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| ![]() Ritus, Zeichen und Symbol: Der Weg zum Mysteriumvor 13 Stunden in Aktuelles, 5 Lesermeinungen Leo XIV.: die sakramentale Sprache der Liturgie und ihre Bedeutung für das christliche Leben. Wie die Liturgie den Menschen durch Zeichen und Symbole in das Mysterium Christi hineinführt. Von Armin Schwibach Rom (kath.net/as) „So erreichten sie das Dorf, zu dem sie unterwegs waren. Jesus tat, als wolle er weitergehen, aber sie drängten ihn und sagten: Bleibe bei uns; denn es wird Abend, der Tag hat sich schon geneigt! Da ging er mit hinein, um bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, als er mit ihnen bei Tisch war, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach es und gab es ihnen. Da wurden ihre Augen aufgetan und sie erkannten ihn; und er entschwand ihren Blicken“ (Lk 24,28-31). Bei der Generalaudienz am Mittwoch setzte Papst Leo XIV. seine Katechesen zur Liturgiekonstitution Sacrosanctum Concilium des Zweiten Vatikanischen Konzils fort und wandte sich den grundlegenden Elementen der Liturgie zu: dem Ritus, dem Zeichen und dem Symbol. Zu Beginn erinnerte er daran, dass das Konzil unter Aufnahme der Arbeiten der liturgischen Bewegung eine Wahrheit wieder ins Bewusstsein gerückt habe, die im Leben der alten Kirche und in der Lehre der Kirchenväter gegenwärtig gewesen sei. Die Riten der christlichen Liturgie seien nicht bloß ein äußerliches Gewand des sakramentalen Geheimnisses und auch nicht eine Ansammlung beliebiger Zeremonien. Vielmehr seien sie die kirchliche Vermittlung, durch die die göttliche Gabe den Menschen erreiche. Deshalb lade das Konzil dazu ein, das Mysterium fidei, das sich in der Liturgie vollziehe, durch die Riten und Gebete zu verstehen (vgl. Sacrosanctum Concilium 48). Der Papst führte aus, dass der Ritus der liturgischen Handlung Gestalt verleihe und dadurch auch das Leben der Gläubigen forme. Er erzeuge eine geistliche Empfänglichkeit, die befähige, die Gegenwart Gottes durch Jesus Christus wahrzunehmen. Dies geschehe jedoch nur dann, wenn die Gläubigen gegenüber der Liturgie nicht fremd blieben oder zu stummen Zuschauern würden, sondern mit ihrem ganzen Wesen daran teilnähmen - mit Leib, Verstand und Herz - und damit dem Gebot des Herrn folgten. Durch den heiligen Ritus würden die Gläubigen zum Hören auf das Wort Gottes, zur Danksagung und Anbetung, zur brüderlichen Gemeinschaft und zur kirchlichen Communio geformt. Dabei entdeckten sie sich als eine Versammlung vieler Gesichter, die durch denselben Glauben geeint sei. Leo XIV. erläuterte weiter, dass der Ritus den Menschen in eine festgelegte Folge von Gesten und Gebeten einbeziehe, die bisweilen mit der individuellen Neigung zur Spontaneität in Spannung stehen könne. Seine Logik bestehe jedoch nicht darin, die Freiheit in nur vorgegebene Schemata einzusperren. Vielmehr unterbreche der Ritus „mit der feierlichen Nüchternheit seiner Rhythmen“ die Hektik des Alltags und führe zum Wesentlichen zurück. Auf diese Weise erschließe sich „eine andere Dimension des Handelns“, die nicht von produktiven Berechnungen bestimmt sei, ebenso „eine andere Erfahrung von Zeit und Raum“. Im Ritus erfahre der Gläubige „eine Logik der Unentgeltlichkeit“, er finde „eine Pause, die das Herz erneuert“, er erkenne, „dass ihm die göttliche Gnade vorausgeht“, und lerne, „in einem vom Heiligen Geist erfüllten und bewohnten Rhythmus zu leben“. Im weiteren Verlauf der Katechese richtete der Papst den