
13. März 2026 in Deutschland
Vizepräsident des ZdK behauptet: Die Kirche müsse sich ehrlich eingestehen, „dass der ‚Katechismus‘ nur eine kleine Zielgruppe erreicht“
Münster (kath.net) „Wie die katholische Kirche in der globalisierten Welt ihre diakonische, soziale, pädagogische, kulturelle und dann auch politische Aufgabe erfüllen will, muss sie unter den verschärften Bedingungen der Gegenwart neu herausfinden.“ Das vertritt der Vizepräsident des „Zentralkomitees der deutschen Katholiken“ (ZdK), der Münsteraner Theologieprofessor Thomas Söding, in seinem Gastkommentar im Kölner „Domradio“. Es fehle ja nicht „an Initiativen und Projekten“, so Söding, und lobt dann: „von Caritas International über Justitia et Pax bis zum Flüchtlingswerk der Jesuiten, von den kirchlichen Hilfs- und Solidaritätswerken über Gemeinde- und Bistumspartnerschaften bis zu kirchlichen Basisbewegungen“, immerhin erwähnt er wenigstens noch „die Orden, die erfahrensten Gemeinschaften mit den intensivsten Kontakten weltweit“.
Die katholische Kirche habe doch „die Möglichkeit, eine gute Rolle zu spielen“, denn sie sei ja „Weltkirche. Sie hat zwar enorme interne Probleme. Sie muss sich ehrlich machen, dass der ‚Katechismus‘ nur eine kleine Zielgruppe erreicht und der ‚Glaubenssinn des Gottesvolkes‘ bislang kaum Foren und Formen gefunden hat, um zu Gehör zu kommen“, behauptet Söding. Er fordert, dass sich nun die Kirche auch selbst befrage, „wie sie ihre hierarchischen Strukturen so öffnen kann, dass verbindliche Gemeinsamkeit entsteht“.
Jetzt sei die katholische Kirche „in der Pflicht. Rom wäre der richtige Ort. Der Papst müsste an Bord sein. Die Kurie kann eine subsidiäre Aufgabe übernehmen. Die beste Expertise für globale Solidarität liegt aber bei den Solidaritäts- und Entwicklungsorganisationen selbst. Auf sie kommt es an.“
Symbolbild (c) pixabay/geralt
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