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Kinder und Familien zur Eucharistie begleiten

vor 5 Stunden in Spirituelles, keine Lesermeinung
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Praktische Fortsetzung des Essays zur Glaubensweitergabe. Von Archimandrit Dr. Andreas-Abraham Thiermeyer


Eichstätt (kath.net/pl) 1 Sakramente empfangen und im Glauben wachsen
Kinder lernen den Glauben durch Menschen kennen, die mit ihnen beten, von Christus erzählen und Gottesdienst feiern. Der Essay Glaubensweitergabe im Wandel der Zeit hat diesen Zusammenhang für Ausbildung und Seelsorge beschrieben. Hier geht es um seine praktische Anwendung: Wie können Priester, Diakone und Katecheten Kinder und Familien zur Eucharistie begleiten? Die Erfahrungen der frühen Kirche geben dafür eine Richtung vor. Aus ihnen werden ein gemeinsamer Weg, einfache Übergabefeiern und eine Begleitung über den Festtag hinaus entwickelt.

Zwischen Kindertaufe und Erstkommunion liegen oft Jahre mit wenig Kontakt zur Gemeinde. Manche Kinder haben kaum Erfahrungen mit Gebet und Gottesdienst. Ein kurzer Vorbereitungskurs kann diese Lücke nur begrenzt schließen. Deshalb müssen wir sowohl die heutige Reihenfolge der Sakramente als auch die Begleitung der Familien bedenken.

Taufe, Firmung beziehungsweise Myronsalbung und Eucharistie bilden die christliche Initiation, die Eingliederung in Christus und seine Kirche. In der Taufe beginnt dieses neue Leben. Die Firmung stärkt es durch die besondere Gabe des Heiligen Geistes. Die Eucharistie vollendet die Eingliederung und nährt den Glauben immer neu. Schon das getaufte Kind besitzt die volle Würde eines Christen.15 Es braucht Menschen, mit denen es entdecken kann, was ihm geschenkt ist. Auch Eltern sollen dabei mit ihren eigenen Fragen und Hoffnungen zu Wort kommen.

Die folgenden Überlegungen treten für eine Rückkehr zur gemeinsamen Feier dieser Sakramente ein. Zugleich bieten sie einen Weg für die heutige Pfarrei. Kinder, die ihre erste Kommunion vorbereiten, können ihn ebenso mitgehen wie Kinder, die bereits kommunizieren. Für diese ist das gemeinsame Fest eine Vertiefung ihrer Gemeinschaft mit Christus. Diese Unterscheidung begleitet alle weiteren Schritte.

2 Was wir von der frühen Kirche lernen können
Der Glaube wächst in der feiernden Gemeinde. Justin berichtet um die Mitte des zweiten Jahrhunderts, dass Neugetaufte zur versammelten Gemeinde geführt werden. Auf die Taufe folgen gemeinsames Gebet und Eucharistie. Zur sonntäglichen Feier gehört auch die Hilfe für Bedürftige.16 Daraus ergibt sich eine einfache Folgerung: Kinder brauchen eine Gemeinde, in der sie Glauben miterleben können. Eigene Treffen bereiten sie auf diese Gemeinschaft vor und führen in sie hinein.

Das Kreuz begleitet den Alltag. Tertullian und Kyrill von Jerusalem beschreiben, wie Christen bei alltäglichen Tätigkeiten ihre Stirn mit dem Kreuz bezeichnen.17 Eine heutige Kreuzübergabe kann daran anknüpfen. Das Zeichen wird vertraut, wenn Eltern ihr Kind damit segnen und es selbst das Kreuzzeichen lernt. Seine Bedeutung erschließt sich durch die Worte und die Zuwendung, die es begleiten.

Die Gemeinde gibt Worte des Glaubens weiter. Kyrill erklärt das Glaubensbekenntnis als Zusammenfassung der biblischen Botschaft. Bei seiner Übergabe, der traditio symboli, hören die Taufbewerber den Glauben der Kirche. Bei der späteren Wiedergabe, der redditio symboli, sprechen sie ihn selbst aus. Die örtlichen Formen waren verschieden.18 Auch heute darf die Gemeinde zuerst bekennen. Kinder hören zu und wachsen in diese Worte hinein. Das gemeinsame Bekenntnis soll Vertrauen wecken; eine öffentliche Einzelprüfung würde leicht beschämen.

Das Vaterunser führt ins gemeinsame Beten. Augustinus verbindet die Einführung in dieses Gebet mit dem zuvor übergebenen Bekenntnis. Was Christen glauben, bringen sie betend vor Gott. Cyprian betont das gemeinsame „Wir“ des Gebets und deutet die Brotbitte auch auf die Eucharistie.19 Die Übergabe des Vaterunsers verbindet deshalb das Hören auf Jesus mit dem Beten. Zu Hause wird seine Bedeutung erfahrbar, wenn Menschen danken, teilen und um Vergebung bitten.

Persönliche Begleitung und Unterweisung gehören zusammen. Egeria schildert für Jerusalem die Anmeldung der Taufbewerber, ihre Begleitung durch Bürgen und den Unterricht in Schrift und Bekenntnis. Die dabei genannten „Väter“ und „Mütter“ waren geistliche Begleitpersonen.20 Darin liegt eine bleibende Anregung: Wer den Glauben kennenlernt, braucht Menschen, die mitgehen. Einige verlässliche Begegnungen können mehr bewirken als ein dichtes Programm ohne persönliche Beziehung.

Nach der Feier geht das Lernen weiter. Ambrosius und die unter Kyrills Namen überlieferten mystagogischen Katechesen erklären die bereits empfangenen Sakramente.21 Mystagogie bedeutet, das Gefeierte nach und nach tiefer zu verstehen. Auch Kinder können erzählen, was sie gehört und erlebt haben. Daraus wächst ein Gespräch über Christus, über das Amen beim Kommunionempfang oder über die Stille. Dieses Weiterlernen verbindet die alte Überlieferung mit der heutigen Begleitung.

3 Die Reihenfolge der Sakramente neu bedenken
Die heutige Praxis im lateinischen Westen

Im lateinischen Westen werden Kinder meist als Säuglinge getauft. Die Erstkommunion folgt gewöhnlich im Schulalter, die Firmung vielerorts erst im Jugendalter. Die verbreitete Reihenfolge lautet damit Taufe – Eucharistie – Firmung. Sie weicht leider vom altkirchlichen Ideal Taufe – Firmung – Eucharistie ab. Dadurch wird weniger deutlich, dass die drei Sakramente zusammengehören und die Eucharistie ihre Vollendung ist. Der Wert der empfangenen Sakramente und die aufrichtige Glaubensbegleitung vieler Gemeinden stehen damit nicht infrage.

Diese Trennung ist geschichtlich gewachsen. Im Westen blieb die Firmung gewöhnlich dem Bischof vorbehalten. Mit der Ausbreitung der Gemeinden wurde es schwieriger, sie unmittelbar mit jeder Taufe zu verbinden. Später wurden auch die Vorbereitung und das Alter für den Kommunionempfang anders beurteilt. So entstanden unterschiedliche Abstände zwischen den Sakramenten. 

Die Kinderkommunion ist auch im frühen lateinischen Westen bezeugt, etwa bei Cyprian. Das Vierte Laterankonzil verlangte 1215 nach Erreichen der Unterscheidungsfähigkeit jährliche Beichte und wenigstens österliche Kommunion; einen Erstkommunionjahrgang legte es nicht fest. Quam singulari wandte sich 1910 gegen einen zu späten Erstempfang. Die heutige Praxis ist also das Ergebnis einer Entwicklung und kann erneut geprüft werden. 

Die bewahrte Ordnung der Ostkirchen
Die Ostkirchen halten grundsätzlich an der Reihenfolge Taufe –Myronsalbung – Eucharistie fest. Besonders in der byzantinischen Tradition werden alle drei Sakramente auch kleinen Kindern in engem Zusammenhang gespendet. Die Myronsalbung entspricht der Firmung, sie ist die „Besiegelung“ und Abschluss der Taufe. Das Kind wird danach zur Kommunion geführt und soll weiterhin am eucharistischen Leben teilnehmen. Für die katholischen Ostkirchen sichern das gemeinsame Kirchenrecht und die jeweiligen eigenen Ordnungen diesen Zusammenhang. 

Aus diesem Verständnis heraus sind die Ostkirchen mit einer Umkehrung der Reihenfolge nicht einverstanden. Der erste Kommunionempfang soll auf die Myronsalbung folgen. Im katholisch-orthodoxen Dialog wurde dieser Einwand ausdrücklich festgehalten: Das Dokument von Bari bezeichnet 1987 die gemeinsame Feier der drei Sakramente als bleibendes Ideal beider Kirchen. Es nennt die orthodoxen und auch katholischen Vorbehalte gegen die Kommunion vor der Firmung und fordert eine gründliche theologische und pastorale Prüfung. 

Der Einwand betrifft den inneren Zusammenhang der Gaben Gottes. Wer ihn ernst nimmt, lernt, die eigene Praxis auch mit den Augen anderer Kirchen zu betrachten. Das ist besonders dort nötig, wo Familien verschiedener kirchlicher Traditionen in derselben Pfarrei begleitet werden.

Zur altkirchlichen Reihenfolge zurückkehren
Der lateinische Westen sollte deshalb entschlossen nach Wegen suchen, die altkirchliche Reihenfolge wiederherzustellen. Dafür sprechen die Einheit der Sakramente, die ökumenische Verantwortung und praktische Erfahrungen der Seelsorge. Die Firmung würde wieder deutlicher mit der Taufe verbunden; die Eucharistie erschiene als Ziel der Eingliederung und als bleibende Nahrung des Glaubens. Eine solche Erneuerung wäre ein konkretes Zeichen, dass der Westen die begründeten Einwände der Ostkirchen aufnimmt.

Ein möglicher Schritt wäre, die Firmung wieder vor der Erstkommunion zu feiern. Darüber hinaus sollte die gemeinsame Spendung aller drei Sakramente im frühen Kindesalter ernsthaft angestrebt und kirchlich geprüft werden. Beide Schritte sind zu unterscheiden: Eine vorgezogene Firmung stellt die Reihenfolge wieder her; die gemeinsame frühe Initiation verbindet auch die Feier selbst. Die nachfolgende Glaubensbildung bleibt in beiden Fällen unverzichtbar.

Benedikt XVI. hat zur Überprüfung der heutigen Initiationswege aufgerufen. Eine solche Neuordnung braucht die zuständigen kirchlichen Entscheidungen; sie kann nicht von einer einzelnen Pfarrei eingeführt werden. Schon heute gilt bei ungetauften Kindern mit Vernunftgebrauch grundsätzlich die Ordnung der Erwachseneninitiation: Auf die Taufe folgen, sofern kein schwerwiegender Grund entgegensteht, Firmung und Eucharistie. Für bereits getaufte lateinische Kinder gelten bis zu einer Neuordnung weiterhin die Vorschriften zur Vorbereitung und Erstbeichte. 

Pastoral könnte eine zusammengeführte Initiation helfen, die wiederholten Anläufe für getrennte Sakramentenkurse durch eine kontinuierliche Begleitung zu ersetzen. Familien erhielten früh eine feste Ansprechperson; Kinder könnten im Gottesdienst heimisch werden und die empfangenen Gaben nach und nach verstehen. Das ist eine begründete Hoffnung, kein automatischer Erfolg einer neuen Ordnung. Verlässliche Begleitung bleibt die Voraussetzung. Gottes Gnade geht unserem Verstehen voraus und ruft uns zugleich in die Verantwortung füreinander.27 Der folgende Weg zeigt, wie eine solche Begleitung bereits heute beginnen kann.

4 Einen gemeinsamen Weg in der Pfarrei planen
Persönlich beginnen und Verantwortung teilen

Ein kleines Team bereitet mit dem Pfarrer die Treffen und Feiern vor. Jede Familie kennt eine feste Ansprechperson. Kirchenmusiker helfen, wenige passende Gesänge auszuwählen, die im Lauf des Jahres vertraut werden. Am Anfang steht ein Gespräch mit dem Kind und einer erwachsenen Bezugsperson: Zu welcher Kirche gehört die Familie? Welche Sakramente hat das Kind empfangen? Was kennt es vom Glauben, und welche Teilnahme ist der Familie möglich? Fehlende Nachweise werden mit der zuständigen Gemeinde geklärt.

Gespräche, Gebet und Gottesdienst ergänzen einander. Diesen Weg beschreiben auch die außerschulische Erstkommunionvorbereitung und das Werkbuch Getauft – und dann?.28 Eltern werden mit ihren eigenen Glaubensfragen angesprochen. Sie sollen zu Hause etwas von dem aufgreifen können, was gemeinsam begonnen wurde. Großeltern oder Paten können sie dabei unterstützen. Fehlt eine Begleitung, vermittelt die Gemeinde Hilfe nach ihrem Schutzkonzept. Kinder mit Behinderungen erhalten die nötige Unterstützung. Schulische Leistungen sind kein Maß für ihre Fähigkeit zu glauben. 29

Hier liegt auch eine Chance für die Ausbildung. Seminaristen und angehende Diakone oder Katecheten können erfahrene Begleiter unterstützen. Im anschließenden Gespräch zeigt sich, welche Worte verständlich waren und welche Fragen offenblieben. Auch erfahrene Seelsorger entdecken dabei, wo ihre Vorstellungen am Leben der Familien vorbeigingen.

Einen überschaubaren Jahresablauf wählen
Der Weg kann im Herbst beginnen und vor Ostern intensiver werden. Ein Familiennachmittag von etwa 75 Minuten lässt Raum zum Ankommen, für ein Gespräch und eine kurze Gebetsfeier. Kinder und Erwachsene können zeitweise eigene Fragen besprechen. Die Übersicht bietet einen möglichen Ablauf; die Übergabe von Bibel und Kreuz lässt sich örtlich auch anders anordnen.


Zeitraum    Gemeinsamer Schwerpunkt    Kleiner Schritt zu Hause
Herbst    Kennenlernen und Namensgebet    Einen Gebetsplatz finden
Advent oder Januar    Übergabe der Bibel    Wöchentlich eine Jesusgeschichte lesen
Beginn der Fastenzeit    Übergabe des Kreuzes    Abendsegen und Kreuzzeichen
Zweite oder dritte Fastenwoche    Übergabe des Glaubensbekenntnisses    Eine Aussage gemeinsam bedenken
Vierte oder fünfte Fastenwoche    Vaterunser und Versöhnung    Eine Bitte beten und im Alltag leben
Karwoche und Osterzeit    Mitfeiern und Kommunionfest    Dank und nächster gemeinsamer Sonntag
Osterzeit bis Pfingsten    Tauflicht und Mystagogie    Ein kleiner Dienst der Nächstenliebe

Der Sonntagsgottesdienst begleitet das ganze Jahr. Die Gemeinde hilft den Familien, einen realistischen Anfang zu finden und regelmäßiger mitzufeiern. Übergaben lassen sich mit ohnehin geplanten Treffen verbinden. Wer fehlt, kann das Wesentliche in einem persönlichen Gespräch nachholen. So bleibt der Weg auch für Familien mit wenig Zeit oder wechselnden Belastungen offen.

5 Die Übergabefeiern vorbereiten
Die Vorlagen richtig verwenden

Die folgenden Gebete und Übergabeworte sind neu formulierte pastorale Entwürfe auf biblischer und patristischer Grundlage. Sie sind für katechetische Gebetsfeiern außerhalb der Messe gedacht. Für öffentliche Wort-Gottes-Feiern gelten die diözesanen Ordnungen, für die Messe Messbuch und Leseordnung. Die Entwürfe sind keine amtlichen Ritualtexte. Kreuz und andere Gegenstände können vor dem Treffen nach dem Benediktionale gesegnet werden. 30

Glaubensbekenntnis und Vaterunser stehen in der gebräuchlichen deutschen Gebetsfassung. Biblische Lesungen werden aus dem vorgesehenen Lektionar oder einer kirchlich geeigneten Bibelausgabe gelesen. Bereits getaufte Kinder vertiefen ihre Taufe. Deshalb werden für sie keine Aufnahme in den Katechumenat, Salbungen oder besonderen Riten für Taufbewerber nachgestellt.

Rollen und gemeinsamer Ablauf
L bezeichnet die Leitung, A alle Mitfeiernden, E eine erwachsene Bezugsperson. Ein Priester, Diakon oder eine entsprechend beauftragte Person leitet die Feier. Eltern und Paten können die Zeichen überreichen. Die Kinder antworten, soweit sie können und möchten. Niemand muss allein vor der Gruppe sprechen.

Die Feiern haben einen vertrauten Ablauf: Gesang und Kreuzzeichen, Einführung und Gebet, Schriftlesung mit kurzer Erklärung und Stille, Übergabe, Gebet und Fürbitten, Vaterunser und Abschluss. Auf jede Fürbitte antworten alle mit dem angegebenen Ruf. In der Vaterunserfeier wird dieses Gebet nur einmal gesprochen. Bei großen Gruppen erleichtern mehrere vorbereitete Plätze die persönliche Übergabe.

Gemeinsame Eröffnung. L: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. A: Amen. L: Wir sind zusammengekommen, um auf Gottes Wort zu hören und miteinander zu beten. Christus begleitet uns. Wir bringen mit, was uns freut, und auch das, was uns schwerfällt.

Gemeinsamer Abschluss. L: Herr, unser Gott, gehe du mit uns und bleibe bei uns. Bewahre unsere Familien in deiner Liebe. Stärke alle, die müde sind. Lass uns aufeinander achten und den nächsten Schritt im Vertrauen auf dich gehen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. A: Amen.

Priester oder Diakon erteilen den Segen nach der geltenden Ordnung. Eine beauftragte Person spricht den folgenden Segenswunsch; alle bekreuzigen sich dabei selbst.

L: Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil und führe uns zum ewigen Leben. A: Amen.

Zum Schluss erhalten die Familien einen kleinen Vorschlag für zu Hause und die nächsten Termine. Die folgenden Kapitel führen die einzelnen Feiern aus.

6 Einander kennenlernen und gemeinsam beten
Beim ersten Treffen lernen Kinder, Eltern und Begleiter einander kennen. Jedes Kind soll sich willkommen fühlen. Namenskarten und ein Gruppenbuch halten fest, wer mitgeht. Die Eintragung ist eine persönliche Begrüßung. Eine Aufnahme ungetaufter Kinder in den Katechumenat wird nach dem vorgesehenen Rituale gesondert vorbereitet.

Schriftwort: Mk 10,13–16. Jesus nimmt die Kinder ernst und schenkt ihnen Nähe. Nach der Lesung werden sie einzeln gerufen. Sie können „Hier bin ich“ antworten oder mit ihrer Bezugsperson vortreten.

L: N., wir freuen uns, dass du mit uns diesen Weg gehst. Du darfst deine Fragen und deine Freude mitbringen. Wir wollen mit dir Jesus Christus besser kennenlernen.
E: Wir wollen mit unseren Kindern zuhören und mit ihnen lernen. Wir bitten die Gemeinde, uns auf diesem Weg zu begleiten. A: Wir beten für euch und gehen mit euch.
Gebet. L: Herr, Jesus Christus, du hast die Kinder zu dir gerufen und sie gesegnet. Lass unsere Kinder und Familien Menschen finden, denen sie vertrauen können. Gib uns Geduld beim Lernen und Freude am Glauben. Bleibe bei denen, die heute fehlen. Der du lebst und herrschst in Ewigkeit. A: Amen.

Fürbitten: Für Kinder, die sich freuen; für Familien mit Sorgen; für Menschen, die sich in der Kirche fremd fühlen. Antwort: Christus, geh mit uns. Es folgen Vaterunser und gemeinsamer Abschluss.

Zu Hause kann ein einfacher Platz für Kreuz, Bibel und Gebetskarte entstehen. Dort lässt sich aufnehmen, was in den nächsten Feiern beginnt.

7 Die Übergabe des Kreuzes
Das Kreuz erinnert an die Liebe Christi, die auch im Leiden nicht endet. Für jedes Kind liegt ein schlichtes, gesegnetes Kreuz bereit; ein größeres steht in der Mitte. Schriftwort: Joh 15,9–13. Die Erklärung spricht von Jesu Hingabe und Auferstehung. Sie macht Kinder nicht persönlich für seinen Tod verantwortlich.

Einführung. L: Heute empfangt ihr ein Kreuz. Es erinnert uns an Jesus Christus. Er hat Menschen aufgerichtet, ihnen vergeben und sie geliebt. Auch im Leiden hat er an dieser Liebe festgehalten. Gott hat ihn von den Toten auferweckt. Wenn wir das Kreuz anschauen oder uns bekreuzigen, erinnern wir uns: Unser Leben ist seiner Liebe anvertraut.
Eröffnungsgebet. L: Herr, Jesus Christus, du kennst unsere Freude und unsere Ängste. Öffne unsere Herzen für deine Liebe. Hilf uns zu verstehen, was dein Kreuz für unser Leben bedeutet. Der du lebst und herrschst in Ewigkeit. A: Amen.
Nach Lesung, kurzer Auslegung und Stille zeigt die Leitung das Kreuz. Eltern oder Paten überreichen dem Kind sein eigenes Kreuz.
E oder L: N., empfange dieses Kreuz. Es erinnere dich an Jesus Christus, der dich liebt, alle Tage deines Lebens. Vertraue ihm deinen Weg an. Kind: Amen.
Alle machen langsam das Kreuzzeichen und sprechen: „Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.“ Ostkirchliche Kinder behalten die Form ihrer Kirche bei. Wenn das Kind einverstanden ist, zeichnet seine Bezugsperson ein Kreuz auf seine Stirn: „Gott behüte dich, N.“
Gebet. L: Herr, Jesus Christus, wir danken dir für deine Liebe, die stärker ist als der Tod. Erinnere uns durch dieses Kreuz an deine Nähe. Steh uns bei, wenn wir Angst haben. Hilf uns, Frieden zu suchen und Menschen in Not nicht allein zu lassen. Bewahre unsere Familien in deiner Liebe. A: Amen.
Fürbitten: Steh Kindern bei, die Angst haben. Hilf unseren Familien, nach einem Streit aufeinander zuzugehen. Stärke Kranke und alle, die unter Krieg und Gewalt leiden. Antwort: Christus, bleibe bei uns. Vaterunser und gemeinsamer Abschluss folgen.

Zu Hause kann der Tag mit einem kurzen Segen enden: „Jesus Christus, bleibe bei uns. Behüte uns in dieser Nacht. Amen.“

8 Die Übergabe der Bibel (NT)
Die Bibel hilft, Christus und seine Botschaft kennenzulernen. Jedes Kind erhält eine gut lesbare Ausgabe oder eine sorgfältig ausgewählte Kinderbibel. Die Gemeinde stellt die Bücher bereit, damit alle teilnehmen können. Ein Lesezeichen markiert den ersten gemeinsamen Abschnitt. Bei einer Kinderbibel wird erklärt, dass ihre Geschichten ausgewählt und nacherzählt sind.

Die Buchübergabe ist eine heutige Form, die zum gemeinsamen Hören auf Gottes Wort einlädt. Das Konzil fordert, allen Gläubigen den Zugang zur Schrift zu öffnen.31 Schriftwort: Lk 24,13–16.27–32. Der Auferstandene geht mit den Jüngern und hilft ihnen, die Schrift zu verstehen.

Einführung. L: Heute vertrauen wir euch die Bibel an. In ihr hören wir, wie Gott Menschen ruft und begleitet. Wir begegnen Jesus Christus und lernen seine Worte und Taten kennen. Ihr müsst sie nicht allein verstehen. Wir wollen sie mit euch lesen.
Eröffnungsgebet. L: Herr, unser Gott, du hast zu deinem Volk gesprochen und uns in Jesus Christus dein Herz geöffnet. Mach uns aufmerksam für dein Wort. Schenke uns Geduld beim Hören und Mut zum Fragen. Durch Christus, unseren Herrn. A: Amen.

Nach Lesung, kurzer Erklärung und Stille zeigt die Leitung die geöffnete Bibel. Anschließend erhält jedes Kind sein Buch.

L: N., empfange die Heilige Schrift. Höre auf Gottes Wort. Es begleite dich und zeige dir den Weg mit Jesus Christus. Kind: Amen. E: Ich möchte mit dir darin lesen und auf deine Fragen hören.

Bei einer Kinderbibel lautet der Anfang: „N., empfange diese Kinderbibel.“ Die Bezugsperson spricht ihre Zusage nur, wenn sie das gemeinsame Lesen übernehmen kann.

Gebet. L: Gott, unser Vater, wir danken dir für dein Wort. Segne die Kinder und alle, die mit ihnen die Bibel öffnen. Lass uns Christus besser kennenlernen. Gib uns ein hörendes Herz und die Bereitschaft, nach deinem Evangelium zu leben. Durch Christus, unseren Herrn. A: Amen.

Fürbitten: Schenke Freude an deinem Wort. Begleite alle, denen das Lesen schwerfällt. Lass uns Menschen zuhören, deren Stimme überhört wird. Antwort: Gott, öffne unser Herz. Vaterunser und Abschluss folgen.

Zu Hause genügen zunächst fünf bis zehn Minuten wöchentlich: Kreuzzeichen, ein kurzer Abschnitt, etwa Mk 10,13–16, und ein Gespräch darüber. Ein Dank oder eine Bitte beschließt das Lesen. Offene Fragen dürfen zum nächsten Treffen mitkommen.

9 Die Übergabe des Glaubensbekenntnisses
Aus dem Hören auf Gottes Wort wächst das Bekenntnis des Glaubens. Die Gemeinde spricht es vor; die Kinder hören zu und beten mit, soweit sie können. Sie erhalten eine Karte mit dem Apostolischen Glaubensbekenntnis. Ostkirchliche Familien behalten ihre Bekenntnisfassung bei. Die Feier greift die altkirchliche Übergabe auf und vertieft den Taufglauben.32 Schriftwort: Mt 28,16–20. Schwierige Aussagen werden nach und nach erklärt.

Einführung. L: Christen sprechen ihren Glauben seit vielen Jahrhunderten in gemeinsamen Worten aus. Heute vertraut die Gemeinde sie euch an. Ihr dürft hineinwachsen, mitbeten und fragen. Der Glaube der Kirche trägt uns auch dann, wenn uns selbst die Worte fehlen.
Eröffnungsgebet. L: Gott, unser Vater, du hast uns durch Jesus Christus gerufen. Schenke uns deinen Heiligen Geist. Hilf uns, dir zu vertrauen, deinen Sohn kennenzulernen und in deiner Kirche miteinander zu leben. Durch Christus, unseren Herrn. A: Amen.
Nach Lesung und Auslegung: L: Liebe Kinder, hört das Bekenntnis unseres Glaubens. Wer die Worte schon kennt, darf mitsprechen.
Die Gemeinde spricht:
Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde,
und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige katholische Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.
Übergabe. L oder E: N., empfange das Bekenntnis unseres Glaubens. Es helfe dir, auf Gott zu vertrauen und mit der Kirche zu beten. Kind: Amen.
Gebet. L: Dreieiniger Gott, du kennst unseren Glauben und unsere Fragen. Bewahre in uns, was wir heute gehört und gesprochen haben. Stärke unser Vertrauen, wenn wir unsicher werden. Lass uns durch unser Leben bezeugen, dass deine Liebe trägt. Dir sei Ehre in Ewigkeit. A: Amen.
Fürbitten: Begleite alle, die glauben möchten und noch suchen. Hilf unserer Gemeinde, den Glauben glaubwürdig weiterzugeben. Lass Menschen, die durch Christen verletzt wurden, Hilfe und Gerechtigkeit erfahren. Antwort: Gott, stärke unser Vertrauen. Vaterunser und Abschluss folgen.

Zu Hause spricht die Familie über eine Aussage, etwa „Schöpfer des Himmels und der Erde“. Das Wort „katholisch“ weist auf die weltweite, umfassende Gemeinschaft der Kirche. Später betet die Gruppe das Bekenntnis mit der Gemeinde. Die Kinder dürfen dabei ablesen.

10 Die Übergabe des Vaterunsers
Dem Bekenntnis des Glaubens folgt das gemeinsame Beten. Die Kinder hören, wie Jesus beten lehrt, und sprechen seine Worte gemeinsam. Eine Karte oder ein Gebetbuch hilft ihnen zu Hause.33 Schriftwort: Mt 6,7–13. Hat ein Kind belastende Erfahrungen mit seinem Vater, braucht die Anrede eine behutsame Erklärung: Jesus spricht von Gottes verlässlicher Güte.

Einführung. L: Jesus hat seinen Jüngern Worte anvertraut, die Christen bis heute miteinander sprechen. Mit dem Vaterunser dürfen wir alles vor Gott bringen: unsere Hoffnung, unseren Hunger und das, was wir falsch gemacht haben. Auch wenn uns eigene Worte fehlen, können wir mit Jesus beten.
Eröffnungsgebet. L: Herr, unser Gott, du kennst uns und hörst uns. Öffne unser Herz für das Gebet deines Sohnes. Lass uns erfahren, dass wir vor dir geliebte Kinder sind und füreinander Verantwortung tragen. Durch Christus, unseren Herrn. A: Amen.
Vor dem Evangelium. L: Hört, wie Jesus seine Jünger beten lehrt. Mit diesem Wort vertraut die Kirche euch sein Gebet an.
Auf Lesung, kurze Auslegung und Stille folgt die persönliche Übergabe der Karte oder des Buches.
L oder E: N., nimm dieses Gebet mit auf deinen Weg. Jesus lehrt uns, Gott unseren Vater zu nennen. Bete mit diesen Worten für dich und für die Menschen, die dir anvertraut sind. Kind: Amen.
Gebet. L: Gott, unser Vater, wir danken dir für das Gebet Jesu. Hilf uns, das tägliche Brot zu teilen, um Vergebung zu bitten und anderen zu vergeben. Halte uns fest, wenn wir in Versuchung geraten, und bewahre uns vor dem Bösen. Durch Christus, unseren Herrn. A: Amen.
Fürbitten: Hilf den Hungernden und mache uns bereit zu teilen. Schenke zerstrittenen Familien Wege zum Frieden. Trage alle, die nicht mehr beten können. Antwort: Vater, höre uns.
L: Mit Jesus Christus und mit allen Christen auf der ganzen Erde beten wir:
A: Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Amen.

Es folgt der gemeinsame Abschluss. Zu Hause findet das Vaterunser einen festen Platz, etwa am Abend. Zunächst kann eine Bitte genügen. Die Bitte um Brot erinnert ans Teilen, die Bitte um Vergebung an ein ehrliches „Es tut mir leid“. Wer vergibt, muss Unrecht nicht hinnehmen und sich keiner neuen Gefahr aussetzen.

11 Mit dem Tauflicht an die Taufe erinnern
Das Tauflicht führt zurück zum Anfang des christlichen Lebens. Diese Feier ist für die Osterzeit vorgesehen und kann auf das Kommunionfest folgen. Die Kinder bringen ihre Taufkerze mit oder erhalten eine einfache Kerze. Erwachsene helfen beim Anzünden und Halten. Das Zeichen erinnert an die Kerzenübergabe bei der römischen Kindertaufe.34 Schriftwort: Eph 5,8–10. Wer gut, gerecht und wahrhaftig handelt, lässt Christi Licht im Alltag sichtbar werden.

Einführung. L: In der Taufe hat Christus euch mit seinem Leben verbunden. Heute erinnern wir uns an dieses Geschenk. Das Licht dieser Kerzen weist auf ihn hin. In der Eucharistie stärkt er uns, damit seine Liebe in unserem Leben sichtbar wird.
Gebet. L: Gott, unser Vater, wir danken dir für die Taufe. Du hast uns zu deinen Kindern gemacht. Lass uns aus dieser Gabe leben und Christus nachfolgen. Stärke in uns die Freude am Guten. Durch Christus, unseren Herrn. A: Amen.
Die Kerzen werden in der Osterzeit an der Osterkerze entzündet. E: N., dieses Licht erinnere dich an Christus. Du gehörst zu ihm. Lass seine Liebe durch dein Leben leuchten.
Fürbitten: Lass Neugetaufte eine Heimat finden. Stärke unsere Familien im Guten. Tröste Menschen, deren Leben dunkel geworden ist. Antwort: Christus, schenke uns dein Licht. Vaterunser und Abschluss folgen.

Ein ungetauftes Kind kann mitfeiern und ein Licht erhalten. Zu ihm wird gesagt: „Christus begleite dich auf deinem Weg zur Taufe.“ So bleibt deutlich, dass seine Taufe noch bevorsteht. Zu Hause kann die Kerze beim Gebet für einen Menschen brennen, dem die Familie helfen möchte.

12 Zur Versöhnung und zum Kommunionempfang hinführen
Gottes Barmherzigkeit kennenlernen

Zum Weg der Vorbereitung gehört die Erfahrung, dass Gott einen neuen Anfang schenkt. Davon erzählen Lk 15,11–24 und Lk 19,1–10. Bereits getaufte lateinische Kinder werden vor der Erstkommunion auf die erste Beichte vorbereitet. Ungetaufte Kinder beichten vor ihrer Taufe nicht. Für ostkirchliche Kinder gilt die Ordnung ihrer Kirche. 35

Das Gespräch über Schuld bleibt konkret: jemanden absichtlich verletzen oder ausschließen, lügen, einen Schaden nicht wiedergutmachen wollen. Krankheit, Angst und die Trennung der Eltern sind keine Schuld des Kindes. Eigene Verfehlungen muss es nicht vor der Gruppe erzählen. Es lernt den Priester und den Ablauf der Beichte in Ruhe kennen. Eltern begleiten es, ohne später nach dem Beichtinhalt zu fragen.

Vorbereitungsgebet. L: Barmherziger Gott, du kennst uns und lässt uns nicht fallen. Hilf uns, ehrlich auf unser Leben zu schauen. Zeige uns, wo wir anderen wehgetan haben. Gib uns Mut, um Vergebung zu bitten und neu anzufangen. Durch Christus, unseren Herrn. A: Amen.
Persönliches Reuegebet: Mein Herr und mein Gott, du liebst mich. Es tut mir leid, was ich Böses getan habe. Vergib mir und hilf mir, das Gute zu tun. Zeige mir, was ich wieder gutmachen kann. Amen.

Dieses Gebet dient der Vorbereitung; die sakramentale Lossprechung spricht der Priester mit der vorgesehenen Formel.

Den Empfang ruhig einüben

Bei einem Kirchenbesuch lernen die Kinder Altar, Ambo und Tabernakel kennen. Eine einfache Erklärung verbindet die Orte: „In der Eucharistie schenkt sich uns Jesus Christus unter den Gestalten von Brot und Wein. Er verbindet uns mit sich und seiner Kirche.“ Weitere Erklärungen richten sich nach den Fragen und Möglichkeiten der Kinder.

Die Kinder lernen den Weg zum Altar, die Haltung beim Empfang und die Antwort Amen kennen. Die Kommunionspendung selbst wird nicht nachgespielt. Wird durch Eintauchen gespendet, taucht der Priester die Hostie in den Kelch und reicht sie in den Mund. Die Empfangenden tauchen die Hostie nicht selbst ein. Auch unter der Brotgestalt allein wird Christus ganz empfangen. Besondere gesundheitliche Bedürfnisse werden vorher besprochen. 36

13 Die Karwoche und das Kommunionfest vorbereiten
In der Karwoche lernen die Familien den Weg Jesu bis zu Tod und Auferstehung mitzugehen. Eine kurze Erklärung vor der Feier hilft: die Zweige am Palmsonntag, die Fußwaschung am Gründonnerstag, das Kreuz am Karfreitag, Wasser und Licht zu Ostern. Schon Egeria berichtet von Kindern in der Jerusalemer Palmprozession.37 Die Einladung berücksichtigt, was Familien zeitlich und kräftemäßig leisten können.

Vor Gründonnerstag kann die Gruppe Joh 13,1–15 hören und über Jesu dienende Liebe sprechen. Die Messe vom Letzten Abendmahl folgt dem Messbuch; ein Glaubensbekenntnis ist dort nicht vorgesehen. Nach der Feier können die Familien noch eine Weile still bei Christus bleiben.

Gebet in der Gruppenstunde: Herr, Jesus Christus, du hast deinen Freunden die Füße gewaschen und dich ihnen im Mahl geschenkt. Öffne unsere Augen für Menschen, die Hilfe brauchen. Lass uns bereit werden zu dienen und deine Nähe in der Eucharistie dankbar zu empfangen. Amen.

Die Osternacht verbindet Auferstehung, Taufe und Eucharistie besonders deutlich. Deshalb eignet sie sich für das Kommunionfest, sofern Kinder und Familien die ganze Feier mittragen können. Sie muss eine Nachtfeier bleiben und darf nicht auf den frühen Abend vorgezogen werden. Ebenso kommt ein Sonntag der Osterzeit infrage. Die erste Kommunion empfangen die Kinder in der Messe aus der Hand des Priesters. 38

Die Gemeinde feiert mit den Kindern. Vertraute Gesänge, verständlich erklärte Lesungen und eine kurze Probe der Wege geben Sicherheit. Die Kinder nehmen durch Hören, Singen, Schweigen und Empfangen teil. Zusätzliche Aufgaben sollten sie nicht überfordern. Ein schlichtes gemeinsames Gewand kann an die Taufe erinnern und soziale Unterschiede weniger sichtbar machen.

Mögliche Fürbitten: Für die Kinder, die erstmals kommunizieren, und jene, die ihre Gemeinschaft mit Christus vertiefen: Lass sie aus seiner Liebe leben. Für Eltern, Paten und Begleiter: Schenke ihnen Geduld und Glaubwürdigkeit. Für Familien, die wir nicht erreicht haben: Öffne neue Wege der Begegnung. Für Menschen ohne Brot, Frieden oder Heimat: Stärke alle, die ihnen helfen. Antwort jeweils: Wir bitten dich, erhöre uns.

Der Priester spricht Einleitung und Abschluss; die Bitten werden der Gruppe angepasst. Nach der Kommunion bleibt Stille. Persönliches Dankgebet: Herr, Jesus Christus, ich danke dir, dass du dich mir schenkst. Bleibe bei mir und bei den Menschen, die ich liebe. Hilf mir, deine Nähe zu suchen und deine Liebe weiterzugeben. Amen.

14 Das Kommunionfest bereits kommunizierender Kinder
Manche Kinder kommunizieren bereits seit ihrer Taufe und Myronsalbung. Wie in Abschnitt 3 erläutert, entspricht dies der ostkirchlichen Ordnung. Auch sie können den gemeinsamen Weg mitgehen. Eine „Erste feierliche Kommunion“ meint für sie ein besonderes Fest nach vertiefter Vorbereitung. Ihre frühere Kommunion war ebenso vollgültig. Wo die Bezeichnung missverständlich ist, kann das Fest „Dankfeier für die Gemeinschaft mit Christus“ heißen.

Diese Kinder empfangen während der Vorbereitung weiterhin die Kommunion nach der Ordnung ihrer Kirche. Ihre Taufe und gültige Myronsalbung werden nicht wiederholt. Die Übergabefeiern helfen ihnen, aus den bereits empfangenen Sakramenten zu leben.39

Einführung bei einer gemeinsamen Feier: Heute feiern Kinder mit unterschiedlichen Glaubenswegen. Einige empfangen zum ersten Mal die heilige Kommunion. Andere leben schon seit ihrer frühen Kindheit aus diesem Sakrament und haben seine Bedeutung tiefer kennengelernt. Wir danken Christus für seine Gaben und bitten ihn, die Kinder und ihre Familien weiterhin zu begleiten.

