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| ![]() „Eine Kernfrage für Peter Seewald ist: Warum tun wir uns so schwer, an unser Lebensende zu denken?“28. Oktober 2025 in Buchtipp, 6 Lesermeinungen „Seewalds Auseinandersetzung mit der Anti-Aging-Ideologie als einem ‚ungeheuerlichen Kulturbruch‘ ist hoch aktuell und lohnt wahrlich zu lesen.“ - Rezension zur Buch-Neuerscheinung von Peter Seewald: „Die Entdeckung der Ewigkeit“. Von Petra Lorleberg Linz (kath.net/pl) Wieder ist es ein Journalist – aber nicht irgendeiner – der zu einem zentralen Thema schreibt, das in unserer kirchlichen Glaubenskultur mehr und mehr ausgeblendet wird. Die Entdeckung der Ewigkeit … . Da muss also tatsächlich etwas wiederentdeckt werden? Ja, denn die „Ewigkeit“ ist nicht nur im gesellschaftlichen Konsens, sondern auch für Theologen und Theologinnen ein Thema geworden, dem sie aus dem Wege gehen. Nicht so Peter Seewald. Er liefert in seinem Buch ein buntes Panorama von persönlichen Erlebnissen und kurz eingestreuten Fakten zum Thema Altern und Sterben. Enorm vielseitig, mit Humor und Kreativität aber auch in persönlicher Ehrlichkeit aufbereitet. Dabei wird deutlich, wie wenig wir im Allgemeinen über einen existenziellen Vorgang wissen, der uns allen bevorsteht. Seewald dagegen lädt ein, „… das Pferd von hinten aufzuzäumen“. Also das Leben vom Ende her zu denken und zu gestalten. Zu Wort kommen dazu in kurzen(!) Zitaten nicht nur antike Philosophen, Dichter und Schriftseller. Auch Komponisten wie Mozart, Mahler oder Personen aus unserer Lebenswelt: z.B. Steve Jobs oder auch nur der Nachbar von nebenan. Eine Hospizhelferin und eine Sterbebegleiterin oder ein Strafrechtler machen deutlich: weniger was wir getan, als was wir nicht getan haben wird uns am Ende beschäftigen. Das Kapitel endet mit einer Checkliste aus 12 Punkten, die wahrlich für eine Perspektivänderung stehen könnten. Eine Kernfrage für Seewald ist: Warum tun wir uns so schwer, an unser Lebensende zu denken? Und warum ziehen sich die Kirchen aus diesem doch zentralen Teil ihrer Botschaft zurück? Tatsächlich wirkt das Bedürfnis nach einem „persönlichen Seelenheil“ nach dem Tode auch auf kirchlich Engagierte heute zunehmend peinlich… . Denn seit den 60er Jahren wird in den Kirchen die Herbeiführung des Reiches Gottes mehr und mehr als ein „politischer Prozess“ im Hier und Jetzt verstanden. Das Reich Gottes wird hier auf Erden erstrebt. Die Hoffnung auf Erlösung dagegen wirkt wie ein „ins Transzendente verschobener infantiler Wunsch nach Vaterschutz“ (Freud). Seewald zeigt, dass wir zu Zeiten von Corona der Verwundbarkeit, der Hinfälligkeit und der Erlösungsbedürftigkeit von uns Menschen wenig entgegenzuhalten hatten: Die „Heilserwartungen der philosophischen und soziologischen Experten, gepaart mit Idealismus und Gemeinschaftsromantik“ (71) brachen schnell in sich zusammen. Und: „Durch ihre im vorauseilenden Gehorsam blitzartig geschlossenen Pforten hatten die Kirchen gewirkt, als schenkten auch sie der zentralen Botschaft Christi keinen Glauben mehr.“ (72) Das führte dazu, dass „was die Menschen von der Kirche nicht mehr zu hören bekamen, predigten nun die Seelsorger ohne Priesterkragen… .“ (68) Wie oft im Leben so kommt denn auch in dem Buch das Wertvollste am Ende. Seewalds Auseinandersetzung mit der Anti-Aging-Ideologie als einen „ungeheuerlichen Kulturbruch“ ist hoch aktuell und lohnt wahrlich zu lesen. Er schreibt: „Es ist das verwerfliche an den Anti-Aging-Ideologen, dass sie das Alter denunzieren, für wertlos halten, so, als müsste man sich dafür schämen. Und wenn Longevity-Propheten das Alter als nichts anderes als eine Krankheit definieren, geht damit ein ungeheuerlicher Kulturbruch einher, ein Paradigmenwechsel, der von der Ehrung und Wertschätzung einer wichtigen ja einzigartigen Phase so etwas macht wie unwertes Leben, das es weg zu machen gilt.“ (196) Ja, es kommt noch stärker: Seewald führt aus, dass der „Aufstand gegen die Biologie des Menschen“ genau das befördert, was er verhindern will: Das Altern, denn negative Gefühle tragen dazu bei, dass der Körper schneller abbaut. Was aber ist nun das Beste, das erst noch kommt (so der Untertitel des Buches)? Im letzten Teil des Buches beschreibt Seewald die christliche Hoffnung, ihre philosophischen vor allem aber biblischen Wurzeln. Aber halt: der Clou dabei ist die Sprache, ist die Gedankenwelt, die persönlichen Erfahrungen, aus denen er spricht. Hier schreibt ein Journalist kreativ und mit Humor in einer Sprache, die Dich nicht loslässt. So könnte jemand im Café mit mir sprechen und doch die Erde mit dem Himmel verbinden. Es gilt noch immer: Was Du nicht in klaren Sätzen er-„klären“ kannst, hast auch du nicht verstanden. In der Klarheit der Darlegung leuchtet Wahrheit. Mit Freude und mit gestärkter Hoffnung schließe ich das Buch: Hey, da kommt noch was, da geht noch was. Etwas? Nein, ER, ER kommt, Jesus Christus! Großer kath.net-Buchtipp: Bestellmöglichkeiten bei unseren Partnern:
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