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Kinderschutz oder Staatskontrolle? Das Dilemma der Social-Media-Verbote

vor 3 Tagen in Chronik, 13 Lesermeinungen
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"Wall Street Journal" warnt: Was als Schutzmaßnahme für die psychische Gesundheit der Jugend beginnt, könnte sich als Trojanisches Pferd für die Zensur Erwachsener erweisen.


New York (kath.net/gem/rn)

Der Ruf nach einem gesetzlichen Verbot von Sozialen Medien für Kinder unter 16 Jahren wird weltweit lauter. Doch was als Schutzmaßnahme für die psychische Gesundheit der Jugend beginnt, könnte sich als Trojanisches Pferd für die Zensur Erwachsener erweisen. In einem vielbeachteten Essay für das Wall Street Journal warnt die Kolumnistin Louise Perry vor den Schattenseiten der gut gemeinten Gesetze.

Das Problem ist für Eltern offensichtlich: Wer seinem Kind ein Smartphone schenkt, stellt ihm bildlich gesprochen eine Box mit Pornografie, Drogenangeboten, Cybermobbing und russischen Hackern direkt ins Kinderzimmer. Perry beschreibt ein „Koordinationsproblem“: Eltern wissen um die Gefahren, geben aber dem Gruppendruck nach, um ihre Kinder nicht zu sozialen Außenseitern zu machen. Ein staatliches Verbot würde diesen Druck von den Schultern der Eltern nehmen.


Die Angst vor dem „gläsernen Nutzer“

Doch Perry, die die Situation in Großbritannien und Australien genau beobachtet, sieht eine gefährliche Entwicklung. Um ein Alterverbot für Unter-16-Jährige effektiv durchzusetzen, müssen Plattformen das Alter aller Nutzer zweifelsfrei verifizieren.

Ausweispflicht im Netz: Nutzer müssten digitale IDs, Führerscheine oder andere sensible Dokumente hinterlegen, um Zugang zu Plattformen zu erhalten.

Ende der Anonymität: Dies würde das Ende der anonymen Meinungsäußerung bedeuten. Politische Dissidenten oder Kritiker könnten abgeschreckt werden, ihre Meinung online zu teilen, wenn sie sich zuvor staatlich identifizieren müssen.

Sicherheit als Vorwand für Zensur?

Die Autorin warnt davor, dass Regierungen den Begriff „Sicherheit“ missbrauchen könnten, um unliebsame politische Kritik zu unterbinden. In Ländern wie Australien oder Großbritannien, die keinen Verfassungszusatz wie den US-amerikanischen „First Amendment“ (Redefreiheit) besitzen, ist die Hemmschwelle für staatliche Eingriffe niedriger.

Beispiel Australien: Dort rechtfertigte ein führender Politiker Einschränkungen der Redefreiheit explizit mit dem Erhalt des „multikulturellen Zusammenhalts“.

Beispiel Großbritannien: Perry verweist auf Fälle, in denen Bürger wegen Social-Media-Kommentaren, die als politischer Widerspruch gewertet werden konnten, mit Haftstrafen bedroht wurden.

Das Dilemma bleibt bestehen: Als Mutter wünscht sich Perry den staatlichen Schutz für ihre Kinder vor räuberischen Tech-Konzernen. Als Bürgerin jedoch warnt sie davor, dass der Staat Erwachsene wie Kinder behandelt. Die Gefahr besteht darin, dass Gesetze, die Kinder vor den Schrecken des Internets bewahren sollen, letztlich dazu genutzt werden, Regierungen vor Kritik zu bewahren.


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Lesermeinungen

 chorbisch vor 28 Stunden 
 

Sehr geehrter @Aventinus, ich habe mich nicht auf den Arm genommen ...

gefühlt, fand Ihren Ton nur etwas scharf. Anders als Sie, glaube ich schon, dass die Pöbeleien gegen den Glauben bei einer Klarnamenpflicht zurückgehen würden.

