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Hongkongs Kardinal Zen äußerte beim Konstistorium Grundsatzkritik an der letzten Bischofssynodevor 29 Stunden in Weltkirche, 14 Lesermeinungen Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden
Kardinal: „Repräsentieren die anwesenden Laien das Volk Gottes?“ – „Die eiserne Manipulation des Prozesses ist eine Beleidigung der Würde der Bischöfe, und der ständige Verweis auf den Heiligen Geist ist lächerlich“ – Sein Text in voller Länge
Vatikan (kath.net) Kardinal Joseph Zen Ze-kiun (Link), der emeritierte Erzbischof von Hongkong, übte in seiner Rede beim außerordentlichen Kardinalskonsistorium, das am 7. und 8. Januar im Vatikan stattfand, scharfe Kritik an der Synode zur Synodalität. Er verurteilte deren Verfahren als „eiserne Manipulation“ und warnte, dass die ständige Anrufung des Heiligen Geistes „lächerlich“ sei und an „Blasphemie“ grenze. Hinter verschlossenen Türen, in Anwesenheit von Papst Leo XIV. und den 170 versammelten Kardinälen, nutzte der 93-jährige emeritierte Bischof von Hongkong die ihm zugestandenen drei Minuten, um auf die Anmerkung von Papst Franziskus zum Abschlussdokument der Synode über die Synodalität einzugehen. Das schreibt der Vatikanist Edward Pentin in der englischsprachigen Ausgabe der „Catholic News Agency“.
Pentin fasst zusammen: „Im Kern argumentiert die Intervention, dass der synodale Prozess nicht nur fehlerhaft, sondern so streng gelenkt war, dass den Bischöfen echte Beratungsfreiheit und ihre legitime Autorität als Nachfolger der Apostel genommen wurden. Kardinal Zen verurteilte zudem scharf den seiner Ansicht nach instrumentellen Gebrauch spiritueller Sprache und warnte davor, dass ständige Appelle an den Heiligen Geist dazu dienten, vorbestimmte Ergebnisse zu heiligen, als ob der Heilige Geist der zweitausendjährigen Tradition der Kirche widersprechen könnte.“
Kardinal Zen war unmittelbar vor dem Konsistorium von Papst Leo XIV. in Privataudienz empfangen worden (siehe Foto). 
kath.net dokumentiert die Wortmeldung von Kardinal Joseph Zen beim außerordentlichen Konsistorium in voller Länge in eigener Arbeitsübersetzung:
Zum Begleitschreiben von Papst Franziskus
Der Papst erklärt, er gebe der Kirche mit dem Schlussdokument zurück, was sich in den vergangenen Jahren (2021–2024) durch „Zuhören“ (auf das Volk Gottes) und „Unterscheidung“ (durch die Bischöfe?) entwickelt habe.
Ich frage:
Konnte der Papst dem gesamten Volk Gottes zuhören?
Repräsentieren die anwesenden Laien das Volk Gottes?
Konnten die von den Bischöfen gewählten Bischöfe eine Unterscheidung vornehmen, die doch sicherlich „Disputation“ und „Urteil“ beinhaltet?
Die eiserne Manipulation des Prozesses ist eine Beleidigung der Würde der Bischöfe, und der ständige Verweis auf den Heiligen Geist ist lächerlich und beinahe blasphemisch (sie erwarten Überraschungen vom Heiligen Geist; welche Überraschungen? Dass er das verwirft, was er in der zweitausendjährigen Tradition der Kirche inspiriert hat?).
Der Papst, der „das Bischofskollegium umgeht und direkt dem Volk Gottes zuhört“, nennt dies „den angemessenen Interpretationsrahmen für das Verständnis des hierarchischen Amtes“?
Der Papst sagt, das Dokument sei Lehramt, „es verpflichtet die Kirchen, Entscheidungen im Einklang mit seinen Aussagen zu treffen“. Er sagt aber auch: „Es ist nicht streng normativ … Seine Anwendung erfordert verschiedene Vermittlungswege“; „Die Kirchen sind aufgerufen, die im Dokument enthaltenen autoritativen Vorschläge in ihren jeweiligen Kontexten umzusetzen“; „Einheit von Lehre und Praxis ist in der Kirche gewiss notwendig, aber dies schließt verschiedene Interpretationsmöglichkeiten einzelner Aspekte dieser Lehre nicht aus“; „Jedes Land oder jede Region kann nach Lösungen suchen, die besser zu seiner Kultur passen und seine Tradition und Bedürfnisse berücksichtigen.“
Ich frage:
Garantiert der Heilige Geist, dass keine widersprüchlichen Interpretationen entstehen (insbesondere angesichts der vielen mehrdeutigen und tendenziösen Formulierungen im Dokument)?
