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Der Sämann und das Vertrauen Gottes: Die Fruchtbarkeit des göttlichen Wortes

vor 4 Tagen in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Leo XIV. beim Angelus in Castel Gandolfo. Die Kraft des Wortes Gottes, das Vertrauen des Vaters und die Früchte des Heiligen Geistes. Das Wirken des göttlichen Wortes im Herzen des Menschen. Von Armin Schwibach


Castel Gandolfo (kath.net/as) Am Fünfzehnten Sonntag im Jahreskreis legte Papst Leo XIV. beim Angelus in Castel Gandolfo das Gleichnis vom Sämann aus dem Matthäusevangelium aus (Mt 13,1-23). Die Liturgie stelle mit diesem Gleichnis die Großzügigkeit und das Vertrauen vor Augen, „mit denen Gott sein Wort in unsere Herzen sät und seine Kraft in uns wirken lässt“.

Im Mittelpunkt der Betrachtung stand Christus selbst. Jesus sei, so erklärte der Papst, „das fleischgewordene Wort, der sein Leben für unser Heil hingegeben hat“. Er sei „der Same, den der Vater weiterhin in die Welt aussät, damit er sterbend reiche Frucht bringe (vgl. Joh 12,24)“. Dieses Wort begegne im Herzen des Menschen unterschiedlichen Voraussetzungen. Es falle manchmal auf harten und unempfänglichen Boden, manchmal auf unachtsamen Boden, ähnlich dem festgestampften Boden der Wege, dem steinigen Grund, den Dornenbüschen. Zugleich gebe es jene Augenblicke, in denen es auf aufnahmebereiten und fruchtbaren Boden treffe. Dann entstünden „Wunder der Liebe, die alles andere verändern können, wie auch wir es sicherlich in unserem Leben erfahren haben“. Gerade deshalb höre der Vater niemals auf zu säen. Er wisse, so erläuterte der Papst, „dass die Kraft seiner Liebe stärker ist als unsere Schwäche (vgl. 2 Kor 12,9–10)“. Das göttliche Handeln richte sich nicht nach den Grenzen des Menschen, sondern nach der Macht der Gnade, die selbst dort wirke, wo der Mensch seine eigene Empfänglichkeit kaum mehr wahrnehme.


Zur Vertiefung dieser Auslegung verwies Leo XIV. auf den heiligen Johannes Chrysostomos. Der Kirchenvater frage im Blick auf den Samen des Wortes Gottes: „Welchen Sinn soll das haben, in Dornen zu säen, auf Felsen und auf einen Weg? Bei wirklichem Samen und einem wirklichen Weg hätte es allerdings keinen Sinn, wo es sich aber um Seelen und deren Unterweisung handelt, da verdient dies gar großes Lob“ (Kommentar zum Evangelium des hl. Matthäus, 44, 3). Darin werde sichtbar, dass Gott den Menschen niemals aufgebe. Denn in Gottes Händen, so zitierte der Papst weiter, könne „ein Felsen umgewandelt und zu fruchtbarem Erdreich gemacht werden und ein Weg kann dem Gebrauch entzogen und nicht mehr jedem Vorübergehenden zugänglich sein und dafür zum fetten Ackerland werden; und die Dornen können beseitigt werden, damit der Same ruhig darauf gedeihe“ (ebd.).

Daran anknüpfend hob Leo XIV. hervor, Gottes Großzügigkeit gegenüber dem Menschen sei weder blind noch unüberlegt. Sie sei vielmehr nicht naiv, sondern weise. Sie erkenne in uns ein gutes Potential, dessen wir uns manchmal selbst gar nicht bewusst seien. Eben deshalb höre der Herr nicht auf, an den Menschen zu glauben. Er kenne den Boden des menschlichen Herzens besser als der Mensch selbst und glaube weiterhin „an das, was wir sind, und an das, was wir Tag für Tag werden können, wenn wir uns ihm im Glauben anvertrauen“. Aus der Unentgeltlichkeit, mit der Gott den Samen ausstreue, und aus der Demut und Bereitschaft, mit der der Mensch ihn aufnehme, wüchsen, so führte der Papst weiter aus, die Früchte des Heiligen Geistes heran und breiteten sich im Leben der Gläubigen aus. Unter Hinweis auf den Galaterbrief zitierte Leo XIV. die Worte des Apostels Paulus: „Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Enthaltsamkeit“. Mit Blick auf die Gegenwart stellte er fest: „Wie sehr bedarf unsere Welt doch dieser Früchte, wie wohl täte es ihr, von ihnen erfüllt und verwandelt zu werden“.

Abschließend richtete Leo XIV. den Blick auf die Zeit der Ferien. Diese biete Gelegenheit, dem Wort Gottes bewusst Raum zu geben. Er rief dazu auf: „Bemühen wir uns also, besonders in diesen Ferientagen, dem Hören, dem Lesen und der Betrachtung des Wortes Gottes Raum zu geben und neben der Erholung und dem gesunden Vergnügen auch bedeutsame Momente der Stille und des Gebets zu pflegen“. Auf diese Weise werde man „mit erfrischtem Körper und Geist zu unseren gewohnten Aufgaben zurückkehren, dazu bereit, die Frohe Botschaft des Evangeliums zu verkünden, und immer besser dazu in der Lage, am Wachstum des Reiches Gottes mitzuwirken“.

 


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