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| ![]() „Wir werden erwartet“vor 4 Stunden in Spirituelles, keine Lesermeinung „Die Lichter auf den Gräbern lassen diese Hoffnung sichtbar werden. Jede kleine Flamme erinnert uns an Christus, den Auferstandenen.“ Predigt zu Allerheiligen und Allerseelen. Von Archimandrit Dr. Andreas-Abraham Thiermeyer Eichstätt (kath.net/pl) 1 Ein Licht für unsere Sehnsucht Mit dieser Sehnsucht kommen wir zu Gott. An Allerheiligen feiern wir die Menschen, die in seiner Liebe vollendet sind. An Allerseelen beten wir für unsere Verstorbenen und vertrauen sie seiner Barmherzigkeit an. Beide Tage öffnen unseren Blick für eine Zukunft, in der uns Christus erwartet. Dabei dürfen wir traurig sein. Jesus selbst hat am Grab seines Freundes Lazarus geweint. Er kennt den Schmerz des Abschieds. Ihm dürfen wir auch jene Tränen anvertrauen, die niemand sieht. 2 Eine Gemeinschaft voller Leben Zu dieser Gemeinschaft gehören die bekannten Heiligen und unzählige Menschen, deren Namen in keinem Kalender stehen. Vielleicht denken wir an jemanden, durch dessen Güte wir selbst glauben gelernt haben. Wir dürfen hoffen, solche vertrauten Gesichter in Gottes großer Gemeinschaft wiederzufinden. Der heilige Bernhard von Clairvaux ermutigt uns, denen entgegenzugehen, die uns erwarten.1 Der Himmel ist für ihn eine ersehnte Gemeinschaft. Auch wir sind eingeladen, mit den Heiligen in Gottes Freude zu leben. 3 Gottes Liebe im Alltag Die Seligpreisungen zeigen, wie dieses Wachsen aussieht. Jesus nennt die Barmherzigen selig und jene, die Frieden stiften. Und er sagt: „Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden“ (Mt 5,4). Er sieht Menschen gerade dort, wo sie verletzlich sind, und spricht ihnen seine Nähe zu. So kann Heiligkeit mitten im Alltag Gestalt gewinnen: wenn jemand einen einsamen Nachbarn besucht oder nach einem Streit den Mut zur Versöhnung findet. Auch der erschöpfte Mensch, der Hilfe annimmt, darf erfahren, dass Gottes Liebe ihn trägt. Denken wir an ein Kirchenfenster: Wenn Licht hindurchfällt, beginnen seine Farben zu leuchten. So lässt Gottes Gnade in jedem Menschen etwas Eigenes aufscheinen. Auch durch unsere begrenzten Kräfte kann seine Güte einen anderen Menschen erreichen. 4 Gott vollendet das Unfertige An Allerseelen bitten wir: Herr, vergib unseren Verstorbenen ihre Schuld. Heile ihre Wunden und vollende das Gute, das du in ihnen begonnen hast. Die Kirche spricht von Läuterung. Papst Benedikt XVI. erschließt sie als eine Begegnung mit Christus, dessen Liebe uns reinigt und heilt.2 In seinem Licht wird sichtbar, was wir getan und versäumt haben. Das kann schmerzen. Doch wir hoffen auf den Retter, der uns von allem befreit, was der Liebe noch im Wege steht. Deshalb müssen wir unsere Verstorbenen weder idealisieren noch auf ihre Fehler festlegen. Wir dürfen sie mit ihrer ganzen Lebensgeschichte Gottes gerechtem und barmherzigem Urteil übergeben. Wo Versöhnung für uns noch schwer ist, kann ein schlichtes Gebet beginnen: Herr, du kennst uns beide. Hilf uns. 5 Unsere Liebe darf weiterwirken Benedikt XVI. erinnert daran, dass unsere Liebe über die Grenze des Todes hinausreichen kann.3 Wenn wir für einen Verstorbenen beten, vertrauen wir darauf, dass Gott diese Liebe annimmt. Wir dürfen ihm danken für das gemeinsam Erlebte und ihm auch das anvertrauen, was zwischen uns offenblieb. Aus diesem Gebet kann etwas Gutes für heute wachsen. Wer im Gedenken an einen Verstorbenen einen Kranken besucht oder einem bedürftigen Menschen hilft, lässt die empfangene Liebe weiterwirken. So wird Erinnerung fruchtbar. Und unser Gebet schließt auch jene ein, an die niemand mehr denkt. 6 Mit Hoffnung weiterleben Diese Hoffnung schenkt uns Mut, die Menschen zu lieben, die heute an unserer Seite sind. Wir können Freude teilen, ein versöhnendes Wort wagen und dankbar leben. Die Heiligen ermutigen uns dazu. Sie haben erfahren, wohin ein Leben mit Christus führt. Darum dürfen wir in österlicher Hoffnung beten: Kurzpredigt zur Gräbersegnung: In Christus bleiben wir verbunden 1 Raum für unsere Trauer All das hat vor Gott Platz. Auch unsere Fragen und das, was unausgesprochen geblieben ist. Jesus hat am Grab des Lazarus geweint. Er steht uns nahe, wenn wir hier stehen und nach Worten suchen. 2 Ein Zeichen der Osterhoffnung Jesus sagt: „Ich bin die Auferstehung und das Leben“ (Joh 11,25). Ihm vertrauen wir die Menschen an, die wir aus unseren Händen geben mussten. Er kennt ihr ganzes Leben. Er weiß um ihre Liebe, ihre Mühen und ihre Schuld. Wir bitten ihn um Vergebung und um das Leben in seiner Gegenwart. Die Lichter auf den Gräbern lassen diese Hoffnung sichtbar werden. Jede kleine Flamme erinnert uns an Christus, den Auferstandenen. 3 Einander der Liebe Gottes anvertrauen Wenn wir nachher nach Hause gehen, kann uns diese Hoffnung begleiten: Unsere Lieben sind Gottes Barmherzigkeit anvertraut. In Christus dürfen wir auf ein Wiedersehen hoffen. Und bis dahin ist uns Zeit geschenkt, füreinander da zu sein. Herr Jesus Christus, nimm unsere Verstorbenen auf in deinen Frieden. Tröste die Trauernden und halte unsere Hoffnung lebendig. -------------------------------------------
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