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Netzwerk „TradRecovery“ hilft Aussteigern aus radikalem Traditionalismus

vor 2 Tagen in Weltkirche, 34 Lesermeinungen
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Netzwerkgründerin: „Wir versuchen, ehemaligen Traditionalisten zu helfen, ihr Vertrauen in die Heilige Mutter Kirche aufzubauen“ und unter den Papst und das katholische Lehramt zurückzukehren. Von Petra Lorleberg


Linz (kath.net/pl) „TradRecovery wurde im Februar 2023 gegründet, um Ressourcen und eine Gemeinschaft für Menschen bereitzustellen, die traditionalistische Milieus oder Ideologien verlassen und in die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche eintreten. Unter ‚Traditionalismus‘ verstehen wir eine Ideologie, die kirchliche Traditionen mit der heiligen Tradition gleichsetzt und folglich die persönliche Auslegung dieser ‚Tradition‘ zur obersten Richtschnur erhebt – sogar über die Autorität des Lehramts der Kirche hinaus.“ So lautet die Eigendarstellung von „TradRecovery“, einer englischsprachigem Selbsthilfe-Netzwerk. Das Netzwerk bringt Videointerviews mit Aussteigern aus Tradi-Milieus online. Denn wer aus solchen Gruppierungen aussteigen möchte, den interessiert das Lebenszeugnis anderer, die die Kraft fanden, sich von dem abzuwenden, was sie als „geistlichen Missbrauch“ erlebt hatten, die sich in einer Logik der Angst verstrickt vorfanden, die sogar von teilweise sektenähnlichen Strukturen sprechen. Der springende Punkt ist gut erkennbar: Rückkehr in die Einheit mit dem Papst, Rückkehr unter das kirchliche Lehramt, volle Anerkennung des II. Vatikanischen Konzils, volle Anerkennung der Liturgie auch in ihrer heutigen Normalform – dies alles wird von den Aussteigern als befreiend empfunden.

„TradRecovery“ schildert: „Wir versuchen, ehemaligen Traditionalisten zu helfen, ihr Vertrauen in die Heilige Mutter Kirche aufzubauen, sie zu beruhigen, dass es für Katholiken vollkommen akzeptabel ist, die Messe in ihrer lokalen Diözesankirche zu besuchen, und ihnen zu helfen zu verstehen, dass die Unterordnung unter das Lehramt der Kirche – sich also von der Braut Christi führen zu lassen – ihre Seelen nicht gefährden kann und nicht gefährden wird.“ 

Laura Vander Vos (Nickname: „MissHappyCatholic“), die Gründerin von TradRecovery, ist den Weg des Ausstiegs aus dieser Ideologie auch persönlich gegangen. Sie schildert: „Als ich begann, mein eigenes traditionalistisches Denken ernsthaft zu hinterfragen, blickte ich nüchtern auf mein Umfeld und sah, was aus uns geworden war: Wir waren vollkommen friedlos, von Bitterkeit zerfressen und ständig ausschließlich damit beschäftigt, andere Menschen nach ihrer Kleidung, ihrer Ästhetik oder ihrer liturgischen Praxis zu verurteilen. Ich erkannte zutiefst, dass ich völlig vom Kurs abgekommen war. Der katholische Glaube ist in Wirklichkeit unendlich reich, vielfältig und soll eine Quelle tiefer, befreiender Freude sein. Er soll uns dazu bringen, andere Menschen von Herzen zu lieben, anstatt herablassend und voller Stolz auf sie herabzusehen, nur weil sie unsere künstlich aufgeblasenen, extremen Standards nicht teilen.“


Ein anonym bleibender Betroffener schildert auf der Website: „Ich bin nun seit etwa zwei Jahren aus der Priesterbruderschaft St. Pius X. ausgetreten, und ich lerne erst jetzt langsam, mühsam und unter Tränen, wie tiefgreifend dieses geschlossene System mein gesamtes Leben beeinflusst hat. Es hat buchstäblich jeden einzelnen Aspekt meiner Existenz berührt und meine komplette Weltsicht fundamental deformiert. Es war ein unglaublich harter, von schweren Zweifeln geprägter Weg. Diese Gemeinschaften stellen Behauptungen auf, die historisch und theologisch schlichtweg nachweisbar falsch sind, zwingen die Gläubigen jedoch unter Androhung der Hölle dazu, ihr gesamtes Leben nach diesen absolut unlösbaren, starren und unmenschlichen Standards auszurichten. Seit meinem Ausstieg tue ich mein Bestes, um Menschen davor zu warnen, sich überhaupt erst auf die traditionalistische Bewegung einzulassen. Insbesondere Familien mit kleinen Kindern müssen geschützt werden. Es bricht mir jeden Tag das Herz zu sehen, was diese Ideologie unschuldigen Seelen antut, wie sie Familien radikal spaltet, Ehen zerstört und systematisch psychischen Missbrauch, Manipulation und Täuschung als den vermeintlich reinen Willen Gottes verkauft.“

