Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Emeritierter Kurienkardinal Sarah: „Riten können nicht willkürlich abgeschafft werden“
  2. „Sehr geehrter Herr Erzbischof Koch, mit großer Verwunderung haben wir Ihr Statement zum CSD…“
  3. ‚Dialogpredigt‘ und ‚meditativer Tanz’ während der Messe zum Magdalenenfest in München
  4. Die Liturgie: das Gebet der Kirche und Atem des Geistes
  5. Erschütterndes Beispiel für die Kultur des Todes: Seniorin wurde gegen ihren Willen euthanasiert
  6. Leihmutter soll gezwungen werden, das Leben des herzkranken Babys zu beenden!
  7. BILD-Kommentatorin Ruhs fordert „Festung Europa“: „Es geht nicht mehr anders“
  8. Fulda: Werbung für Christopher Street Day mit dem heiligen Bonifatius
  9. Kardinal Burke ruft zu Einsatz für Ehe und Familie auf – bis zum Martyrium
  10. 'Du hast mir den Weg nach Ars gezeigt; ich werde Dir den Weg zum Himmel zeigen'
  11. IRRE! - Moskauer Patriarch Kyrill legitimiert nun auch Atombombe
  12. Influencerin bezeichnet Trans-Politiker als Mann: zu zwei Jahren Hausarrest verurteilt
  13. Bußgeldverfahren gegen Schüler nach Weigerung an LGBT-Workshop teilzunehmen
  14. Frust beim Klima-Kleber-Jesuiten
  15. Wenn sich Gratismut in Angst verwandelt

Katholik kritisiert „Schleimjesus“-Fernsehgottesdient mit direktem Brief an verantwortlichen Pfarrer

7. Jänner 2026 in Deutschland, 15 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Ich sage es unmissverständlich: Diese Darstellung ist mit dem katholischen Verständnis der Menschwerdung Christi nicht vereinbar“ – In der Messfeier zum Hochfest fehlten außerdem Gloria und Credo. Brief von André Wiechmann


Bochum-Stuttgart (kath.net) kath.net dokumentiert den Brief von André Wiechmann, einem Katholiken aus dem Bistum Essen, an den SWR-Fernsehpfarrer Thomas Steiger, in voller Länge:

Sehr geehrter Herr Steiger,

mit diesem Schreiben wende ich mich in äußerster Betroffenheit, aber auch mit aller gebotenen Klarheit an Sie.

Der von Ihnen verantwortete ARD-Fernsehgottesdienst zur Christmette aus St. Maria in Stuttgart hat bei mir – und bei zahlreichen weiteren gläubigen Katholiken – nicht nur Irritation, sondern tiefes Entsetzen ausgelöst. Was dort am Hochfest der Geburt des Herrn öffentlich gezeigt und liturgisch vollzogen wurde, stellt aus meiner Sicht eine massive Grenzüberschreitung dar – theologisch, liturgisch und pastoral.

Im Zentrum der Kritik steht zunächst die sogenannte Krippendarstellung. Das Christuskind wurde nicht als menschliche Person dargestellt, sondern als amorphe, fleischartige, an rohes Gewebe oder Verwesung erinnernde Masse. Diese Darstellung wurde erkennbar als Christus in der Krippe ausgerufen.

Ich sage es unmissverständlich: Diese Darstellung ist mit dem katholischen Verständnis der Menschwerdung Christi nicht vereinbar. Sie entstellt das Inkarnationsgeschehen, entwürdigt das Christuskind und verletzt in erheblicher Weise das religiöse Empfinden gläubiger Christen. Besonders schwer wiegt, dass diese Bilder am Heiligen Abend, in einem sakralen Raum und über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk ausgestrahlt wurden – ausdrücklich auch an Familien und Kinder gerichtet. Die gezeigte Bildsprache war objektiv geeignet, Kinder zu verstören und zu verunsichern.


Doch damit nicht genug.

Zusätzlich musste festgestellt werden, dass die Christmette auch in liturgischer Hinsicht grundlegende Defizite aufwies. Insbesondere das Fehlen sowohl des Gloria als auch des Credo widerspricht dem Messbuch Pauls VI. und der verbindlichen Ordnung der Liturgie an einem Hochfest wie Weihnachten. Diese Auslassungen sind keine Nebensächlichkeiten, sondern betreffen den Kern der römisch-katholischen Messfeier.

Wenn zentrale Elemente des Glaubensbekenntnisses und des weihnachtlichen Lobgesangs schlicht entfallen, entsteht der Eindruck, dass hier nicht mehr die Kirche betet, sondern ein individuelles oder redaktionelles Konzept über die Liturgie gestellt wird. Das ist für viele Gläubige nicht länger hinnehmbar.

Ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich klarstellen:
Wir Gläubigen werden diese Form der Entkernung, Verfremdung und faktischen Umdeutung katholischer Liturgie und Symbolik nicht mehr stillschweigend mittragen. Der Punkt ist erreicht, an dem Widerspruch notwendig ist.

Zu diesem Vorgang habe ich mich bereits mit einem ausführlichen Schreiben an den Apostolischen Nuntius in Deutschland gewandt. Nach meinem Kenntnisstand wurde dieser Vorgang inzwischen auch an den Heiligen Vater weitergeleitet. Darüber hinaus werden derzeit weitere rechtliche Prüfungen vorgenommen, insbesondere im Hinblick auf die öffentliche Darstellung religiöser Inhalte und deren Vereinbarkeit mit geltendem Recht.

Unabhängig von allen kirchenrechtlichen oder staatlichen Prüfungen halte ich eines bereits jetzt für unabdingbar:
Eine öffentliche Entschuldigung ist fällig. Eine klare, unmissverständliche Entschuldigung gegenüber den Gläubigen für diese katastrophale, nicht-katholische und nicht-christliche Zelebration wäre ein notwendiger erster Schritt, um verlorenes Vertrauen zumindest ansatzweise wiederherzustellen.

Es geht hier nicht um Geschmacksfragen, nicht um „moderne Zugänge“, nicht um künstlerische Freiheit. Es geht um die Verantwortung, die Sie tragen, wenn Sie im Namen der katholischen Kirche einen Gottesdienst gestalten, der Millionen Menschen erreicht. Diese Verantwortung wurde in dieser Christmette aus meiner Sicht in eklatanter Weise verfehlt.

Ich erwarte eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dieser Kritik.

Mit nachdrücklichen, aber sachlichen Grüßen

E-mail Kontakt Bistum Rottenburg-Stuttgart: https://www.drs.de/kontakt.html

Bild oben: Ein unerträgliches Schauspiel lieferten die Performer der sogenannten Christmette im SWR ab. So kann man den Menschen auch Weihnachten verderben. Foto:  (c) ARD-Screenshot

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kunst

  1. USA: Schülerin bemalt in Großprojekt ihre katholische Schule mit lebensgroßen Heiligenfiguren
  2. Christus-Büste in römischer Basilika wurde als Werk von Michelangelo identifiziert
  3. Tück: „Werke des Schock-Künstlers Gottfried Helnwein gehören nicht in eine Kirche“
  4. Egino Weinert - Der demütige Meister
  5. Riskante Schau: Vatikan zeigt Raffaels Wandteppiche in Sixtina
  6. Einer, der seine Kunst in den Dienst Gottes stellt
  7. Stephansdom: Mögliche Wandzeichnung von Albrecht Dürer entdeckt
  8. Ist Alfred Hitchcock ein katholischer Künstler?
  9. ‘Der Sonntag’ erklärt ‘Geheimnis von Leonardos Abendmahl’
  10. Michael Jackson im Herz-Jesu-Look






Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. Edith Stein – Ave, Crux, spes unica
  3. „Sehr geehrter Herr Erzbischof Koch, mit großer Verwunderung haben wir Ihr Statement zum CSD…“
  4. Leihmutter soll gezwungen werden, das Leben des herzkranken Babys zu beenden!
  5. ‚Dialogpredigt‘ und ‚meditativer Tanz’ während der Messe zum Magdalenenfest in München
  6. Emeritierter Kurienkardinal Sarah: „Riten können nicht willkürlich abgeschafft werden“
  7. Fulda: Werbung für Christopher Street Day mit dem heiligen Bonifatius
  8. Heute, nicht morgen! Der heilige Expeditus – Patron gegen das Aufschieben
  9. „Größer als [australischer] Football: Die unstoppbare Wiederbelebung des Glaubens“
  10. Erschütterndes Beispiel für die Kultur des Todes: Seniorin wurde gegen ihren Willen euthanasiert
  11. 'Du hast mir den Weg nach Ars gezeigt; ich werde Dir den Weg zum Himmel zeigen'
  12. IRRE! - Moskauer Patriarch Kyrill legitimiert nun auch Atombombe
  13. Karoline Preisler: Islamismus ist die größte Gefahr für Deutschland
  14. Die neue Weltjugendtag-Hymne wurde in Seoul vorgestellt
  15. Kardinal Burke ruft zu Einsatz für Ehe und Familie auf – bis zum Martyrium

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz