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Eduard Habsburg: Alte Messe ist ‚absolute Antithese zur heutigen Welt‘

vor 17 Stunden in Weltkirche, 11 Lesermeinungen
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Habsburg sieht sowohl die Gemeinden, welche die Alte Messe feiern, als auch jene Novus-Ordo-Gemeinden, in denen die Messe ehrfürchtig gefeiert wird, als Teil einer wachsenden „kleinen Schar“, welche die katholische Tradition bewahrt.


Rom (kath.net/jg)
Der ehemalige ungarische Botschafter beim Heiligen Stuhl, Eduard Habsburg-Lothringen, hat ein neues, kleines Buch veröffentlicht: „Abenteuer ‚Alte Messe‘ – Ein Reiseführer für Neugierige“. Es richtet sich an Menschen, die zum ersten Mal die Messe im Alten Ritus (Vetus Ordo) erleben möchten.

In einem Interview mit dem National Catholic Register vom Mai 2026 erklärt Habsburg, warum er das Büchlein geschrieben hat. Bei seinem ersten Besuch einer Alten Messe war er selbst „völlig verwirrt – ja sogar irritiert“. Niemand hatte ihn auf die Unterschiede in fast allen Aspekten der Liturgie vorbereitet. Mit seinem praktischen Leitfaden möchte er anderen helfen, den Alten Ritus besser zu verstehen und nicht gleich Abwehrhaltungen aufzubauen.

Das Werk ist nicht primär für erfahrene Besucher der Alten Messe gedacht, sondern für Neugierige, die schon einmal davon gehört haben, oder für Menschen, die dem Alten Ritus skeptisch oder ablehnend gegenüberstehen. Es enthält einen zentralen Abschnitt, der die verschiedenen Teile der Liturgie erklärt – inklusive einfacher Zeichnungen, die beispielsweise anhand der Positionen des Priesters und der Ministranten zeigen, an welcher Stelle der Messe man sich gerade befindet. 


Habsburg berichtet, dass die Entdeckung der Lateinischen Messe vor etwa fünf bis sechs Jahren für seine gesamte Familie zu einer tiefgreifenden Erneuerung des Glaubens geführt hat. Obwohl die Familie schon immer praktizierende Katholiken war, habe die TLM ein neues Kapitel eröffnet: mehr Treue im täglichen Gebet, Rosenkranz, Novenen und eine spürbare Ausstrahlung der Liturgie in den Alltag. Besonders beeindruckt sei er von der Wirkung auf seine Kinder gewesen.

Habsburg beobachtet ein wachsendes Interesse an der Alten Messe vor allem unter jungen Gläubigen – in Europa wie in den USA. Er erklärt dies damit, dass sie nach seiner persönlichen Einschätzung die „absoluten Antithese zur heutigen Welt“ sei: ehrfürchtig, still, andächtig. Die lateinische Sprache und die feierlichen Gesten vermittelten Tiefe, Ernsthaftigkeit und Verwurzelung. Gerade junge Menschen, die ernsthaft katholisch leben wollten, suchten etwas Solides, auf das sie ihr Leben bauen könnten.

Zur kontroversen Debatte um die Alte Messe sagt Habsburg, dass die starke Ablehnung bei manchen oft auf Vorurteile aus den 1950er- und 1960er-Jahren zurückgehe. Viele Priester und Bischöfe seien mit der Idee aufgewachsen, die alte Messe sei „von gestern“ und überholt. Aggressive Auftritte einiger „Traditionalisten“ im Internet verstärkten leider das Bild einer harten, schnell verurteilenden Gruppe – was zu den restriktiven Maßnahmen beigetragen habe. Er plädiert für mehr Respekt und Nächstenliebe im Umgang miteinander.

Obwohl die Zahl der Besucher der Alten Messe im Vergleich zur Gesamtkirche relativ klein sei, wirke sie in manchen westlichen Ländern im Verhältnis zu den regelmäßigen Messbesuchern bereits beachtlich. Habsburg sieht sowohl die Gemeinden, welche die Alte Messe feiern, als auch jene Novus-Ordo-Gemeinden, in denen die Messe ehrfürchtig gefeiert wird, als Teil einer wachsenden „kleinen Schar“, welche die katholische Tradition bewahrt. Er blickt hoffnungsvoll auf ein geistliches Erwachen in der westlichen Welt.