Sind die Ergebnisse dieses „Experimentierens und Testens“, z. B. (der „kreativen Aktivierung neuer Formen des kirchlichen Dienstes“), die dem Urteil des Synodensekretariats und der Römischen Kurie unterworfen werden sollen? Sind diese kompetenter als die Bischöfe, die unterschiedlichen Kontexte ihrer Kirchen zu beurteilen?
Wenn die Bischöfe sich für kompetenter halten, führen die unterschiedlichen Interpretationen und Entscheidungen unsere Kirche dann nicht zu derselben Spaltung (dem gleichen Bruch) wie in der Anglikanischen Gemeinschaft?
Perspektiven auf den Ökumenismus
Angesichts des dramatischen Bruchs der Anglikanischen Gemeinschaft [siehe Link]: Werden wir uns mit dem Erzbischof von Canterbury (der nur noch etwa 10 % der weltweiten anglikanischen Gemeinschaft vertritt) oder mit der Globalen Anglikanischen Zukunftskonferenz (die etwa 80 % vertritt) vereinigen?
Und mit den Orthodoxen? Ihre Bischöfe werden die Bergogliane Synodalität niemals akzeptieren; für sie ist Synodalität „die Bedeutung der Bischofssynode“. Papst Bergoglio hat den Begriff Synode instrumentalisiert, aber die Bischofssynode – eine von Paul VI. gegründete Institution – abgeschafft.
Foto, von links nach rechts: Kardinal Zen, Papst Leo, Kardinalssekretär (c) Vatican Media
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Lesermeinungen| | lesa vor 8 Stunden | |  | Ohne prophetische Offenbarung verwildert das Volk. Wohl ihm, wenn es das Gesetz bewahrt. (Aus Spr) In drei Minuten hat Kardinal Zen so viel sagen können! Wurde so die heuchlerische, instrumentalisierende „Anrufung des Hl. Geistes“ gewisser „Synodaler“ am Ende doch im Sinne Gottes anstatt des Antichrists wirksam?
Werter @JP"B16: Genau auf den Punkt gebracht, danke!
Liebe @salvatoreMio: Danke für den Hinweis auf den Geburtstag dieses Kardinals! Wir feiern wir auch den Hl. Hilarius - und es ist Fatimatag!
"Solange die Welt bestehen wird, wird es nie an Propheten und Vertrauten Gottes fehlen. Gott schickt die Heiligen zum Wohle der Kirche …" (Hl. Teresa von Avila)
"Wie sehr braucht die heilige Kirche Männer und Frauen, die mit ganzem Herzen ihren Schatz bewahren, ihre Rechte verteidigen, ihren Gesetzen dienen und sich mit einer selbstlosen Liebe vorbehaltlos hingeben." (M. Julia Verhaeghe, FSO) |  0
| | | | | SarahK vor 20 Stunden | | | | Das(….) denke ich mir so oft, schön, dass er es sagt ":
"...und warnte, dass die ständige Anrufung des Heiligen Geistes „lächerlich“ sei und an „Blasphemie“ grenze."
Ich vertraute auch mal einem Priester, der das etwas zu überschwänglich proklamiert hat, später stellte sich leider raus, dass ich ihm nicht hätte vertrauen dürfen.
Manchmal finde ich auch Gebetskreise mit “Komm Heiliger Geist” aber dann auf der anderen Seite extremer Egozentrik und Narzissmus auf der anderen Seite von Laien (leider manchmal auch Priestern) recht fragwürdig und halte mich mittlerweile lieber fern und bevorzuge die einfache, schlichte und tiefe Eucharistiefeier und da muss ich sagen “liebe” ich unsere beiden Dorfpfarrer für. |  2
| | | | | SagradaFamilia vor 25 Stunden | | | | SalvatoreMio Es sind erstmal Gerüchte, die vielleicht einen kleinen Funken Wahrheit enthalten. Allerdings war das Bistum stets etwas anders: das Ahlener Modell bescherte dort der Gemeinde meiner Schwester Anfang der 80er einen ehemaligen Finanzamt Mitarbeiter als Kaplan. Da war Münster Vorreiter. Vertrauen wir auf eine gute Wahl durch Papst Leo. |  1
| | | | | JP2B16 vor 26 Stunden | | | | Mk 3,28-29; Mt 12,31-32 S.E. Joseph Kardinal Zen gebührt allerhöchste Anerkennung für diesen dringenden und ermahnenden Weckruf "seiner Brüder":
"...und warnte, dass die ständige Anrufung des Heiligen Geistes „lächerlich“ sei und an „Blasphemie“ grenze."