Blick auf die Zeichen und Symbole, die nach seinen Worten „die Grammatik des Ritus“ bildeten. Unter Bezugnahme auf die Liturgiekonstitution erinnerte Leo XIV. an die Aussage des Konzils, dass „durch sinnenfällige Zeichen in ihr die Heiligung des Menschen bezeichnet und in je eigener Weise bewirkt wird“ (Sacrosanctum Concilium 7). Der Katechismus der Katholischen Kirche vertiefe die Bedeutung dieser Zeichen, indem er festhalte: „Ihre Bedeutung wurzelt, gemäß der göttlichen Heilspädagogik, im Schöpfungswerk und in der menschlichen Kultur. Sie tritt jedoch in den Ereignissen des Alten Bundes deutlicher zutage und offenbart sich vollständig in der Person und im Werk Christi“ (KKK 1145). Als Beispiel führte Leo XIV. das Wasser an. Dessen Symbolik ziehe sich von den Anfängen der Schöpfung über die Sintflut, den Durchzug durch das Rote Meer und den Jordan bis hin zu dem Wasser, das aus der Seite Christi hervorströmte und zum sakramentalen Zeichen des Eingetauchtwerdens in seinen Tod und seine Auferstehung geworden sei. Der Papst ging sodann auf die Beziehung zwischen Zeichen und Symbol ein. Beide Begriffe würden häufig gleichgesetzt, besäßen jedoch unterschiedliche Bedeutungsnuancen. Ein Zeichen werde symbolisch, wenn es nicht nur auf eine Idee verweise, sondern auf ein ganzes Gefüge von Bedeutungen und Werten. So werde etwa bei der Besprengung (Asperges) mit Weihwasser das Bewusstsein für die im Sakrament der Taufe empfangene Gabe und die Bindung an das neue Leben in Christus erneuert. Darüber hinaus hätten die Symbole einen wesentlich praktischen Charakter, da sie zunächst Handlungen seien. Dazu gehörten einfache Gesten wie das Knien oder der Friedensgruß ebenso wie die konstitutiven Handlungen der Sakramente. Vor allem komme den Symbolen eine einzigartige performative und verwandelnde Kraft zu. Diese betreffe sowohl die materiellen Elemente, aus denen sie bestünden, als auch die Menschen, die mit ihnen in Berührung kämen. Symbole stifteten Zugehörigkeit, berührten Herz und Verstand und ließen echte kirchliche Beziehungen entstehen. Im letzten Teil seiner Katechese griff Leo XIV. einen Gedanken von Romano Guardini auf: „Damit zeichnet sich die erste Aufgabe der liturgischen Bildungsarbeit ab: der Mensch muss wieder symbolfähig werden“ (Romani Guardini, Liturgische Bildung [1923], in: Liturgie und liturgische Bildung, Mainz 1992, S. 36). Diese Einsicht nahm der Papst zum Anlass, für eine erneuerte liturgische Bildung zu werben. Es bestehe die Notwendigkeit, sich von den Riten der Liturgie formen zu lassen, die Schönheit der Feier ohne Willkür zu pflegen und sich einer wirklichen Mystagogie zu widmen. Zum Abschluss unterstrich Leo XIV., dass die Erfahrung einer gelebten und betenden Liturgie in Verbindung mit einer entsprechenden mystagogischen Katechese die wirksamste Möglichkeit darstelle, die Offenheit für die Begegnung mit Gott neu zu wecken. In der Logik der Menschwerdung könne diese Begegnung nur den ganzen Menschen umfassen – „Geist, Seele und Leib“ (vgl. 1 Thess 5,23). Die Pilger und Besucher aus dem deutschen Sprachraum begrüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten: Ein herzliches Willkommen den deutschsprachigen Pilgern. Ich wünsche euch einen guten Aufenthalt in der Ewigen Stadt, der euch helfen möge, im Glauben zu wachsen. Besonders grüße ich die Vereinigung der Österreicher in Rom, die ihr hundertjähriges Bestehen feiert. Foto (c) Vatican Media
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