Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Eine „Erzbischöfin“ stürzt die Anglikanische Kirche ins Chaos
  2. Was Charlie Kirk Friedrich Merz antworten würde
  3. „Der Wahlausgang in Berlin im September 2026 gibt vielen Bevölkerungsgruppen Anlass zur Sorge“
  4. "Marsch für das Leben"-Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  5. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Kirche in der Krise – und wie wir sie nicht retten sollten“
  6. Irreversibel – die Diktatur des Geschehenen. Wenn die Geschichte zum ‚Lehramt‘ wird
  7. Fünf weibliche Opfer von Pater Marko Ivan Rupnik schreiben offenen Brief an Papst Leo XIV.
  8. Katholische Cityseelsorge St. Gallen Mitveranstalter von ‚Drag-Show‘
  9. BDKJ und eine doch getaufte Kandidatin im Bundesvorstand
  10. Niederlande: Ein zweijähriges Kind wurde durch Euthanasie getötet
  11. Salzburg: 1.000 Gläubige bei Adoratio-Kongress zu "Himmlischer Friede"
  12. Bei öffentlichen Anlässen: Kanadas Militärkapläne dürfen nicht über Gott sprechen
  13. Der Katholik Macron wird bei keiner der drei Papstmessen in Frankreich mitfeiern
  14. Tausende Teilnehmer bei Pro-Life-Kundgebungen in Berlin, Köln und Zürich
  15. Wien: Rund 20.000 Teilnehmer bei ökumenischem "Marsch für Jesus"

Österreich: BMI-Lagebericht 2025 zeigt spürbaren Anstieg von Christenfeindlichkeit

28. Juli 2026 in Österreich, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Vermehrt Angriffe aus Sakralstätten verzeichnet - Im Bereich der Christenfeindlichkeit besaß mehr als jeder zweite Tatverdächtige keine österreichische Staatsbürgerschaft - Noch häufiger sind muslimfeindliche und antisemitische Vorfälle


Wien (kath.net/KAP) Im Jahr 2025 wurden in Österreich insgesamt 6.751 vorurteilsmotivierte Straftaten polizeilich registriert. Religiöse Feindlichkeit bildet dabei nach der "Weltanschauung" und der "Nationalen oder ethnischen Herkunft" das dritthäufigste Tatmotiv im Land. Dies geht aus dem aktuellen fünften Lagebericht "Hate Crime 2025" des Bundesministeriums für Inneres (BMI) hervor. Insgesamt wurden im Bereich der Religionsfeindlichkeit 696 Vorurteilsmotive dokumentiert. Dabei dominieren antimuslimische und antisemitische Straftaten.

Innerhalb der dokumentierten Religionsfeindlichkeit zeigt sich eine klare Verteilung, bei der die Muslimfeindlichkeit mit 264 Motiven beziehungsweise 38 Prozent der am häufigsten erfasste Bereich bleibt. Der Antisemitismus liegt mit 247 dokumentierten Fällen und einem Anteil von 35 Prozent knapp dahinter. Die Christenfeindlichkeit verzeichnete hingegen einen spürbaren Anstieg (29 Prozent gegenüber dem Vorjahr) auf insgesamt 133 Motive, was rund 19 Prozent der gesamten religiösen Kategorie ausmacht. Delikte gegen andere Religionsgemeinschaften blieben mit 52 Motiven und einem Anteil von 7 Prozent weitgehend konstant.

Sakralstätten im Visier 

Besonders signifikant war im Jahr 2025 die erhöhte Erfassung christenfeindlicher Angriffe auf Sakralstätten wie Kirchen, Friedhöfe und Denkmäler. Von den insgesamt 21 dokumentierten antireligiösen Vorfällen an Sakralstätten waren 12 christenfeindlich motiviert, wobei sich diese Taten primär als schwere Sachbeschädigungen äußerten. 


Demgegenüber traten antimuslimische Vorfälle vor allem im öffentlichen Raum auf, wo die Polizei 69 öffentliche Vorfälle registrierte. Der Antisemitismus äußerte sich hingegen massiv im digitalen Raum, da mehr als jede dritte antisemitische Straftat beziehungsweise 94 Fälle online als Hassposting oder durch die Gutheißung terroristischer Straftaten begangen wurden.

Die demografische Auswertung der Tatverdächtigen im Bereich der Religionsfeindlichkeit liefert differenzierte Ergebnisse nach den jeweiligen religiösen Zielgruppen. Bei der Christenfeindlichkeit stechen besonders Jugendliche im Alter von 14 bis unter 18 Jahren heraus, die mit 27 Tatverdächtigen die auffälligste Gruppe bildeten. Gegen Muslime und Juden agierten hingegen vorwiegend ältere Tätergruppen, bei denen die 25- bis 40-Jährigen mit 70 beziehungsweise 55 Tatverdächtigen sowie Personen über 40 Jahre mit 87 beziehungsweise 68 Tatverdächtigen dominierten.

Markante Unterschiede gibt es auch bei der Staatsbürgerschaft der ermittelten Personen. Während der generelle Anteil von Fremden an allen Hate-Crime-Tatverdächtigen im Land bei lediglich 28 Prozent liegt, besaß im Bereich der Christenfeindlichkeit mehr als jeder zweite Tatverdächtige beziehungsweise 57 Prozent keine österreichische Staatsbürgerschaft. Bei der Muslimfeindlichkeit lag dieser Anteil bei 43 Prozent, wohingegen antisemitische Delikte zu 74 Prozent von österreichischen Staatsbürgern verübt wurden und folglich nur 26 Prozent fremde Tatverdächtige aufwiesen.

Hohe Aufklärungsquote

Österreichweit blieb die Kriminalitätsbelastung mit konstant 80 Vorurteilsmotiven pro 100.000 Einwohnern stabil auf dem Niveau des Vorjahres. Im regionalen Vergleich verzeichnete Vorarlberg relativ zur Wohnbevölkerung die höchste Erfassungsintensität mit 148 Motiven pro 100.000 Einwohnern, während Tirol mit 51 Motiven pro 100.000 Einwohnern das Schlusslicht bildet. Die polizeiliche Aufklärungsquote bei Hate Crimes liege dank gezielter Schulungsmaßnahmen mit 71 Prozent weiterhin deutlich über dem Schnitt der polizeilichen Anzeigenstatistik bei der Gesamtkriminalität, der im Jahr 2025 bei 53,6 Prozent lag, wie der Bericht hervorhebt.

Innenminister Gerhard Karner betonte bei der Präsentation der Zahlen eine besorgniserregende Entwicklung: Die Hasskriminalität im Land werde zunehmend "jünger und digitaler". Da bereits ein Drittel der Tatverdächtigen unter 21 Jahre alt ist und das Internet mit Abstand den häufigsten Tatort darstellt, müsse die Bekämpfung genau dort ansetzen. Karner verwies auf den bundesweiten Präventionsschwerpunkt "Sicher und FAIRnetzt" sowie auf den in Ausarbeitung befindlichen Nationalen Aktionsplan gegen Hasskriminalität. 

Von der SPÖ äußerte sich Mario Lindner per Aussendung: Der Bericht mit den weiterhin "erschreckenden" 6.700 angezeigten Hassverbrechen verdeutliche die Wichtigkeit des Aktionsplans, so der Gleichbehandlungssprecher. In Zusammenarbeit mit Zivilgesellschaft und Selbstvertretungsorganisationen müsse es dabei vor allem um die Senkung der Dunkelziffer und den Kampf gegen Ursachen von Hasskriminalität gehen. "Unsere Gesellschaft darf sich nicht daran gewöhnen, dass unsere Mitmenschen wegen ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Hautfarbe, wegen ihrer Religion oder ihres sozialen Status angegriffen werden", so Lindner. 

Opposition kritisiert Verzögerungen beim Opferschutz

Deutliche Kritik kam hingegen von den Grünen. Deren Sicherheitssprecher David Stögmüller warf der Bundesregierung Untätigkeit vor und bezeichnete Verzögerungen beim Inkrafttreten des Aktionsplans als "unverantwortlich". Notwendig sei ein weit massiverer Fokus auf die Präventionsarbeit an Schulen sowie der Ausbau der digitalen Medienkompetenz. Hassverbrechen seien direkte Angriffe auf eine offene, demokratische Gesellschaft, weshalb der Staat die Pflicht habe, Betroffene wirksam zu schützen und Täter schneller zur Verantwortung zu ziehen.

(Lagebericht: Hate Crime 2025 https://www.bmi.gv.at/408/projekt/files/244_2026_hate_crime_bericht_2025_v20260717_webbf.pdf)


Copyright 2026 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
 (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Anerkanntes Wunder von Fulton Sheen: Baby nach 61 Minuten Atemstillstand lebt, heute kerngesund
  2. Wien: Rund 20.000 Teilnehmer bei ökumenischem "Marsch für Jesus"
  3. Tausende Teilnehmer bei Pro-Life-Kundgebungen in Berlin, Köln und Zürich
  4. Jesus in Hollywood: Eucharistische Prozession in den Straßen der Filmmetropole
  5. Papst-Vigil in Paris mit Jesus zugeschriebener "Heiliger Tunika"
  6. Katholische Cityseelsorge St. Gallen Mitveranstalter von ‚Drag-Show‘
  7. Niederlande: Ein zweijähriges Kind wurde durch Euthanasie getötet
  8. Leo XIV. besucht als erster Papst die wiederaufgebaute Notre-Dame
  9. Die Güte Gottes und die Freude am Glauben
  10. Zum Abschied einer Pastoralraumleiterin
  11. Der 11. September und die Notwendigkeit eines kämpferischen Christentums
  12. Was Charlie Kirk Friedrich Merz antworten würde
  13. Eine „Erzbischöfin“ stürzt die Anglikanische Kirche ins Chaos
  14. Bischof Oster benennt Unterschiede zwischen deutsch-synodalem Weg und vatikanischer Weltsynode
  15. Er war einer der Gründer der polnischen Lebensschutzbewegung: Pfr. Stanisław Małkowski verstorben

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz