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Um Gottes willen: „die Waffen nieder“ – Kardinal Brandmüllers Ruf zur liturgischen Vernunft

vor 13 Stunden in Kommentar, 10 Lesermeinungen
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Ein Blick auf die Liturgie in der Geschichte. Je mehr auf der einen Seite Willkür und liturgisches Durcheinander herrschten, desto entschiedener verhärtete sich auf der anderen die Ablehnung jeder Weiterentwicklung. Von Walter Kardinal Brandmüller


Rom (kath.net/wb/as) Am 22. Juli 2024 veröffentlichte Walter Kardinal Brandmüller einen bemerkenswerten Beitrag unter dem eindringlichen Titel: „Um Gottes willen: ‚die Waffen nieder‘! (Ein Blick auf die Liturgie in der Geschichte)“. Der Text entstand vor dem Hintergrund der damals intensiv geführten Auseinandersetzungen um die traditionelle Form der römischen Liturgie, die durch die von Papst Franziskus mit dem Motu proprio Traditionis custodes verfügten tiefgreifenden Einschränkungen und durch die Außerkraftsetzung der zuvor von Papst Benedikt XVI. eröffneten liturgischen Freiräume neue Schärfe gewonnen hatten.

Die jüngst erfolgte italienische Übersetzung dieses Textes hat ihn erneut ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Doch blieb seine eigentliche Intention nicht immer unverkürzt erkennbar. Allzu rasch wurde er in den Horizont aktueller Kontroversen hineingezogen, insbesondere im Zusammenhang mit den seit dem 2. Februar 2026 wieder intensiv diskutierten Ankündigungen von Bischofsweihen durch die Piusbruderschaft. In diesem Klima wachsender Polarisierung wurde Brandmüllers Wort bisweilen selbst zu einem Gegenstand jener emotionalen Dynamik, der es gerade entgegenwirken wollte. Denn der eigentliche Horizont seines Beitrags war weiter, tiefer und grundsätzlicher. Brandmüller zielte nicht auf eine parteiliche Stellungnahme im engeren Sinn, sondern auf eine geistige und kirchliche Besinnung. Sein Anliegen war es, den Blick aus der Enge gegenwärtiger Konflikte zu lösen und ihn auf die longue durée der liturgischen Geschichte zu richten. Dort zeigt sich eine wiederkehrende Dialektik: Je mehr auf der einen Seite Willkür, Experiment und liturgisches Durcheinander Raum griffen, desto entschiedener verhärtete sich auf der anderen Seite die Ablehnung selbst legitimer organischer Entwicklung. Die Geschichte selbst wird so zum Lehrer der Gegenwart.

In diesem Sinne war sein Ruf „die Waffen nieder“ weder resignativ noch irenisch im oberflächlichen Sinn. Er war vielmehr ein Appell zur Wiedergewinnung jener inneren Freiheit, ohne die weder Tradition noch Reform in ihrem eigentlichen theologischen Sinn verstanden werden können. Denn die Liturgie ist ihrem Wesen nach nicht das Produkt kirchlicher Macht, sondern der Ausdruck des Glaubens der Kirche selbst, jenes Glaubens, der die Zeiten überdauert und in der sichtbaren Gestalt des Ritus die unsichtbare Kontinuität der Wahrheit bewahrt.

Brandmüllers Wort zielte somit auf die Überwindung jener Verengung, in der liturgische Fragen zu Identitätsmarkern kirchlicher Lager werden. Seine Erinnerung an die Geschichte war der Versuch, den Raum der Liturgie wieder als das sichtbar werden zu lassen, was er seinem innersten Wesen nach ist: nicht Schlachtfeld, sondern Offenbarungsort; nicht Instrument menschlicher Selbstbehauptung, sondern Epiphanie der göttlichen Treue durch die Zeiten hindurch.

Aus aktuellen Gründen veröffentlicht kath.net noch einmal das deutschsprachige Original des Beitrags seiner Eminenz vom 22. Juli 2024:

Nicht seit Sacrosanctum Concilium des II. Vatikanums, wohl aber seit der Umsetzung der Liturgiereform nach dem Konzil geht ein Riss durch weite Teile der Katholiken, ist daraus unguter Streit zwischen „Progressisten“ und „Ewiggestrigen“ entstanden.

