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Meinungsfreiheit in Gefahr

16. Dezember 2025 in Kommentar, 8 Lesermeinungen
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"84 Prozent der von uns Befragten glaubt, dass es Personen gibt, die ihre Meinung nicht äußern, weil sie Angst vor Konsequenzen haben. Nur jeder Elfte (9 Prozent) glaubt das nicht." Gastkommentar von Hermann Binkert/INSA


Erfurt (kath.net/INSA) 84 Prozent der von uns Befragten glaubt, dass es Personen gibt, die ihre Meinung nicht äußern, weil sie Angst vor Konsequenzen haben. Nur jeder Elfte (9 Prozent) glaubt das nicht. Die Zustimmung zu dieser Frage, die ja auch ein gutes Stück weit zeigt, wie es aus Sicht vieler um die Meinungsfreiheit steht, ist unabhängig von den soziodemografischen Merkmalen sehr hoch. Und selbst im Vergleich der Parteianhänger gibt es überall deutliche Mehrheiten: Zwischen 77 Prozent bei Wählern von Bündnis90/Die Grünen bis zu 92 Prozent bei Wählern der AfD.

Wenn man die Frage nun direkt stellt, sagt immerhin noch eine deutliche Mehrheit von 54 Prozent, dass sie selbst schon einmal ein Erlebnis hatten, in welchem sie das Gefühlt hatten ihre Meinung nicht frei äußern zu können. Zuletzt hatten wir die Frage vor acht Monaten gestellt. Seither ist die Zahl derer, die glauben, manche äußerten ihre Meinung aus Angst vor Konsequenzen nicht, um sechs Prozentpunkte gestiegen. Auffallend ist weiter der Unterschied zwischen den Altersgruppen. Zwei Drittel der unter 30-Jährigen sagen, dass sie das Gefühl hatten, ihre Meinung nicht frei äußern zu können. Unter den über 70-Jährigen sagen das nur 38 Prozent. Dies ist die einzige Altersgruppe, die die Frage mehrheitlich (54 Prozent) verneint. Mehr Ost- (59 Prozent) als West-Deutsche (53 Prozent) hatten schon einmal ein solches Erlebnis. Unter den Anhängerschaften der Parteien, sind es vor allem Wähler der AfD (76 Prozent), des BSW (69 Prozent) und der Linkspartei (65 Prozent), die das Gefühlt hatten, ihre Meinung nicht frei äußern zu können. Wähler der SPD (42 Prozent ja zu 50 Prozent nein) und der Grünen (41 Prozent ja zu 47 Prozent nein) sehen das mehrheitlich anders. Wähler der CDU/CSU (47 Prozent ja zu 47 Prozent nein) und der FDP (45 Prozent ja zu 44 Prozent nein) sind gespalten.


Das Thema Meinungsfreiheit hat das Potential, ebenso prägend zu werden, wie die Migration ab dem Jahr 2015 und Corona ab dem Jahr 2020. Politik sowie Medien und die Gesellschaft insgesamt sollten das ernst nehmen. Nur mit einer guten Streitkultur und der Akzeptanz einer breiten Meinungsvielfalt wird sich die Bevölkerungsmehrheit davon überzeugen lassen, dass die Meinungsfreiheit in unserem Land uneingeschränkt gilt und auch sie ein überzeugender Grund dafür ist, sich für dieses Land einzusetzen und es zu verteidigen.

kath.net-Buchtipp:
Hermann Binkert
Wie Deutschland tickt
Ein Meinungsforscher packt aus
Taschenbuch, 256 Seiten
2025 Fontis Media
ISBN: 978-3-03848-288-8
Preis Österreich: 25,70 Euro
Preis Deutschland: 24,90 Euro

Zum Autor: Der studierte Jurist Hermann Binkert arbeitete 18 Jahre im öffentlichen Dienst, zuletzt als Staatssekretär der Thüringer Staatskanzlei und als Bevollmächtigter Thüringens beim Bund. Am 26. November 2009 gründete Hermann Binkert INSA. Er ist Geschäftsführer der INSA-CONSULERE GmbH, der gemeinnützigen INSA-Stiftung gGmbH und der INSA-Austria GmbH.

Foto oben: Symbolbild (c) pixabay


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Lesermeinungen

 Steve Acker 22. Dezember 2025 
 

Wer eine nicht genehme Meinung hat

muss zb. mit einer Hausdurchsuchung rechnen.
Wie zb. Prof Bolz, der wegen eines ironischen Posts auf X , ein Jahr danach eine Hausdurchsuchung bekam.

Solche Dinge haben überhaupt ncihts mit harschem Widerspruch zu tun, wie Politiker oder Medienleute oft behaupten.

Wenn man mit Repressalien rechnen muss, für eine "falsche" Meinung, dann ist keine Meinungsfreiheit gegeben.
Es wäre Aufgabe des Staates etwas dagegen zu tun. Der Staate fördert das ,zb.über Denunziationsportale wie Hessen gg Hetze


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