
29. September 2026 in Aktuelles
Papst Leo: „Sie sprachen davon, dass die Kirche in Deutschland stirbt … Das wurde auch über Frankreich gesagt – und doch haben wir gesehen, was in den letzten vier Tagen geschehen ist“ – Besuch in Deutschland? Von Petra Lorleberg/kath.net
Vatikan (kath.net/pl) „Sie sprachen davon, dass die Kirche in Deutschland stirbt, oder verwiesen auf die schwindenden Zahlen. Das wurde in der Vergangenheit auch über Frankreich gesagt – und doch haben wir gesehen, was in den letzten vier Tagen geschehen ist.“ Dies erläuterte Papst Leo XIV. auf dem Rückflug von Metz (Frankreich) nach Rom bei einer „fliegenden Pressekonferenz“ auf eine Frage des KNA-Romkorrespondenten Ludwig Ring-Eifel. Ausdrücklich stellte der Papst fest: „Ich glaube: Wenn wir den wahren missionarischen Geist und den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch sehr, sehr viele Menschen, die ihren christlichen und katholischen Glauben leben und feiern wollen.“
Er sei jedenfalls „optimisch“ für die Kirche in Deutschland, auch wenn er das Problem und auch dessen verschiedenen Ursachen erkenne, die die Kirche „sehr hart getroffen“ hätten. Doch sei davon die evangelische Kirche „ebenfalls sehr hart getroffen“ worden, ebenso die Gesellschaft allgemein. Er hoffe darauf, mit den Verantwortlichen der Kirche in Deutschland diesbezüglich zusammenarbeiten zu können.
Gefragt nach dem „erstaunlichen Erstarken extremistischer Parteien in Deutschland“ antwortete Papst Leo: „Wir müssen zu den Werten des Evangeliums zurückkehren; dabei geht es nicht um Hass und Spaltung, sondern um Verständnis, Mitgefühl und Begleitung. Ich hoffe zutiefst – und hoffentlich kann die Kirche dazu einen Beitrag leisten –, dass wir Wege finden, die Mehrheit der Menschen guten Willens zu erreichen. Sie sollen verstehen, wie wichtig ihr Engagement ist – auch im Sinne einer Teilhabe an politischen Prozessen –, damit sie sich klar für das Gemeinwohl entscheiden können und nicht für extremistische Ideen, die womöglich weit größeren Schaden anrichten, als uns derzeit überhaupt bewusst ist.“
Er glaube, die Kirche „sollte über das, was wir glauben, sprechen, darüber lehren und darüber predigen“ und sollte Werte vermitteln, nicht aber „Zerstörung, Verwirrung und Hass“.
„Ich bin erst seit 15 Monaten Papst“, antwortete Leo schmunzelnd auf den Hinweis, dass er ja Deutschland noch nicht besucht habe. „Es gibt viele Orte, die ich noch nicht besucht habe. Ich habe eine Einladung“, bestätigte er, „und ich hoffe, dass ich Deutschland besuchen kann, so wie ich auch hoffe, viele andere Orte zu besuchen“. Er schildert, dass er natürlich schon in Deutschland gewesen war, aber noch nicht „als Papst“. Aktuell habe er diesbezüglich noch keinen Terminplan für das kommende Jahr, aber er arbeite daran. Die einzige Papstreise, die bereits fix geplant wird, ist seine Teilnahme am Weltjugendtag 2027 in Korea.
Hintergrund: Die Frage, ob Papst Leo bei dem Ausdruck „den richtigen Weg finden“ auch ausdrücklich eine Kritik am „Synodalen Weg“ in Deutschland mitschwingen ließ, in dem sich ja (mit vielfältiger bischöflicher Unterstützung) viele Änderungswünsche an der Kirche bündeln, kann man nicht mit einem klaren Ja oder Nein beantworten – sie zu stellen ist allerdings legitim. Obendrein hatte ja Papst Franziskus in seinem Brief „An das pilgernde Volk Gottes in Deutschland“ im Jahr 2019 in einem einzigartigen Vorgang die deutschen Katholiken zur Einheit mit der Weltkirche und zur Betonung der Evangelisierung ermahnt, was Papst Leo mit Sicherheit bewusst ist (siehe Link).
Archivfoto Papst Leo (c) Vatican Media
On his return flight from France, Pope Leo XIV is asked about the steady decline of Catholic Church in Germany and the astonishing rise of both the extremist Left and Far Right in Germany.
— Catholic Sat (@CatholicSat) September 28, 2026
On the former the Pope says: "The phrase you said the Church is dying in Germany, or the… pic.twitter.com/HDk9pox4mz
Foto von einem Flug bei der Frankreichreise (c) Vatikan Media
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