Indes, ist dies zu verwundern? Keineswegs, zeigt dies doch nur, welch zentrale Rolle die Liturgie im Leben der Gläubigen spielt. So ist denn „Liturgiestreit“ keineswegs erst nach dem II. Vatikanum bekannt – und auch nicht nur im katholischen Umfeld.


Als Patriarch Nikon und Zar Alexej I. im Jahre 1667 eine Liturgiereform anordneten, spalteten sich mehrere Gruppen ab, von denen eine sogar auf Priester keinen Wert mehr legte - die Spaltungen dauern bis heute an.

Im lateinischen – katholischen wie protestantischen – Westen kam es zur Zeit der Aufklärung an mehreren Orten zum teilweise erbitterten Streit um neu einzuführende Gesangbücher.

Im katholischen Frankreich stieß die Einführung eines neuen Missale Romanum anstelle der alten Gallikanischen Liturgie auf erbitterten Widerstand.

Summa summarum: In all diesen Fällen ging es nicht wie bei Arius oder Martin Luther um das Dogma, die geoffenbarte Wahrheit. Letzteres wird eher in intellektuellen Milieus zum Streitfall. Den Alltag der Frömmigkeit hingegen berühren Riten, Bräuche des alltäglichen religiösen Lebens. Da entzündet sich dann der Streit selbst an Nebensächlichkeiten wie etwa Textvarianten in Liedern und Gebeten. Je, im Grunde, irrationaler der Streitpunkt ist, desto heftiger der Streit darum. Auf derart vermintem Boden darf freilich kein Bulldozer zum Einsatz kommen.

In vielen Fällen ist freilich die Glaubenslehre dadurch gar nicht berührt – wohl aber das Gemüt, die liebgewonnene fromme Formel, die Gewohnheit. Und eben das greift tiefer als eine abstrakte theologische Formel – erlebensmäßig.

Gleichermaßen verfehlt ist es jedoch, mit der Parole „unter den Talaren Muff von tausend Jahren“ Abbruch, Umbruch des Überlieferten zu fordern, da doch damit nicht nur das christliche, sondern allgemein das menschliche Wesenselement der Überlieferung unbeachtet bliebe.

Das ist grundsätzlich bei allen Reformversuchen zu beobachten. Insbesondere jedoch, wenn es um die religiöse Alltagspraxis geht, wie etwa Neuordnungen von Sprengelgrenzen etc., die in das Alltagsleben eingreifen.

Diese allgemein zu beobachtende Skepsis gegenüber, wenn nicht sogar Ablehnung von Neuerungen ist nun – erstaunlich genug – im Großen und Ganzen ausgeblieben, als Pius XII. im Jahre 1951 erst die Feier der Osternacht, dann 1955 die gesamte Liturgie der Heiligen Woche grundlegend neu geordnet hat. Vf. hat dies als Seminarist und junger Priester miterlebt. Abgesehen von skeptischen Reaktionen, die da und dort im ländlich-bäuerlichen Umfeld zu beobachten waren, wurden diese Reformen eher mit erwartungsvoller Freude, wenn nicht mit Begeisterung von den Gläubigen begrüßt – wo sie denn in rechter Weise verwirklicht wurden.

Im Rückblick darauf mag man sich dagegen heute die Frage stellen, wie es denn im Zuge der Reformen unter Paul VI. zu den allzu bekannten Reaktionen kommen konnte: im ersteren Falle erlebte die Kirche einen liturgischen Aufbruch, im zweiten sahen nicht wenige einen liturgischen Bruch mit der Überlieferung.

Nach dem Pontifikat Pius’ XII. war die Wahl Johannes‘ XXIII. in manchen Teilen der Kirche als eine Befreiung von lehramtlichen Zwängen empfunden worden. Nunmehr war auch die Tür zum Dialog mit Marxismus, Existenzialphilosophie, der Frankfurter Schule, Kant und Hegel geöffnet – und damit für eine neue, ganz andere Art, Theologie zu verstehen. Nun hatte die Stunde für den Individualismus der Theologen, des Abschieds vom „Ewiggestrigen“ geschlagen.

Für die Liturgie hatte diese Wende schwerwiegende Folgen. Willkür, Wildwuchs, ungezügelter Individualismus führten vielerorts zum Ersatz des Messbuchs durch Eigenfabrikate, die dann in Form von Ringbüchern von Zelebranten individuell zusammengestellt wurden. Die Folge davon war ein liturgisches Chaos und eine bis dahin nicht gekannte, bis heute – trotz der Liturgiereform durch Paul VI. – andauernde Massenflucht aus der Kirche.

Die Antwort darauf bestand dann in der Bildung von Gruppen, Kreisen, die dem Chaos mit einer entschiedenen Beharrung auf dem Missale Romanum Pius‘ XII. entgegentraten.

Je mehr nun auf der einen Seite Willkür und liturgisches Durcheinander herrschten, desto entschiedener verhärtete sich auf der anderen die Ablehnung jeder Weiterentwicklung – ungeachtet der mit den Reformen Pius’ XII. gemachten positiven Erfahrung. Dementsprechend traf auch die Reform des Missale Pauls’ VI., die zweifellos nicht ohne Mängel war, auf Kritik und Widerstand. Dabei mochte dieser Widerstand auch vielfach begründet sein – berechtigt, theologisch berechtigt, war er nicht.

Der Novus Ordo war vom Papst in Kraft gesetzt, und so war er – bei aller berechtigten Kritik – im Gehorsam anzunehmen.

Der Apostel Paulus schreibt: Christus „ward gehorsam bis zum Tode, ja bis zum Tod am Kreuz“, und durch seinen Tod hat er die Welt erlöst. Wenn also in der eucharistischen Feier Jesu Christi „Gehorsam bis zum Tod“ gegenwärtig wird, dann kann diese Feier nicht im Ungehorsam begangen werden.

Was aber geschah? Den einen gingen die „Reformen“ nicht weit genug, sie blieben weiter bei ihrer „Ringbuch-Liturgie“ individualistischer Kreativität, die anderen setzten dem das Beharren auf der „Messe aller Zeiten“ entgegen, wobei man nicht zur Kenntnis nehmen wollte, dass der Ritus der hl. Messe sich nicht nur im Laufe der Jahrhunderte entwickelt, verändert, sondern auch in Ost und West dem jeweiligen Kulturkreis entsprechend ausgeprägt hat. Die „Messe aller Zeiten“ besteht nur in den - überdies in verschiedenem Wortlaut in den Evangelien überlieferten – Wandlungsworten. Das (!) ist die „Messe aller Zeiten“. Wo man sich dessen nicht bewusst war – oder sein wollte – sahen nicht wenige die Fronten abgesteckt, und der „Kampf“ dauert bis heute an.

Nicht zu vergessen ist jedoch, dass zwischen beiden „Lagern“ die authentische, im Namen der Kirche gewissenhaft vollzogene Liturgie vielerorts selbstverständlich ist. Dennoch bleibt die Frage, warum eine solche konfliktreiche Entwicklung möglich war.

Ein Blick in die Geschichte lässt eines erkennen: Bei den in der Vergangenheit ausgefochtenen Kämpfen ging es - nach dem Konzil von Trient - zunächst keineswegs mehr um das Wesen der hl. Eucharistie. Das neue „Missale Romanum“ Pius‘ V. wurde in den einzelnen Ländern allmählich – zuletzt im Frankreich des späten 19. Jahrhunderts – eingeführt, alte regionale, ordenseigene Riten blieben in Kraft, ohne dass sich daraus irgendwelche Konflikte ergaben.

Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts flammte im Gefolge des Modernismus auch die Kontroverse um das Messopfer wieder auf, nunmehr aber nicht um den Ritus, sondern um das Wesen des Messopfers. Es war der Ausbruch des I. Weltkriegs samt seinen Europa umwälzenden Folgen, der eine solide Aufarbeitung des Problems verhindert hat, das ungelöst im Untergrund weiter schwelte. Die in den Nachkriegsjahren bedeutende „Liturgische Bewegung“ betraf – von Ausnahmen abgesehen – nicht so sehr das Wesen, sondern den Vollzug der Liturgie, besonders des Messopfers durch die gläubige Gemeinde.

Eine wirkliche Lösung verhinderte dann die Machtergreifung der kommunistischen, faschistischen und nationalsozialistischen Diktaturen und der bald darauf folgende II. Weltkrieg samt seinen Folgen.

Pius XII. war es, der inmitten der Probleme der Nachkriegszeit im Wissen um die ungeklärten Probleme um das hl. Messopfer in seiner Enzyklika Mediator Dei vom Jahre 1947 das Thema neu aufgriff, das Dogma des Konzils von Trient bekräftigte, erklärte, und schließlich wichtige Anleitungen zum würdigen Vollzug in der liturgischen Feier bot.

Dass es in der Folge dennoch zu den bis heute andauernden Auseinandersetzungen kam, lag wohl auch daran, dass es bei dem Aufleben der Kontroverse nunmehr viel weniger um den Ritus, sondern erneut um das Wesen des eucharistischen Opfermahles ging. Vor allem die Überbetonung, ja Verabsolutierung des Mahl-Charakters der hl. Messe führte, und führt noch immer, zu zahlreichen, da und dort geradezu blasphemischen liturgischen Missbräuchen. Missbräuche, die sich aus grundlegenden Missverständnissen des Mysteriums der Eucharistie ergeben.

Hinzu kommt, dass es fast immer von den einzelnen Priestern abhängt, ob die hl. Messe im gewissenhaft beobachteten Novus Ordo gefeiert oder den subjektiven Einfällen der Zelebranten freie Bahn gegeben wird. Die Fälle, in denen bischöfliche Behörden gegen Missbräuche eingeschritten wären, dürften Ausnahmen sein. Dass diese Auflösung der liturgischen Einheit eine Folge von Unsicherheit oder gar Verlust des authentischen Glaubens ist, und damit eine ernste Gefahr für die Einheit im Glauben darstellt, scheint weithin nicht bewusst zu sein.

Es muss also – sollen verhängnisvolle Brüche der Einheit der Kirche vermieden bzw. wieder repariert werden – zum Frieden oder wenigstens zum Waffenstillstand an der Liturgie-Front kommen.

Darum: „Die Waffen nieder“! (so der Titel des seit 1889 in 37 Auflagen und 15 Übersetzungen erschienenen Antikriegs-Romans von Bertha von Suttner).

Das hieße, zunächst die Sprache zu entschärfen, wenn von Liturgie die Rede ist. Ebenso wäre es notwendig, Schuldzuweisungen jeder Art zu unterlassen. Keine der beiden Seiten sollte die Ernsthaftigkeit der Absichten der anderen in Frage stellen - kurzum, es gilt, Toleranz zu üben, und Polemik zu vermeiden. Auf beiden Seiten wäre für eine den jeweiligen Vorschriften gewissenhaft entsprechende Liturgie zu sorgen. Der Erfahrung nach ist diese Mahnung nicht nur an die „Neuerer“, sondern auch an die Anhänger der „alten Messe“ zu richten.

Beide Seiten sollten das Kapitel II der Konzilskonstitution Sacrosanctum Concilium des II. Vatikanums unvoreingenommen gewissenhaft studieren, und an deren Normen die nachfolgenden Entwicklungen messen. Dabei würde offenkundig, in welchem Maße die nachkonziliare Entwicklung sich von der Konstitution, der einst auch Erzbischof Lefebvre zugestimmt hatte, entfernt hat.

Alsdann wäre in aller Stille und mit viel Geduld an einer behutsamen Reform der Reform zu arbeiten, die eben den wirklichen Weisungen von Sacrosanctum Concilium entspricht. So könnte schließlich der Augenblick kommen, an dem eine die Anliegen der einen wie der anderen Seite würdigende Reform vorgelegt würde.

Bis dahin, noch einmal, um Gottes willen, „die Waffen nieder“!


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Lesermeinungen

 marlin vor 14 Stunden 
 

Die Zukunft...

@ SalvatoreMio: „Ich merke aber, dass jedes Bemühen, Christi Menschenliebe ein wenig spürbar zu machen, ihre Herzen ansprechen und öffnen kann für ihn, der unsere einzige Zukunft ist!“

Unsere Zukunft liegt auch in jeder hl. Messe, in der die Menschenliebe und Transzendenz Gottes nicht durch die Aufdringlichkeit der Laien im Altarraum verdrängt wird.
Unsere Zukunft liegt auch in der Pastoral der Kirche, in der nicht nur um den Menschen geht, sondern vor allem um Gott und Sein Evangelium.


