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Der entschärfte Gottvor 33 Stunden in Aktuelles, 23 Lesermeinungen Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden
Wenn die Kirche vergisst, wer Gott ist – „Papst Franziskus hat den deutschen Bischöfen einmal nüchtern gesagt, Deutschland brauche keine zweite evangelische Kirche.“ Von Diakon Ulrich Franzke
Essen (kath.net) Vor einigen Jahren mahnte mich ein Priester aus dem Generalvikariat nach einer Predigt: Die Menschen, sagte er mir, wollten sonntags etwas Erbauliches hören. Die Realität der Menschen sei schon hart genug, die Woche ohnehin oft schwierig. Sie wollten sonntags in der Messe nicht auch noch von Beichte, Gericht oder Hölle hören. Und dann fügte er einen Satz hinzu: "Mit solchen Themen erreichen Sie niemanden."
Der Satz ist mir im Gedächtnis geblieben. Er tat weh. Nicht weil er besonders hart gewesen wäre, sondern weil er vermutlich eine verbreitete Überzeugung ausspricht. Die Predigt soll trösten, ermutigen, aufrichten. Das ist verständlich. Niemand bestreitet, dass Menschen Trost brauchen. Aber irgendwann stellt sich eine einfache Frage: Wenn Kirche nur noch ermutigt, aber nichts mehr fordert – was unterscheidet sie dann noch von einer gut gemeinten Lebensberatung?
Vielleicht liegt genau hier ein Teil des Problems unserer Zeit. Der moderne Mensch hat Gott nicht einfach verloren. Eher scheint etwas anderes geschehen zu sein: Er hat ihn entschärft. Die entschärfte Verkündigung lässt sich an vielen kleinen Verschiebungen beobachten. Sünde wird zu "Unvollkommenheit". Umkehr wird zu "Begleitung". Buße wird zum "Versöhnungsgespräch". Gericht verschwindet fast vollständig aus der Verkündigung. Selbst Begriffe wie Erlösung oder Rettung wirken manchen bereits zu dramatisch.
Man wollte den Glauben verständlicher machen. Zugänglicher. Weniger abschreckend. Doch dabei geschah etwas Merkwürdiges: Je harmloser die Botschaft wurde, desto uninteressanter wurde sie. Ein Gott, der nichts verlangt, geht den Menschen nicht verloren. Aber er wird auch kaum noch ernst genommen. Und vielleicht liegt hier tatsächlich der Kern des Problems: Viele Menschen verlassen die Kirche heute nicht aus Rebellion. Sie verlassen sie aus Gleichgültigkeit. Und Gleichgültigkeit entsteht selten durch Widerstand. Sie entsteht, wenn etwas seine Dringlichkeit verliert.
Oft verraten kleine Szenen mehr über den Zustand der Kirche als lange Analysen. Man muss nur hinschauen: In manchen Gemeinden ist die Beichte nahezu verschwunden. Der Beichtstuhl steht noch da. Oft hat er aber eine ganz andere Funktion bekommen. In manchen Kirchen stehen dort heute Keyboard, Instrumente oder alte Bücher, andernorts werden Eimer, Wischmopp und Staubsauger darin abgestellt. Viele Gläubige wissen gar nicht mehr, wann überhaupt Beichtzeit ist. Gleichzeitig wächst das Bedürfnis nach Gesprächen, Beratung, psychologischer Begleitung. Sicher, all das kann wertvoll sein – aber die eigentliche sakramentale Wirklichkeit, die Vergebung der Schuld vor Gott, tritt immer weiter in den Hintergrund. 
Eine zweite Beobachtung betrifft die Sprache über das Böse (oder besser den Bösen). In vielen Predigten kommt sie kaum noch vor. Wenn heute von Leid gesprochen wird, wird es meist sozial oder psychologisch erklärt – als Folge von Umständen, Systemen oder menschlichen Fehlern – während die geistliche Dimension kaum noch zur Sprache kommt. Die alte christliche Sprache vom geistlichen Kampf wirkt vielen fremd. Dabei gehörte sie über viele Jahrhunderte ganz selbstverständlich zur christlichen Verkündigung.
