Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. EWTN-Chefin Maria Montserrat Alvarado wird neue Kommunikationspräfektin
  2. Episkopale Arbeitsverweigerung in einem kleinen Video
  3. Vatikan-Bischof lobt John Lennons atheistisches ‚Imagine‘ als ‚schönstes Lied der Welt‘
  4. Deutliche Kritik an 'Amoris Laetitia' im Vorfeld des Papstbesuches
  5. Die 'Akte Lügenfritz': Wenn Staatsgläubigkeit die Meinungsfreiheit verdrängt
  6. Der synodale Prozess, eine Totgeburt von Anfang an!
  7. Wahrheit ist heilsrelevant
  8. 'Armutsindustrie' in der Kritik: Statistik misst Ungleichheit, nicht echte Not
  9. Papst Pius X.: ‚Was brauchen wir heute am meisten, um die Gesellschaft zu retten?
  10. Es gibt keine zweite Chance mehr
  11. Akademie Johannes Paul II. fordert Kard. Grech auf, den pro-LGBT-Synodenbericht zurückzunehmen
  12. Erbärmlich! Lieber Peter Thiel, die meisten Österreicher sind nicht so!
  13. Technisch brillant, geistig obdachlos
  14. Ritus, Zeichen und Symbol: Der Weg zum Mysterium
  15. Großes Kardinalstreffen mit dem Papst - KI statt Liturgie

Lächle einen Menschen an, der dich nervt!

30. Mai 2025 in Kommentar, 5 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Der steile Weg der Tugenden: Warum wir uns mehr mit unserem eigenen Verhalten als mit dem der anderen beschäftigen sollten. BeneDicta am Freitag von Petra Knapp.


Wien (kath.net) „Menschen sind oft unberechenbar, unlogisch und selbstzentriert. Vergib ihnen einfach.“ Was uns Mutter Teresa empfiehlt, immerhin eine Heilige, ist definitiv eine Zumutung. Denn ich greife zugegebenermaßen routinemäßig zu anderen Strategien. Im besten Fall drehe ich mich um und gehe meiner Wege, weil ich Besseres zu tun habe.

Im schlechtesten Fall gehe ich voll auf Konfrontation und galoppiere die Eskalationsstufen hinauf. Meistens mache ich irgendwas dazwischen. Ich lästere mit anderen über diesen Menschen, der sich in meinen Augen gerade komplett irrational, dämlich, eigenartig oder selbstsüchtig verhält; ich rede ihn schlecht und nebenbei mein eigenes Verhalten gut; ich meide ihn, unterstelle ihm dies und jenes…

Kennst du das? Es wundert nicht, dass Jesus uns mahnt, sieben Mal siebenundsiebzig Mal zu vergeben. Das ist sehr, sehr, sehr oft. Offenbar braucht es diese Hartnäckigkeit, weil es komplett gegen unsere Natur ist, zu vergeben. Es scheint absurd, genau das zu tun, was wider jede Logik und vor allem gegen den eigenen Willen ist.


Franz von Sales geht in seiner „Philothea“ zunächst auf das Verurteilen anderes Personen ein. Wir sollen nicht über andere urteilen, „weil die wesentliche Bosheit der Sünde in der Absicht, in der Gesinnung des Herzens liegt, die für uns im Dunkel verborgen bleibt“, mahnt er. Kurz gesagt: Du weißt nicht, was wirklich die Not des Menschen ist, der da vor dir steht. Was aus ihm herausbricht, hat in den meisten Fällen nichts mit dir zu tun, sondern mit einer Wunde in seinem Leben.

Franz von Sales empfiehlt ein simples Gegenmittel. „Wer den Saft der äthiopischen Schlangenpflanze trinkt, glaubt überall Schlangen und schreckliches Gewürm zu sehen. Wer von Hochmut, Neid, Ehrsucht und Hass eingenommen ist, sieht überall nur Schlechtes und Tadelnswertes. Die einen müssen als Heilmittel Palmwein trinken, den anderen rate ich: Trinkt möglichst viel vom heiligen Wein der Liebe! Sie wird euch von diesem Gift befreien, das euch stets zu falschen Urteilen verleitet.“    

In eine ähnliche Richtung geht die trockene Feststellung von Mutter Teresa: „Wenn man Leute verurteilt, hat man keine Zeit sie zu lieben.“ Was romantisch klingt, ist harte Arbeit im echten Leben: Du lächelst jemanden an, der dich komplett nervt, du verkneifst dir eine patzige Antwort, die deiner Meinung nach absolut gerechtfertigt wäre… Mutter Teresas Erfolgsformel dafür: „Lächle fünfmal am Tag einem Menschen zu, dem du gar nicht zulächeln willst. Tue es um des Friedens willen.“

Wiederum geht es darum, gegen die Bestrebungen seines Willens anzukämpfen. Oder, um es in der Sprache der Logotherapie und Existenzanalyse zu sagen: Bring eine finale Vorleistung. Geh auf den anderen zu – zu einem Zeitpunkt, wo er es nicht verdient hat. Mach den ersten Schritt.

Der eigene Wille gehört trainiert, empfiehlt Franz von Sales, der außerdem den allgemeinen Tipp gibt, sich mit seinem eigenen Verhalten mehr zu beschäftigen als mit dem der anderen. „Wenn die Bienen sehen, dass es neblig ist, ziehen sie sich in den Stock zurück und beschäftigen sich mit dem Honig. So befassen sich auch die Gedanken guter Menschen nicht mit unklaren und nebelhaften Handlungen ihrer Mitmenschen, sondern ziehen sich in das eigene Herz zurück, um sich dort mit guten Vorsätzen für den eigenen Fortschritt zu beschäftigen. Nur müßige Seelen finden ein Vergnügen daran, das Leben anderer Leute zu untersuchen.“

Ausgenommen seien jene, die Verantwortung für andere tragen, sei es in Familie und Gesellschaft. „Sie sind im Gewissen verpflichtet, auf das Gewissen der anderen zu achten und darüber zu wachen. Sie mögen ihre Pflicht in Liebe erfüllen, sonst aber sich in dieser Hinsicht zurückhalten.“

Letztlich geht es darum, sich auf den steilen Weg des Tugenderwerbs zu begeben. Franz von Sales schreibt, dass jeder Mensch mit schlechten Anlagen ausgestattet sei. Man müsse sich nun die Mühe machen, die entgegengesetzten Tugenden anzustreben oder – im Idealfall – sich ganz freimachen von schlechten Eigenschaften.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

BeneDicta

  1. Technisch brillant, geistig obdachlos
  2. Beschließen ohne zu entscheiden?
  3. Die große Täuschung
  4. Hoffnung schlägt Optimismus
  5. Kirche zwischen Riss und Rückbindung
  6. Freu dich, Gott liebt dich
  7. 'Sommer ist, was in deinem Kopf passiert'
  8. Denn der Glaube ist kein Leistungssport
  9. Das Glück dieser Welt kauft man nicht mit Geld
  10. Herabsteigen in die „Tiefe unseres Seins“






Top-15

meist-gelesen

  1. SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - ANMELDUNG noch bis 22. JUNI!
  2. Episkopale Arbeitsverweigerung in einem kleinen Video
  3. Der synodale Prozess, eine Totgeburt von Anfang an!
  4. EWTN-Chefin Maria Montserrat Alvarado wird neue Kommunikationspräfektin
  5. Deutliche Kritik an 'Amoris Laetitia' im Vorfeld des Papstbesuches
  6. RTL-Journalistin Liv von Boetticher: „Habe die Bundespolizei zwei Nächte lang auf Streife begleitet“
  7. Erbärmlich! Lieber Peter Thiel, die meisten Österreicher sind nicht so!
  8. Schottischer Pfadfinderjunge verweigert Verbeugung vor Allah in der Moschee
  9. Das brennende Herz des heiligen Philipp Neri: Ein wissenschaftlich dokumentiertes Pfingstwunder
  10. Warum haben alte Kirchen einen verborgenen Raum unter dem Altar?
  11. Vatikan-Bischof lobt John Lennons atheistisches ‚Imagine‘ als ‚schönstes Lied der Welt‘
  12. Schönborn: Glaube braucht Tradition und kirchliche Einheit
  13. Akademie Johannes Paul II. fordert Kard. Grech auf, den pro-LGBT-Synodenbericht zurückzunehmen
  14. Fossile Bäume lösen Debatte um Arche Noah und die Sintflut aus
  15. Wahrheit ist heilsrelevant

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz