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Nigeria: „Boko Haram wird uns niemals unseren Glauben nehmen“

10. Jänner 2021 in Weltkirche, 2 Lesermeinungen
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Bischof äußert sich nach Weihnachts-Attacken


München-Wien (kath.net/KIN) Trotz der jüngsten gewalttätigen Übergriffe auf christliche Gemeinden in Nigeria an Weihnachten sieht Bischof Oliver Dashe Doeme aus Maiduguri die islamistische Gewalt zum Scheitern verurteilt. „Boko Haram wird uns niemals unseren Glauben nehmen. Vergangenes Jahr hatten wir in meiner Diözese mehr Katholiken als vor Beginn der islamistischen Anschläge. Über 200 Kirchen wurden niedergebrannt, ebenso einige kirchliche Schulen. Aber wir werden nicht untergehen“, erklärte Dashe Doeme im Gespräch mit dem weltweiten päpstlichen Hilfswerk „Kirche in Not“.

Trotz Terror wachsen die christlichen Gemeinden

Wie internationale Medien berichteten, wurde das Dorf Pemi im Nordosten Nigerias, das zum Bundestaat Borno gehört, am Heiligabend von bewaffneten Angreifern überfallen. Dabei wurden mindestens elf Personen getötet und das Gotteshaus der evangelikalen „Church of Brethren“ niedergebrannt. Wenig später traf es dann die Gemeinde in Garkida im benachbarten Bundesstaat Adamawa. Auch dort wurden lokalen Sicherheitsbehörden zufolge acht Menschen getötet. Pemi liegt unweit des Ortes Chibok, wo 2014 über 270 mehrheitlich christliche Schülerinnen entführt worden waren.


Er lasse sich von den jüngsten Überfällen nicht entmutigen, erklärte Bischof Dashe Doeme gegenüber „Kirche in Not“. Er stelle vielmehr eine Gegenbewegung fest: „Unser Glaube wird immer stärker und stärker. In einer Gemeinde in meinem Bistum Maiduguri wurden an Heiligabend 100 Menschen getauft. So lange das Reich Gottes besteht, werden es keine bösen menschlichen Gewalten überwinden. Gott wird Boko Haram zu seiner Zeit zerschlagen.“

Rund 12 000 Christen seit 2015 getötet

Nach Angaben der nigerianischen Organisation „International Society for Civil Liberties an the Rule of Law“ wurden seit Juni 2015 an die 12 000 Christen in Nigeria getötet. Auch an Weihnachten wurden bereits in der Vergangenheit wiederholt Christen ermordet: 2019 enthaupteten Angehörige der Terrorgruppe ISWAP (Islamic State West African Province, Islamischer Staat von Westafrika) am ersten Weihnachtstag zehn Christen. Auf das Konto von Boko Haram ging ein Überfall auf ein überwiegend von Christen bewohntes Dorf mit sieben Todesopfern am selben Tag.

„Die Angriffe sollen die Gemeinden verängstigen“, erklärte Dashe Doeme. Die Schwierigkeiten der nigerianischen Regierung, die islamistischen Einheiten zu bekämpfen, führt der Bischof auch auf Indiskretionen in den Sicherheitsbehörden zurück: „Es gibt Saboteure, die Informationen an Boko Haram weitergeben.“ Dashe Doeme dankte für alle Unterstützung in dieser schweren Zeit: „Unsere größte Unterstützung kommt von ,Kirche in Not’. Ohne das Hilfswerk würde meine Diözese zusammenbrechen. Wir werden weiterhin für die Wohltäter beten und sie in Ehren halten.“

Foto: Bischof Oliver Dashe Doeme (Mitte) verteilt Hilfsgüter in einem Vertriebenenlager. © Kirche in Not


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