
4. Februar 2026 in Deutschland
Passauer Bischof nach Teilnahme an der 6. Vollversammlung des Synodalen Wegs: „Würden alle Reformforderungen des Synodalen Weges umgesetzt, wäre das sehr grundsätzlich der Weg in eine andere Art von Kirche.“
Passau (kath.net) „In der Sache selbst war ich ja in mehrfacher Hinsicht kritisch, weil ich gesehen habe: Hier geht es um Reformforderungen, die einen sehr zentralen Kern der Kirche berühren, nämlich das, was wir theologisch die sakramentale Verfassung der Kirche nennen. Würden alle Reformforderungen des Synodalen Weges umgesetzt, wäre das sehr grundsätzlich der Weg in eine andere Art von Kirche.“ Das erläutert der Passauer Bischof Stefan Oster im Interview, der Text ist auf der Website des Bistums veröffentlicht.
Oster äußert im Rückblick auf den beim Synodalen Weg vor längerer Zeit in der Abstimmung durchgefallenen theologischen Grundlagentext zu einer neuen Sexualethik, dass zwar auch seiner Einschätzung nach „die derzeit geltende kirchliche Lehre zu diesem Thema weitere Vertiefung und Differenzierungen“ brauche, doch sei „der damalige Textentwurf aus meiner Sicht viel zu weit gegangen. Ich bin überzeugt, dass er auch unter den Gläubigen Polarisierungen verstärkt hätte.“
Gefragt danach, ob die deutschen Bischöfe seines Erachtens nach ausreichend auf die Warnungen aus dem Vatikan gehört hätten, stellte Oster fest: „Nein“. Er sei „der Ansicht, dass sich die Polarisierungen innerhalb des Volkes Gottes, innerhalb der Bischofskonferenz wie auch zwischen der Kirche in Deutschland und der Weltkirche durch den Synodalen Weg eher verstärkt“ hätten. Er hoffe, dass man nun wieder mehr an der Einheit arbeiten könne.
Er selbst gehe davon aus, dass die sogenannte „Synodalkonferenz“ auf Bundesebene „als neues Gremium auf der Bundesebene“ kommen werde. Das Gremium müsse noch von der Bischofskonferenz und dann von Rom bestätigt werden.
Das Interview auf der Website des Bistums Passau: Link
Archivfoto Bischof Oster (c) DBK/Marko Orlovic
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