Eduard Habsburg versteht seine Rolle nach dem Ende seiner diplomatischen Tätigkeit (2015–2025) als „Botschafter“ der traditionellen Liturgie für all jene, die sie noch nicht kennen oder Vorurteile abbauen möchten. Sein Dienst als Diplomat habe ihm hinsichtlich seiner persönlichen Präferenzen große Zurückhaltung auferlegt. Als Nachfahre der Habsburger-Dynastie, die historisch eine wichtige Rolle bei der Bewahrung der alten Liturgie spielte, könne er sich nun frei und offen für ein besseres Verständnis des Alten Ritus einsetzen.


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Lesermeinungen

 discipulus vor 6 Stunden 
 

@Fink: Pessach

Sehr wahrscheinlich war das letzte Mahl Jesu kein Pessach-Mahl. So überliefert es zumindest das Johannesevangelium, dessen Chronologie der letzten Tage Jesu gemeinhin als authentischer als die synoptische Tradition gehalten wird. Auch Joseph Ratzinger hat das immer wieder herausgestellt.


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 SalvatoreMio vor 6 Stunden 
 

Die Jahre um 1965

@Versusdeum: mir wird erst jetzt richtig deutlich, dass damals manches nicht gut verlief, da ich gerade kath. geworden war und es "ohne Latein" rinfacher ging. - Viele Priester aber liefen davon, auch deshalb, weil das Zölibat ihnen Probleme gemacht hatte und sie sich diesbezüglich Erleichterungen erhofft hatten, aber vergeblich. - Zudem wurden treue Priester von heute auf morgen aufgrund stark veränderter Messform - ohne richtige pastorale Vorbereitung ins kalte Wasser geschmissen - und mit ihnen die vielen getreuen Gemeindeglieder. Die gleichzeitige soziale/sexuelle Revolution jener Jahre überforderte im Grunde die Bevölkerung, die noch auf "Kadavergehorsam" getrimmt war, während die Jugend teilweise alle Fesseln von sich warf. - Das wirkte bis in den Kern der Kirche hinein, und man muss sich eigentlich wundern, wie lange es "gut" ging. Erst jetzt sehen wir das Ausmaß der Verwüstung und müssen Gott bitten, uns den Weg durch die neue Wüste hindurchzubahnen.


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 discipulus vor 6 Stunden 
 

@Versusdeum: Verbote

Verboten wurde ja nicht der römische Ritus, sondern die Verwendung einer bestimmten Entwicklungsstufe dieses Ritus. Diesen Unterschied ignorieren Sie leider konsequent. Und der Messbesuch ging eben schon bis 1960 zurück, nicht erst danach. Auch das ignorieren die Anhänger des alten Meßbuchs leider, weil es anders natürlich besser in ihr Konzept paßt. Ebenso wie die Tatsache, daß die Zahl der Meßbesucher z.B. in Polen oder Italien keineswegs um 1970 zurückgingen, sondern erst sehr viel später.


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 Versusdeum vor 8 Stunden 
 

@Christine

Nun ja, das Verbot des überlieferten Ritus der Kirche 1970 muss für viele Gläubige und Priester ein Schock gewesen sein: Wie kann man buchstäblich über Nacht jenen Kult des Allerhöchsten verbieten, der 400+ Jahre DER Ritus der Kirche war, mit dem sie Christi Leib und Blut auf dem Altar werden ließ und der Kunst und Kultur (sic!) zur höchsten Blüte gebracht hat? Wie kann dieses "Heiligste und Höchste plötzlich für verboten erklärt" werden und "das Verlangen danach geradezu als unanständig betrachtet" werden? Damit "stellt [sich eine Glaubensgemeinschaft] selbst infrage" (jeweils Kardinal Ratzinger zum Thema, aus dem Gedächtnis zitiert). All das und all die Kämpfe und Intrigen (habe selbst eine erlebt) gegen die TLM haben natürlich auch zu Verhärtungen auf der Seite der "Ritusbewahrer" geführt, zumal der NOM im deutschen Sprachraum wohl auch durch seine Fehlüberetzungen nicht gerade eine "Erfolgsgeschichte" geschrieben hat (Messbesuch 1950 = über 50%, "Gottesdienstbesuch" heute etwa 6%)


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 edih vor 8 Stunden 
 

Habsburgs Buch

Möge das Buch von Eduard Habsburg vielen die Augen öffnen und erfolgreich sein.


