
16. April 2026 in Jugend
Bei schulischem Rombesuch war Felicia Jaure tiefbeeindruckt von den prächtigen Kirchen und Wandmalereien, sie wollte davon etwas an ihre Schule bringen
Kaukauna (kath.net/pl) Felicia Jaure nahm sich nach ihrem Highschoolabschluß an der St. Ignatius Chesterton Academy in Kaukauna (Wisconsin, USA ein Freijahr, um im Flur ihrer bisherigen Schule ein Kunstgroßprojekt durchzuführen. Ihr Werk gehört zu dem Portfolio, mit welchem sie sich bei einem Kunstatelier in Florenz (Italien) und weiteren Ateliers um einen Ausbildungsplatz bewirbt. Das Bistum Greenbay stellt das Kunstprojekt in ihrer digitalen Wochenzeitung „On Mission“ mit spürbarer Freude vor.
Das Wandgemälde ist fast zwölf Meter lang und zeigt lebensgroße Figuren. Es trägt den Titel „Gemeinschaft der Heiligen“ und zeigt Maria und zehn weitere Heilige aus allen Epochen und Lebensbereichen.
Die junge Frau erläutert: „Ich habe ein Zitat von Papst Franziskus in die Mitte des Bildes mit Maria eingefügt“, es lautet: „Heilig zu sein ist kein Privileg weniger, sondern eine Berufung für jeden.“ Sie habe Heilige aus verschiedenen Berufungen ausgewählt, darunter „auch junge Heilige, denn auf diese werden die Schülerinnen und Schüler blicken und sehen, dass ihr Alter sie nicht daran hindert, das Leben eines Heiligen zu führen.“
Über ihren eigenen Weg mit dem katholischen Glauben sagt Jaure: „Bevor ich nach St. Ignatius ging, war ich nicht besonders gläubig. Hierher zu kommen, hat mich wirklich zum Glauben und zu Gott zurückgeführt und mir vieles beigebracht, zum Beispiel, wie man richtig betet, und mich persönlich sehr weiterentwickelt. Ich habe Dinge getan, die ich mir nie hätte vorstellen können, und vieles, wozu mir die Schule die Möglichkeit gegeben hat.“
Ihre Mutter April Jaure ergänzt: „Als sie sich etwas von ihrem Glauben entfernte, merkte ich das. Deshalb habe ich viel gebetet und lange überlegt, ob ich sie weiterhin zu Hause unterrichten oder sie zur Schule schicken sollte. Während ich betete, war ich fest davon überzeugt, dass es gut für sie wäre, sie hierher zu schicken. Also habe ich mich dafür entschieden. Und es war gut so.“
Felicia Jaure wollte der Schule, die so viel für sie getan hatte, etwas zurückgeben. Nach einem Besuch in Rom mit ihren Mitschülern war sie von den prächtigen Kirchen und den beeindruckenden Wandmalereien dort tief beeindruckt, schildert der Beitrag im Diözesanblatt „On Mission“. „Ich wollte etwas Ähnliches hierher an die Schule bringen“, um anderen zu „ermöglichen, sich von Schönheit berühren zu lassen. Vielleicht ein wenig Hoffnung zurückgeben, denn Amerika ist ja nicht gerade für seine schöne Architektur bekannt. Ich möchte der Gegend wieder etwas Schönheit verleihen.“
Nachdem sie die Erlaubnis des Leiters der Oberstufe der St. Ignatius Chesterton Academy, erhalten hatte, begann Jaure im Juli 2025 mit den Skizzen. Zuerst entwarf, skizzierte und malte sie Säulen und Tafeln im Hintergrund. Dafür ging sie abends ins Schulgebäude, damit sie nicht den Unterricht oder die Schüler störte. Anschließend skizzierte und malte sie jeden einzelnen Heiligen oder jede Heiligengruppe und vollendete das Wandbild, indem sie die Namen der Heiligen und das Zitat von Papst Franziskus hinzufügte. Die junge Künstlerin schildert: „Ich habe das Ganze entworfen, aber beim Malen halfen mir dann ein paar Schüler freiwillig beim Ausmalen und beim Bemalen großer Flächen, die ich alleine nur schwer bewältigen konnte. Das Malen der Figuren war detailreicher und verursachte nicht so viel Schmutz, sodass ich es während des laufenden Unterrichts erledigen konnte… Da die Oberstufenlehrer hin und her gingen, kamen wir manchmal ins Gespräch, und es herrschte einfach eine sehr angenehme Atmosphäre.“
Jaure vollendete das Wandgemälde Ende Februar 2026 und feierte dessen feierliche Enthüllung am Freitag, dem 27. März, an der St. Ignatius Chesterton Academy. „Wir sind sehr stolz auf Felicia und ihren leidenschaftlichen Wunsch, Schönheit zu fördern“, sagte der Leiter der Oberstufe. „Ihr Verständnis von Schönheit wird zweifellos andere dem Heiligsten Herzen Jesu näherbringen.“
„Ich bin stolz und sehr dankbar“, fügt die Mutter, April Jaure, an. „Ihr künstlerisches Talent zu sehen und ihr inneres Leben, das mir oft verborgen bleibt, durch ihre Kunst zum Ausdruck zu bringen, erfüllt mich mit tiefer Dankbarkeit.“
Die junge Künstlerin selbst erläutert: „Ich sehe es als eine Möglichkeit, der Schule für alles zu danken, was sie für mich getan hat. Das ist der Hauptgrund, warum ich das Wandgemälde für sie malen wollte. Ich hoffe, dass sie durch das Erleben von Schönheit diese auch an andere weitergeben können.“
Bild oben (c) St. Ignatius Chesterton Academy/Kaukauna
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