Scharfsinning schreibt Pentin: "...Kardinal Zen verurteilte zudem scharf den seiner Ansicht nach instrumentellen Gebrauch spiritueller Sprache und warnte davor, dass ständige Appelle an den Heiligen Geist dazu dienten, vorbestimmte Ergebnisse zu heiligen, als ob der Heilige Geist der zweitausendjährigen Tradition der Kirche widersprechen könnte.“
Besser kann man die aus Unglauben und Anbiederung an die Welt erwachsene Tragik der Synodal-Bewegten, Laien wie Bischöfe, wohl nicht auf den Punkt bringen. Der Hl. Geist wird instrumentalisiert für das eigene, zeitgeistige Wollen.
Man kann nur dafür beten, dass die Protagonisten dieses gottmissfallenden "synodalen" Tuns die beiden genannten Zitate aus dem Markus- und Matthäus-Evangelium kennen und ernst nehmen. |  5
| | | | | SalvatoreMio vor 27 Stunden | | | | Münster auf Bischofssuche - mit 3 Kandidaten ... Mit Verlaub gesagt: "Schreck, lass nach!"
Wie sollte es da wohl bergaufgehen mit dem einst so wichtigen Bistum? |  2
| | | | | Versusdeum vor 29 Stunden | | | | @heikostir Perfekt beschrieben, danke! |  1
| | | | | SagradaFamilia vor 29 Stunden | | | | Kardinal Zen Immer wieder aufbauend, seine Worte in dieser Zeit der Prüfung zu lesen. Nicht jeder Bischof oder Kardinal ist heute noch ein Fehr in der Brandung. Meine Schwester wohnt im Bistum Münster und dort sucht man derzeit, unter Mitbestimmung von Laien, einen neuen Bischof. In der Regionalpresse kursieren drei Namen : Wilmer, Bätzing und Overbeck! Alles Anhänger der neuen synodalen Kirche. Wobei gemunkelt wird, dass man Bischof Wilmer an der Basis sehr zugetan ist. Natürlich sind das Spekulationen und die demPapst übersandte Vorschlagsliste ist geheim, aber an Gerüchten ist immer ein Korn Wahrheit. |  4
| | | | | Marienrose vor 31 Stunden | | | | Gott segne Kardinal Zen! Ich hoffe, dass seine klare Rede Papst Leo mitten ins Herz getroffen hat! |  10
| | | | | heikostir vor 32 Stunden | | | | Ein Grundproblem Bislang war es üblich, dass der Papst die Ergebnisse einer Bischofssynode durch ein Apostol. Schreiben auswertet und v.a. präzisiert.
Papst Franziskus aber machte sich das Abschlussdokument unpräzisiert zu eigen. Dieses Vorgehen ist formal möglich; klug aber ist es nicht. Denn nun gibt es ein Dokument des päpstlichen Lehramtes, das in wichtigen Teilen unpräzise ist (ein Grundproblem des vergangenen Pontifikats).
Die Folge: Wir können beobachten, wie Vertreter des Synodalen Wegs in Deutschland einige Teile sehr stark betonen, andere aber bewusst ignorieren: so z.B. die klare Unterscheidung zwischen dem Weg zur Beschlussfindung (alle sollen gehört werden) und der Beschlussfassung selbst. Letzte liegt allein bei den Bischöfen.
Diese wichtige Unterscheidung wird von Vertretern des dt. Synodalen Wegs ignoriert; die wollen ein Gremium, in denen Laien und Bischöfe gemeinsam entscheiden, was die Kompetenzen des bischöflichen Amtes und damit die Verfassung der Kirche in Frage stellt. |  8
| | | | | Katholikheute vor 32 Stunden | | | | Ich würde gerne die Gesichter der Zuhörer sehen.... |  3
| | | | | SalvatoreMio vor 32 Stunden | | | | Geburtstag: Kardinal Joseph Zen Morgen, am 13. Januar, wird dieser wunderbare Joseph 94 Jahre alt (* 13.Januar 1932). Mit welch klarer Geisteskraft, Mut und Ausdauer, ist er ausgestattet! - Erschreckend allerdings, dass es eine so einsame Stimme ist, dazu aus dem fernen Hongkong. |  11
| | | | | Versusdeum vor 32 Stunden | | | | Diplomatisch war das sicherlich nicht, aber an geistiger wie geistlicher Klarheit kaum zu überbieten. Soviel zur Altersgrenze von 80 Jahren für das Konklave. Aber die glaubenstreuen Bischöfe haben auch zu lange geschwiegen, während die Progressisten jahrehntelang lautstark und wohlorganisiert eine "andere Kirche" (welche?) herbeigebastelt haben. |  11
| | | | | girsberg74 vor 33 Stunden | | | | Das haut rein! |  5
| | | | | Stefan Fleischer vor 34 Stunden | |  | Wie schon einmal gesagt Eine Synode ist ein Beratungsgremium, kein Leitungsgremium. Wo sie ihre Grenzen überschreitet, wird sie zum Spaltpilz. |  9
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