Ein besonders aufschlussreiches Beispiel dafür sind sogar die liturgischen Texte selbst. In älteren Segensgebeten wurde das Böse nicht nur abstrakt erwähnt. Es wurde ausdrücklich angesprochen. In der klassischen Segnung von Weihwasser wurde der Satan direkt angewiesen zu weichen. Das berühmte "Vade retro" – "Weiche zurück" – ist kein poetisches Bild, sondern Ausdruck eines sehr konkreten geistlichen Realismus. Dahinter steht die Überzeugung der Kirche, dass das Böse nicht nur eine symbolische Größe ist, sondern dass der Böse eine personale Wirklichkeit ist. Darum sprach sie nicht nur über das Böse, sondern auch gegen den Bösen. Sie widersprach ihm, sie wies ihn zurück. Das geweihte Wasser sollte nicht nur erinnern, sondern schützen.
Solche Elemente wirken heute auf manche fremd oder sogar befremdlich. Doch sie zeigen, dass die christliche Tradition das Böse nicht symbolisch verstand, sondern sehr ernst genommen hat. Diese Veränderungen geschehen selten durch eine große Entscheidung. Sie entstehen langsam. Aber sie verändern das Klima des Glaubens.
Die vielleicht größte Veränderung betrifft das Gottesbild selbst. Der christliche Glaube hat immer Spannungen getragen, die sich nicht einfach auflösen lassen. Christus ist wahrer Gott und wahrer Mensch. Maria ist Jungfrau und Mutter. Gott ist einer – und doch drei Personen. Solche und viele weitere Aussagen lassen sich nicht bequem erklären. Sie wollen auch gar nicht erklärt werden wie ein mathematischer Lehrsatz. Sie markieren eine Wirklichkeit, die größer ist als unsere Begriffe und unser Denken. Vielleicht gehört es gerade zur modernen Versuchung der Vereinfachung, solche Spannungen nicht mehr auszuhalten. Was sich nicht leicht verstehen lässt, wird leiser gesagt – und irgendwann gar nicht mehr.
Der Gott der Heiligen Schrift ist nicht nur Begleiter. Er ist Schöpfer, Richter und Erlöser, Retter und Heiland, Herr über Leben und Vergehen, Herr über Geschichte und Sein. Er spricht, ruft, fordert, vergibt. Er ist Gegenüber. Wenn Gott dagegen nur noch als wohlwollende Kraft erscheint, verändert sich alles. Dann verliert das Gebet seine Dringlichkeit. Dann verliert die Umkehr ihren Ernst. Dann wird der Glaube zu einer spirituellen Atmosphäre und zu einem esoterischen Irgendetwas.
Der Mensch bleibt religiös – aber Gott verschwindet als Person. Religion bleibt, aber das Gegenüber geht verloren.
Dabei besitzt die katholische Kirche eine erstaunlich konkrete und wertvolle geistliche Wirklichkeit. Da ist das Sakrament der Beichte, in dem Schuld nicht relativiert, sondern durch den HERRN vergeben wird. Da ist die Eucharistie, nicht nur als erinnerndes Gemeinschaftsmahl, sondern als reale Gegenwart Christi. Da ist die eucharistische Anbetung, in der Menschen schweigend, betend, flehentlich bittend und dankend vor Gott knien. Da sind Sakramentalien, die den Ernst des geistlichen Lebens ausdrücken. Und ja – da ist auch die alte christliche Gewissheit, dass das Böse nicht nur ein Symbol, sondern eine reale geistliche Wirklichkeit ist: der Böse in Gestalt eines gefallenen Engels. All das gehört zur katholischen Wirklichkeit. Doch vieles davon ist im kirchlichen Alltag erstaunlich leise geworden.
Heutzutage scheint die Versuchung zu bestehen, diese Spannung durch Anpassung zu lösen. Der Glaube soll moderner wirken, verständlicher, kompatibler mit dem Denken der Gegenwart. Doch vielleicht liegt gerade hier ein Missverständnis: Die Kirche wird nicht lebendig, wenn sie versucht, sich dem Zeitgeist untertänig anzubiedern. Sie wird lebendig, wenn sie endlich wieder katholischer wird.
Die Kirche verliert ihre Kraft nicht dort, wo sie zu katholisch ist, sondern dort, wo sie vergisst, katholisch zu sein.
Papst Franziskus hat den deutschen Bischöfen einmal nüchtern gesagt, Deutschland brauche keine zweite evangelische Kirche. Der Satz wirkt zunächst wie eine ökumenische Randbemerkung, trifft aber einen empfindlichen Punkt. Vielleicht liegt in diesem Satz eine wichtige Erinnerung. Die Kirche verliert ihre Kraft nicht dadurch, dass sie zu katholisch ist. Sie verliert sie dort, wo sie aufgibt, was sie selbst ist.
Dabei ist es unübersehbar so: Die Kraft der Kirche liegt nicht in ihrer Anpassungsfähigkeit, sie liegt in der Wirklichkeit dessen, was sie unverkürzt und ungeändert lebt, verkündet und feiert.
Vielleicht beginnt ein neuer Aufbruch deshalb nicht mit neuen Strukturen oder Programmen. Vielleicht beginnt er viel einfacher: Wenn Beichte wieder selbstverständlich wird. Wenn Menschen wieder vor dem eucharistischen Herrn knien. Wenn Sakramente und Sakramentalien wieder ernst genommen werden. Wenn Gott wieder als Gegenüber verkündet wird – und nicht nur als verständnisvoller Begleiter. Vielleicht beginnt er dort, wo die Kirche den Mut hat, ihre eigene Wirklichkeit wieder ernst zu nehmen. Nicht härter. Nicht spektakulärer. Nicht lauter. Nur klarer. Denn: Ein Gott, der nichts verlangt, rettet niemanden.
Vielleicht liegt die eigentliche Frage noch tiefer: Hat die Kirche die Ehrfurcht vor Gott verloren, weil sie begonnen hat, sich vor den Menschen zu fürchten?
Archivfoto Hl. Eucharistie (c) Lohmann Media
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Lesermeinungen| | Lupivius vor 4 Stunden | | | | Und wiedereinmal… … der Diakon Franzke ???. Endlich ein Diakon, der mit Überzeugung und Treue zum Lehramt der römisch-katholischen Kirche Themen beschreibt, die von höchster Not und deshalb selten wie wertvoll sind.
Auch hier, in diesem Text, schreibt er wieder unverrückbare Tatsachen. Ob sein Bischof damit glücklich sein wird? Ich vermute eher nicht, da die Mehrzahl der deutschen Bischöfe sich dermassen mit Gender, Politik und Tralala beschäftigen, dass für die unverkürzte und unveränderte Wahrheit keine Zeit bleibt. Lieber wird in der Predigt über Putin und Trump gesprochen, als über die Heilslehre.
Für viele brave Kirchgänger besteht die Bergpredigt ausschließlich aus den Seligpreisungen. Und die wohlbezahlten „Hirten“ versuchen nichtmal, dies zu ändern.
Deo gratias für diesen unbequemen Diakon. Möge er ein leuchtendes Beispiel für viele Prediger sein. |  0
| | | | | marlin vor 7 Stunden | | | | Der Glaube verschwindet @ BedaVenerabilis: „Es betrifft beide Seiten. Der Glaube verschwindet nicht nur von der Kanzel, sondern auch im Alltag.“
Ja, aber die Macht und das Recht zu bestimmen, was geglaubt werden soll, hat nur der Klerus (die Amtskirche):
„CIC/Can. 212 - § 1. Was die geistlichen Hirten in Stellvertretung Christi als Lehrer des Glaubens erklären oder als Leiter der Kirche bestimmen, haben die Gläubigen im Bewußtsein ihrer eigenen Verantwortung in christlichem Gehorsam zu befolgen.“
Wenn aber die Amtskirche etwas zum glauben vorgibt, was der allg. Offenbarung widerspricht und nicht mit dem übereinstimmt, was das Depositum fidei beinhaltet, dann ist das nichts anders als irren im Glauben und betrifft alle – den Klerus und die Laien, wenn sie der Amtskirche folgen. Wenn aber die Laien dann der Amtskirche nicht folgen wollen und aus der Kirche austreten (in Deutschland), gelten sie als exkommuniziert. Das ist das Dilemma der deutschen Kirche, das viele nicht verstehen (wollen). |  0
| | | | | BedaVenerabilis vor 8 Stunden | |  | Wir alle sind gefordert, es ist eben ein fordernder Gott! Der Kommentar von „rorro“ bringt es eigentlich schon auf den Punkt. Klarer und kürzer kann man es kaum sagen. Da wird sichtbar, worum es geht: Eine Verkündigung, die nur beruhigt, hilft am Ende niemandem.
In den Diskussionen fällt mir auf, wie schnell die Verantwortung entweder nur bei den Hirten oder nur bei den Gläubigen gesucht wird. Wahrscheinlich ist es unbequemer: Es betrifft beide Seiten. Der Glaube verschwindet nicht nur von der Kanzel, sondern auch im Alltag.
