
Regensburger Bischof Voderholzer: „Jungen Menschen zuhören und Perspektiven aufzeigen“vor 9 Stunden in Aktuelles, 1 Lesermeinung Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden
Bischof Rudolf feiert das Hochfest des Bistumspatrons Wolfgang zusammen mit zahlreichen Gläubigen
Regensburg (kath.net/pbm) „Am Vorabend des Allerheiligenfestes sind wir am Grab des hl. Bischof Wolfgang versammelt, um zu ihm als Vorbild in Glaube, Hoffnung und Liebe aufzuschauen“. Mit diesen Worten grüßte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer am Samstagabend in der vollbesetzten Basilika St. Emmeram die Gläubigen, die zur Feier des Hochfestes des Bistumspatrons gekommen waren.
Mit Bischof Rudolf feierte Weihbischof Dr. Josef Graf, Dompropst Dr. Franz Frühmorgen, sowie von der Dompfarreiengemeinschaft Stadtpfarrer Roman Gerl und Pfarrvikar Florent Mukalay Mukuba die Festmesse. Der Chor der Basilika St. Emmeram unter Leitung von Matthias Schlier und mit Dr. Johannes Buhl an der Orgel gab mit dem doppelchörigen Ordinarium von Felix Mendelssohn-Bartholdy der Festmesse auch kirchenmusikalisch die besondere Note.
Ängste machen sich breit
Zu Beginn seiner Predigt richtete Bischof Rudolf den Blick auf den 31. Oktober 2026, der „von der Politik und von den für die öffentliche Sicherheit zuständigen Behörden mit spannungsvoller Sorge erwartet“ wurde. Zum Zeitpunkt der Festmesse war noch nicht absehbar, ob diese Sorge gerechtfertigt war. Nicht nur bei den Schülerprotesten in Frankreich, die große Mängel im Bildungssystem zum Anlass hatten, sondern auch bei uns plagten junge Menschen Zukunftsängste bzgl. Klimawandel, Wiedereinführung der Wehrpflicht oder die Sorge, in manchen Berufsfeldern durch die Künstliche Intelligenz ersetzt zu werden. 
„Was würde uns Wolfgang heute sagen?“
Der hl. Wolfgang, so Bischof Rudolf, sei nicht nur Mönch, Priester und Bischof gewesen, sondern auch ein begnadeter Lehrer und Pädagoge, mit einem guten Draht zu jungen Menschen, ein mitreißendes Vorbild. Dreierlei könnte er uns heute sagen: Zum ersten, dass es wichtig sei, die Sorgen junger Menschen ernst zu nehmen, ihnen zuzuhören und Perspektiven aufzuzeigen. Zum zweiten würde der Gründer von Domschule und Domchor uns den Bildungsauftrag der Kirche verstärkt ans Herz legen. Er wäre sicher stolz, wenn er all das sehen würde, was in seinem Bistum in Sachen Bildung von Schulstiftung, Katholischer Jugendfürsorge und Caritas auf den Weg gebracht wurde und wird. „KI macht eine gute humanistische Bildung nicht überflüssig, sondern im Gegenteil immer notwendiger“. Ein drittes und letztes wäre: Als Erzieher der vier Kinder des bayerischen Herzogspaares Heinrich und Gisela, habe er diese, Kaiser Heinrich, Königin Gisela sowie Bischof Bruno und Äbtissin Brigida zur Heiligkeit geführt. Denn neben Wissen, Kunst und Sprachen sei das höchste Bildungsziel, die Heiligkeit, zu der alle getauften und gefirmten Christen, wie es das Zweite Vatikanische Konzil wieder neu unterstrich, berufen seien. Man solle sich nicht äußerlich verkleiden, wie an Halloween vielerorts üblich, sondern innerlich verwandeln lassen.
Vom Meister des Sterbens lernen
Traditionsgemäß schloss sich dem Pontifikalamt am Hochfest des Bistumspatrons eine Prozession des Bischofs mit den Konzelebranten und dem Liturgischen Dienst in die Wolfgangskrypta an. Ihm folgten die Vertreter des Dom- und der Stiftskapitel, des Ordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem, „Komturei St. Wolfgang“, die Familiaren des Deutschen Ordens „Komturei an der Donau“ und das Priesterseminar St. Wolfgang, das heute sein Patronatsfest feierte. Vor dem Schrein des Heiligen unter dem Altartisch trug dann ein Familiare die „Letzten Worte des hl. Wolfgang“ vor: „Öffnet die Türen und lasst alle herein, die mich sterben sehen wollen. (...) Sterben ist keine Schande, Schande bringt nur ein schlechtes Leben. Es mag jeder in meinem Tod schauen, was er in seinem Eigenen zu erwarten und zu befürchten hat.“ Danach wurde Bischof Wolfgang von Bischof Rudolf als „Mann des Gebetes und der Betrachtung“, „Freund der Slawischen Völker und Missionar des Ostens“ angerufen, sowie als „Schutzpatron vor plötzlichem Tod“.
Text und Fotos: © Carl Prämassing
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Lesermeinungen| | ipkom vor 4 Stunden | | | | in meiner Jugend haben wir mehr zugehört, als geredet.
Deshalb wissen wir, was heute richtig und was falsch ist - vor allem in der Kirche. |  0
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