
13. März 2026 in Familie
Frauen sollten keine Schuldgefühle haben, wenn sie nach der Geburt ihres Kindes bald wieder arbeiten gehen, sagte die ehemalige First Lady der USA.
Washington D.C. (kath.net/LifeNews/jg)
Die ehemalige First Lady der USA, Michelle Obama, hat vor kurzem in einem Podcast erneut die nach ihrer Ansicht schwierige Situation berufstätiger Mütter in den USA thematisiert – und dabei für Diskussionen gesorgt. In der Episode ihres Podcasts „IMO with Michelle Obama & Craig Robinson“ antwortete sie auf die Zuhörerfrage einer jungen Mutter, die nach der Geburt ihres Kindes wieder in den Beruf einsteigen möchte und mit Schuldgefühlen kämpft.
Obama vertrat die Ansicht, dass die amerikanische Gesellschaft in Bezug auf Mutterschaft widersprüchliche Signale sende. Einerseits werde Frauen gesagt: „Habt keine Abtreibung!“, andererseits fehle es jedoch an echter Unterstützung für Mütter nach der Geburt. Sie kritisierte insbesondere die kurzen Mutterschutzfristen in den USA. Wörtlich sagte sie: „Unsere Mutterschutzregelung ist lächerlich, wenn man überhaupt eine hat, denn meistens sind es drei Monate, vier Monate. Das reicht nicht einmal aus, damit der Körper einer Frau vollständig heilen kann – selbst bei einer natürlichen Geburt. Ganz zu schweigen davon, dass sich die Hormone stabilisieren müssen, weil der Körper noch sagt: ‚Ich ernähre dieses Kind, ich stille.‘ Die Hormone sagen einem das eine, die gesellschaftliche Struktur etwas völlig anderes.“
Sie sprach von einer gesellschaftlichen Heuchelei: Man fordere Frauen auf, Kinder zu bekommen, schaffe aber keine Umgebung, in der sie genesen, sich erholen und dann selbstbestimmt entscheiden könnten, wann sie wieder berufstätig werden möchten.
Besonders umstritten war Obamas Ermutigung an Mütter, sich nicht von Schuldgefühlen lähmen zu lassen, wenn sie beruflich aktiv bleiben oder werden wollen. Sie betonte die Resilienz von Kindern: „Wir müssen uns ehrlich sagen, dass das System für uns nicht funktioniert. […] Manchmal ist 40 Prozent in Ordnung, manchmal 30 Prozent, manchmal 70 Prozent. Kinder sind viel widerstandsfähiger, als wir ihnen zutrauen. Sie hören nicht auf, uns zu lieben, nur weil wir das Haus verlassen und einem Job nachgehen. So funktioniert das nicht. Sie werden nicht kaputtgehen, nur weil Mama eine Leidenschaft hat, die sie verfolgen möchte – auch wenn das schwer zu erkennen ist, wenn das Baby erst ein Jahr alt ist.“
Der Podcast-Beitrag wird von LifeNews.com scharf kritisiert. Der Beitrag von Steven Ertelt verweist darauf, dass es in den USA zahlreiche Hilfsangebote von Regierungsprogrammen, Wohltätigkeitsorganisationen, Kirchen und Schwangerschaftsberatungsstellen gebe – und sieht in Obamas Aussagen einen Widerspruch zur Realität vieler Mütter.
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