Bei dem Thema "wirkliche Motive" möchte ich die Debatte beenden, unsere Ansichten sind da zu verschieden.

Ich wundere mich immer wieder über Leute, die einerseits dem ÖRR grundsätzlich kritisch gegenüberstehen, aber die Inhalte der "Alternativen" Medien gerne ungeprüft übernehmen.

Von manchen "mündigen Bürgern" lese ich immer wieder Beiträge im Forum der WELT, und was ich da teilweise lesen muss, lässt mich nur mit dem Kopf schütteln. Der Beitrag von @versusdeum hier mit seinen in meinen Augen albernen Schlagworten und Klischees ist ein Beispiel, was ich meine. Das hat für mich nichts mit "mündig" zu tun, und Konsumenten der frei zugänglichen alternativen Medien mit dem verbotenen Konsum von Westfernsehen auf eine Stufe zu stellen, nun ja.

Aber wie gesagt, da sind wir unterschiedlicher Ansicht, und das dürfen wir beide sein


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 Aventinus vor 33 Stunden 
 

Sehr geehrter @chorbisch - ich wollte sie wirklich nicht auf den Arm nehmen, aber ...

... werden unsere religiösen Gefühle als Katholiken nicht seit Jahrzehnten und immer mehr zunehmend aufs heftigste verletzt? Dagegen hilft auch keine Ausweis-/Klarnahmenpflicht auf Internet-Plattformen. Abhärtung ist da angesagt: "ich mache mein Gesicht so hart wie einen Kieselstein" sagt Paulus; oder "haben sie mich verfolgt, werden sie auch euch verfolgen" unser Herr Jesus. Das kommt immer mehr auf uns zu. Und die Zeitungsleserbriefe mit Namen und Wohnort sind ja Äonen entfernt vom heutigen "Kampffeld" zwischen Staat und dem Souverän "mündiger Bürger" wegen zunehmender Information aus alternativen Quellen in Abkehr von regierungsaffirmativen Medien: diesen Trend umzukehren, also die Zugangshürde "zu BBC/ Westfernsehen" durch Vorschaltung von Ausweiskontrolle "16 Jahre" möglichst hoch zu legen, ist die eigentliche Intention dieses konzertierten Vorgehens der EU-Länder. Sollen sie doch Smartphones überhaupt erst ab 16 i.d. Öffentlichkeit/ Schule erlauben, wär derselbe Effekt.


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 chorbisch vor 36 Stunden 
 

@ Aventinus

Nur, weil Sie anderer Meinung sind als ich, und glauben, die wahren Gründe solcher Vorschläge erkannt zu haben, brauchen Sie nicht gleich ausfällig zu werden.

Zu Zeiten, als man nur Leserbriefe schreiben konnte, erschienen die fast immer mit dem Klarnamen und oft mit einer Ortsangabe. Wollte jemand anonym bleiben, stand da, der Name sei der Redaktion bekannt. Anonyme Zuschriften wurden nicht veröffentlicht und niemand sah sich dadurch in seinen Rechten eingeschränkt.

Natürlich weiß ich um die heute weit größeren technischen Möglichkeiten, aber die Klarnamenpflicht würde auch jene treffen, die unter dem Schutz der Anonymität Ihre religiösen Gefühle beleidigen.

Ob kath.net wirklich so bedeutend ist, dass staatliche Stellen an den Namen der Diskutanten interessiert wären, weiß ich nicht.

Hätten Frau Lorleberg oder die Herren Fleischer, Schwibach, Winnemöller oder Monsignore Schlegl da Ärger gehabt, wäre das sicher bekannt worden.


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 Richelius vor 36 Stunden 
 

@ Aventinus

Gute Idee! Doch wie verhindern wir, daß die Kinder einfach den PC stattdessen benutzen.

@ Jothekieker: Es ist sowieso für staatliche Akteure einfach herauszufinden, wer welche Seiten besucht. Mit der entsprechenden Überwachung kann man sogar herausfinden, wer was in welchem Forum schreibt, solange der Betreffende nicht aktiv sich bemüht, seine Identität zu verschleiern.


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 Aventinus vor 2 Tagen 
 

Jugend- und Kindeswohlschutz ehrlich gemeint wäre ganz einfach - ...

... schlicht die Erwerbung/ den Kauf eines Smartphones (bzw. Rechners) wie bei Alkohol und Tabak für Kinder unter 16 Jahren verbieten? Wenns unseren (vorgeblich doch so um unsere Kinder besorgten) Regierungen samt EU-Kommisariat wirklich um die Eindämmung von entwicklungsschädlichem Internetkonsum geht, wäre zusätzlich ein "Führen von Smartphones erst ab 16 Jahren" in der Öffentlichkeit bzw. Schulen der Königsweg! Schlagt es ihnen in Wien, Berlin, Paris, Rom, ... Brüssel doch genauso vor - dann stellt sich schnell heraus, was sie eigentlich wirklich beabsichtigen. Vor 10 Jahren wurde z.B. der Ulmer Prof. Manfred Spitzer mit seiner Warnung vor "Digitaler Demenz" bei Kindern noch von denselben Machthabern als Rechtsaußen verunglimpft, nun kommen dieselben aufeinmal mit "Kindeswohl" ums Eck ... ?!


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 Versusdeum vor 2 Tagen 
 

Woher plötzlich diese Hektik?

Normalerweise ist doch der Politik Wohlergehen, Sicherheit und die Zukunft unserer Kinder relativ egal (wie v.a. die Coronamaßnahmenzeit bitter bewiesen hatte). Hängt es etwa damit zusammen, dass dieses Jahr Wahlen sind und die CDU-"Nachfolgepartei" besonders über die sozialen Netzwerke bei Jugendlichen gut ankommt (also genau bei jener Gruppe, die bis zu den Coronamaßnahmen und der Hetze gegen sie* die Morgenthauplan-Partei der Grünen*innenden gewählt hatten)? Und noch besser: Mit dem Argument des Jugendschutzes kann man auch die Meinungsfreiheit der Erwachsenen prima beschneiden, entweder direkt (Zensur, Hausdurchsuchungen für harmlose regierungskritische Memes usw.) oder indirekt (Klarnamenpflicht wird zu Totenstille unterhalb des Rentenalters führen - und für die Rentner wird ihnen auch noch etwas einfallen).
* u.a. die Behauptungen wider besseres Wissen mehrerer Politiker noch am Ende der Coronamaßnahmenzeit, Kinder seien "Infektionstreiber" (oder schlimmeres)


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 Jothekieker vor 2 Tagen 
 

@Richelius

Jede Altersverifizierung erlaubt einen Rückschluß auf die Identität der Person. Es wäre schon sehr naiv, anzunehmen, daß diese dabei gesichert geheim bleibt.


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 Richelius vor 2 Tagen 
 

Discord fängt gerade mit Alterskontrollen an. Sie verifizieren das Alter einmal und dann werden die dazugehörigen Infos gelöscht. Das ist ein durchaus gangbarer Weg.
Leider haben sich gerade die Sozialen Medien als Bedrohung für Kinder und Jugendliche herausgestellt.

@ Patroklos:
„Mühelos“ ist das Einrichten einer solchen Sperre ganz sicher nicht. Man braucht erhebliches Wissen, damit eine Sperre am PC nicht ganz einfach umgangen werden kann.


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 Aventinus vor 2 Tagen 
 

Also @chorbisch, dann loggen wir uns alle, wenns nach Ihnen geht ...

... bald hier in kath.net mit unserem internetfähigen Personalausweis ein (bei meinem ist das zwar sicherheitshalber samt RFID-Funktion abgeschaltet) und die kath.net Redaktion prüft dann vor Freischaltung (über Einwohner-Meldestellen-Software, ID-App, ... etc.) unsere Schreibberechtigung? Aber vorher auch schon "altersabhängig" die Leseberechtigung! Denn man könnte als minderjährige, lautere und ahnungslose Kinderseele auch hier Gefährdenes über das Böse und Abgründige dieser Welt mitbekommen? Der Haupteffekt für den Staat, der hier jetzt honigsüß mit Kinderschutz ködert, wäre aber diese so per ID-Erfassung aller kath.net-Leser und (noch wichtiger!) -Schreiber erfolgende Registrierung aller eventueller Dissidenten, die seine Repräsentanten und Zuarbeiter (auch die staatl. besoldeten Bischöfe gehören dazu) womöglich kritisieren oder ablehnen. Unsere Verfassung untersagt allerdings in Artikel 5 GG solcherlei staatl. Machenschaften deutlichst: "Eine Zensur findet nicht statt" steht dort.


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 chorbisch vor 2 Tagen 
 

@Jothekieker

Gehört es für Sie auch zur "Freiheit", andere aus der sicheren Deckung der Anonymität anzupöbeln?

Oder Verleumdungen zu verbreiten, vielleicht auch noch künftig gefälschte Bilder? Dieses seltsame KI-Modul, das auf Kommando Nacktbilder einer bestimmten Person erstellen kann?

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, alle diese Dinge unterstelle ich Ihnen nicht im Geringsten. Und natürlich könnte so etwas politisch missbraucht werden, nicht nur von den Linken.

Aber kürzlich wurde auf youtube ein Beitrag eingestellt, im dem ich vorkomme und über ein an sich völlig harmloses Thema etwas sage. Die meisten Kommentare waren in Ordnung, aber es gab auch einige üble und beleidigende Dinge darunter. Ohne Grund.

Die Redakteurin, die den Film angefertigt hat, hat diesen Mist löschen lassen, aber ohne sie stünde das noch drin, und ich hätte vermutlich wenig Chancen, gegen die Schmierfinken vorzugehen.

Und ich weiß nicht, ob ich mich für solche Projekte nochmal zur Verfügung stellen werde.


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 Patroklos vor 2 Tagen 
 

Big Brother

Auf jedem Gerät läßt sich mühelos eine Jugendschutzkontrolle und Sperren für genau definierte Internetseiten einrichten. Es ist absolut unnötig, daß der Staat hier nun Zugangssperren und -kontrollen für alle einrichtet.
Aber es geht den Verantwortlichen gar nicht um Jugendschutz. Es geht letztlich um Kontrolle des Internets. Es geht darum, daß Personen mit einer potentiell mißliebigen Meinungen sich eine Selbstzensur auferlegen. Es geht darum, in der Perspektive das Internet als Raum der Freiheit zu beseitigen.
Man sollte nie vergessen: Auch in China gibt es Internet! Aber ein staatlich kontrolliertes und reglementiertes. Natürlich nur zu Wohle aller....


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 Johannes14,6 vor 2 Tagen 
 

Einen Vorteil hat das Ganze:

Die Ausgaben für die Meldestellen können eingespart werden, denn Meinungsäußerung und Urheber sind unmittelbar identifiziert und mit entsprechender KI als "verdächtig" zu registrieren/ sanktionieren.

Ironie aus. Unter dem Vorwand: Kinderschutz soll das Grundrecht der Meinungsfreiheit ausgehebelt werden, eine gefährliche Entwicklung!

Und was für ein Paradox: Jugendliche bis 16 sollen von Informationen der Social Media ferngehalten werden, aber mit 16 wahlberechtigt sein?

ELTERN sind in der Verantwortung, Kinder für den Umgang mit Medien zu befähigen, sicher keine leichte Aufgabe.

www.youtube.com/watch?v=9B3KOFg9dww Nius dazu am 9.2.26


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 Jothekieker vor 2 Tagen 
 

Wie zur Zeit der Coronarepressionen

Der Staat verkauft Sicherheit gegen Freiheit. Ob die gekaufte Sicherheit wirklich sicher ist, mag angezweifelt werden. Daß die verkaufte Freiheit aber für immer weg ist, das ist sicher.


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