Ist der Islam ‚eine alternative Form des byzantinischen Christentums‘?

2. Oktober 2026 in Deutschland


Diese These vertritt der deutsche Theologe und Priester Oliver Wintzek in einem Kommentar.


Bonn (kath.net/jg)
Der deutsche katholische Theologe und Priester Oliver Wintzek hat einen Kommentar veröffentlicht, in welchem er behauptet, der Islam könne als „alternative Form des byzantinischen Christentums“ verstanden werden. Moslems bezeichnet er als „jüngere Geschwister“ der Christen.

Es gebe „gewaltbereiten Islamismus, der seine Metastasen auch in Deutschland hat“, räumt Wintzek ein. Die Aussage, der Islam sei eine politische Ideologie, die nicht mit dem deutschen Grundgesetz vereinbar sei, sei aber eine „dümmliche Unterstellung“ schreibt er weiter. Das „Geschwafel über eine ‚Islamisierung‘“ sei „irreführend“, behauptet er und führt als Beispiel das Bundesland Sachsen-Anhalt an, in welchem der Anteil der Muslime bei 2,7 Prozent liegt. 

In Deutschland liegt der Anteil der Moslems nach Angaben des Bundes-Innenministeriums im Durchschnitt bei 8 bis 8,5 Prozent, also etwa dreimal so hoch wie in Sachsen-Anhalt. In Bremen und Hamburg sind es 12,5 Prozent bis 13,2 Prozent, in Nordrhein-Westfalen 11,9 bis 12,5 Prozent, in Hessen 12,1 bis 12,7 Prozent. Die Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2025.

Das islamische Glaubensbekenntnis unterscheide sich gar nicht so sehr vom christlichen, behauptet Wintzek dann. Als Gewährsmann führt er den Kirchenvater Johannes von Damaskus an, der unter islamischer Herrschaft gelebt hat. Dieser habe den Islam als christliche Häresie bezeichnet, wobei Wintzek das Wort Häresie unter Anführungszeichen setzt. Er interpretiert die Aussage des Kirchenvaters dann auch so, dass der Islam „eine alternative Form des byzantinischen Christentums“ sei, „das (sic!) eine eigenständige Interpretation der Gestalt Jesu, des Sohnes der Maria, verficht.“ 

Diese Formulierung komme im Koran fast hundert Mal vor. Für Wintzek ist das „ein klares Indiz dafür, dass hier christologische Debatten geführt werden.“ Er schließt daraus: „Es geht nicht um eine ‚politische Ideologie‘“.

Er schlägt vor, „die Bedeutung des Gottesboten aus Nazareth neu zu bedenken – im Bunde nicht nur mit unseren jüdischen ‚älteren Brüdern‘ (Johannes Paul II.), sondern auch mit den ‚jüngeren Geschwistern‘.“ 

Oliver Wintzek ist Professor für Dogmatik und Fundamentaltheologie an der Katholischen Hochschule in Mainz.

Vgl. dazu auch: Dr. Jürgen Henkel: Fast der gleiche Glaube? Anmerkungen zu den Islam-Einlassungen eines katholischen Dogmatikers aus Mainz vom 11. September.

 


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