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Erzbischof Sheen warnte bereits 1965 vor falschem Mitgefühl

29. April 2026 in Weltkirche, 5 Lesermeinungen
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Die Standards für richtig und falsch seien verloren gegangen, alles Übel werde auf Leiden und Krankheit reduziert. Die Folge sei ein Anstieg der Kriminalität und falsche Milde gegenüber Straftätern.


New York (kath.net/jg)
Erzbischof Fulton Sheen hat bereits 1965 vor falschem Mitgefühl gewarnt, das eher dem Täter als dem Opfer gilt. 

In einer Folge seiner Fernsehserie „The Fulton Sheen Program“, die den Titel „False Compassion“ (dt. „falsches Mitgefühl“) trägt, unterscheidet er zwischen wahrem und falschem Mitgefühl. Ersteres unterscheidet zwischen Recht und Unrecht, währende letzteres die Sünde verharmlose. „Falsches Mitgefühl ist ein Mitleid, das nicht dem Beraubten, sondern dem Räuber gezeigt wird, nicht der Familie des Ermordeten, sondern dem Mörder, nicht der Frau, die vergewaltigt wurde, sondern dem Vergewaltiger“, sagt Sheen wörtlich.


Mittlerweile würden einige Richter, einige Sozialarbeiter, und auch einige Ordensschwestern diese Ansichten vertreten.

Den Ursprung dieser Entwicklung ortet Erzbischof Sheen in der Literatur, in Romanen von William Saroyan und John Steinbeck, in denen das Mitleid auf den „gutmütigen Lümmel“ ausgeweitet wurde. Später sei das falsche Mitgefühl von anderen Autoren noch mehr ausgeweitet worden. 

Das Ergebnis sei, dass die Kriminalität jetzt zunehme, dass gegenüber Kriminellen eine falsche Milde geübt werde. Dies führe dazu, dass Straftäter auch nach Verurteilungen häufig rückfällig würden. Die Standards für richtig und falsch seien zerstört worden, alles Übel werde auf Leiden und Krankheit reduziert, sagte Erzbischof Sheen.

Einen Ausweg sieht Sheen zum Beispiel darin, jugendliche Straftäter zu resozialisieren, sie ein Handwerk lernen zu lassen, ihnen eine sinnvolle Aufgabe zu geben. Wesentlich sei, die Sünde zu hassen und zu verurteilen, den Sünder aber zu lieben, betonte der Erzbischof.

Sheen wurde 1919 in Peoria zum Priester geweiht und wurde Professor an der Catholic University of America. Später kam er zum Radio, wo er von 1930 bis 1950 die Sendung „The Catholic Hour“ auf NBC moderierte. 1951 wurde er Weihbischof von New York. Bald darauf begannen seine TV-Katechesen, die unter den Titeln „Life is Worth Living“ von 1952 bis 1957 und „The Fulton Sheen Program“ von 1961 bis 1968 liefen. Zweimal konnte er den „Emmy“ für seine TV-Arbeit gewinnen. Am 24. September 2026 wird er selig gesprochen.

 


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