Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vorstoß im Bundestag: AfD fordert Ende der Staatsleistungen für Kirchen
  2. BILD spricht von Kurswechsel in Berlin: Papst Leo XIV. schickt „Dompteur“ für deutsche Bischöfe
  3. US-Vizepräsident JD Vance legt Papst Leo XIV. nahe, sich aus der US-Politik herauszuhalten
  4. Kard. Müller: „Niemand hat das Recht den Papst zu kritisieren, wenn er treu seinem Auftrag folgt“
  5. George Weigel an Kardinal Hollerich: Hat die Kirche Christus zweitausend Jahre lang missverstanden?
  6. Phil Lawler: Die Kontroverse zwischen Trump und Papst Leo ging von Washington aus
  7. Schwedischer Kirchenhistoriker: Viele junge Menschen wollen katholisch werden, besonders Männer
  8. Setzt euer Vertrauen nicht in Prinzen!
  9. Trump gegen Papst Leo: Wenn Weltpolitik auf das „Heilige“ trifft
  10. Marsch für das Leben München – Unterstützung von Bischof Barron, Schweigen von Marx und Wilmer
  11. Viel Lärm um nichts?
  12. Kardinal Koch betont den zutiefst christozentrischen Charakter des Pontifikats von Papst Leo XIV.
  13. Papst Leo gegen Präsident Trump – Was steckt dahinter?
  14. "Derselbe Polarstern"
  15. Nach Extremerfahrung des Mondflugs: Artemis-Kommandant Wiseman fragte nach christlichem Seelsorger

Die (w)irren Begründungen der Diözese Linz bei dutzenden Pfarrauflösungen

29. November 2025 in Kommentar, 13 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Warum ich heute Einspruch gegen eine Pfarrauflösung einlege und was ein "synodaler Umgang" in der Diözese Linz in der Praxis heißt + Eine glatte Fake-News der Diözese: "Nach Anhörung der unmittelbar Beteiligten" - Ein Kommentar von Roland Noé


Linz (kath.net/rn)
In diesen Tagen werden erneut in einem Dekret der Diözese Linz einfach so dutzende Pfarren aufgelöst. Bei ähnlichen Vorgängen in den letzten Monaten gab es von Gläubigen schon dutzendfach Einsprüche in Rom. Da jetzt auch meine sehr gut besuchte Heimatpfarre davon betroffen ist, hab ich mir einmal die inhaltliche Begründung genau angesehen und bin dort auf eine erstaunliche Argumentation gestossen. So wurden über den von Gläubigen beliebten Pfarrer, der schon seit vielen Jahren in der Pfarre tätig ist und dort auch nicht wegmöchte, einfach so die Behauptung in den Raum gestellt, dass er von seinem Diözesanbischof in seine Heimatdiözese zurückbeordert oder von seiner Gemeinschaft in eine andere Diözese der Weltkirche entsandt wird. Dass die Gemeinschaft weder das eine plant und auch sein Heimatbischof dies nicht vorhaben dürfte, wird einfach ignoriert. 

Dann behauptet die Diözese Linz in dem Dekret, dass "nach Anhörung der unmittelbar Beteiligten“. Wie bitte? Kein einziges Pfarrmitglied wurde befragt, die Wünsche des Pfarrers wurden nicht einmal ignoriert. Soviel zum Geschwätz von mehr "synodalen Umgang" in der Kirche.


In dem Dekret heißt es dann weiters, dass angeblich in den zurückliegenden zwanzig Jahren immer deutlicher geworden sei, dass die gegenwärtigen Pfarrstrukturen immer weniger in der Lage sei, den "Dienst an der missionarischen Sendung" der Kirche im Gebiet X. sicherzustellen und dauerhaft zu ermöglichen. "Die berechtigte Erwartung der Gläubigen, dass in der eigenen Pfarre weiterhin alles geleistet wird, was nach can. 528 und can. 529 CIC Inhalt einer umfassenden pfarrlichen Seelsorge sein sollte, kann in den vielen relativ kleinen Pfarren aufgrund der angespannten Personalsituation nicht mehr ausreichend erfüllt werden.“ 

Auch hier nimmt man es mit den Fakten nicht sehr genau. Meine Pfarre ist definitiv keine (!) kleine Pfarre sondern gehört zu dem größten in der Diözese Linz. In der Pfarre wird seit Jahren in unfassbar beeindruckender Weise die Seelsorge erfüllt. An Sonntagen gibt es fünf Heilige Messen, die Pfarre ist auch Heimat der polnischen, kroatischen und afrikanischen Gemeinde. Auch unter der Woche gibt es täglich Hl. Messen und Beichtangebote. An Familiensonntag treffen sich viele Familien und tauschen sich aus. Es gibt dutzende (!) Jugendgruppen. Die Pfarre bietet inbesonders auch nach der Firmung in Jugendgruppen bis 18 Jahre eine Begleitung an, um Jesus auch weiterhin kennenzulernen. Was für eine Gnade für die Jugendlichen, die eben dann nicht - wie in vielen anderen Pfarren - alleine gelassen werden.  Dazu kommen monatliche Anbetungstage und vieles mehr. Will die Diözese Linz das zerstören?