Wo Gebet, Beichte und Anbetung keine Rolle mehr spielen, entsteht genau die Leerstelle, über die hier gesprochen wird. Und wo gleichzeitig klare Worte fehlen, wird es nicht besser.
Vielleicht liegt die Wahrheit tatsächlich in dieser Spannung: Es braucht wieder mehr Klarheit – und mehr gelebten Glauben. Ohne das eine bleibt alles Theorie, ohne das andere leer. |  0
| | | | | marlin vor 10 Stunden | | | | gut, besser oder gerecht @ Stefan Fleischer: „Ein Satz ist mir hängen geblieben: «Les exemples vivants ont bien plus de pouvoir; / un prince dans un livre apprend mal son devoir.»“
War Abraham ein guter Mensch, als er seine Halbschwester geheiratet hat, oder ein Gerechter?
War Noah ein guter Mensch, als er sich betrunken entblößte, oder ein Gerechter?
War Moses ein guter Mensch, als er einen Ägypter erschlug und ihn im Sand verscharrte, oder ein Gerechter?
Sie alle waren auf ihre Art und Weise so gerecht, dass Gott beschlossen hat, sich ihnen zu offenbaren. Wir (die Kirche) beten und beten … und dennoch habe ich den Eindruck, dass es mit uns etwas nicht stimmt und Gott uns wieder sagen möchte, was er bereits zu Amos sagte: Am 5,21-24 – entsprechend angepasst an unsere deutsche, liturgischen „Besonderheiten“.
Mir ist auch (nicht nur) ein Satz hängen geblieben: Als Jesus „Guter Meister“ genannt wurde antwortete er: „Warum nennst du mich gut? Niemand ist gut außer der eine Gott“. |  0
| | | | | Stefan Fleischer vor 10 Stunden | |  | @ lakota Es genügt nicht, ja es ist nicht einmal unsere erste Aufgabe, unseren Hirten zu sagen, dass sie auf dem falschen Dampfer sind. In meiner Gymnasialzeit mussten wir EL Cid von Pierre Corneille lesen. Ein Satz ist mir hängen geblieben: «Les exemples vivants ont bien plus de pouvoir; / un prince dans un livre apprend mal son devoir.» (Lebende Beispiele haben viel mehr Macht; / ein Prinz in einem Buch lernt seine Pflicht schlecht.) Das erinnert mich immer wieder an die Aussage eines meiner Religionslehrer: «Wo ein Mensch ein wenig besser wird, ist schon eine ein wenig bessere Welt. Warum sollte nicht ich dieser Mensch sein?» Ich weiss aber auch aus persönlicher Erfahrung, dass es gar nicht so leicht ist, ein nachhaltig auch nur ein wenig besserer Mensch zu werden. Der Weg dazu führt über Lk 9,23: «Zu allen sagte er: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach.» |  1
| | | | | marlin vor 11 Stunden | | | | @ lakota @lakota: "Der Pfarrer hat sich bemüht - aber die Schafe hats nicht interessiert."
Und was sollte ihn davon abzuhalten, weiter so zu machen?
Wie z.B. der Pfarrer von Ars - Jean-Marie Vianney?
- s. Link unten: de.wikipedia.org/wiki/Jean-Marie_Vianney#Leben |  0
| | | | | lakota vor 11 Stunden | | | | @marlin "Wir" ist schon richtig.
Unser letzter Pfarrer hatte freitagabends eine Anbetungsstunde eingeführt, auch mit Gebeten für mehr Piester.
Von ca.2500 Katholiken im Ort kamen 10-20.
Der Pfarrer hat sich bemüht - aber die Schafe hats nicht interessiert. |  0
| | | | | Hebi vor 11 Stunden | | | | Treffende Analyse Als Schüler (* 1964) habe ich nicht verstanden, warum das Evangelium die „Frohe Botschaft“ ist. Weder Religionsunterricht noch sonntägliche Praxis konnten es mir klar machen. Erst Jahrzehnte später mit etwas Lebenserfahrung und mehr Wissen über die menschliche Existenz im allgemeinen verstehe ich: Wir sitzen im Morast der Sünde fest. Die in der Geschichte der Menschen nicht endenden Bosheiten, Verbrechen, Kriege und meine eigenen Vergehen sind der harte Beweis. Aus eigenen Kräften entkommen wir nicht. Der Schöpfer selbst steigt hinab in diesen Sumpf, damit wir seine Hand ergreifen und entkommen können. Das ist die Frohe Botschaft. Die Kirche soll uns vermitteln, wie wir seine Hand ergreifen können. Am Ende stehen wir im Gericht vor ihm und es wird offenbar, wie fest wir sie ergriffen haben. Das alles ist Hoffnung spendend und zutiefst Furcht erregend zugleich. Die Kirche wird wieder Menschen gewinnen, wenn sie dieses Drama unverkürzt vor Augen stellt. |  1
| | | | | marlin vor 12 Stunden | | | | @Versusdeum, @SalvatoreMio es bringt nicht viel, sich ständig auf die Brust zu klopfen und sich vorzuwerfen, dass man zu wenig betet oder zu wenig Buße tut - als ob man sich kleiner machen möchte (der Letzte zu sein), um groß rauszukommen (der Erste zu sein). Katholiken werden bereits für Heuchler gehalten und Priester für potentielle Kinderschänder – und wem haben „wir“ das zu verdanken?
Haben „wir“ die Bischöfe dazu gebracht, Schwangerschaftsbereitungsscheine erlauben auszustellen?
Haben „wir“ Priester dazu angestachelt Kinder zu missbrauchen?
Haben „wir“ die Bischöfe dazu animiert, den deutschen „Synodalen Weg“ zu fördern (in welcher Form auch immer)?
Also, auch wenn unsere Bußbereitschaft authentisch ist und obwohl wir ständig beten wie buddhistische Gebetszylinder, Gott hilft uns wahrscheinlich deshalb nicht, weil wir uns lieber hinter unserer Bußfertigkeit verstecken, als unseren Hirten zu sagen, dass sie auf dem falschen Dampfer sind, wenn sie die selben Ziele verfolgen, wie die Synodalen. |  0
| | | | | SalvatoreMio vor 12 Stunden | | | | An die Brust klopfen? Lieber@marlin:wir können nicht alle Schuld den Bischöfen zuschieben. Sie sind Nachfolger der Apostel, aber eben nicht Jesus! Sie sind Priester geworden in ihrem geistlich-wackeligen und unbeständigen Umfeld. Längst vor der Aufdeckung der Missbrauchsgeschichten und der "Corona-Zeit" war das so, und nicht grundlos sagen viele noch aktive Mitchristen: "Diese Sünden der Priester sind für viele Abständige ein gutes Alibi". - Auf der einen Seite werden wir Laien stolz an unser 'königliches Priestertum' erinnert, aber das war's dann auch. In "meiner" Mietskaserne mit 15 Wohneinheiten sind 50 % katholisch. Ohne über auch nur eine einzige Person urteilen zu wollen: ich bin das einzige Schaf, das sich in der nahegelegenen Kirche blicken lässt. So war es "vor Corona" und genauso ist es jetzt. Unter uns ca. 19 Millionen Getauften Katholiken, ist da eine große Schuld, und genauso bei den Evangelischen, die jedoch eher so aufwachsen,als ginge es ohne Kirche ebenso gut. |  1
| | | | | marlin vor 14 Stunden | | | | Umkehr und Buße lieber @Stefan Fleischer,
bereits in den 90-er habe ich im Priesterseminar des ältesten Bistums Deutschlands die Kirche in D kritisiert und ihre Zukunft vorausgesagt (zumindest zum Teil) – man hat mich belächelt und geraten zur FSSP/X oder ins Ausland zu wechseln.
Ich habe es einfach satt, sich ständig auf die Brust zu schlagen und damit die Verantwortung dafür übernehmen/tragen, was andere ("ZdK", "Wir sind Kirche", "Synodalen", Bischöfe, Priester...) verschulden. Jeder von uns hat Umkehr und Buße nötig, aber tun wir nicht so, als ob wir die Letzten sein möchten, um letztendlich die Ersten zu sein – Gott (entschärft oder nicht) lässt sich nicht beirren.
