
8. September 2026 in Chronik
Englands historische Kathedralen verwandeln sich zunehmend in Veranstaltungsorte für Pop-Konzerte und „Silent Discos“ – Edward Pentin: Diese Kathedralen waren einst stolze Zeugen des christlichen Glaubens - Schwere Kritik auch von US-Bischof Barron
London (kath.net/pl) In Canterbury, dem Ort der Ermordung des heiligen Thomas Becket, tanzen Party-Gäste mit Kopfhörern und Stroboskop-Lichtern über Gräbern. In Worcester, Selby oder Wells erklingen Cover-Versionen von Whitney Houston, Queen oder David Bowie im Kirchenschiff. Der Grund ist rein finanziell: Die Church of England kämpft mit Defiziten und sucht dringend Einnahmen. Der Journalist Edward Pentin beschreibt im „National Catholic Register“ diese Entwicklung treffend als Desakralisierung. Kathedralen seien keine neutralen Veranstaltungsräume mit besonderer Akustik und Atmosphäre. Sie wurden als Gotteshäuser gebaut, als Orte der Anbetung, des Gebets und der Erinnerung an Märtyrer und Heilige.
Bei der jüngsten Disco in der Kathedrale von Canterbury am Hochfest Mariä Himmelfahrt (15. August) handelte es sich um eine „Silent Disco“ (Kopfhörer-Party), dabei nutzen die Partygäste Kopfhörer und schwenken Stroboskoplichter, während sie zu Popmusik der 1980er und 1990er Jahre über den Grabstätten verstorbener Adliger tanzen. Dazu gab es in den Seitenschiffen des Langhauses mehrere Bars und Stände, an denen Alkohol und Merchandise-Artikel verkauft wurden, schildert Pentin. Die Verwaltung der Kathedrale habe betont, dass all dies fernab der Stelle stattfand, an der Thomas Becket im Jahr 1170 den Märtyrertod erlitten hatte. Hier organisierte das Unternehmen „Mega Events“ diese und weitere analoge Veranstaltungen, war dazu aber zu keiner Stellungsnahme gegenüber dem „National Catholic Register“ bereit.
Pentin zitiert den Organisator von Protesten gegen diese Entwicklung. Cajetan Skowronski äußert: „Nun sind wir dazu eingeladen, die St. Paul’s Cathedral in einen Nachtclub zu verwandeln und auf den Gräbern nationaler Helden wie Nelson, Wellington, Wren und Fleming zu tanzen“. „Wie lange wird es dauern, bis wir – auf Einladung der Church of England – betrunken über die Gräber der verstorbenen Königin Elisabeth II. in der St. George’s Chapel in Windsor trampeln?“, fragte Skowronski. „Keine ernstzunehmende Nation geht auf diese Weise mit ihren heiligen Stätten um.“ Auch die Nachfahren von Lord Horatio Nelson haben diese Entwicklung bereits als Beleidigung seines Andenkens und als „trauriges Spiegelbild des heutigen Zustands spiritueller Integrität und des Christentums“ bezeichnet, so Pentin.
Die Konzerte laufen unter der Organisation des Unternehmens „Fever“, das auch z.B. in Spanien Konzerte in Kathedralen organisiere. Auffallend sei allerdings, schildert Pentin, dass „Fever“ in den katholischen Kathedralen Spaniens ausschließlich Konzerte mit klassischer Musik bei Kerzenschein veranstalte, nicht jedoch Auftritte von Pop- und Rockbands.
Auch vom bekannten US-Medienbischof Robert Barron kommt schwere Kritik. Für diese Umnutzung „wurden die üblichen Gründe angeführt: man wolle junge Menschen erreichen, mit der Zeit gehen usw.“, schreibt Barron, Bischof der Diözese Winona-Rochester (US-Bundesstaat Minesotta), Gründer der wichtigen Medienorganisation „Word on Fire“, Vorsitzender des Ausschusses für Laien, Ehe, Familienleben und Jugend der US-amerikanischen Bischofskonferenz und Theologieprofessor, auf seinem Auftritt auf X. Doch zeige diese Entwicklung „lediglich, dass die Führung der Church of England jedes Gespür für die entscheidende Unterscheidung zwischen dem Heiligen und dem Profanen verloren“ habe. „Zwar sollte die Kirche durchaus in den profanen Raum hinausgehen, um jene zu finden, die sich von Gott entfernt haben; doch sie sollte diese Suchenden anschließend zum Heiligen zurückführen. ‚Raves‘ im Hauptschiff eines der heiligsten Orte der christlichen Welt abzuhalten, ist – leider – ein weiteres Zeichen unserer beklagenswerten Kapitulation vor dem ideologischen Säkularismus.“
Foto: Gewölbe und Maßwerkfenster des Langhauses der Kathedrale von Canterbury (c) Wikipedia/MMKaresz, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=55988881
“Candlelight concerts” are taking place every week this fall in many of Britain’s ancient, historic and once-Catholic cathedrals, but these are not lofty performances of sacred or even classical music.
— National Catholic Register (@NCRegister) September 4, 2026
In Worcester Cathedral, founded in 680, rebuilt by St. Wulfstan, and the… pic.twitter.com/TpGbUJvv8q
England’s Historic Cathedrals Turn to Pop Concerts and Silent Discos | National Catholic Register
— Edward Pentin (@EdwardPentin) September 3, 2026
As Church of England cathedrals face deep financial strain, venues once central to Britain’s Christian history are hosting tribute acts, ‘raves in the nave’ and becoming nightclubs…
Another “rave in the nave” took place in Canterbury Cathedral this evening — on the Feast of the Assumption. The “silent disco” of 80s music had two sessions running from 6.30pm to midnight.
— Edward Pentin (@EdwardPentin) August 15, 2026
In 1170, St Thomas Becket was martyred in the cathedral, a profoundly sacred place of… pic.twitter.com/WDzvMf9JKI
UK: It was recently announced that the historic St. Paul’s Cathedral in London will now be used to host raves as a nightclub.
— Christian Emergency Alliance (@ChristianEmerg1) September 7, 2026
We condemn this sacrilege and call on biblical Christian leaders across Britain to do likewise and see this despicable decision reversed. pic.twitter.com/99dSIvMym3
Word has just come down that St. Paul’s Cathedral in London—the second most important church in the Anglican world—has imitated Canterbury Cathedral in permitting “raves,” nightclub-like entertainments, to take place in its confines.
— Bishop Robert Barron (@BishopBarron) September 7, 2026
The usual reasons for acquiescing to this…
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