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Hongkongs Kardinal Zen äußerte beim Konstistorium Grundsatzkritik an der letzten Bischofssynode

12. Jänner 2026 in Weltkirche, 15 Lesermeinungen
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Kardinal: „Repräsentieren die anwesenden Laien das Volk Gottes?“ – „Die eiserne Manipulation des Prozesses ist eine Beleidigung der Würde der Bischöfe, und der ständige Verweis auf den Heiligen Geist ist lächerlich“ – Sein Text in voller Länge


Vatikan (kath.net) Kardinal Joseph Zen Ze-kiun (Link), der emeritierte Erzbischof von Hongkong, übte in seiner Rede beim außerordentlichen Kardinalskonsistorium, das am 7. und 8. Januar im Vatikan stattfand, scharfe Kritik an der Synode zur Synodalität. Er verurteilte deren Verfahren als „eiserne Manipulation“ und warnte, dass die ständige Anrufung des Heiligen Geistes „lächerlich“ sei und an „Blasphemie“ grenze. Hinter verschlossenen Türen, in Anwesenheit von Papst Leo XIV. und den 170 versammelten Kardinälen, nutzte der 93-jährige emeritierte Bischof von Hongkong die ihm zugestandenen drei Minuten, um auf die Anmerkung von Papst Franziskus zum Abschlussdokument der Synode über die Synodalität einzugehen. Das schreibt der Vatikanist Edward Pentin in der englischsprachigen Ausgabe der „Catholic News Agency“.

Pentin fasst zusammen: „Im Kern argumentiert die Intervention, dass der synodale Prozess nicht nur fehlerhaft, sondern so streng gelenkt war, dass den Bischöfen echte Beratungsfreiheit und ihre legitime Autorität als Nachfolger der Apostel genommen wurden. Kardinal Zen verurteilte zudem scharf den seiner Ansicht nach instrumentellen Gebrauch spiritueller Sprache und warnte davor, dass ständige Appelle an den Heiligen Geist dazu dienten, vorbestimmte Ergebnisse zu heiligen, als ob der Heilige Geist der zweitausendjährigen Tradition der Kirche widersprechen könnte.“

Kardinal Zen war unmittelbar vor dem Konsistorium von Papst Leo XIV. in Privataudienz empfangen worden (siehe Foto).


kath.net dokumentiert die Wortmeldung von Kardinal Joseph Zen beim außerordentlichen Konsistorium in voller Länge in eigener Arbeitsübersetzung:

Zum Begleitschreiben von Papst Franziskus

Der Papst erklärt, er gebe der Kirche mit dem Schlussdokument zurück, was sich in den vergangenen Jahren (2021–2024) durch „Zuhören“ (auf das Volk Gottes) und „Unterscheidung“ (durch die Bischöfe?) entwickelt habe.

Ich frage:

Konnte der Papst dem gesamten Volk Gottes zuhören?

Repräsentieren die anwesenden Laien das Volk Gottes?

Konnten die von den Bischöfen gewählten Bischöfe eine Unterscheidung vornehmen, die doch sicherlich „Disputation“ und „Urteil“ beinhaltet?

Die eiserne Manipulation des Prozesses ist eine Beleidigung der Würde der Bischöfe, und der ständige Verweis auf den Heiligen Geist ist lächerlich und beinahe blasphemisch (sie erwarten Überraschungen vom Heiligen Geist; welche Überraschungen? Dass er das verwirft, was er in der zweitausendjährigen Tradition der Kirche inspiriert hat?).

Der Papst, der „das Bischofskollegium umgeht und direkt dem Volk Gottes zuhört“, nennt dies „den angemessenen Interpretationsrahmen für das Verständnis des hierarchischen Amtes“?

Der Papst sagt, das Dokument sei Lehramt, „es verpflichtet die Kirchen, Entscheidungen im Einklang mit seinen Aussagen zu treffen“. Er sagt aber auch: „Es ist nicht streng normativ … Seine Anwendung erfordert verschiedene Vermittlungswege“; „Die Kirchen sind aufgerufen, die im Dokument enthaltenen autoritativen Vorschläge in ihren jeweiligen Kontexten umzusetzen“; „Einheit von Lehre und Praxis ist in der Kirche gewiss notwendig, aber dies schließt verschiedene Interpretationsmöglichkeiten einzelner Aspekte dieser Lehre nicht aus“; „Jedes Land oder jede Region kann nach Lösungen suchen, die besser zu seiner Kultur passen und seine Tradition und Bedürfnisse berücksichtigen.“

Ich frage:

Garantiert der Heilige Geist, dass keine widersprüchlichen Interpretationen entstehen (insbesondere angesichts der vielen mehrdeutigen und tendenziösen Formulierungen im Dokument)?

Sind die Ergebnisse dieses „Experimentierens und Testens“, z. B. (der „kreativen Aktivierung neuer Formen des kirchlichen Dienstes“), die dem Urteil des Synodensekretariats und der Römischen Kurie unterworfen werden sollen? Sind diese kompetenter als die Bischöfe, die unterschiedlichen Kontexte ihrer Kirchen zu beurteilen?

Wenn die Bischöfe sich für kompetenter halten, führen die unterschiedlichen Interpretationen und Entscheidungen unsere Kirche dann nicht zu derselben Spaltung (dem gleichen Bruch) wie in der Anglikanischen Gemeinschaft?

Perspektiven auf den Ökumenismus

Angesichts des dramatischen Bruchs der Anglikanischen Gemeinschaft [siehe Link]: Werden wir uns mit dem Erzbischof von Canterbury (der nur noch etwa 10 % der weltweiten anglikanischen Gemeinschaft vertritt) oder mit der Globalen Anglikanischen Zukunftskonferenz (die etwa 80 % vertritt) vereinigen?

Und mit den Orthodoxen? Ihre Bischöfe werden die Bergogliane Synodalität niemals akzeptieren; für sie ist Synodalität „die Bedeutung der Bischofssynode“. Papst Bergoglio hat den Begriff Synode instrumentalisiert, aber die Bischofssynode – eine von Paul VI. gegründete Institution – abgeschafft.

Foto, von links nach rechts: Kardinal Zen, Papst Leo, Kardinalssekretär (c) Vatican Media


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