1
 
 marlin vor 15 Stunden 
 

novus ordo vs. vetus ordo

@ Herbstlicht: „Was zieht Menschen in eine hl. Messe der ursprünglichen Form?“

Gegenfrage: Was frustriert und enttäuscht die Menschen im NOM?
Die Antwort habe ich schon mehrmals gegeben, aber ich schreibe sie gerne noch Mal: Die experimentelle und profane Art der Zelebration der hl. Messe (die Wandlungsworte „für alle“, die Laienpredigt, Kommunionhelferinnen) und die hemmungslose Präsenz der Laien im Altarraum während der hl. Messe.


1
 
 DanielDavide vor 15 Stunden 
 

@ SalvatoreMio

Ja das was Sie berichten deckt sich 1:1 mit den Aussagen unserer Krankenhaus/Altersheim Seelsorgerin. Früher waren alle jedesmal hoch erfreut, wenn sie am Mittwoch Morgen kam und in der Kapelle einen kleinen Morgenimpuls machte und die Kranken besuchte. Heute trifft sie auf Ablehnung oder Desinteresse. Früher gab es jeden Sonntag in der Kapelle des Krankenhauses eine Heilige Messe, die stets gut besucht war. Heute gibt es mangels Interesse einen Wortgottesdienst abwechselnd katholische Pastoralreferentin oder protestantischer Pfarrer. Der Pfarrer steht auf Bitten immer bereit für Gespräche und auch eine Beichte in der Kapelle ist möglich. Aber das Interesse ist sehr gering und ich denke es wird schlimmer wenn die jetzt gut 60 jährigen in die Pflege kommen -Diese finden sie nicht mehr / kaum in der Kirche. Machen wir uns nichts vor; wenn wir nicht mehr kommen, dann sind es noch die belächelten und abgestempelten „ewig-gestrigen“ Treuen die noch kommen. Traurig!


2
 
 marlin vor 15 Stunden 
 

@ Herbstlicht: „Was zieht Menschen in eine hl. Messe der ursprünglichen Form?“

Gegenfrage: Was verprellt, frustriert und enttäuscht die Menschen im NOM?
Die Antwort habe ich schon mehrmals gegeben, aber ich schreibe sie gerne noch Mal: Die Handkommunion und das Laientheater - die übermäßige und impertinente Präsenz der Laien in der hl. Messe.


@ SalvatoreMio: „Ich merke aber, dass jedes Bemühen, Christi Menschenliebe ein wenig spürbar zu machen, ihre Herzen ansprechen und öffnen kann für ihn, der unsere einzige Zukunft ist!“

In jeder hl. Messe, die nicht durch die Aufdringlichkeit der Laien verhunzt wird, ist Christi Menschenliebe gegenwärtig. In der Pastoral der Kirche, in der nicht um den Menschen geht, sondern um Gott und Sein Evangelium, ist die Zukunft der Kirche.


1
 
 Wynfried vor 16 Stunden 

Grundsätzliches Missverständnis

Ich glaube, dass es bei dieser Problematik um etwas viel Wesentlicheres geht. Es geht nicht darum, auf welcher "Seite" ich stehe. Ich will doch gar nicht auf einer "Seite" stehen, ich will einfach nur katholisch sein.
Der Punkt ist, dass es das Messbuch Pauls VI. in der Realität eigentlich gar nicht gibt. Die "neue Messe" kann gewissermaßen auf so viel unterschiedliche Weisen gefeiert werden, wie es Priester gibt. Sie wird in der Praxis gar nicht mehr als einheitlicher Ritus empfunden. Selbst eine würdige Feier der neuen Messe kann auf sehr unterschiedliche Weise abgehalten werden, so viele legitime Auswahlmöglichkeiten stehen dem Prister zur Verfügung. Woher soll der ungeschulte Laie wissen, ob von den vier oder mehr offiziellen Hochgebeten der Prister sein eigenes privates dazuerfunden hat?
Im Gegensatz dazu ist folgt die "alte Messe" immer den gleichen Rubriken. Sie strahlt etwas Geheimnisvolles aus, das Muysterium CHristi, das sie eben so anziehend macht.