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 Fink vor 11 Stunden 
 

Gott-zentriert ODER Menschen-zentriert ?

Ist die Hl.Messe zuerst eine Gemeinschaftsfeier ODER aber eine Opferfeier ?
War das Letzte Abendmahl (Gründonnerstag) ein Gemeinschafts- (Freundschafts-) Mahl oder ein (von Jesus auf sich hin gedeutetes ansonsten typisches jüdisches) Pessach- Opfermahl ? Dazu müssten sich die Universitäts-Theologen erstmal einigen !?
An dieser Mehrdeutigkeit krankt die Neue Messe !


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 Christine vor 12 Stunden 

@nekonata

" „ehrfürchtig“ reicht nicht.
Der NOM muss ehrfürchtig und korrekt gefeiert werden, dann ist er eine Heilige Messe."

Ist denn der NOM nicht korrekt gefeiert, wenn er ehrfürchtig gefeiert wird?

Besteht hier evtl. die Versuchung, den Priester einem "Rechtsgläubigkeits-check" unterwerfen zu müssen, um die "richtige Intention" zu überprüfen, ohne die der Novus Ordo angeblich nicht gültig wäre? Das wäre wieder eine falsche Fährte der Piusbruderschaft. Cui bono?


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 nekonata vor 14 Stunden 
 

Heilige Messe

„Habsburg sieht sowohl die Gemeinden, welche die Alte Messe feiern, als auch jene Novus-Ordo-Gemeinden, in denen die Messe ehrfürchtig gefeiert wird, als Teil einer wachsenden „kleinen Schar“, welche die katholische Tradition bewahrt.“

- „ehrfürchtig“ reicht nicht.
Der NOM muss ehrfürchtig und korrekt gefeiert werden, dann ist er eine Heilige Messe.


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 Stefan Fleischer vor 14 Stunden 

Meine persönliche Erfahrung

Ich bin mit dem alten Ritus gross geworden. Im Novo Ordo wurde ich Lektor und Kommunionhelfer. Ein für mich grundlegendes Erlebnis wurde für mich zur Hilfe, mit der Umstellung zurecht zu kommen, ja diese Form schätzen und lieben zu lernen. Plötzlich, während meiner «Arbeit» als Kommunionhelfer wurde mir klar, was hier geschah. Christus, unser Gott und Herr, gibt sich in die Hand von uns Menschen, wohl wissend, dass diese meist nichts Besseres damit anzufangen wissen als «ans Kreuz mit ihm!»
In einer Welt, die alles selbst und besser wissen will, die alles glaubt selbst, auch ohne Gott, machen zu können, heisst das für uns, die Gläubigen, in Demut und Gehorsam jenen anzubeten und ihm zu gehorchen, der gehorsam war, bis zum Tod, ja bis zu Tod am Kreuz, heisst das wahrhaft Mensch zu werden für ihn, der für uns Mensch geworden ist, und sich uns in die Hand gibt. Das will uns die Heilige Liturgie -in welcher Form auch immer -immer wieder in Erinnerung rufen.


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 Ebuber vor 15 Stunden 
 

Gut, dass es solche ausgleichenden Botschafter gibt

Ich habe nur selten Gelegenheit, die Hl.Messe im "Alten Ritus" zu feiern. Um so mehr schätze ich es, wenn in meiner Gemeinde der Gottesdienst ehrfürchtig und würdig gefeiert wird.
Wenn ich dann mal in der "althergebrachten Weise" mitfeiere, ist mir das zwar nicht mehr fremd, aber dennoch muss ich (leider) feststellen, dass mir der rechte Zugang dazu fehlt. Vielleicht sollte ich mir dieses Büchlein bestellen.


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 Christine vor 16 Stunden 

Dem Geist der Trennung/Spaltung/Uneinigkeit/Streit widersagen

"Aggressive Auftritte einiger „Traditionalisten“ im Internet verstärkten leider das Bild einer harten, schnell verurteilenden Gruppe – was zu den restriktiven Maßnahmen beigetragen habe."

Wie wahr. Und nicht nur das. Die sedisvakantistischen Tendenzen einiger Gruppierungen zerreissen den Leib Christi. Erst kürzlich ist mir aufgegangen, dass ich bisher nie dem Geist der Trennung widersagt, das Richten und Urteilen gebeichtet, und mich bewusst dem lebendigen Lehramt untergeordnet habe. Ich möchte bewusst eine Liebe zur Kirche entwickeln!


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