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Frühere finnische Innenministerin Räsänen muss wegen Bibel-Zitat erneut vor Gericht

4. September 2025 in Chronik, 11 Lesermeinungen
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Päivi Räsänen hat 2009 die Teilnahme der Evangelisch-Lutherischen Kirche Finnlands an einer Homosexuellen-Parade mit einem Bibelwort kritisch kommentiert. Mit ihr ist der evangelisch-lutherische Bischof Juhana Pohjola angeklagt.


Helsinki (kath.net/jg)
Die frühere finnische Innenministerin Päivi Räsänen und der evangelisch-lutherische Bischof Juhana Pohjola müssen erneut vor Gericht. Der Oberste Gerichtshof Finnlands hat für den 30. Oktober eine mündliche Anhörung angesetzt. Dies teilte die Alliance Defending Freedom (ADF) mit. Die Organisation unterstützt die Räsänen und Pohjola juristisch.

Die beiden sind im März 2022 und im November 2023 bereits freigesprochen worden. Die Staatsanwaltschaft legte jedoch Berufung ein. Jetzt liegt der Fall vor dem Obersten Gerichtshof.


Räsänen wird „Aufstachelung gegen eine Minderheit“ vorgeworfen. Die christdemokratische Politikerin hat sich auf Twitter (heute X) und auf Facebook im Jahr 2019 mit einem Zitat aus der Bibel kritisch über die Teilnahme der Evangelisch-Lutherischen Kirche an einer Homosexuellen-Parade geäußert. Im Dezember 2019 verteidigte sie ihre Ansicht in einer Diskussionsrunde im Radio. Die Staatsanwaltschaft hält Räsänen auch die Veröffentlichung einer Broschüre vor, in welcher praktizierte Homosexualität aus biblischer Sicht als Sünde bezeichnet wird.

Bischof Pohjola ist angeklagt, weil er Räsänens Broschüre auf der Internetseite seiner Kirche veröffentlicht hat.

Die Staatsanwaltschaft hatte sich für die Anklage im Jahr 2021 auf einen Abschnitt im finnischen Strafgesetzbuch bezogen, der auch „Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ umfasst. Sie fordert eine hohe Geldstrafe.

Paul Coleman, der Geschäftsführer von ADF International, sagte, es sei „schockierend“, dass Räsänen trotz zweier Freisprüche erneut vor Gericht müsse. Ihr Fall zeige, dass ungenau formulierte Gesetzestexte zu Hassrede und ideologisch motivierten Strafverfahren führen könnten.

Räsänen sagte, sie hoffe, ihre Verfahren werde ein Präzedenzfall für die Meinungsfreiheit in Finnland sein. Es könne nicht strafbar sein, ein Bibelwort zu zitieren oder sich aus christlicher Perspektive am öffentlichen Diskurs zu beteiligen.

 

Foto: Archivbild Päivi Räsänen

 


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