Dann wird von der Diözese der angebliche Rückgang des Pfarrlebens mit Zahlen von 1974 (!) , einem Hochjahr der katholischen Kirche in Österreich, und dem Jetzt verglichen. Dies dient als Begründung, um Pfarren zu schließen. Zugegeben, es gibt Pfarren, wo wirklich ein maues Pfarrleben ist - meine Heimtpfarre und auch einige andere sind es aber definitiv nicht. In der Pfarre ist mehr Glaubensleben als im Linzer Dom, der Kirche des Bischofs. Wann wird dieser zugesperrt? Übrigens, mit einer ähnlichen Begründung wie der aus dem Linzer Bischofshof könnte man übrigens die gesamte Diözese Linz auch in einigen Jahre zusperren und an die Erzdiözese Wien oder an das Bistum Passau angliedern, vielleicht eine Zukunftsidee?

Es versteht sich von selbst, dass wir heute als gesamte Familie Einspruch mit einem eingeschriebenen Brief beim Bischof eingelegt haben und hoffen, dass viele andere das bei ihren Pfarren auch machen werden. 

P.S. Wichtig: Man hat dazu nur ganz wenige Tage Zeit, daher dies am besten spätestens am Wochenende einreichen!

Das DEKRET: https://www.dioezese-linz.at/dl/nnMLJKJknnmmkJqx4NJK/DBL-171-7_November_2025_pdf

Hintergrund-INFOS: Wie kann man sich gegen eine Pfarrauflösung zur Wehr setzen? https://kath.net/news/81598

KONTAKT: Bischof Dr. Manfred Scheuer, Herrenstrasse 19, 4021 Linz, Telefon: 0732/772676-1121 sekretariat.bischof@dioezese-linz.at


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Eine Frage hätte ich da noch

  1. So nicht, Mr. Präsident!
  2. "Welcher Teufel reitet Sie, Frau Paganini?"
  3. Gleichgültigkeit und Dekadenz – Die größte Hoffnung für iranische und russische Diktatoren
  4. "Alle Iraner feiern. Die schlimmsten Menschen der Welt weinen"
  5. Die Stunde der Heuchler
  6. Viel Bla-Bla zum Neuen Jahr!
  7. "Was kümmert es den Mond, wenn ihn der Hund anbellt"
  8. Chrupalla ODER wie moralisch verkommen kann man eigentlich in der Politik noch agieren?
  9. "Die Macht der Dummheit"
  10. Wenn der Münchner Erzbischof das unselige "Wir schaffen das" von Angela Merkel verteidigt...







Top-15

meist-gelesen

  1. Kard. Müller: „Niemand hat das Recht den Papst zu kritisieren, wenn er treu seinem Auftrag folgt“
  2. BILD spricht von Kurswechsel in Berlin: Papst Leo XIV. schickt „Dompteur“ für deutsche Bischöfe
  3. Sängerin Nina Hagen bereut ihre Abtreibungen
  4. US-Vizepräsident JD Vance legt Papst Leo XIV. nahe, sich aus der US-Politik herauszuhalten
  5. "Derselbe Polarstern"
  6. Der unerklärte Formatwechsel beim Konsistorium der Kardinäle im Januar
  7. Phil Lawler: Die Kontroverse zwischen Trump und Papst Leo ging von Washington aus
  8. Vorstoß im Bundestag: AfD fordert Ende der Staatsleistungen für Kirchen
  9. Papst Leo gegen Präsident Trump – Was steckt dahinter?
  10. Nach Extremerfahrung des Mondflugs: Artemis-Kommandant Wiseman fragte nach christlichem Seelsorger
  11. Marsch für das Leben München – Unterstützung von Bischof Barron, Schweigen von Marx und Wilmer
  12. Schwedischer Kirchenhistoriker: Viele junge Menschen wollen katholisch werden, besonders Männer
  13. George Weigel an Kardinal Hollerich: Hat die Kirche Christus zweitausend Jahre lang missverstanden?
  14. Kardinal Fernández: Es laufen keine dezidierten päpstlichen Großaufträge am Glaubensdikasterium
  15. Setzt euer Vertrauen nicht in Prinzen!

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz