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| ![]() Zwischen Stille und Verkündigung: Die missionarische Berufung des Christenvor 10 Stunden in Aktuelles, 1 Lesermeinung Leo XIV.: Die persönliche Begegnung mit Christus, die innere Betrachtung und die Verkündigung des Evangeliums in einer Welt voller Widerstände. Von Armin Schwibach Rom (keth.net/as) Papst Leo XIV. richtete beim traditionellen Angelusgebet am Zwölften Sonntag im Jahreskreis den Blick auf das Evangelium der Liturgie aus dem Matthäusevangelium (Mt 10,26–33). Im Mittelpunkt seiner Katechese stand die Aussendung der Jünger durch Jesus und dessen Aufforderung: „Was ich euch im Dunkeln sage, davon redet im Licht, und was man euch ins Ohr flüstert, das verkündet auf den Dächern“ (Mt 10,27). Der Papst erläuterte, dass Jesus hier eine Verbindung zwischen dem herstelle, „was uns ‚ins Ohr geflüstert wird“, das heißt dem, was wir tief im Herzen vernähmen, und dem, „was wir allen verkünden sollen“. Christus erinnere daran, dass die Verkündigung des Evangeliums vor allem bedeute, anderen Zeugnis von der persönlichen Begegnung mit ihm zu geben. Diese Begegnung sei für jeden Menschen einzigartig und bilde den Ursprung jeder authentischen Mission. Leo XIV. führte aus, dass die Kraft des Apostolats nicht in erster Linie von Methoden oder organisatorischen Mitteln abhänge. Vielmehr beruhe sie „jenseits von Techniken und Mitteln“ auf dem Wirken des Heiligen Geistes im Menschen und auf der Wahrhaftigkeit der Antwort, die der Mensch auf dieses Wirken gebe. In diesem Zusammenhang verwies er auf den heiligen Thomas von Aquin, der die Verkündigung als Weitergabe dessen beschrieben habe, was zuvor betrachtet worden sei: „contemplata aliis tradere“ (Summa Theologiae, III, q. 40, a. 1, ad 2). Der Papst wandte sich sodann gegen die Vorstellung, die Betrachtung Gottes sei nur wenigen Menschen vorbehalten. Man dürfe nicht meinen, dass das „Betrachten“ eine ausschließliche Erfahrung sei, die nur einigen Heiligen oder Mönchen und Einsiedlern vorbehalten bleibe. Vielmehr seien alle Christen dazu fähig, wenn sie sich darum bemühten, inmitten ihrer täglichen Verpflichtungen Zeiten der Stille zu bewahren. In solchen Augenblicken könne der Mensch vor Gott verweilen, auf seine Stimme hören, ihm Freuden und Sorgen anvertrauen und gemeinsam mit ihm das eigene Leben betrachten. Gerade diese Übung, so erklärte Leo XIV., forme den Menschen. Sie mache ihn „immer mehr zu Menschen mit einem festen und bewussten Glauben“ und dadurch zu glaubwürdigen und freien Aposteln. Auf diese Weise würden Christen zu Männern und Frauen, die fähig seien, „das Licht des Evangeliums in jedem Umfeld und in jeder Lebenssituation widerzuspiegeln“ und davon auch dort Zeugnis abzulegen, „wo sein Wert nicht verstanden oder akzeptiert wird“. Anschließend richtete der Papst den Blick auf den Evangelisten Matthäus und die Situation der christlichen Gemeinden, an die dessen Evangelium ursprünglich gerichtet gewesen sei. Matthäus habe für Gemeinschaften geschrieben, die unter schwierigen Bedingungen lebten. Sie hätten Feindseligkeiten und Verfolgungen erfahren. Leo XIV. rief in Erinnerung, dass viele Christen auch heute an verschiedenen Orten der Welt ähnliche Erfahrungen machten. Schon damals sei die Versuchung groß gewesen, sich entmutigen zu lassen oder von Müdigkeit und Angst überwältigt zu werden. In dieser Perspektive stellte der Papst fest, dass die Herausforderung für Christen heute dieselbe bleibe wie damals. Es sei eine Aufgabe, den Lehren Jesu treu zu bleiben und sein Wort zu verkünden. Dies bedeute, „auf Hass mit Liebe zu antworten, auf Überheblichkeit mit Sanftmut und auf Entmutigung mit Beharrlichkeit“. Aus diesem Grund müsse der Christ die Wurzeln seines Glaubens und seiner Sendung in einer innigen Beziehung zu Christus verankern. Leo XIV. betonte, dass gerade diese Verbundenheit mit dem Herrn die Kraft verleihe, nicht aufzugeben und seine Botschaft weiterhin allen Menschen zu verkünden. Diese Botschaft sei eine Botschaft „der Hoffnung, der Liebe und des Friedens“. Der Papst fügte hinzu: „Die Welt hat sie sehr nötig!“ Zum Abschluss seiner Betrachtung richtete Leo XIV. den Blick auf die Gottesmutter. Er betete darum, dass die Jungfrau Maria den Gläubigen helfe, ihrer Berufung entsprechend missionarische Jünger Christi zu sein: „Die Jungfrau Maria helfe uns, missionarische Jünger Jesu, des Herrn, zu sein, jeder nach seiner eigenen Berufung“. Foto (c) Vatican Media)
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