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| ![]() „Garant der Einheit in der Liebe ist der Hirte der Universalkirche, derzeit der Hl. Vater Leo XIV.“vor 12 Stunden in Deutschland, 1 Lesermeinung Nuntius Eterović mahnt DBK: Auch „der gute Wille zur Durchführung von Kirchenreformen und selbst der Gebrauch von an sich gültigen Formeln“ könne „mitunter zu Spaltung und sogar Schisma führen .... Um solche tragischen Folgen zu vermeiden…“ Würzburg (kath.net/DBK/Apostolische Nuntiatur) kath.net dokumentiert das Grußwort Seiner Exzellenz, des Apostolischen Nuntius Erzbischof Dr. Nikola Eterović, zur Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz, in Würzburg am 23. Februar 2026 in voller Länge: „Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse, dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt ist mein Erkennen Stückwerk, dann aber werde ich durch und durch erkennen, so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin. Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Liebe“ (1 Kor 13,12-13). Eminenzen, Exzellenzen, liebe Mitbrüder im bischöflichen Dienst! Das bekannte Zitat aus dem Hohelied der Liebe im ersten Brief des heiligen Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth, prägt das Leben jedes Christen zutiefst. Vom Heiligen Geist inspiriert und mit besonderer lyrischer Kraft verfasste der Völkerapostel diesen eindringlichen Liebeshymnus. Letztlich ist er ein Lobgesang auf Gott selbst, denn „Gott ist Liebe“ (1 Joh 4,8.16). Mit eben diesen johanneischen Worten begann die erste Enzyklika von Papst Benedikt XVI., die er vor gut 20 Jahren unterzeichnete1. Tatsächlich könnten wir die folgenden Beschreibungen in hervorragender Weise auf die Liebe Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes anwenden: „Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig. Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf. Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil, lässt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach. Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit. Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand“ (1 Kor 13,4-7). Nachdem der heilige Paulus den Vergleich zwischen den Charismen und der Nächstenliebe aufgezeigt hatte, beschrieb er die besonderen Aspekte wahrer Nächstenliebe, die ihn zu seiner eschatologischen Vision führten. Die drei theologischen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe leiten das gesamte menschliche Dasein (vgl. 1 Thess 1,3). Sie ermöglichen „den menschlichen Fähigkeiten die Teilnahme an der göttlichen Natur. Denn die göttlichen Tugenden beziehen sich unmittelbar auf Gott. Sie befähigen die Christen, in Verbindung mit der heiligsten Dreifaltigkeit zu leben. Sie haben den einen, dreieinigen Gott zum Ursprung, zum Beweggrund und zum Gegenstand“ 2 . Alle drei Tugenden sind wichtig, doch die Liebe ist die bedeutendste, denn Glaube und Hoffnung sind in ihr verwurzelt. Die Liebe währt ewig und nimmt die Gemeinschaft mit dem einen und dreieinigen Gott vorweg: „Die Liebe hört niemals auf“ (1 Kor 13,8). Bei diesem Wort an Sie, verehrte Brüder im Bischofsamt, ist es weder meine Absicht noch der richtige Zeitpunkt, die Tugend der Nächstenliebe umfassend darzustellen. Der Katechismus der Katholischen Kirche hat dies bereits auf sehr gute Weise getan 3 . Stattdessen möchte ich zu diesem Thema einige Aspekte aus dem ersten Apostolischen Schreibens des Heiligen Vaters Leo XIV., Dilexi te - Über die Liebe zu den Armen, hervorheben4. Dilexi te Die Apostolische Exhortation Dilexi te entstand aus einer gemeinsamen Anstrengung: Der Heilige Vater Leo XIV. wollte das Werk seines Vorgängers Papst Franziskus vollenden, der in der Enzyklika Dilexit nos das Thema der göttlichen und menschlichen