweihe empfangen - 2026 wartet Polen mit beeindruckenden 196 Neupriestern auf. Von Petra Lorleberg Tarnów (kath.net/pl) Der frühere Fußballer des polnischen Erstligisten Stal Mielec, Bartosz Sobczyk, begann vor wenigen Tagen seinen neuen Lebensabschnitt als geweihter Priester. Bartosz Sobczyk war ein vielversprechender junger Fußballer gewesen. Er hatte bei Stal Mielec alle Jugend- und Reservemannschaften durchlaufen, dann im Jahr 2019 den zweijährigen Profivertrag mit dem damaligen Erstligisten unterschrieben. Stal Mielec ist ein Verein, der öfter zwischen der Ersten und der Zweiten Liga wechselt, zu Sobczyks aktiver Zeit spielte Stal Mielec in der polnischen Ersten Liga [Ekstraklasa]. Mit dreizehn weiteren Kandidaten wurde Sobczyk in der Kathedrale von Tarnów zum Priester geweiht. Der Neupriester „spielte einst für eine der besten Mannschaften des Landes –Stal Mielec“, heute spielt er „für die beste Mannschaft der Welt – die Mannschaft Gottes“, sagte Krzysztof Szostak, der erste stellvertretende Bürgermeister, während der Primizfeierlichkeiten in der Stadt Tarnów (Foto). Mit gerade einmal 21 Jahren hatte sich der junge Sportler dazu entschieden, seine Fußballkarriere zu beenden und einen völlig neuen Weg einzuschlagen: Er trat in das Priesterseminar ein. Seinen zweijährigen Profivertrag löste Sobczyk deshalb schon nach nur einem Jahr auf. Der Bischof von Tarnów, Bischof Andrzej Jeż, wies in seiner Predigt im Pontifikalamt darauf hin, dass die Gabe des Priestertums umso deutlicher und notwendiger werde, je stärker der Widerstand sei, den die Welt entgegensetze. Unter Bezugnahme auf persönliche Erinnerungen an seine eigene Priesterweihe zur Zeit des politischen Umbruchs von 1989 betonte der Bischof von Tarnów, dass die aktuelle Auseinandersetzung mit einer sich säkularisierenden Welt – auch wenn die Realität eher Herausforderungen als die vielfach erhoffte Ruhe mit sich brachte – keinen Grund zur Beunruhigung darstelle, berichtet das Bistum auf seiner Website. Denn „das bedeutet nicht, dass es schlecht um uns steht. Die Lage ist sehr gut, denn gerade in einer solchen Situation des Widerstands kann das Priestertum Christi in uns einen stärkeren, entschiedeneren Ausdruck finden. Wir erkennen dann, dass wir existieren, dass wir leben und dass wir uns tatsächlich in einer Auseinandersetzung befinden – wenn auch nicht in einer militärischen.“ Dies sei eine Auseinandersetzung, die zum Weg Jesu gehöre. Mit Blick auf das nahegelegene Salzbergwerk von Bochnia und das Vermächtnis der heiligen Kinga erinnerte Bischof Jeż an die Symbolik des Salzes im Evangelium, das sowohl als Konservierungsmittel als auch als Geschmacksverstärker dient. Er wies darauf hin, dass es die Aufgabe des Priesters sei, „den Geschmack der Welt zu verbessern“. Er betonte die enorme Rolle – die von den heutigen Medien oft übersehen werde –, welche die Pfarreien beim Aufbau des sozialen, patriotischen, karitativen und kulturellen Gefüges der Gemeinschaft spielten. Der Bischof warnte die jungen Priester davor, sich von Narrativen eines mangelnden Selbstwerts beeinflussen zu lassen – Vorstellungen, die kirchenfeindliche Kreise zu vermitteln versuchten. Zugleich rief er zu tiefer Demut auf: Wörtlich sagte er in der Predigt: „Du selbst musst die Würde des Priestertums und seine Größe in dir spüren (...) Salz kann seinen Zweck ohne die Erde nicht erfüllen; es kann weder die Qualität verbessern noch Geschmack verleihen. Dies lehrt uns sowohl Demut als auch die Notwendigkeit, für andere zu leben. Es lehrt uns Respekt vor jedem Menschen.“ Im Kontext des Auftrags, „Licht der Welt“ zu sein, ermutigte der Bischof die Neugeweihten zu Mut und Transparenz. Er erinnerte dabei an die Worte von Papst Leo XIV.: Ein Priester lebe weder dafür, um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, noch um sich zu verstecken – sein Leben müsse glaubwürdig sein und ganz auf Gott hinweisen. Zum Abschluss fasste Bischof Andrzej Jeż die Mission der neuen Seelsorger zusammen und erinnerte die Gemeinde daran, dass die Kirche keine Neudefinition der priesterlichen Identität benötige, sondern vielmehr eine Rückkehr zu ihrem authentischen Kern: dem Sein als „Alter Christus“ (ein anderer Christus). Hintergrund: In den polnischen Bistümern wurden und werden in diesen Frühsommerwochen 2026 196 Diakone zu Priestern geweiht, wie die Polnische katholische Nachrichtenagentur KAI berichtet. Damit sinkt zwar die Zahl der Weihen erstmals unter die 200er-Grenze (2025 waren es noch 12 Weihekandidaten mehr), aber die Zahl ist aus bundesdeutschem Blickwinkel dennoch sehr beeindruckend. Zum Vergleich: In Deutschland wurden 2025 25 Priester geweiht, davon sind 19 Diözesanpriester und sechs Ordenspriester. 130 der polnischen Kandidaten werden in ihre Bistümer inkardiniert, 66 Kandidaten sind Ordensangehörige. Erstmals seit 14 Jahren wird auch wieder ein Angehöriger des Militärordinariats die Priesterweihe empfangen. Foto (c) Miasto Mielec Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal! ![]() LesermeinungenUm selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen. Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. 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