Medienkrise verschärft sich: Dramatische Auflagenverluste für Tageszeitungen in Deutschland

4. Februar 2026 in Chronik


Fast alle Printmedien verlieren zum Teil gewaltig bei Abos. Auch die katholischen Medien leiden unter dem Abo-Rückgang


Hamburg (kath.net/gem/rn) Der deutsche Zeitungsmarkt steht unter massivem Druck. Die jüngsten Zahlen der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) für das vierte Quartal 2025 zeichnen ein düsteres Bild: Fast alle großen überregionalen Blätter verzeichnen teils zweistellige Verluste. Lediglich zwei Titeln gelingt es, sich dem Abwärtstrend zu widersetzen. Besonders hart trifft es das Boulevard-Segment. Die „Bild“-Zeitung bleibt zwar mit rund 566.000 verkauften Exemplaren (Abonnement und Einzelverkauf) die auflagenstärkste Tageszeitung Deutschlands, verlor jedoch im Vergleich zum Vorjahreszeitraum über 110.000 Käufer – ein dramatisches Minus von 16,3 Prozent. Auch die sonntägliche Schwester, die „Bild am Sonntag“, büßte 16 Prozent ihrer verkauften Auflage ein.

Auch die großen Abo-Zeitungen kämpfen mit dem Schwund. Die „Süddeutsche Zeitung“ verlor 7,7 Prozent und liegt nun bei ca. 213.000 Exemplaren. Ähnlich erging es dem „Handelsblatt“ (-7,9 %) und der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (-5,5 %). Einzig die „Welt“ kam mit einem moderaten Minus von 3,5 Prozent vergleichsweise glimpflich davon. Gegen den allgemeinen Trend konnten sich nur zwei Wochenpublikationen behaupten: „Die Zeit“ und „der Freitag“. „Die Zeit“ festigte ihre Spitzenposition bei den Wochenzeitungen mit einem Plus von 1,3 Prozent auf insgesamt 573.086 verkaufte Exemplare.

Bei den katholischen Print-Medien verlieren sowhl die Katholische SonntagsZeitung für Deutschland (gesamt) incl. Neue Bildpost als auch die "Tagespost" deutlich an Lesern. Die Katholische SonntagsZeitung für Deutschland (gesamt) incl. Neue Bildpost verliert im Jahresvergleich 2.525 Abos und hat noch 16943 Leser. Die "Tagespost" verliert 502 Leser und hat noch 8982 Abos. Der Branchendienst Meedia wertet die Zahlen als Beleg dafür, dass die reine Papier-Ära der überregionalen Presse ihrem Ende entgegengeht.

 


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