Eine Betroffene namens Lisa schildert: „Ich betete über Jahre hinweg isoliert weiter, völlig gefangen in meiner tiefen Verwirrung, meiner Einsamkeit und meinen ständigen Angstzuständen. Eines Abends saß ich vor meinem Computer, loggte mich bei YouTube ein und sah in den automatischen Empfehlungen ein Video mit dem Titel ‚Trad Recovery‘. Ich starrte fassungslos auf den Bildschirm und fragte mich im ersten Moment: ‚Heilung und Erholung wovon? Was gibt es da überhaupt zu heilen?‘ Doch in diesem Moment überkam mich das tiefe, unerschütterliche Gefühl, dass Gott mich genau zu diesem Video rief. Ich klickte darauf, und es war, als würde mir ein Tuch von den Augen genommen. Zum ersten Mal in meinem Leben hörte ich Menschen, die exakt dieselben Traumata, dieselbe emotionale Kälte und dieselbe spirituelle Erstickung erlebt hatten wie ich selbst. Durch dieses Netzwerk fand ich nicht nur spezialisierte therapeutische Hilfe für den geistlichen Missbrauch, den ich erlitten hatte, sondern auch eine Gemeinschaft von echten Freunden, die mich ohne Bedingungen annahmen und verstanden.“

Besonders bewegend ist das Videozeugnis von Sr. Mary Eucharista, die mit 14 weiteren Schwestern ihres Konvents in den USA in die volle Gemeinschaft mit der römisch-katholischen Kirche zurückkehrte – sie beschreibt die Entdeckung der Wahrheit und die emotionale Befreiung, die damit einherging.

Netzwerkgründerin Vos schildert außerdem: „Im traditionellen Milieu ist das Wort ‚Barmherzigkeit‘ fast schon zu einem Schimpfwort geworden. Es wird reflexartig mit Modernismus, moralischer Schwäche, Laxheit und dem Verrat an den ewigen Dogmen gleichgesetzt“. Dann erläutert sie weiter, dass die Kirche aber „ihre Anforderungen im realen Leben der Gläubigen nicht deshalb“ einschränke, „weil ihr die Wahrheit gleichgültig ist, sondern weil sie in tiefer Weisheit weiß, dass der Mensch schwach ist und der Erlösung bedarf – das ist die reine, göttliche Barmherzigkeit“.

Das Netzwerk „TradRecovery“ bietet eine Anlaufstelle für Aussteiger nicht nur aus dem Umfeld der Piusbruderschaft, sondern auch aus anderen, weniger bekannteren Gruppierungen, bsp. der sedisvakanstistischen Priesterbruderschaft St. Pius V. (SSPV), die sich wiederum von der Bruderschaft Pius X. abgespaltet hat und der sedisvakantistischen Congregation of Mary Immaculate Queen (CMRI). Der Sedisvakantismus behauptet, dass der Stuhl Petri gegenwärtig unbesetzt sei.

Bewertung: Jetzt, wo zu befürchten steht, dass durch die angekündigten unerlaubten Piusbruderschafts-Bischofsweihen diese Priesterbruderschaft und ihre Laienanhänger sich noch weiter vom römisch-katholischen Lehramt und vom Petrusdienst entfernen werden, gewinnen ein solches Netzwerk und ähnliche Gruppierungen an Bedeutung (wir erinnern in diesem Zusammenhang bsp. positiv an die von Papst Benedikt XVI. geschätzte Petrusbruderschaft).

Denn wo sollen Anhänger der umstrittenen Piusbruderschaft eigentlich hin, wenn sie aussteigen möchten? Wo werden sie Hilfe finden, wo  sachkundige Gesprächspartner für ihre konkreten Fragen, wo Gemeinschaft mit Menschen, die diesen mühsamen Weg ebenfalls gegangen sind? Und last but not least: Wo können diese Menschen römisch-katholische Gemeinschaften finden, die nicht de facto auf der anderen Seite von demselben Pferd gefallen sind? Denn DIESE Menschen werden wir nicht durch Stuhlkreise und Tücherschwenken in die volle Gemeinschaft mit uns zurückholen - DIESE Menschen suchen tiefgründiger und haben Fragen, die wir in unseren Pfarreien und Gemeinschaften beantworten können sollten.