Liebe des Herzens Christi vertieft hatte5. Der Titel des Apostolischen Schreibens von Papst Leo XIV. ist der Liebeserklärung in der Offenbarung des Johannes entnommen: „Dilexi te“ – „Ich habe dich geliebt“ (Offb 3,9), was „der Herr zu einer christlichen Gemeinde (sagt), die im Gegensatz zu anderen keine Bedeutung oder Ressourcen hatte und Gewalt und Verachtung ausgesetzt war“6. Das Bibelzitat verdeutlicht die Absicht des Papstes, der in der Tradition seines Vorgängers „über die Sorge der Kirche für die Armen und mit den Armen“7 nachdenken wollte. Papst Leo XIV. erklärte dazu: „Da ich dieses Projekt gewissermaßen als Erbe erhalten habe, freue ich mich, es mir – unter Hinzufügung einiger Überlegungen – zu eigen zu machen und es noch in der Anfangsphase meines Pontifikats vorzulegen. Ich teile den Wunsch meines verehrten Vorgängers, dass alle Christen den tiefen Zusammenhang zwischen der Liebe Christi und seinem Ruf, den Armen nahe zu sein, erkennen mögen. Auch ich halte es nämlich für nötig, auf diesen Weg der Heiligung zu dringen, denn in dem Aufruf, ihn in den Armen und Leidenden zu erkennen, offenbart sich das Herz Christi selbst, seine Gesinnung und seine innersten Entscheidungen, die jeder Heilige nachzuahmen sucht“8. Das Dokument enthält 121 Abschnitte. Der Begriff Nächstenliebe wird oft verwendet. Das gilt auch für die Übersetzungen in die verschiedenen Sprachen. So kommt zum Beispiel im deutschen Text das Wort Liebe 129-mal vor, die Synonyme nicht mitgerechnet. In meiner kurzen Betrachtung werde ich mich stattdessen auf die spanischen und italienischen Originaltexte beziehen, die beide zwischen Nächstenliebe und Liebe unterscheiden9. Die beiden Begriffe werden jedoch oft synonym verwandt. So schreibt beispielsweise der Bischof von Rom: „Auch in den Fällen, in denen es sich nicht um explizite Gottesbeziehung handelt, so lehrt uns der Herr selbst, ist jeder Akt der Nächstenliebe in gewisser Weise ein Widerschein der Gottesliebe: »Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan« (Mt 25,40)“10. Ich werde nunmehr die folgenden Aspekte hervorheben. Die Konkretheit der Nächstenliebe Nächstenliebe umfasst keine theoretische Reflexion, sondern die konkrete Haltung der Jünger Jesu Christi: „In der urchristlichen Gemeinde beruhte das Programm der Nächstenliebe nicht auf Analysen oder Projekten, sondern direkt auf dem Beispiel Jesu, auf den Worten des Evangeliums selbst“ 11 . Als das Problem der täglichen Verteilung von Zuwendungen an Witwen aufkam (vgl. Apg 6,1–6), „antworteten die Apostel nicht mit einer abstrakten Rede, sondern stellten die Nächstenliebe gegenüber allen wieder in den Mittelpunkt und organisierten die Hilfe für die Witwen neu, indem sie die Gemeinde aufforderten, kluge und angesehene Personen zu suchen, denen die Aufgabe des Dienstes an den Tischen anvertraut werden konnte, während sie selbst sich um die Verkündigung des Wortes kümmerten“12. Das Leben der ersten Gemeinden, wie es in den Texten des Neuen Testaments beschrieben und in der lebendigen Tradition der Kirche bezeugt ist, „wird uns als nachzuahmendes Vorbild und als Zeugnis des durch die Liebe wirksamen Glaubens vor Augen gestellt und bleibt für die kommenden Generationen eine bleibende Mahnung. Im Laufe der Jahrhunderte haben diese Seiten das Herz der Christen angeregt, zu lieben und Werke der Nächstenliebe zu tun, wie gute Samen, die nicht aufhören, Früchte hervorzubringen“13. Dies bezeugen auch die Kirchenväter, die von frühester Zeit an „in den Armen einen vorzüglichen Weg zu Gott, eine besondere Möglichkeit, ihm zu begegnen. Die Nächstenliebe gegenüber den Bedürftigen wurde nicht als einfach moralische Tugend verstanden, sondern als konkreter Ausdruck des Glaubens an das fleischgewordene Wort“ 14 . Der heilige Johannes Chrysostomus „verstand die Eucharistie auch als sakramentalen Ausdruck der Nächstenliebe und der Gerechtigkeit, die ihr vorausgingen, sie begleiteten und sie in der Liebe und Aufmerksamkeit gegenüber den Armen fortsetzen sollten“ 15 . Daraus folgt, „die Nächstenliebe ist nicht etwas Optionales, sondern das Kriterium für den wahren Gottesdienst“16. Im Laufe der Geschichte hat sich die christliche Nächstenliebe insbesondere durch gute Taten für Kranke, Arme, Sklaven, Gefangene, Migranten und Verfolgte offenbart. „Das christliche Mitgefühl hat sich in besonderer Weise in der Sorge für die Kranken und Leidenden gezeigt“17. Dies wurde schon in der monastischen Tradition gepflegt, erfuhr aber in der Gründung der sogenannten Bettelorden und in den caritativen Gemeinschaften eine beeindruckende Weiterentwicklung. Unter den zahlreichen Heiligen, die sich durch Werke der Nächstenliebe auszeichnen, nimmt die heilige Teresa von Kalkutta einen besonderen Platz ein. „Die 2016 heiliggesprochene Teresa von Kalkutta ist zu einer universalen Ikone jener Nächstenliebe geworden, die sich bis zum Äußersten für die Ärmsten, für die Ausgestoßenen der Gesellschaft einsetzt. Als Gründerin der Missionarinnen der Nächstenliebe widmete sie ihr Leben den verlassenen Sterbenden auf den Straßen Indiens“18. Ein besonderes Augenmerk bei der Nächstenliebe liegt auf der Bildung und Erziehung von Menschen. Papst Franziskus „erinnerte daran, dass die Erziehung seit jeher eine der höchsten Ausdrucksformen der christlichen Nächstenliebe ist“19. Die Nächstenliebe in moderner Zeit Die Nächstenliebe ist ein wesentlicher Vollzug von Kirche, und Papst Leo XIV. bekräftigt daher, dass sie eine fortdauernde Tradition darstellt, die durch die Soziallehre der Kirche, das Zweite Vatikanische Konzil und die großen Päpste des 20. Jahrhunderts weiterentwickelt wurde. So hat beispielsweise der heilige Johannes Paul II. die besondere Beziehung der Kirche zu den Armen, zumindest im Bereich der Lehre, gefestigt. Sein Lehramt erkannte an, „dass die Option für die Armen ein besonderer Vorrang in der Weise ist, wie die christliche Liebe ausgeübt wird; eine solche Option wird von der ganzen Tradition der Kirche bezeugt“20. In der Folge wurde die Interpretation von Papst Benedikt XVI. „angesichts der vielfältigen Krisen, die den Beginn des dritten Jahrtausends geprägt haben, … deutlich politischer. So beteuert er in der Enzyklika Caritas in veritate: Man liebt den Nächsten um so wirkungsvoller, je mehr man sich für ein gemeinsames Gut einsetzt, das auch seinen realen Bedürfnissen entspricht“21. Mit Blick auf die Strukturen der Sünde, die Armut und extreme Ungleichheit verursachen, „ist die Liebe eine Kraft, die die Wirklichkeit verändert, eine echte geschichtsverändernde Kraft. Aus dieser Quelle muss sich alles Bemühen, die strukturellen Ursachen der Armut zu beheben und dies unverzüglich anzugehen, speisen. Ich wünsche mir daher, dass die Zahl der Politiker zunimmt, die fähig sind, in einen echten Dialog einzusteigen, der sich wirksam darauf ausrichtet, die tiefen Wurzeln und nicht den äußeren Anschein der Übel unserer Welt zu heilen, denn es geht […] darum, den Schrei ganzer Völker, der ärmsten Völker der Erde zu hören“22. Die Welt von heute steht in den sozialen, politischen und humanitären Fragen vor großen Herausforderungen. Um ihnen auf angemessene Weise begegnen zu können, möge man sich die Haltung des guten Samariters in Erinnerung rufen. „Es tut uns sehr gut zu entdecken, dass sich jene Szene des barmherzigen Samariters auch heute wiederholt. Erinnern wir uns an eine Situation aus unserer Zeit: Wenn ich einem Menschen begegne, der in einer kalten Nacht unter freiem Himmel schläft, kann ich fühlen, dass dieser arme