1
 
 SalvatoreMio vor 16 Stunden 
 

Die Massenflucht

@marlin: seit 30 Jahren mache ich ehrenamtlich (war aber ausgebildet und zuvor professionell kirchlich tätig) im Seniorenheim Seelsorge. Es gibt die ganz treuen Katholiken, und wenn sie sich auch mehr tot als lebendig fühlen: sie bleiben Christus treu. - Und doch ist vieles verändert: es wird immer mehr Ablehnung gegenüber der Kirche sichtbar. Ich merke aber, dass jedes Bemühen, Christi Menschenliebe ein wenig spürbar zu machen, ihre Herzen ansprechen und öffnen kann für ihn, der unsere einzige Zukunft ist !


2
 
 Cejazar vor 16 Stunden 
 

Danke für diese Worte

Genau einen solchen Grabenkrieg, wie er heute geführt wird, benötigt die Kirche nicht.

Und hier müssen beide Seiten abrüsten: zum einen die Traditionalisten, die jedes Jota des Ritus vor dem Konzil – besser noch vor den Reformen Pius’ XII. – zurückdrehen möchten und sich jeglicher Weiterentwicklung versperren.

Zum anderen aber auch diejenigen, welche den postkonziliaren Ritus verabsolutieren und ebenfalls kein Jota am Ritus oder selbst an den Ausführungsbestimmungen ändern möchten.

Eine tragfähige Lösung für die Kirche kann nur gefunden werden, wenn beide Seiten aufeinander zugehen.


3
 
 Herbstlicht vor 16 Stunden 
 

Warum?

Vergangenen Samstagabend besuchte ich den (Sonntags)-Gottesdienst in unserer Gemeinde.
Deprimierend schlecht besucht!
Überwiegend ältere bzw. alte Frauen.

Am folgenden Sonntagmorgen besuchte ich die Hl. Messe bei der Piusbruderschaft.
Erfreulich sehr gut besucht, wie stets!
Frauen und Männer jeglichen Alters, verhältnismäßig viele Familien.
Es kommen auch immer mal wieder neue Besucher.

Warum dieser Unterschied?

Dass es an einem Samstagabend weniger Messbesucher gibt als am Sonntag, ist ziemlich klar.
Dennoch: Was zieht Menschen in eine hl. Messe der ursprünglichen Form?


3
 
 marlin vor 17 Stunden 
 

Massenflucht aus der Kirche

„Je mehr auf der einen Seite Willkür und liturgisches Durcheinander herrschten, desto entschiedener verhärtete sich auf der anderen die Ablehnung jeder Weiterentwicklung.“

Die Folge davon war ein liturgisches Chaos und eine bis dahin nicht gekannte, bis heute – trotz der Liturgiereform durch Paul VI. – andauernde Massenflucht aus der Kirche“

Ist doch klar! Man geht nicht zu den Traditionalisten, um dort Ministrantin, Kommunionhelferin zu werden, oder die Kommunion mit der Hand zu empfangen. Man geht zu den Traditionalisten um genau dieses liturgische Laientheater, das man nach V2 im NOM zugelassen hat, nicht ertragen zu müssen!


3
 
 Stefan Fleischer vor 17 Stunden 

Kahtolisch heisst allumfassend

Eine viel versprechende Art um in dieser Situation «die Waffen niederzulegen» wäre es m.E., unsere Verkündigung bewusst wieder katholischer, allumfassender zu machen. Unsere moderne Welt leidet an der Tendenz, alle Probleme in Einzelteile zu zerlegen und diese dann den Experten anzuvertrauen. Darunter leidet das ganzheitliche Denken, das führt gerne zur Strategie «divide et impera, teile und herrsche».
Kardinal Brandmüller spricht z.B. das Problem Mahlcharakter und Opfercharakter der Heiligen Eucharistie an. Wen wir alle uns bemühen würden, jederzeit beide Aspekte als gleichwertig, ja sich ergänzend zu sehen und zu verkünden, wäre wohl schnell einmal viel geholfen. Dann würden wir auch noch anderen Probleme erkennen, wo sich einzelne Aspekte verselbständigen, oder gar gegenseitig den Rang streitig machen, wie z.B. bei den Werke und der Frömmigkeit. Also Waffen nieder und uns neu ausrichten auf Gott in unserem ganzen Leben, auf den ganzen Gott und nicht auf einzelne Aspekte von ihm.


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