Oder sollte etwa das berühmt-berüchtigte „todos, todos, todos“ [alle, alle, alle] von Papst Franziskus für wirklich alle gelten - außer für jene Gläubigen, die aus der Voll-Tradi-Ecke zu uns zurückkehren wollen?

Link zur Website TradRecovery.

Das Zeugnis von Sr. Mary Eucharista über ihre Rückkehr in die volle Gemeinschaft mit der römisch-katholischen Kirche:


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Lesermeinungen

 discipulus vor 9 Stunden 
 

@Versusdeum: Thema

Könnten Sie mir bitte erklären, was Ihr letzter Beitrag mit dem Thema dieses Artikels zu tun hat? Inwiefern rechtfertigen die Probleme in Deutschland die Zustände, gegen die das Netzwerk "TradRecovery" Betroffenen Hilfe anbietet?


0
 
 Versusdeum vor 13 Stunden 
 

Und wie hilft Rom uns Katholiken auf deutschem Boden

beim Ausstieg aus der Kirchenspaltung mit mehrfacher Ansage durch die nahezu komplette lokale Bischofskonferenz? Z.B. durch Alternativen zur Kirchen(d)Steuer, damit wir nicht länger u.a. "Glaubensabrissbirnen" aller Art und politisch-ideologische Projekte mitfinanzieren müssen?


0
 
 Versusdeum vor 13 Stunden 
 

Und wer hilft beim Ausstieg aus der DBK-/SyndWeg-Sekte mit u.a.

- Wortgottesdiensten auch ohne echte Not statt Jesu Auftrag zur Gegenwärtigsetzung Golgothas mit Wandlung in seinen Leib und sein Blut ("tut dies....")?
- ultimativer Forderung nach der Priesterweihe für Frauen, also systemat. u.a. Weihe-, Mess- und u.U. auch Lossprechungssimulationen?
- völliger Aufgabe biblischer Moral, u.a. im neuen kirchlichen Arbeitsrecht (man hätte ja statt "alles ist egal" auch ein "Kann-Kündigungsrecht" einführen können?)
- gegenkirchlichem "Kirchenparlament" gegen den ausdrücklichen Willen Roms, das zu 2/3 aus Laienfunktionären und Wasweißichwasallesaativisten bestehen soll und dessen Beschlüsse die vielen Mietlinge und Wölfe im Bischofsamt schon für "verbindlich" erklärt haben?
- einer "N"GO statt Kirche Gottes, die sogar während der radikal linken "Ampelregierung" eine Nichtwahlempfehlung gegen die einzige Bundestagspartei abgab, die deren suizidalen Kurs kritisierte. Vor der Stasi- und Todesstreifenpartei SED warnten sie nicht, die ist also wählbar!?
-...


0
 
 antony vor 20 Stunden 

@ ThomasMoore: Ist doch schön, dass es ordentlich gefeierte Messen auch bei Ihnen gibt.

Bei uns hier ist die deutliche Mehrheit der Messfeiern strikt am Messbuch entlang.

Liturgische Entgleisungen taugen eben nicht als Argument für eine Gruppe, die seit ihrer Gründung allen Päpsten gegenüber ungehorsam war.
Der eine Mist rechtfertigt nicht den anderen.


6
 
 antony vor 20 Stunden 

@ Versusdeum: Falsch ist, zu insunieren, dass man FSSPX-Aussteigern in den USA nur deshalb nicht hel

... weil es in Deutschland den synodalen Weg gibt.
Warum soll es absurd sein, Menschen zu helfen, die durch geistlich verbrämte Manipultion gehirngewaschen sind?

Und natürlich sind Gruppen besonders für sektenartige Strukturen anfällig, die sie sich strikt nach außen abgrenzen und nach dem Motto leben: "Wir sind die Elite und die einzig wahren Gläubigen!" Dort gibt es logischerweise kein Korrektiv von außen, wenn etwas schief läuft.


6
 
 Patroklos vor 21 Stunden 
 

Unzutreffende Gleichsetzung

Die Piusbruderschaft und andere der Tradition verbundene Gemeinschaften mit Sekten wie Scientology gleichzusetzen, die ihre Mitglieder manipulieren und aus denen man "aussteigen" muß, ist eine diffamierende Unverschämtheit.


2
 
 Johannes14,6 vor 21 Stunden 
 

Und gibt es auch ein Netzwerk

für "Recovery" der Verletzungen durch die Synodal BeWEGte Kirche ?

-- Pride Flags am Altar
-- "Es gibt 2 Geschlechter und noch ganz viel dazwischen" (Bischof Bätzing)
-- Weltliche Sexualpädagogik ab KITA
-- "Flächendeckend Abtreibungsmöglichkeiten" (ZDK Irme S.-K.)
-- "Ungeimpften kann das Hosianna nicht gelten" (B. Fürst)
-- "Lass Hirn regnen (auf die Impf - Unwilligen, Kard Schönborn)
-- Dome zu Impfstrassen
-- "C-Aufarbeitung? Nicht meine Baustelle." (ein Weihbischof)

Ich schreibe das als NICHT-Tradi und kann die Initiative nicht beurteilen.


2
 
 bücherwurm vor 22 Stunden 

@nekonata:

Wenn Sie sich hier lesen wollen, sollten Sie noch an der Feinjustierung mancher Ihrer Beiträge arbeiten. Im Gegensatz zu @chorbisch, dessen Feinjustierung in Ordnung ist... ;)


2
 
 Versusdeum vor 33 Stunden 
 

@antony

Was konkret an meinem ersten Posting war falsch?


0
 
 Antonius Bacci vor 34 Stunden 
 

Distanz hilft

Natürlich kann es solche Phänomene im traditionellen Sektor geben. Verursacht werden diese durch eine gewisse Wagenburg, die vor der umgebenden Welt und Kirche schützen soll. Auf der anderen Seite sind viele heutige "normale" Gemeinden auch nicht gerade einladend, was z. B. die Liturgie betrifft. Von daher kann man sich ja eine Kirche suchen, wo eine würdige Liturgie gefeiert wird, ob vetus oder novus Ordo. Ob man dann mit den Menschen vor Ort engeren Kontakt aufnehmen will, ist eine andere Frage. In der nachkonziliaren Kirche wird das Gemeinschaftserlebnis eh völlig überschätzt. Und Zurückhaltung und Distanz sind oft nicht die schlechteste Wahl, im traditionellen wie im modernen Lager.


0
 
 ThomasMoore vor 34 Stunden 

@antony

nun, es wäre ja schön wenn solche Experimentalgottesdienste nur eine bedauerliche Randerscheinung wären. Leider sind sie jedoch fast überall im deutschsprachigen Raum mittlerweile flächendeckend etabliert, und würdige Messen nach den einschlägigen Regeln eher die Ausnahme.

Wohl auch ein Grund, warum die FSSP-Messe in der Allerheiligenkirche am Kreuz in München und die im Novus Ordo vom "Alten Peter" so gut besucht sind - mit prächtigen traditionellen Kaseln, schöner Musik und einem NOM-Sonntagsamt auf Latein am Hochaltar - einen Volksaltar gibt es im Alten Peter nicht.


1
 
 Wirt1929 vor 34 Stunden 
 

Die Berichterstattung durch kath. net ist journalistisch nicht zu beanstanden. Der gewählte Zeitpunkt vor den in wenigen Tagen anstehenden, für viel Wirbel sorgenden Bischofsweihen der Piusbruderschaft bauscht, wie in den Kommentaren unkritisch von mir zu betrachtenden Meinungsaustausch, erzeugt Nachgeschmack und gießt Öl ins Feuer des fast schon erkennenden Hasses der sich gegenüberstehenden Meinungsträger. Ich wünschte mir mehr gemeinsames Gebet, um die schwierigen Hürden dieses religiösen „Kleinkrieges" zu überwinden. Die einseitig auf die Pius-Brüder gemünzten Vorwürfe sind so nicht hilfreich, da sie auch in anderen Gruppierungen vorkommen, die ich nicht toleriere. Bin auf Ab-oder Aufrüstung ideologischer Verhaltensweisen in der Berichterstattung in den kommenden Tagen gespannt mit dringlicher Bitte um Einheitsgebet. Die Muttergottes um Fürsprache zu bitten sollte dabei nicht vergessen werden.


0
 
 antony vor 36 Stunden 

@ discipulus: Volle Zustimmung!

Bei einigen Foristen hier gilt Kritik an der FSSPX als unmittelbare Kritik am wahren Katholizismus. Dem Kritiker werden Nähe zu oder Sympathien für Häresien unterstellt (1. Posting ganz unten von @ Versusdeum).
Und es wird getan, als ob die einzige Alternative zur FSSPX irgendwelche kirchenfernen Experimentalgottesdienste wären (@ ThomasMoore).

Genau so funktioniert geistliche Manipulation: "Bist du nicht für unsere Gruppe, bist du gegen Gott und Seine Kirche!"

Bin ich nach diesem Posting in den Augen einiger Foristen sicherlich auch. Sei's drum.


4
 
 discipulus vor 2 Tagen 
 

@Patrokolos: Gefahren adressieren, nicht leugnen

Nach den Erfahrungen, die ich bislang mit der Piusbruderschaft in Deutschland gemacht habe, bin ich bislang der Überzeugung, daß Begriffe wie "Gehirnwäsche" in diesem Zusammenhang nicht angebracht sind. Etwas anders sieht das in den USA und in Frankreich aus, dort tritt die Piusbruderschaft deutlich radikaler auf als hierzulande. Und auch hier gibt des die Gefahren, auf die @Parcival verweist, die durch ein zunehmend abgeschlossenes Milieu entstehen.

Wenn ich aber lese, wie jeder Hinweis in diese Richtung gleich als völlig unangebracht und als Angriff auf "die Tradition" diffamiert wird - auch in Ihrem Beitrag -, dann gehen bei mir alle Alarmglocken an, denn genau so ist das in Sekten, in denen der Vorwurf der Gehirnwäsche zutrifft.


6
 
 Parcival vor 2 Tagen 
 

@Versusdeum

Ich finde diesen Einwand nicht absurd. Natürlich muss niemand von der Piusbruderschaft „geheilt“ werden, als wäre die Zugehörigkeit eine Krankheit. Aber man sollte offen über die Folgen eines stark abgeschotteten Milieus sprechen dürfen. In meiner Arbeit begegnen mir immer wieder Menschen, die gelernt haben, die Welt, andere Katholiken und oft sogar Gott vor allem durch die Brille des Misstrauens zu betrachten. Angst, Schuldgefühle, Gewissensunsicherheit und die Vorstellung, nur die eigene Gruppe habe die Wahrheit bewahrt, sind keine Seltenheit. Viel zu selten wird gefragt, welche Auswirkungen bestimmte Denk- und Glaubensmuster auf die psychische Gesundheit, die Persönlichkeitsentwicklung und die Beziehungsfähigkeit haben. Genau darüber sollte man sprechen dürfen. Das ist keine Diffamierung, sondern eine notwendige Auseinandersetzung mit einer Realität, die Betroffene selbst beschreiben und die auch für Außenstehende nicht zu übersehen ist.


5
 
 Patroklos vor 2 Tagen 
 

Gehirnwäsche

Das Lehramt der Kirche gründet sich auf die Offenbarung UND die Tradition. Wenn diese nun plötzlich gegeneinander ausgespielt werden, ist dies eine andere Kirche, nicht die Kirche Christi.
Traditionell praktizierende und damit glaubenstreue Christen mit Sekten wie etwa Scientology gleichzustellen, aus deren Strukturen man "aussteigen" muß, ist eine unerhörte Diffamierung und eine Brüskierung aller, die es mit dem Glauben noch ernst nehmen.
Hat nun die Tendenz zur ideologischen Gleichschaltung, zur Nivellierung der Glaubenspraxis, zu intoleranter Ignoranz im Vorzeichen durch selbsternannte Wächter eingeforderter "theological correctness" auch schon die Kirche erfasst? Haben diese nur noch als kritiklose Betonköpfe zu bezeichnenden Leute noch eine Ahnung davon, was "katholisch" heißt? Wissen die noch, was wirklich häretisch ist?
Eine Ungeheuerlichkeit.


3
 
 chorbisch vor 2 Tagen 
 

@ Versusdeum

Wo habe ich geschrieben, dass ich mich "über formalen Ungehorsam" ärgere?

Ich ärgere mich über Beiträge, wie den von @Cosmas und den Ihrigen, denn sie haben wieder überhaupt nichts mit dem Thema zu tun.

Es geht hier um mögliche Fälle von geistlichem Missbrauch oder sektenähnlichem Verhalten bei der FSSPX, und sonst nichts!

Man könnte über die Glaubwürdigkeit der Anschuldigungen oder der Webseite reden, wie @siebenbuerger das getan hat.

Aber es geht in dem Zusammenhang nicht um TC, die geplanten Bischofsweihen oder dass und warum "Rom" den Synodalen Weg und andere Projekte dieser Art gewähren lässt.

Ich verstehe, dass all das Sie aufregt und erzürnt, aber es hat nicht mit dem Thema zu tun. Warum erwähnen Sie es also wieder mal?


7
 
 Versusdeum vor 2 Tagen 
 

@chorbisch

Nun ja, da geht es Ihnen ähnlich wie so manchen von uns - nur ganz anders. Ich z.B. bin es leid, dass die Kirche seit den Nachkonzilswirren praktisch alles durchgehen hat lassen - nur nicht die eigene Glaubens- und Liturgietradition. Den Frühling der "Vielfalt und Buntheit" (!?) in der Liturgie unter Papst Benedikt hatte man vor Ort erfolgreich kleingehalten und unter Franziskus mit dem unsäglichen "Gefängniswärter der Tradition" (TC) widerrufen und in die Entscheidung / Willkür des jeweils gerade amtierenden Ortsbischofs gelegt. Dass dieses unsägliche Papier bis heute nicht widerrufen würde, während die Mietlinge und Hirten im schwarzen Anzug in Deutschland buchstäblich mit uns tun und lassen können, was sie wollen (sogar eine andere Kirche gründen!!!), konterkariert die vielen guten Signale, die bisher vom neuen Pontifikat ausgegangen sind. Und Sie ärgern sich über formalen Ungehorsam?


2
 
 siebenbuerger vor 2 Tagen 
 

Wirklich das Problem?

@rainier und andere...
Nach langer Zeit schreibe ich hier noch wieder etwas: Diese Seite will sog. Traditionalisten auf Mainstream-Kurs bringen. Ist das heute wirklich das Problem? Ist das Problem des Glaubensverlustes zugunsten einer rein innerweltlichen, politischen Agenda nicht weit größer? Für mich wirkt das wie ein Arzt, der den Fusspilz eines Patienten behandelt, während der Patient einen Herzinfarkt und eine Lungenentzündung hat!
Ausserdem wird auf Trad Recovery auch vieles von Larry Chapp veröffentlicht, ein extremer Kritiker von z.B. Athanasius Schneider. Ein Mensch mit einer schon stark an die Freimaurer erinnerden Lehre von der Religion (Universalismus), Gegner des Zöllibat usw. Meinen die wirklich damit liessen sich Leute von der Piusbruderschaft abwerben...?


7
 
 chorbisch vor 2 Tagen 
 

@ Cosmas

Sie wollen doch hoffentlich nicht ernsthaft die im Artikel und einigen Kommentaren geschilderten Missbräuche durch die Existenz von TC rechtfertigen?

Das Eine hat mit dem Anderen aber auch gar nichts zu tun. Außer vielleicht, dass in beiden Fällen Menschen ihre Machtposition oder ihre Ausstrahlung dazu nutzen, andere Menschen zu ducken und zu quälen.

Ich halte mich auch für einen eher konservativen Menschen, aber die hier immer wieder auftauchende Unsitte, mögliche Fehler auf Seiten der Tradition mit tatsächlichen oder nur gefühlten Fehlern der "Modernisten", Linken etc. zu entschuldigen, stößt mich mehr und mehr ab.

Diese Denkweise ist ja nicht nur auf theologische Fragen beschränkt, auch bei Debatten um die AfD findet man das regelmäßig, leider.


6
 
 rainier vor 2 Tagen 
 

Wer ist der geistige Urheber dieses Netzwerkes???

Ich erlebt in der überlieferten Heiligen Messe nur fröhliche, meist junge Menschen, die anschließend auf dem Kirchplatz lachend beieinander stehen. Auch in der Heiligen Messe selbst sehe ich gesammelte Andacht, aber niemals Angst, sondern große Zuversicht.

Ist die Tradition nicht eine Säule des Katholischen Glaubens, von den Krichenvätern angefangen? So jedenfalls habe ich es im Katechismusunterricht gelernt. Die Offenbarung Gottes, die Heilige Schrift, die Tradition der Kirche, und das Sacerdotium mit dem Papst an der Spitze sind DIE Säulen des Katholischen Glaubens.


6
 
 golden vor 2 Tagen 
 

Gottes Erwählung ernstnehmen !