Wicht etwas Unvorhergesehenes ist, das mir dazwischenkommt, ein Nichtsnutz und Gauner, ein Störenfried auf meinem Weg, ein lästiger Stachel für mein Gewissen, ein Problem, das die Politiker lösen müssen, und vielleicht sogar ein Abfall, der den öffentlichen Bereich verschmutzt. Oder ich kann aus dem Glauben und der Liebe heraus reagieren und in ihm ein menschliches Wesen erkennen, mit gleicher Würde wie ich, ein vom Vater unendlich geliebtes Geschöpf, ein Abbild Gottes, ein von Jesus Christus erlöster Bruder oder Schwester. Das heißt es, Christ zu sein! Oder kann man etwa die Heiligkeit abseits dieses konkreten Anerkennens der Würde jedes menschlichen Wesens verstehen? Was hat der barmherzige Samariter getan?“23. Schlussbemerkungen Christliche Nächstenliebe muss daher das gesamte christliche Leben durchdringen, angefangen bei den Beziehungen zwischen den Gliedern der katholischen Kirche. Nächstenliebe fordert keine Einheitlichkeit im Denken und Handeln, sondern Einheit in legitimer Vielfalt: der Theologien, der Spiritualität, der liturgischen Riten und der pastoralen Erfahrungen. In diesem Zusammenhang ließe sich auch der bekannte lateinische Satz anwenden: In necessariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus caritas (Im Notwendigen die Einheit wahren, im Zweifel Freiheit geben, in allem herrsche die Nächstenliebe). Diesen Ausdruck verwendete der heilige Johannes XXIII. in seiner ersten Enzyklika Ad Petri Cathedram24. Historikern zufolge war es jedoch Marcantonio de Dominis (1560–1624), der diesen Ausdruck in seinem 1617 in London erschienenen Werk De Republica Ecclesiastica als Erster verwendete. De Dominis war zunächst Bischof von Rab und später Erzbischof von Split (Dalmatien, Kroatien). Er war ein bekannter Theologe, Philosoph und Wissenschaftler, der sich auch durch seine reformatorischen Positionen auszeichnete, die ihn in Konflikt mit dem Papsttum brachten. Seine Lehre wurde verurteilt, und er fand ein tragisches Ende25. Ich erinnere an die umstrittene Persönlichkeit meines Landsmannes, um zu zeigen, dass der gute Wille zur Durchführung von Kirchenreformen und selbst der Gebrauch von an sich gültigen Formeln mitunter zu Spaltung und sogar Schisma führen können. Um solche tragischen Folgen zu vermeiden, ist es notwendig, die theologischen Tugenden von Glaube, Hoffnung und Liebe zu leben und dabei fest in der einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche verwurzelt zu bleiben. Garant dieser Einheit in der Liebe ist der Bischof von Rom und Hirte der Universalkirche, derzeit der Heilige Vater Leo XIV. Ich schließe diese Betrachtungen mit seinen Worten, die eine Art Hymne an die Nächstenliebe bilden, in der Papst Leo XIV. beinahe den Stil des heiligen Paulus aufgreift: „Die christliche Liebe überwindet alle Schranken, bringt Fernstehende einander nahe, verbindet Fremde, macht Feinde zu Vertrauten, überwindet menschlich unüberwindbare Abgründe und gelangt in die verborgensten Winkel der Gesellschaft. Die christliche Liebe ist ihrem Wesen nach prophetisch, sie vollbringt Wunder, sie kennt keine Grenzen: Sie ist für das Unmögliche da. Die Liebe ist vor allem eine Art Lebenskonzept, eine Lebensweise. Eine Kirche, die der Liebe keine Grenzen setzt, die keine zu bekämpfenden Feinde kennt, sondern nur Männer und Frauen, die es zu lieben gilt, das ist die Kirche, die die Welt heute braucht“26. Diese poetischen Ausdrücke stehen in engem Zusammenhang mit dem Bekenntnis des heiligen Paulus: „Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Liebe“ (1 Kor 13,13). 1 Die Enzyklika Deus caritas est wurde am 25. Dezember 2005 veröffentlicht. Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal! ![]() Lesermeinungen
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