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Theologe Johannes Hartl: „Woher kommt dieses Konglomerat an Denken, das sich ‚liberal‘ nennt?“

vor 6 Tagen in Aktuelles, 17 Lesermeinungen
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„Woher kommt dieses Konglomerat an Denken, das man in unzähligen Gottesdiensten hören kann, das man an theologischen Lehrstühlen seit Jahrzehnten hört und das sich ‚liberal‘ nennt?“


Augsburg (kath.net/pl) „Woher kommt dieses Konglomerat an Denken, das man in unzähligen Gottesdiensten hören kann, das man an theologischen Lehrstühlen seit Jahrzehnten hört und das sich ‚liberal‘ nennt?“ Das fragt der bekannte Augsburger Theologe und Philosoph Johannes Hartl in einem kurzen Podcast. In Langform äußert er sich zum selben Thema ausführlicher seiner Serie „Hartls Senf“ mit dem Titel „Liberale Theologie: aufgeklärt – oder geistlich leer?“, siehe Video unten. Hartl ist Gründer des Gebetshauses Augsburg, Autor mehrerer Bücher (darunter Bestseller), weltweit gefragter Konferenzredner und Familienvater.


Es sei „letztendlich … eine Art Theologie zu betreiben, die aus der Aufklärung kommt“, sagte Hartl und führte weiter aus, dass die Aufklärung „dieses gigantische geistesgeschichtliche Projekt etwa Mitte des 18. Jahrhunderts in Europa“ gewesen sei, als man gesagt habe: „wir wollen Verstand statt Dogmatismus, wir wollen Toleranz statt Fanatismus. Wir kamen aus den Religionskriegen und jetzt wollen wir endlich lernen, tolerant zu sein. Wir wollen Wissenschaft statt Aberglauben und wir wollen Autonomie statt Unmündigkeit.“ Der Einzelne soll nun „fähig sein, sich kraft seines Verstandes Rechenschaft auch über das zu geben, was er glaubt“. 

Hartl wies eigens darauf hin, dass diese „Grundanliegen der Aufklärung und auch die Grundanliegen dieser Theologie absolut verständlich sind. Wenn man dies nicht versteht, möge man mal in den Iran schauen oder nach Saudi Arabien, wie Religion auch aussehen kann ohne Aufklärung, also ohne kritisches Hinterfragen und ohne Autonomie des Einzelnen.“

Gleichzeitig glaube er aber, „dass das Bild auf Glauben, das hier entsteht, defizitär ist. ‚Defizitär‘ bedeutet, dass es ungenügend ist, nur ein kleiner Ausschnitt, deswegen nenne ich es die ‚amputierte Religion‘.“

VIDEO - Johannes Hartl: „Liberale Theologie: aufgeklärt – oder geistlich leer?“

Archivfoto Johannes Hartl (c) Gebetshaus Augsburg

 


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Lesermeinungen

 awmrkl vor 4 Tagen 
 

@Veritasvincit

"Hier wird die Aufklärung als Folge der Religionskriege dargestellt"

Na ist doch so!?

"Aber zu glauben, mit der Vernunft als höchsten Bezugspunkt könne es keine Kriege mehr geben, ist doch Torheit"

Genau DAS hat doch gar niemand behauptet.
Jedoch mit Vernunft als höchsten Bezugspunkt *allseits* gäbe es doch tatsächlich zumindest *weniger* Kriege!
Oder? Oder wieso nicht?


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 Versusdeum vor 5 Tagen 
 

Vernunft und Glaube schließen sich nicht aus,

ja, sie sind sogar in der katholischen Kirche vorbildlich verwirklicht. Schön früh bekämpfte die Ratio der Theologie den Aberglauben und steht auch heute wieder gegen die grassierenden selbstzerstörerischen Ideologien und Weltuntergangsprophetien, die selbst die Wissenschaften durch "gefühlte" und frei erfundene "Wahrheiten" ersetzen wollen.


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 Ulrich Motte vor 5 Tagen 
 

Lange vor der Aufklärung

forderten schon bestimmt nicht theologisch liberale Konfessionen wie etwa theologisch strikt konservative Baptisten bei ihrer Gründung 1611 (Buch von Thomas Helwys) das Menschenrecht auf Religionsfreiheit für alle. Genannt wurden ausdrücklich Katholiken, Protestanten, Moslems, Atheisten, Juden. Dasselbe forderten sie erneut auf ihrem Weltkongress 1939.


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 Ulrich Motte vor 5 Tagen 
 

Lange vor der Aufklärung forderten unter anderenm

Mennoiten


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 1517 vor 5 Tagen 
 

@Uwe Lay: Luther lehnte nicht die Vernunft ab, sondern das aristotelische Denken in der scholastisch

Aus Luthers 97 Thesen (nach „Luther Disputation gegen die scholastische Theologie.pdf“ suchen):

„6. Es ist falsch, dass der Wille sich könne von Natur nach der richtigen Vorschrift der Vernunft richten. 7. Sondern ohne die Gnade Gottes erzeugt er notwendiger Weise ein Tun, das damit nicht übereinstimmt und böse ist. … 34. Kurz, die Natur hat weder eine rechte Vorschrift der Vernunft, noch auch einen guten Willen. … 40. Wir werden nicht gerecht dadurch, dass wir gerechte Handlungen wirken; sondern, nachdem wir gerecht geworden sind, wirken wir gerechte Handlungen. 41. Fast die ganze Sittenlehre des Aristoteles ist die schlimmste Feindin der Gnade.“

Kann man alles diskutieren, dazu waren die Thesen auch gedacht. Der Rechtfertigungs-Konflikt „Gnade und Vertrauen allein“ vs. „auch Werke nötig“ (kath.) vs. „nur Vernunft/Werke“ (hum.) vs. „kein Sühneopfer nötig“ (lib.) kreist bis heute um die Frage, ob und warum Jesus allein die Erlösung wirkt und die Vernunft seit Gen. 3 nicht reicht.


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 lesa vor 5 Tagen 

@modernchrist: Danke für Ihre Replik! Sie beschreiben echte Selbstverwirklichung.


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 CusanusG vor 6 Tagen 
 

Hört Euch das Video an

Ich würde mir wünschen, dass die LEser dieses Video anhören und nicht nur ihre eigenen Assoziationen posten, die sie aus dem Text ableiten.

Man kann sehr viele der heutigen Probleme gut verstehen, wenn man Hartls Erläuterungen anhört. Gerade seine Einordnung historischer zusammenhänge ist sehr hilfreich.

Es zeigt sich insbesondere in HArtls Analyse, warum so viele liberale Theologen in den heutigen Gemeinden und auf dem synodalen Weg nichts glauben. Wenn man diese LEute entlarven will, dann sollte man diese Zusammenhäge auch verstehen.

Also anhören und dann kommentieren!


5
 
 UlmerSpatz vor 6 Tagen 
 

Dr Johannes Hartl

Ich habe Johannes Hartl beim Großen Gebetstag in Marienfried erlebt. Seitdem bin ich von ihm begeistert.


2
 
 modernchrist vor 6 Tagen 
 

Habe mir den ganzen, hochinteressanten Vortrag

- Senf - Hartls angehört. Es ist wirklich ein Senf, der die Wurst erst gut und pikant macht. Auch seine Aufteilung in der Darlegung immer wieder in einzeln genannten Punkten, 1., 2....usw. hilft dem Folgen der doch recht schnell vorgetragenen Argumente. An einigen Stellen wäre im Vortrag eine kurze Geschwindigkeitsreduzierung angesagt. Warum? Damit man auch akustisch wirklich allem - und alles ist wichtig - folgen kann. Für Hartl ist das absolutes Metier, tägliches Brot, seine wunderbaren Gedanken. Der Hörer aber, auch der wirklich intellektuelle, freut sich, wenn zwischendurch einige Worte deutlicher und langsamer gesprochen würden. Ansonsten: Ohne Liebe, ohne Demut vor der Größe Gottes, ohne berechtigtes Hinterfragen theologischer Sichtweisen, die unsere heutige desolate Glaubenssituation bewirkt haben, stehen wir vor einem tatsächlich "amputierten Glauben" (Hartl)


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 Veritasvincit vor 6 Tagen 
 

Toleranz

Hier wird die Aufklärung als Folge der Religionskriege dargestellt. Aber zu glauben, mit der Vernunft als höchsten Bezugspunkt könne es keine Kriege mehr geben, ist doch Torheit.


1
 
 Stefan Fleischer vor 6 Tagen 

Wir nennen uns katholisch.

Sollten wir deshalb nicht das Attribut katholisch, allumfassend, wieder mehr zur Geltung bringen? Ist es nicht so, dass die meisten Diskussionen über theologische und andere religiöse Fragen auf der Basis von einseitigen oder schwammigen Begriffen, und von Verharmlosungen bis hin zur Tabustellung wichtiger Glaubensaussagen geführt werden? Dabei lehrt uns der Herr deutlich:
«Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.» Mt 5,19


3
 
 Uwe Lay vor 6 Tagen 
 

Die mißverstandene Aufklärung

Die Intention der Aufklärung wird in diesem Beitrag mißverstanden. Den Ausgangspunkt der Aufklärung bildete die Erfahrung der innerchristlichen Religionskriege des 17.Jahrhundertes. Die Aufklärung wollte nun die Religion so domestizieren, daß aus ihr keine Konflikte mehr entstehen. Die radicalste Lösung war die, die christliche Religion ganz zu verprivatisieren, damit im öffentlichen Diskurs allein die Vernunft das Fundament sein sollte. Der Glaube an die Menschenwürde und die Menschenrechte sollte dabei den christlichen Glauben ersetzen.
Nebenbei: Luther war die scholastische Theologie zu vernünftig!
Uwe Lay Pro Theol Blogspot


