Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Die Alte Messe braucht die Piusbruderschaft nicht
  2. Eduard Habsburg: Alte Messe ist ‚absolute Antithese zur heutigen Welt‘
  3. Kurienerzbischof Pozzo: „Die beiden Formen des Römischen Ritus nicht gegeneinander ausspielen“
  4. Erzbistum Washington entlässt Exorzisten wegen Äußerungen zu UFOs und Dämonen
  5. "Wir haben kleines Gebet gesprochen, weil wir glauben, daß Jesus durch das Spiel verherrlich wird"
  6. „Alles, was auch nur entfernt katholisch aussieht, zu hinterfragen, davor zu warnen“
  7. Bischof Algermissen: kfd-Positionspapier zu § 218 StGB ist nicht katholisch
  8. Linksfeministinnen haben einst katholischen Verband übernommen
  9. Moskauer Patriarch Kyrill könnte auf EU-Sanktionsliste kommen
  10. Besorgniserregende antidemokratische und gewaltaffine Haltungen bei jungen Muslimen
  11. „NMECHA hat mehr für den christlichen glauben getan als die letzten kirchentage der @EKD“
  12. Die Menschenwürde hat keinen Reisepass
  13. Verbrechen gegen Menschlichkeit und gegen das Christentum durch Russland!
  14. ‚Jedes Knie soll sich beugen‘: Erzbischof Fisher ruft zum Knien vor der Eucharistie auf
  15. ‚Das Christentum ist in Deutschland inzwischen fast so bedroht wie das Auerhuhn‘

Ich bin Staatsanwältin – und ich bete

6. Jänner 2026 in Deutschland, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Cybercrime, Glaube und Gerechtigkeit: Staatsanwältin Jana Ringwald auf der MEHR-Konferenz - Von Linda Noé


Augsburg (kath.net)
Sie ermittelt dort, wo andere nur spekulieren. Am dritten Tag der MEHR-Konferenz 2026 in Augsburg sprach die Cyberstaatsanwältin Jana Ringwald über Datenspuren, Kryptowährungen und das Darknet – und darüber, dass hinter digitalen Verbrechen immer reale Menschen stehen. Es war ihr erster Besuch der gesamten Konferenz, gemeinsam mit ihrer Familie.

Was Ringwald aus den verborgensten Räumen des Internets berichtet, verändert den Blick auf Cyberkriminalität. Statistisch gesehen, so ihre Einschätzung, sei jeder dritte der rund 12.000 Menschen im Saal bereits einmal Opfer digitaler Straftaten gewesen.

Eine Staatsanwältin auf einer Glaubenskonferenz? Für Ringwald kein Widerspruch. Die Suche des Menschen nach Macht, Mammon, Gerechtigkeit und Vergeltung begegne ihr täglich – nicht nur in Gerichtssälen, sondern auch im Darknet. „Es gibt keinen rechtsfreien Raum“, betonte sie. „Das ist unser tägliches Brot.“


Eindrücklich schilderte sie einen großen Drogenring, dessen Online-Strukturen einem Einkauf bei Amazon glichen. Innerhalb von zwei Jahren setzte das Netzwerk rund 36 Millionen Euro um. Die Täter selbst erhielten lediglich Provisionen. Einer der Verurteilten gab später an, ihm sei das Ausmaß seines Handelns erst bewusst geworden, als Polizisten ihn festnahmen. Die drei Hauptbeteiligten kannten sich nicht einmal mit Vor- und Nachnamen. „Man sieht nicht, was man anrichtet“, sagte Ringwald. Die Hemmschwelle sinke durch die Distanz des Digitalen dramatisch.

Besonders bewegend wurde es, als Ringwald von einer späteren Gerichtsverhandlung berichtete – vier Jahre nach der Hauptverhandlung, am 8. Mai 2025. Einer der Männer erklärte: „Für mich war das nur ein Projekt im digitalen Raum.“ Trotz einer hohen Freiheitsstrafe bezeichnete er das Urteil als vergleichsweise milde und wandte sich direkt an die Staatsanwältin: Er dankte ihr dafür, dass sie ihn gestoppt habe – und ihm damit die Möglichkeit eines neuen Lebens gegeben habe.

„In der Robe bin ich nicht privat, ich vertrete den Staat“, sagte Ringwald. Den Dank habe sie nur nickend annehmen können. Dennoch habe dieser Moment sie tief berührt. „Es war, als würde etwas von dem Blick Jesu sichtbar – ohne dass er benannt werden musste.“ Sie habe sich gefragt, warum sie sich über diese Worte freute, obwohl sie einem Menschen die Freiheit genommen hatte. Im Saal sei spürbar „Rechtsfrieden“ eingekehrt.

