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| ![]() „Brot für die Vögel?“ – Können Protestanten zur Hl. Kommunion zugelassen werden?vor 7 Stunden in Kommentar, 5 Lesermeinungen Niederländischer Weihbischof Rob Mutsaerts: „Letztlich läuft alles auf eine einzige Frage hinaus: Was liegt auf dem Altar? Ist es Brot, das auf Christus hinweist? Oder ist es Christus selbst unter der Gestalt von Brot?“ ’s-Hertogenbosch (kath.net/Blog „Paarse pepers“) kath.net dokumentiert den Blogbeitrag von Weihbischof Rob Mutsaerts (Bistum ’s-Hertogenbosch) in voller Länge in eigener Übersetzung: Protestanten sind oft ziemlich frustriert darüber, dass sie in einer katholischen Kirche nicht zur Heiligen Kommunion zugelassen sind. Diese Frustration ist verständlich, beruht jedoch auf einem Missverständnis – und zwar einem ziemlich grundlegenden. Denn die Frage ist nicht, wer am Tisch sitzen darf, sondern was auf den Tisch gelegt wird. Für viele Protestanten ist das Abendmahl in erster Linie eine Gedächtnismahlzeit: ein Gedenken an das Letzte Abendmahl, eine Verkündigung des Todes Christi und ein Erleben der Gemeinschaft der Gläubigen. Die katholische Kirche hingegen betrachtet die Eucharistie nicht als eine Mahlzeit in Form eines Opfers, sondern als ein Opfer in Form einer Mahlzeit. Das mag wie ein feiner Unterschied erscheinen, doch in Wirklichkeit liegen Welten dazwischen. Beim Letzten Abendmahl sagte Jesus nicht: „Dieses Brot symbolisiert meinen Leib.“ Er sagte: „Das ist mein Leib.“ Und in Bezug auf den Kelch sagte Er nicht: „Dieser Wein dient als Erinnerung an mein Blut.“ Er sagte: „Das ist mein Blut.“ Das sind bemerkenswerte Worte für jemanden, der angeblich nichts weiter als eine symbolische Mahlzeit einsetzen wollte. Im sechsten Kapitel des Johannesevangeliums wird die Sache noch deutlicher. Als Jesus erklärt, dass Sein Fleisch wahre Speise und Sein Blut wahrer Trank sei, sorgt das für großes Aufsehen. Seine Zuhörer können das unmöglich akzeptieren – so sehr, dass einige Jünger Ihn sogar verlassen. Man könnte meinen, dies wäre der perfekte Moment gewesen, um das Missverständnis auszuräumen – etwa mit den Worten: „Leute, ihr solltet das nicht so wörtlich nehmen; das ist nur eine Redewendung.“ Doch Jesus tut so etwas nicht; stattdessen fragt Er: „Wollt auch ihr weggehen?“ Offensichtlich stand hier etwas Wesentliches auf dem Spiel. Manchmal wird behauptet, der Glaube an die reale Gegenwart Christi in der Eucharistie sei erst im vierten Jahrhundert entstanden – dass die frühen Christen lediglich eine einfache, brüderliche Mahlzeit teilten und die Kirche erst später eine komplexe Theologie darum herum konstruierte. Ist das wirklich so? Man betrachte Ignatius von Antiochien, der zu Beginn des zweiten Jahrhunderts lebte – nicht lange nach der Zeit der Apostel. Er schrieb, dass bestimmte Häretiker sich der Eucharistie enthielten, weil sie nicht anerkannten, dass es sich dabei um das Fleisch unseres Erlösers, Jesus Christus, handelt. Das ist keine Theologie des vierten Jahrhunderts; das stammt aus der Zeit um das Jahr 110. Oder man denke an Justin den Märtyrer, der um die Mitte des zweiten Jahrhunderts ausdrücklich schrieb, dass Christen die eucharistischen Gaben nicht als gewöhnliches Brot und Getränk empfangen, sondern als Fleisch und Blut des fleischgewordenen Christus. Wer behauptet, der Glaube an die Realpräsenz sei erst Jahrhunderte später entstanden, muss ein bemerkenswert selektives Interesse an den frühen Christen haben. Zwar wurde die Lehre im Laufe der Zeit präziser formuliert – der Begriff der Transsubstantiation etwa erhielt seine theologische Genauigkeit erst viel später –, doch die Kirche hat nicht jahrhundertelang gewöhnliches Brot ausgeteilt, nur um dann plötzlich zu beschließen, dass es Jesus selbst sei. Während sich das theologische Vokabular weiterentwickelte, war der Glaube, den es zum Ausdruck brachte, weitaus älter. Und das führt uns zu einem weiteren bemerkenswerten Unterschied. Nach der katholischen Messe werden die verbleibenden konsekrierten Hostien mit großer Ehrfurcht im Tabernakel aufbewahrt. Warum? Weil Christus nicht aufhört, gegenwärtig zu sein, sobald die Liturgie beendet ist. Die Hostie wird nach Abschluss der Feier nicht wieder zu bloßem Brot. Deshalb knien Katholiken vor dem Tabernakel; deshalb pflegen wir die Anbetung des Allerheiligsten Sakraments. In protestantischen Kirchen, in denen das Abendmahl ausschließlich symbolisch verstanden wird, stellt sich die Situation