1
 
 modernchrist vor 6 Tagen 
 

Ein sehr gutes Zusammenwirken von Vernunft und Glaube @lesa

zeigt uns Maria: Mutig stellt sie die vernünftige Frage, die ihr Verstand eingibt: "Wie soll das geschehen ohne Mannkontakt?" - Der Engel gibt ihr die Antwort - und sie g l a u b t! Denn Gott ist größer als alle Naturgesetze, das weiß sie. Sie ist damit eine ungeheuer emanzipierte Frau, dh. sie geht in Dialog mit dem Unbekannten. Das Auftreten von Engeln ist für eine gläubige Jüdin als Wirken von Gottesboten eine Tatsache. Und dann entscheidet sie ganz allein! Und sagt Ja! Sie akzeptiert das Wirken Gottes, dessen Größe sie absolut anerkennt und glaubt mit Körper und Geist. Und empfängt den Gottessohn.


2
 
 Rolando vor 6 Tagen 
 

Rolando

Leben in und nach der kath. Kirche und Lehre ist Wahrheit und Aufklärung zugleich. Leben nach der Hl. Schrift mittel Auslegung durch den kath. Katechismus, in Treue zum Lehramt der kath. Kirche. Alle Theologen und Professoren, sowie Philosophen, welche sich nicht nach der kath. Lehre richten und sie achten, sind nicht authentische, mögen sie sich auch katholisch nennen. Er ist heute ein Wirrwar von Eigeninterpretationen und Ideologiefolgerei, was mit dem wahren Glauben nichts zu tun hat.


2
 
 lesa vor 6 Tagen 

Vernunft UND Glaube sind das Heilmittel. Durch Maria zu Christus.

"Vernunft UND Glaube ist das Heilmittel gegen den Kopfstand, in dem sich noch immer eine Garde von "Theologen", auch Bischöfen und Kardinälen befindet: Vernunft OHNE Glaube hat sie zu Werkzeugen des DIABOLOS gemacht. Sie halten Rom besetzt und höhlen den Glauben aus. Aber die Tage des Goliat sind gezählt. Jene, deren FIAT wir den Erlöser verdanken und gegen die sie in den letzten Wochen blind und dreist vorgegangen sind mit dem Schreiben, MPF - genau sie ist die Überwinderin aller Häresien. Die Reaktion auf diesen Affront hat weltweit zu herrlichen Darlegungen und Klärung der Mariologie und somit auch der Glaubengrundlegung geführt. Die Mittlerin aller Gnaden wird das erbarmungsvolle Licht der Wahrheit herabrufen. Nicht mit einem Stein, sondern mit der Kette des Rosenkranzes wird der verhöhnende Verdreher-Ungeist erledigt. Die neue Eva, die Immakulata hat ja gesagt zum Plan des Schöpfers und Erlösers und wird in Seiner Kraft Gnade vermitteln bis SEIN Werk vollendet ist.


2
 
 Wirt1929 vor 6 Tagen 
 

Ein weiterer Aspekt der Aufklärung

ist das Streben nach absoluter Freiheit. Das vermeintliche Abstreifen religiös kirchlicher Knechtschaften, die zum Teil geboten waren, führten und führen oft in die absolute Gottlosigkeit. Die dadurch angestrebte Freiheit, wie immer wieder ersichtlich, führt in Zügellosigkeiten jedweder Art, die dem Menschen vorgaukeln absolut frei zu sein, nicht merkend, wie leer sie eigentlich werden, oder schon sind. Darum wird der freiheitliche Lebensfahrplan Jesus Christus immer Bestand haben und die letztendlich absolute Christus-Aufklärungsfreiheit in Wahrheit und Leben bei Gott erreichen. Unaufgeklärt fühle ich mich auf diesem Weg nicht und die dadurch auferlegten „Unfreiheiten" sind mir dann doch lieber. Danke Johannes Hartl


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 Mariat vor 6 Tagen 

"Wer aber bis zum Ende standhaft bleibt,wird gerettet!" Matthäus 24,13

"Viele falsche Propheten werden auftreten und sie werden viele irreführen. Und weil die Gesetzlosigkeit überhand nimmt, wird die Liebe bei vielen erkalten. Wer aber bis zum Ende standhaft bleibt, der wird gerettet werden. Und dieses Evangelium vom Reich wird auf der ganzen Welt verkündet werden - zum Zeugnis für alle Völker; dann erst kommt das Ende."
DANKE Hr. Hartl, für diese aufklärenden, wichtigen Worte- in dieser Zeit, wo viel Verunsicherung im Glauben geschieht. 


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