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Japans älteste Kirche neu im UNESCO-Weltkulturerbe

7. Juli 2018 in Chronik, 2 Lesermeinungen
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Insgesamt zwölf neue christliche Stätten auf Welterbe-Liste erinnern an Zeit der Christenverfolgung in Japan - Freude bei neu ernanntem Kardinal Maeda, der selbst ein Nachkomme "versteckter Christen" ist


Rom-Tokio (kath.net/KAP) Zwölf christliche Stätten in Nagasaki und in der Region von Amakusa in Japan gehören seit Monatsbeginn neu zum Weltkulturerbe. Das hat die Weltkulturorganisation UNESCO bei ihrer jüngsten Tagung in Bahrain beschlossen, wie das vatikanische Portal "Vatican News" und die asiatische Nachrichtenagentur "AsiaNews" berichten. Demnach handelt es sich um Orte, die für die Christenverfolgung während der sogenannten "Edo-Zeit" zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert stehen. Neu auf der Liste des Weltkulturerbes findet sich etwa die katholische Oura-Kathedrale von Nagasaki, die älteste Kirche Japans. Sie wurde 1863 von zwei französischen Missionaren zur Erinnerung an 26 Märtyrer errichtet, neun europäischen Priestern und 17 japanischen Katholiken, die 1597 in der Stadt gekreuzigt wurden.

Berühmt wurde die Oura-Kathedrale für ein Ereignis, das Papst Pius IX. (1846-1878) als "Wunder" bezeichnete: Nach der Einweihung der Kirche kam eine Gruppe von Menschen aus dem nahen Dorf Urakami und bat darum in die Kathedrale gehen zu dürfen, um "Maria zu begrüßen". Dabei handelte es sich um die Nachfahren der ersten japanischen Christen, die während der "Edo-Zeit" gezwungen waren, ihren christliche Glauben geheim zu halten. Ihnen folgten Zehntausende dieser sogenannten "versteckten Christen", die sich nun öffentlich zum Christentum bekannten.


Ebenfalls in die Weltkulturliste aufgenommen wurden die Überreste der Burg von Hara. An dem Ort fand 1637 ein Christenaufstand statt, der ihre Verfolgung während der Edo-Periode (1603-1868) noch verschärfte. Die Unterdrückung des Christentums in der Edo-Zeit beendete ab dem 17. Jahrhundert die zuvor durchaus erfolgreichen Missionierungsbemühungen der katholischen Kirche in Japan.

Von den dramatischen Ereignissen rund um die Jesuitenmission im kulturell abgeschotteten Japan der damaligen Zeit handelt auch der auf einem Roman des christlichen japanischen Schriftstellers Shusaku Endo basierende Film "Silence", mit dem US-Starregisseur Martin Scorsese im vergangenen Jahr für Aufsehen sorgte.

Japans neuer Kardinal erfreut

Große Freude löste die Entscheidung des UNESCO-Komitees bei Japans katholischen Kirchenvertretern aus. Der erst in der vergangenen Woche vom Papst zum Kardinal erhobene Erzbischof von Osaka, Thomas Aquino Manyo Maeda, der selbst ein Nachkomme "versteckter Christen" ist, sagte der "Japan Times", diese Anerkennung ermögliche es den Menschen, die Geschichte des Christentums in Japan zu entdecken.

Ähnlich äußerte sich der Erzbischof von Nagasaki, Joseph Mitsuaki Takami. Über 250 Jahre hinweg sei das Christentum in Japan verfolgt worden. "Jetzt ist es in seiner Geschichte anerkannt, und viele Japaner beginnen sich für das Christentum zu interessieren", sagte der Erzbischof. Die Tatsache sehe man auch als Chance, die Menschen, die diese Orte besuchen werden, zu missionieren, heißt es weiter.

Die traditionell stärksten Religionen in Japan sind der Shintoismus und der Buddhismus. Etwa ein Prozent der japanischen Bevölkerung, rund eine Million Menschen, bekennt sich zum Christentum. Gut die Hälfte von ihnen gehört der römisch-katholischen Kirche an.

Copyright 2018 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten
Bild oben: Japanische Mariendarstellung


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