Und warum sollte Gott (entschärft oder nicht) Seiner Kirche dort helfen und Wunder tun, wo sie sich selber helfen kann? Und auch, wenn Er es tun möchte, kann Er nicht – genauso, wie in Seiner Heimat, wo er wegen ihres Unglaubens nur wenige oder keine Wunder tun konnte (vgl. Mt 13,58 / Mk 6,5). |  0
| | | | | Versusdeum vor 14 Stunden | | | | @marlin Volle Zustimmung. Allerdings sind manche von uns schon mitschuldig. Jedenfalls ich. Ich bete zu wenig. Nicht einmal in der Fastenzeit "habe ich Zeit", mehr als nur (oder überhaupt) ein Gesätz des Rosenkranzes zu beten - des vielleicht mächtigsten Gebetes, das wir kennen (es hat bereits Kriege in scheinbar aussichtslosen und vielleicht wieder drohenden Situationen entschieden). Man hat ja auch ständig "wichtigeres zu tun" (u.a. Kommentieren) und ist am Ende so abgelenkt, dass man nicht einmal mehr daran denkt, beten zu können. Falsche Prioritäten. Und dazu vielleicht noch längst nur noch virtuelle Probleme, um die das Gehirn kreist, die man aber nicht abschalten kann. Und wenn ich dann unterwegs doch einmal (daran denke und) zu beten beginne, löst sich mein Blick plötzlich vom Weg und meinem Gedankenkreisen und ich stelle fest, dass es nicht nur die Straße gibt, sondern sogar schöne Dinge am Weg. Sollte ich mir merken. Und jetzt erst einmal beten. |  1
| | | | | marlin vor 14 Stunden | | | |
Es sind nicht wir (die gläubigen Katholiken), die die Kirche ruinieren. Es sind die Hirten, die zugelassen haben, dass solche wie „ZdK“, „Wir sind Kirche“ und zuletzt die „Synodalen“, wie Wölfe im Schafspelz in die Herde eingedrungen sind. Diese Leute gaukeln der Kirche eine Richtung vor, die die Kirche nie gehen sollte – aber wer soll das zuerst erkennen und verhindern, wenn nicht die Hirten der Kirche? Die Leute von „ZdK“, „Wir sind Kirche“ und den „Synodalen“ haben noch nie zu Umkehr gerufen! Warum nicht? Weil das gottgewollte Leben sie nicht interessiert, sondern nur die Macht, nach der sie gegriffen haben – sie wollen die Retter der Kirche sein. Unsere Bischöfe hören zu, und hoffen, wenn man die Leute einfach reden lässt, dann geben sie zufrieden irgendwann auf. So funktioniert das aber nicht – nach den „Synodalen“ kommen „Synodalen 2.0“ und nach „Maria 3.0“ „Maria 4.0“ usw. In Deutschland war das in den letzten 60 Jahren schon immer so. |  0
| | | | | Stefan Fleischer vor 15 Stunden | |  | @ marlin Wir heisst wir, wir alle, jeder mit seinen Fähigkeiten Möglichkeiten, jeder an dem Platz, an den ihn Gott gestellt hat. |  2
| | | | | rorro vor 22 Stunden | | | | Ich bin der Herr, Dein Arzt (Ex 15,27) Ja, das Leben ist hart. Und es ist schön was erbauliches zu hören. Doch welcher Arzt (und welche Ärztin) maht den Job richtig, wenn allen immer nur gesagt wird, trotz aller Volkskrankheiten durch Rauchen, fehlende Bewegung, falsches Essen etc. - "Du machst alles richtig!"?
Man kann auch erbaulich lügen.
Ja, vielleicht hat Jesus sogar geirrt und der Weg zum Leben ist nicht schmal und es gehen auf dem breiten, der ins Verderben führt (Mt 7,13), nur ganz ganz Wenige.
Der Priester aus dem Generalvikariat möge mir aber verzeihen: ich glaube lieber Jesus als ihm... |  1
| | | | | marlin vor 27 Stunden | | | | @ Stefan Fleischer @ Stefan Fleischer: „Wir müssen wieder katholisch, allumfassend werden …“
Was heißt hier „wir“?
Wenn die Schafhirten die Richtung aus den Augen verloren haben, laufen die Schafe in die Irre.
Also, zuerst müssen die Schafhirten wieder katholisch werden, um die Schafe wieder auf den richtigen Weg zu bringen.
Die Schafhirten sind es diejenigen, die sich verirrt haben - in Deutschland sowieso. |  1
| | | | | Stefan Fleischer vor 29 Stunden | |  | Genau! Wir müssen wieder katholisch, allumfassend werden. Wir müssen wieder an den ganzen, dreifaltig einen Gott glauben. Wir müssen wieder die ganze Lehre zuerst einmal kennen lernen, dann beherzigen, dann verkünden. Wir müssen uns wieder von unserem Glauben fordern lassen, damit wir auch andere herausfordern können. Wir müssen unser Glaubensleben trainieren, so wie es Spitzensportler tun. Oder um einen Spruch aus meiner Internatszeit (leicht abgewandelt) zu verwenden: «Willst Du ein Leben so schwer wie ein Alb, werde katholisch und werde es halb. Willst Du ein Leben voll Sonnenglanz, werde katholisch und werde es ganz.» |  3
| | | | | encense vor 29 Stunden | |  | Vergelt´s Gott, Diakon Ulrich! Genau so ist es! Dem Evangelium hat man den Zahn gezogen. |  2
| | | | | Mariat vor 29 Stunden | |  | "Der entschärfte Gott " "Eine zweite Beobachtung betrifft die Sprache über das Böse (oder besser den Bösen). In vielen Predigten kommt sie kaum noch vor."
Deshalb die Aufrufe der Gottesmutter in Fatima etc. immer zu Umkehr, Gebet, Buße und Beichte.
Wenn die Priester die Evangelien in ihren Predigten immer wahrhaft auslegen würden, käme doch alles zur Sprache was wichtig wäre. Die Gläubigen hätten dann wieder Führung.
Warum verschweigen sie das wichtigste, dass die "Schafe" wirklich anweisen würden, für ein gelingendes Leben?
Aus Menschenangst? Um ja nicht anzuecken?
So verliert man Seelen. |  3
| | | | | talita-kum vor 29 Stunden | |  | Der entschärfte Gott – und eine entleerte Kirche! Der Text trifft einen wunden Punkt unserer Zeit: die Versuchung, Gott „handhabbar“ zu machen, um niemanden zu überfordern. Tatsächlich braucht der Mensch Trost – aber er braucht auch Wahrheit, Tiefe und ein echtes Gegenüber. Ein Glaube, der nur bestätigt und nicht mehr herausfordert, verliert an Kraft und letztlich auch an Relevanz.
Gleichzeitig darf Verkündigung nicht in Angst oder Schwere kippen. Die Stärke des christlichen Glaubens liegt gerade in der Spannung: Gott ist barmherzig und gerecht, nahe und heilig. Wo beides lebendig bleibt, entsteht keine Abschreckung, sondern echte Anziehung.
Vielleicht geht es heute weniger darum, „härter“ zu werden, sondern wieder klarer und glaubwürdiger: in der Sprache, in den Sakramenten und im gelebten Zeugnis. Denn Menschen suchen nicht nur Bestätigung – sie suchen Sinn, Wahrheit und Hoffnung, die trägt. |  3
| | | | | gebsy vor 31 Stunden | |  | Fangen wir einfach an, Gott als Lebensnotwendigkeit wahrzunehmen und die Sakramente als Geschenke "auszupacken".
Es gibt im Gotteslob 2013 eine Gewissenserforschung auf Nr. 600, welche in einer stillen Zeit "genossen" werden soll ... |  2
| | | | | ElisabethaMaria vor 32 Stunden | | | | Nur nicht die letzten Kirchgänger noch verscheuchen Hier ist Schon lange kenne katholisch angehauchte Predigt mehr gehalten worden. Unser früherer Gemeindepfarrer nahm kein Blatt vor den Mund unt stieg bis zuletzt trotz altersbedingter Schmerzen sonntags stets auf zur Kanzel. Die Besucher waren von seinen harten Worten eher nicht begeistert. Es ging soweit, dass der Bischof aufgrund zahlreicher Briefe und Mails zur außerplanmäßigen Visitation kam. Nun war er knapp 75 und ging dann in den Ruhestand. Nachfolger: noch nie auf der Kanzel gestanden, Predigt stets modern, dem Zeitgeist huldigend mit drahtlos Mikrofon auf den Altarstufen. Von 2 Beichtstühlen ist einer tatsächlich Abstellraum für Kerzenständen, Putzmittel oder Kabeltrommeln Beichten können wir nur nach Terminvereinbarung mit Vorlauf von gut 2 Wochen und nur nicht in der Hauptkirche. |  0
| | | | | Freude an der Kirche vor 32 Stunden | | | | Danke! Auf den Punkt genau formuliert!
Danke, lieber Diakon Ulrich!!! |  4
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