naturgemäß anders dar. Was nach der Feier übrig bleibt, wird als bloßes Brot betrachtet – weshalb es dort nicht als problematisch angesehen wird, die Reste an Vögel zu verfüttern; ein Vorgehen, das für Katholiken undenkbar wäre. Ironischerweise sind es oft Katholiken, denen ein Mangel an ökumenischem Geist vorgeworfen wird. Häufig heißt es, Protestanten würden Katholiken generell zu ihrem Abendmahl einladen, während Katholiken ihre Türen verschlossen hielten. Doch Gastfreundschaft kann niemals bedeuten, so zu tun, als gäbe es keine grundlegenden Unterschiede. Wenn ein Protestant einen Katholiken zum Abendmahl einlädt, geschieht dies auf der Grundlage seines eigenen Verständnisses dessen, was dort vollzogen wird; Wenn ein Katholik einen Protestanten nicht ohne Weiteres zur Heiligen Kommunion zulässt, so geschieht dies auf der Grundlage seines eigenen Glaubensverständnisses darüber, was dabei eigentlich geschieht. Es steckt jedoch noch mehr dahinter. Nach katholischer Lehre ist die Eucharistie nicht bloß eine persönliche Begegnung mit Christus; sie ist zugleich das Sakrament der Einheit der Kirche. Wer die Kommunion empfängt, sagt nicht nur „Amen“ zu Christus, sondern auch zum Glauben der Kirche, die diese Eucharistie feiert. Es ist schwierig, eine Einheit, die in wesentlichen Glaubensfragen noch nicht besteht, sakramental zum Ausdruck zu bringen. Auch wenn die katholische Kirche unter bestimmten Umständen Ausnahmen zulässt, ändert dies nichts am Grundprinzip. Die Kommunion ist kein Mittel, um bestehende Glaubensunterschiede einfach beiseitezuschieben. Sie ist der höchste Ausdruck einer Einheit im Glauben, die bereits tatsächlich vorhanden sein muss. Dies ist kein Mangel an Liebe, sondern eine Frage der Wahrheit. Es gibt noch einen weiteren Grund, warum die katholische Kirche diese Angelegenheit nicht auf die leichte Schulter nehmen kann. Die Heilige Messe ist nicht bloß ein Gedenken an Golgatha. Das eine Opfer Christi am Kreuz wird in ihr auf sakramentale Weise gegenwärtig gemacht. Jesus wird nicht erneut gekreuzigt; sein Opfer wird nicht wiederholt. Es ist dasselbe Opfer, derselbe Hohepriester, dasselbe Lamm Gottes – gegenwärtig gemacht, jedoch auf unblutige Weise. Dies ist das Herzstück des katholischen Gottesdienstes. Auf Golgatha hat sich Christus dem Vater für das Heil der Welt dargebracht. In der Eucharistie wird eben diese Selbsthingabe sakramental gegenwärtig. Zudem empfangen wir denjenigen, der sich für uns geopfert hat, als Speise für unsere Seelen. Zuerst das Opfer, dann das Mahl – oder genauer gesagt: Das Mahl ist eine sakramentale Teilhabe am Opfer. Die Heilige Messe ist nicht einfach eine religiöse Zusammenkunft, die mit etwas Brot und Wein als angenehmem, stimmungsvollem Abschluss endet. Die Messe ist Golgatha, das unter uns sakramental gegenwärtig ist. Deshalb ist der Mittelpunkt einer katholischen Kirche nicht bloß ein Esstisch, sondern ein Altar – und deshalb blicken der Priester und die Gläubigen idealerweise in dieselbe Richtung. Die Lösung für die Spaltung zwischen Katholiken und Protestanten besteht nicht darin, dass wir einander überallhin einladen und dabei unsere Unterschiede freundlich unter den Teppich kehren. Das ist keine Ökumene; Das ist theologische Gleichgültigkeit, verkleidet als freundliche Geste. Wahre Einheit wird nicht dadurch erreicht, dass man die Wahrheit beiseitelegt, sondern dadurch, dass man sie gemeinsam sucht. Die katholische Kirche verweigert die Kommunion nicht deshalb, weil sie ihren protestantischen Brüdern und Schwestern den Zugang zu Christus missgönnt – ganz im Gegenteil. Sie nimmt Christus so ernst, dass sie nicht so tun kann, als seien seine reale Gegenwart, sein Opfer und seine Kirche lediglich nebensächliche Dinge. Letztlich läuft alles auf eine einzige Frage hinaus: Was liegt auf dem Altar? Ist es Brot, das auf Christus hinweist? Oder ist es Christus selbst unter der Gestalt von Brot? Trifft Ersteres zu, dann ist eine „offene Tischgemeinschaft“ gewiss ein diskussionswürdiges Thema. Trifft jedoch Letzteres zu, ändert sich alles. In diesem Fall sprechen wir nicht mehr von Gastfreundschaft, sondern von Anbetung. Der Tabernakel ist kein Brotkasten – und die konsekrierte Hostie ist gewiss kein Vogelfutter. +Rob Mutsaerts 20. Oktober 2026 Weitere kath.net-Artikel über Weihbischof Mutaerts: siehe Link. Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal! ![]() Lesermeinungen
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