Immer geht es in heutigen Missions-Betrachtungen darum,wie Menschen andere Menschen "erreichen" können, zu sammeln vermögen:Aber Gottes Wort soll schlicht verkündet werden.Bei der Frage,wie viel Prozent der Hl. schrift bzw. der Tradition zu verkündigen ist,wird gerne gerechnet:0- 100 Prozent.Das Motto "wie hättet ihr es denn gern ?" ist aber nicht christlich.Bibel sagt: Gott erwählt die menschen;sie warnt,sich selbst einen Götzen zu machen,der z.B. 50 Prozent christlich noch sei.
Dann muss man einfach sagen:charakterlich und vom Glaubensgeschmack her (hier nur Hilfsbegriff)sind die einen für den sprichwörtlichen Stuhlkreis, andere für knieende Anbetung.Hier ist Geduld und Glaube der Heiligen (vgl.Apokalypse),um zu erkenne,was dem Glauben in der Endzeit entspricht.


1
 
 ThomasMoore vor 2 Tagen 

Nachtrag zu lokaler Pfarrkirche

Zur Pfarrfronleichnamsprozession ging ich nicht hin, denn es konnte nicht augeschlossen werden, daß eine/r der mittlerweile 3 "Pastis" möglicherweise die Monstranz trägt. Dazu kam es laut Berichten zwar nicht, aber als "Evangelium" hat die Pastoralassistentin an einem Altar eine Geschichte über Zwerge verlesen.
Wie katholisch war dagegen die Prozesion der FSSPX in München:
-es wurde Rosenkranz auf dem Weg zwischen den Altären gebetet
-es wurden eucharistische Lieder gesungen wie "Ihr Engel allzumal"; "Kommt herab ihr Himmelsfürsten" und "O Christ hie merk", nicht einfach nur "Lobe den Herren".
- alle knieten sich beim Segen und wenn die Monstranz vorbeizog selbsverständlich hin.
-am Josefsaltar wurde auch ein Fürbittgebet zum Hl. Josef gebetet, etc pp.


7
 
 Karlmaria vor 2 Tagen 

Ich bin ja erst vor 21 Jahren katholisch geworden

Bei den Evangelikalen gibt es das beschriebene Verhalten ja genau so. Insofern war ich schon vorgewarnt weil ich ja auch ein alter Feuerbächer bin sind mir die bekannten Muster bei der Piusbruderschaft gleich aufgefallen. Ich merke das schon wenn ich rein komme dass ich kaum Luft bekomme. Es ist eben so dass es vor allem um die Barmherzigkeit geht. Jeder sündigt jeden Tag viele Mal und da geht es vorne und hinten und immer nur um die Barmherzigkeit und irgendwelche Rechthaberei ist völlig daneben. Das größte Wunder ist dass Gott uns trotzdem liebt. Gott und Maria lieben natürlich auch jeden von der Piusbruderschaft. Das darf man nie vergessen!


5
 
 JP2B16 vor 2 Tagen 
 

Werter @Versusdeum, ein Schwarz-Weiss-Denken wird einem begründeten Anliegen nie gerecht, ...

...wie den hier thematisierten ideologischen "Traditionalismus" mit einem ebenso ideologischen "Modernismus" rechtfertigen zu wollen. Die Zeugnisse der "Aussteiger" sind glaubwürdig. Ich bitte mir nachzusehen, dass ich hier meine persönlichen, um die Jahrtausendwende gemachten Erfahrungen mit einer anderen "traditionalistischen", von Rom anerkannten Priester-Gemeinschaft (nicht St. Petrus), nicht preisgeben möchte. Wir sind alle "Menschen", fehlbare - bei Pius wie in der pro-synodalen DBK. Besorgte Menschen auf ihre jeweils eigene Art, die ihr Vertrauen in den Herrn verloren haben. Gerade in dem Wissen, dass Sorge zu Verwirrung führen kann, hat unser Herr den Petrusdienst eingesetzt. Allen Bewegungen über die zwei Jahrtausende, die sich von diesem Dienst am Ende losgesagt haben, ging Verwirrung und Ungehorsam voraus. Der Geist des Deutschen Synodalen Wegs ist längst schismatisch, auch wenn das Schisma formal noch nicht vollzogen ist. Wir leben in Zeiten der Verwirrungen - der Drangsal.


7
 
 Fatima 1713 vor 2 Tagen 
 

Was es alles gibt...

Mehr fällt mir dazu nicht ein...


1
 
 Christianlay vor 2 Tagen 
 

Keine gute Idee

Mein Vorschlag: Ein Aussteigerprogramm aus der feministischen Theologie, der marxistischen Befreiungstheologie und der LGBTQ- Ideologie wäre viel notwendiger.
Uwe Lay Pro Theol Blogspot


5
 
 gebsy vor 2 Tagen 

Vergelt's Gott!

Dieser Hinweis ist dann hilfreich, wenn es dem Betrachter gelingt, 1 Thess 5,21 zu realisieren ...

www.bibleserver.com/EU.LUT/1.Thessalonicher5,21


1
 
 Hängematte vor 2 Tagen 
 

Eine meiner Töchter war mit einem erwachsenen Ministranten der Piusbruderschaft

befreundet. Er war ein totaler Macho und hat sie missbraucht. Jeden Sonntag hat er in der Kirche der Piusbrüder ministriert und vorher gebeichtet. Es war auf die Dauer mit ihm nicht auszuhalten.
Was für eine Heuchelei!!!
Scheinbar zählt dort nur der Buchstabe.
In den Kommentaren würde ich mir eine Diskussion über den Inhalt wünschen - ud nicht immer mit dem Hinweis auf die ZdK-Kirche.
Zur Freiheit der Kinder Gottes sind wir berufen und nicht zur Angst.


7
 
 Cosmas vor 2 Tagen 
 

Solange es nur Worte und keine Taten von Rom gibt, wird es nicht funktionieren

Bischöfe verbieten weiterhin brutal die Alte Messe selbst in Einzelfällen, etwa für Pilgergruppen, und in getrennten Kapellenn! Solange Papst Leo 'Traditionis Custodes' nicht angreift, wird es kein Vertrauen geben.


3
 
 ThomasMoore vor 2 Tagen 

Besuch der lokalen Messe akzeptabel?

"...dass es für Katholiken vollkommen akzeptabel ist, die Messe in ihrer lokalen Diözesankirche zu besuchen..."

Wirklich?
-Liturgische Mißbräuche sind an der Tagesordnung,z. B. "Seht das gebrochene Brot, das uns einlädt zum Tisch des Herrn"
-eine Pastoralassistentin, die das Magnificat zum feministischen Befreiungslied umdeutet
-Laienpredigten in der Messe, die nicht erlaubt sind.
-Predigten, die nur an der Oberfläche kratzen und keinen geistlichen Tiefgang haben
-ein Pfarrer, der meint 2 Messen pro Woche in der Pfarrkirche sind völlig ausreichend, die eigentlich gebotene tägliche Messfeier sei eine Überforderung. Er will auch nicht, dass Gastpriester, die gern zelebrieren würden, Messen außer der Reihe anbieten. Es gibt keine Messe an Hochfesten, wenn sie nicht auf einen Dienstag oder Sonntag fallen.
-Bei der Firmvorbereitung gab es keine Beichte. Stattdessen sollte die Bewerber Dinge die sie am Fortkommen hindern, auf Steine schreiben, die wurden am Altar platziert.


9
 
 Stefan Fleischer vor 2 Tagen 

Q.E.D.

"quod erat demonstrandum." (was zu beweisen war)
Die Piusbruderschaft ist nur eine von mehreren (vielen?) Richtungen innerhalb der traditionalistischen Bewegung. Es zeigt sich wieder einmal, dass eine Einheit der Kirche ohne eine verbindliche, zentrale Autorität nicht möglich ist. Wer also am Papsttum rüttelt, kultiviert Spaltpilze noch und noch. Dass sich nun diese Autorität mit jeder einzelnen dieser Gruppen herumschlagen sollte, ist vernünftigerweise nicht zu erwarten, zumal viele von ihnen unter Dialog nur die Präsentation ihrer Forderungen verstehen.


4
 
 antony vor 2 Tagen 

Die Illustration mit dem Petersplatz ist irreführend.

Der Riss geht nicht mitten durch den Petersplatz, sondern verläuft irgendwo vor, neben oder hinter dem Vatikan.


3
 
 Versusdeum vor 2 Tagen 
 

Welche Absurdität, Menschen von Pius "heilen" zu wollen,

während mindestens eine praktisch komplette Bischofskonferenz (DBK) sich immer tiefer in gravierende Häresien verstrickt, bereits präschismatische Akte gesetzt hat und vielleicht schon bald zig Millionen Gläubige mit in ein (dann auch ganz) offenes Schisma und in eine lokale (post-?) christliche Sekte zu reißen droht. Aber offenbar haben Rom (keinerlei Sanktionen angedroht) und
die Initiatoren dieses "Aussteigerprogramms" (!)
weniger Probleme mit offenem, aber salamitaktisch klügerem, Glaubensabfall und Auflehnung gegen Rom UND Gott, als mit den "Fußkranken" der Kirche, die lieber auf Felsengrund stehenbleiben.


6
 

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