Gebet in der Familienbegegnung: Gott, unser Vater, wir danken dir für das Leben, das du diesen Kindern in der Taufe geschenkt hast, für die Gabe deines Geistes und die Gemeinschaft mit Christus in der Eucharistie. Lass sie tiefer verstehen, was sie empfangen. Stärke ihre Familien und bewahre sie in deiner Liebe. Durch Christus, unseren Herrn. Amen.

Dieses Gebet gilt Kindern, die alle drei Initiationssakramente empfangen haben. Ein Erinnerungsblatt hält ihren gemeinsamen Weg fest, ohne eine Erstkommunion zu bescheinigen. Die Begleiter arbeiten mit dem zuständigen ostkirchlichen Seelsorger zusammen. Orthodoxe und orientalisch-orthodoxe Kinder können an geeigneten Treffen teilnehmen. Ob sie in einer katholischen Messe kommunizieren können, muss gesondert nach den katholischen Bestimmungen und der Ordnung ihrer Kirche geklärt werden.40

15 Nach dem Fest verbindlich weitergehen
Der gemeinsame Weg geht nach dem Fest weiter. Die nächsten Termine werden deshalb vorher vereinbart. Beim ersten Treffen erzählen Kinder und Eltern, was sie erlebt haben. Auch Müdigkeit oder Enttäuschung dürfen vorkommen. Eine Erinnerung, etwa an das Amen beim Kommunionempfang, kann helfen, die Feier besser zu verstehen. Dazu passt die Tauferinnerung mit dem Lichtzeichen aus Abschnitt 11.

Aus der Feier wächst die Aufmerksamkeit für andere. Die Gruppe kann etwa ältere Menschen besuchen und vorher fragen, worüber sie sich freuen würden. Augustinus verbindet den eucharistischen Leib Christi mit der Kirche als seinem Leib. Johannes Chrysostomus erinnert daran, Christus auch in Bedürftigen zu ehren.41 Ein kleiner Dienst lässt Kinder diesen Zusammenhang erfahren.

Bis Pfingsten kann ein vertrauter Rhythmus entstehen: Sonntagsmesse, monatliches Treffen oder gemeinsames Gebet. Chor und Ministrantendienst bieten weitere Möglichkeiten; jedes Kind gehört auch ohne besondere Aufgabe dazu. Kreuz, Bibel und Gebetskarten bleiben zu Hause im Gebrauch. Ein kleiner Anfang genügt.

Tischgebet: Gütiger Gott, wir danken dir für das Essen und für alle, die dafür gearbeitet haben. Lass uns die Menschen nicht vergessen, denen das Nötigste fehlt. Amen. 

Abendgebet: Barmherziger Gott, ich danke dir für diesen Tag. Vergib mir, wo ich anderen wehgetan habe. Behüte uns in dieser Nacht. Amen.

Nach einigen Wochen blickt das Team auf den Weg zurück. Was hat Familien geholfen? Wo wurde zu viel verlangt? Welches Kind braucht mehr persönliche Begleitung? Priester, Diakone und Katecheten bringen ihre Erfahrungen ebenso ein wie Menschen in Ausbildung. Daraus kann eine konkrete Verbesserung für den nächsten gemeinsamen Schritt entstehen.

Diese Begleitung sollte schon nach der Taufe beginnen. Persönliche Einladungen, Treffen mit jungen Eltern und einfache Gebete verbinden die Jahre bis zum Schulalter. Eine gemeinsame frühe Initiation würde diesen Auftrag noch deutlicher machen. Das Kind empfängt Gottes Gaben und wächst mit Menschen auf, die ihm helfen, daraus zu leben. In diesem Miteinander können die Feier der Sakramente, das wachsende Verstehen und der Alltag zusammenfinden.
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Quellen und Literatur
Alphabetisches Verzeichnis. Die Angaben zu Liverpool wurden am 23. Oktober 2026 überprüft.
Ambrosius von Mailand. De mysteriis, besonders 1,1–2 und 9,50–54. Online
Augustinus. Sermones 58 und 272; Sermo 58 englisch als Sermon 8 on the New Testament. Online
Benedikt XVI. Sacramentum caritatis. Nachsynodales Apostolisches Schreiben, 22. Februar 2007, Nr. 17–19 und 64. Online
Benediktionale. Studienausgabe für die katholischen Bistümer des deutschen Sprachgebietes. Freiburg u. a. 1978; Nachdruck 2019.
Codex Canonum Ecclesiarum Orientalium. 1990, besonders cann. 695, 697 und 710.
Codex Iuris Canonici. 1983, mit geltenden Änderungen; besonders cann. 844–846, 852, 866, 868, 883 und 913–914. Online
Cyprian von Karthago. De dominica oratione 8 und 18; De lapsis 25. Online
Die Eingliederung von Kindern im Schulalter in die Kirche. Studienausgabe. Trier 1986; Digitaldruck 2008.
Die Feier der Eingliederung Erwachsener in die Kirche. Grundform. Manuskriptausgabe zur Erprobung. Trier 2001; aktualisierte Neuauflage 2016. Online
Die Feier der Kindertaufe. Zweite authentische Ausgabe. Freiburg u. a. 2007; revidierte Schriftlesungen 2018.
Egeria. Itinerarium. Der antike Reiseführer durch das Heilige Land. Eingeleitet und übersetzt von Georg Röwekamp. Freiburg i. Br. 2018.
Gemeinsame Internationale Kommission für den katholisch-orthodoxen Dialog. Glaube, Sakramente und Einheit der Kirche. Bari 1987, Nr. 37–53. Online
Getauft – und dann?. Gottesdienste mit Kindern und Jugendlichen auf ihrem Glaubensweg. Werkbuch der Liturgischen Institute. Freiburg 2013. Online
Heilige Sakramentenkongregation. Quam singulari, 8. August 1910. AAS 2 (1910), S. 577–583.
Internationale Theologenkommission. Die Reziprozität zwischen Glaube und Sakramenten in der sakramentalen Heilsordnung. 2019/2020, Nr. 91–94. Online
Johannes Chrysostomus. In Matthaeum homilia 50,3–4.
Johnson, Maxwell E. The Rites of Christian Initiation. Their Evolution and Interpretation. Revised and Expanded Edition. Collegeville 2007.
Justin der Märtyrer. Apologia I 61 und 65–67. Online
Katechismus der Katholischen Kirche. Nr. 1212, 1229–1244, 1263, 1285, 1290–1292 und 1322.
Kongregation für den Gottesdienst. Paschalis sollemnitatis, 16. Januar 1988, Nr. 77–96.
Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung. Redemptionis sacramentum, 25. März 2004, Nr. 87 und 104. Online
Kongregation für die Ostkirchen. Instruktion zur Anwendung der liturgischen Vorschriften des CCEO, 6. Januar 1996, Nr. 42 und 51. Online
Kyrill von Jerusalem. Catecheses V,12–13 und XIII,36; unter seinem Namen überlieferte Mystagogische Katechesen I–V. Online
Liverpool, Erzdiözese. How do I get confirmed? Gegenwärtige Firmvorbereitung ab Year 8. Online
Missale Romanum. Editio typica tertia. Vatikanstadt 2002/2008; besonders Institutio Generalis Nr. 281–287 und Messe vom Letzten Abendmahl. Online
Ordo initiationis christianae adultorum. Editio typica. Vatikanstadt 1972, besonders Nr. 37–40, 235–239 und Kapitel V.
Päpstlicher Rat zur Förderung der Neuevangelisierung. Direktorium für die Katechese. VApSt 224. Bonn 2020, Nr. 269–272.
St Patrick’s Primary School, Liverpool. Sacraments. Rückblick auf die Neuordnung vom September 2012. Online
Tertullian. De corona 3.
Thiermeyer, Andreas-Abraham. Außerschulische Erstkommunionvorbereitung in der Pfarrei. Heiliger Dienst 4/1998, S. 254–260; Die Einheit der Initiationssakramente im römischen Ritus wiederherstellen, Manuskript; Glaubensweitergabe im Wandel der Zeit, Manuskript 2026.
Zweites Vatikanisches Konzil. Sacrosanctum Concilium 7, 22, 51 und 64–71; Dei Verbum 21 und 25; Orientalium Ecclesiarum 6 und 12–13.

Anmerkungen
15 Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1212, 1229–1233, 1285 und 1322. Die Vollendung der Initiation mindert nicht die in der Taufe geschenkte Gotteskindschaft.
16 Justin, Apologia I 61 und 65–67. Das Zeugnis beschreibt keine überall identische frühchristliche Ordnung.
17 Tertullian, De corona 3; Kyrill, Catechesis XIII,36. Bezeugt wird insbesondere das Kreuzzeichen auf der Stirn.
18 Kyrill, Catechesis V,12–13; Egeria, Itinerarium 46,3–6. Die heutige Bekenntnisfassung ist kein Text Kyrills.
19 Augustinus, Sermo 58,1–2 und 5; Cyprian, De dominica oratione 8 und 18.
20 Egeria, Itinerarium 45–47, besonders 46,1–6 und 47,1–2; deutsche Referenzausgabe Röwekamp, Freiburg 2018.
21 Ambrosius, De mysteriis 1,1–2; Jerusalemer Mystagogische Katechesen I–V; OICA 37–40 und 235–239; Sacramentum caritatis 64.
22 Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1290–1292; Johnson, The Rites of Christian Initiation, 2007. Die zeitlichen Abstände entwickelten sich regional unterschiedlich.
23 Cyprian, De lapsis 25, als Zeugnis der Kleinkinderkommunion; Lateran IV, can. 21; Quam singulari, Normen I–III und VI.
24 CCEO, cann. 695 § 1, 697 und 710; Instruktion der Ostkirchenkongregation von 1996, Nr. 42 und 51.
25 Gemeinsame Internationale Kommission, Bari 1987, Nr. 37–53, besonders 46 zum gemeinsamen Ideal und 51 zu den Einwänden gegen die umgekehrte Reihenfolge.
26 Sacramentum caritatis 17–19; CIC, cann. 852 § 1, 866, 883 Nr. 2 und 913–914; OICA, Kapitel V. Historisches Beispiel: Liverpool führte 2012 Firmung vor Erstkommunion ein, keine Säuglingsinitiation. Die heutige Erzdiözesanseite nennt Year 8; beide Nachweise im Literaturverzeichnis.
27 CIC, can. 868 § 1 Nr. 2; Internationale Theologenkommission, Reziprozität zwischen Glaube und Sakramenten, Nr. 91–94.
28 Thiermeyer, Außerschulische Erstkommunionvorbereitung, 1998; Getauft – und dann?, 2013. Der Jahresablauf ist ein pastoraler Vorschlag.
29 Direktorium für die Katechese, Nr. 269–272, besonders Nr. 272.
30 Sacrosanctum Concilium 22 § 3; CIC, can. 846 § 1; Benediktionale. Die nachfolgenden thematischen Gebete sind eigenständige pastorale Entwürfe.
31 Dei Verbum 21 und 25; Sacrosanctum Concilium 7 und 51. Die Buchübergabe ist keine Rekonstruktion eines patristischen Ritus.
32 Kyrill, Catechesis V,12–13; Egeria, Itinerarium 46,3–6; Die Feier der Eingliederung Erwachsener, Grundform, Nr. 76–97.
33 Die Feier der Eingliederung Erwachsener, Grundform, Nr. 98–117, besonders 101 und 110–114; Augustinus, Sermo 58.
34 Die Feier der Kindertaufe, ausdeutender Ritus der brennenden Kerze; Getauft – und dann? Die Wiederaufnahme ist eine Tauferinnerung.
35 CIC, can. 914; Katechismus, Nr. 1263. Die Bußpraxis ostkirchlicher Kinder folgt der Ordnung ihrer Kirche.
36 Institutio Generalis Missalis Romani, Nr. 281–287, besonders 282 und 287; Redemptionis sacramentum 104.
37 Egeria, Itinerarium 31,2–3 und 37; Missale Romanum, Messe vom Letzten Abendmahl, Nr. 13 zum Entfall des Credo.
38 Paschalis sollemnitatis 77–96, besonders 78 zur Nachtzeit; Redemptionis sacramentum 87 zum Erstempfang in der Messe durch einen Priester.
39 Instruktion der Ostkirchenkongregation von 1996, Nr. 51; CIC, can. 845 § 1. Das Festmodell ist keine zusätzliche sakramentale Initiationsstufe.
40 CIC, can. 844, besonders § 3; Orientalium Ecclesiarum 6 und 12–13. Eigenes Bitten und rechte Disposition gehören zu den katholischen Voraussetzungen.
41 Augustinus, Sermo 272; Johannes Chrysostomus, In Matthaeum homilia 50,3–4. Die beschriebenen Begegnungen sind heutige pastorale Folgerungen.

Archimandrit Dr. Andreas-Abraham Thiermeyer ist der Gründungsrektor des Collegium Orientale in Eichstätt. Er ist Theologe mit Schwerpunkt auf ökumenischer Theologie, ostkirchlicher Ekklesiologie und ostkirchlicher Liturgiewissenschaft. Er studierte in Eichstätt, Jerusalem und Rom, war in verschiedenen Dialogkommissionen tätig. Er veröffentlicht zu Fragen der Ökumene, des Frühen Mönchtums, der Liturgie der Ostkirchen und der ostkirchlichen Spiritualität. Weitere kath.net-Beiträge von ihm: siehe Link.
 


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