Ringwald stellte auch grundsätzliche Fragen: Wie kann es sein, dass Menschen im Gefängnis Frieden und Freiheit erfahren? Woher stammen unsere Vorstellungen von Gleichbehandlung, Religionsfreiheit, Resozialisierung und Unschuldsvermutung? Der Satz „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ sei keine Forderung, sondern eine Feststellung, betonte sie.

Zum Ende sprach die Staatsanwältin offen über ihren Glauben. Ihren Amtseid hatte sie mit den Worten „So wahr mir Gott helfe“ geschlossen, erinnerte sie. „Ich bin Staatsanwältin – und ich bete“, sagte sie. Ihr Tag beginne und ende mit Gebet.

Gleichzeitig warnte Ringwald eindringlich vor den Gefahren des digitalen Raums für Kinder und Jugendliche. Es brauche keine weiteren Studien, um zu wissen, dass junge Menschen zu früh und zu ungeschützt mit diesen Welten konfrontiert würden. Sie setze sich deshalb für mehr Schutz im Cyberspace ein. Für ihre eigenen Kinder sei sie dankbar, so sagte sie, auf der Konferenz positive Vorbilder zu erleben – etwa durch Künstler wie die O’Bros.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Gebetshaus Augsburg

  1. Johannes Hartl: „Junge Menschen fragen wieder nach Gott! Atheismus ist eher für ältere Generation“
  2. Theologe Johannes Hartl: „Woher kommt dieses Konglomerat an Denken, das sich ‚liberal‘ nennt?“
  3. "Der Wind dreht sich. Es gibt immer mehr Menschen, die sich die Frage nach Gott stellen"
  4. "Der Herr ist wirklich in diesen Gestalten von Brot und Wein gegenwärtig"
  5. „Ich fragte mich: Welche Drogen hat er jetzt genommen?“

Glaube

  1. Priester sagt, in seiner Gemeinde gebe es viele religiöse Menschen, aber nur wenig Christen
  2. Bischof Ivo Muser: "Der größte Mangel, den wir in unserer Diözese haben, ist der Gläubigenmangel"
  3. „Die Generation Z, die in Manhattan zur Messe kommt, sucht keine alternative Clubszene“
  4. Katholische Influencer öffnen neue Zugänge zum Glauben für die junge Generation
  5. Kardinal Nichols: „Das kostbarste Geschenk, das der Kirche anvertraut ist: das heilige Messopfer“

Justiz

  1. US-Wähler sollen bei Wahlentscheidung Bestellung der Bundesrichter bedenken
  2. Lebensschutzorganisation klagt US-Justizministerium
  3. US-Justiz verfolgt Angriff auf Abtreibungsklinik, kein Erfolg bei Lebensschutzzentren
  4. Tiroler FPÖ zeigt Grünenpolitiker nach 'Jesus-Sager' an
  5. Kanada: Vater darf 14jähriger Geschlechtsumwandlung nicht verbieten






Top-15

meist-gelesen

  1. SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - ANMELDUNG nur noch bis 22. JUNI!!!
  2. Die Alte Messe braucht die Piusbruderschaft nicht
  3. Erzbistum Washington entlässt Exorzisten wegen Äußerungen zu UFOs und Dämonen
  4. "Wir haben kleines Gebet gesprochen, weil wir glauben, daß Jesus durch das Spiel verherrlich wird"
  5. Papst: „Ich bin zutiefst berührt, dass Sie darüber sprechen können“
  6. Eduard Habsburg: Alte Messe ist ‚absolute Antithese zur heutigen Welt‘
  7. Kurienerzbischof Pozzo: „Die beiden Formen des Römischen Ritus nicht gegeneinander ausspielen“
  8. Neuer Trend in den USA: Abkehr von nüchternen Kircheninnenräumen
  9. ‚Das Christentum ist in Deutschland inzwischen fast so bedroht wie das Auerhuhn‘
  10. Linksfeministinnen haben einst katholischen Verband übernommen
  11. Bischof Algermissen: kfd-Positionspapier zu § 218 StGB ist nicht katholisch
  12. Rückflug des Papstes von Teneriffa nach Rom um mehrere Stunden verzögert
  13. ‚Jedes Knie soll sich beugen‘: Erzbischof Fisher ruft zum Knien vor der Eucharistie auf
  14. Nach Störung einer Messe in Osnabrücker Kirche: Drei Personen stellen sich der Polizei
  15. 'Ein Akt der Hoffnung': US-Bischöfe weihen die USA dem Heiligsten Herzen Jesu

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz