Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie die Piusbrüder - Linker belgischer Bischof plant weiterhin verbotene Weihen
  2. Ist der Islam ‚eine alternative Form des byzantinischen Christentums‘?
  3. Vatikan genehmigte 2025 in 34 Diözesen die Feier der Alten Messe in Pfarrkirchen
  4. Gefeuert wegen AfD-Kandidatur: Deutsche Caritas-Erzieherin zieht vor Gericht
  5. 'Amoris Laetitia' oder das Lehramt, das sich selbst abschafft
  6. Sechs Messdiener mit Down-Syndrom ministrierten bei der historischen Papstmesse in Paris
  7. Asymmetrisch blinder Blick auf die deutsche Landschaft
  8. Es gibt drei Erzengel, die vor Gottes Thron für uns eintreten
  9. „Das Ende von Maria 2.0“
  10. Wort-Gottes-Feier in katholischer Kirche mit Liedern von Taylor Swift
  11. „Wenn wir den wahren missionarischen Geist, den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch…“
  12. Die Deutsche Bischofskonferenz will keine 'Demontage' des deutschen Staatsfunks
  13. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  14. ‚Der Segen für Marie-Garance war auch ein Segen für ihre biologischen Eltern‘
  15. US-Diözese führt Rosenkranzwochenende ein

Der verworfene Stein wurde zum Fundament: Gott wirft unser Leben niemals weg

vor 12 Stunden in Aktuelles, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Leo XIV.: das Gleichnis vom Weinberg als Offenbarung der Barmherzigkeit Gottes. Die Passion Christi, die Sendung der Kirche und das Zeugnis des heiligen Franziskus. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Am siebenundzwanzigsten Sonntag im Jahreskreis betrachtete Papst Leo XIV. vor dem Gebet des Angelus das Gleichnis von den bösen Winzern aus dem Evangelium nach Matthäus (Mt 21,33–43). Die Erzählung handelt vom Leben Jesu und beleuchtet den Sinn seiner Sendung. Jesus ist der in die Welt gesandte Sohn Gottes, der gerade von jenen abgelehnt wurde, die ihn eigentlich mit offenen Armen hätten empfangen sollen. Derjenige, der gekommen sei, um das Heil zu bringen, sei verurteilt worden. Derjenige, der das Leben habe schenken wollen, sei getötet worden. Das Gleichnis verweise damit auf das Geheimnis der Ablehnung Christi und zugleich auf die Weise, in der Gott selbst durch diese Ablehnung hindurch sein Heilswerk vollendet habe.

Leo XIV. führte aus, die Lehre Christi habe über die vielen Grausamkeiten nachdenken lassen, „die die Welt und die Geschichte der Völker beschädigen“, und zugleich „die immer größere Barmherzigkeit seines Vaters“ offenbart. Die Zurückweisung des Sohnes breche den Willen Gottes nicht. Vielmehr verwandle Gott in seiner unendlichen Gerechtigkeit das Böse in Erlösung. Der Papst verwies dabei auf das Wort des Psalms, das Jesus selbst im Gleichnis aufgegriffen habe: „Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, er ist zum Eckstein geworden“ (Mt 21,42; vgl. Ps 118,22).

Gerade in diesem Bild sah Leo XIV. den Schlüssel für das Handeln Gottes in der Geschichte. Der Psalm preise das wunderbare Werk des Herrn, denn gerade das, was verworfen worden sei, werde zum Fundament, das alles trage. Darin zeige sich die Weise, wie der Allmächtige die Geschichte lenke und dem Menschen auch in seinen Stürzen zu Hilfe komme. Der Papst fasste diese Aussage in einen Satz, der das Zentrum seiner Betrachtung bildete: „Gott wirft unser Leben niemals weg!“. Das Verworfene, das Gescheiterte und das scheinbar Verlorene seien damit nicht außerhalb der Reichweite Gottes gestellt. Der Eckstein des Evangeliums verweise vielmehr auf Christus selbst, dessen Kreuz nicht das Ende seiner Sendung gewesen sei, sondern zum Fundament des Heils geworden sei.


Von diesem Christusbild aus wandte sich Leo XIV. dem Weinberg zu, der im Gleichnis den Menschen anvertraut worden ist. Der gerecht zu bewirtschaftende Weinberg sei „die Kirche, die wir durch unsere Entscheidungen entweder aufbauen oder beschädigen“. Damit bezog der Papst die Erzählung nicht lediglich auf ein Geschehen der Vergangenheit, sondern auf die konkrete Verantwortung derer, die in der Kirche lebten und handelten. Der Weinberg sei anvertraut worden; seine Pflege und sein Zustand hingen deshalb auch von den Entscheidungen der Menschen ab.

In diesem Zusammenhang erinnerte Leo XIV. an den heiligen Franz von Assisi, dessen achthundertsten Todestag an diesem Tag begangen wird. Franziskus sei ein Arbeiter im Weinberg des Herrn gewesen, der reiche Frucht gebracht habe. Dabei griff der Papst die Überlieferung von der Berufung des Heiligen auf, nach der Jesus selbst Franziskus aufgefordert habe, seine Kirche wiederaufzubauen. Franziskus sei vom Gekreuzigten inspiriert worden und habe zunächst sein eigenes Leben auf dem Fundament Christi aufgebaut. Er habe dabei die Armut, die Freude und das Leiden Christi geteilt, „bis hin zum mystischen Zeichen der Stigmata“. Leo XIV. stellte das innere Fundament dieser Sendung heraus. Franziskus sei ein Mensch „inbrünstigen Gebets und voller Nächstenliebe gegenüber allen“ gewesen. Darin sei er zum Vorbild für die ersten Brüder geworden. Diese hätten seine Askese als „eine authentische Bedingung für die Reform der Kirche“ geteilt. Die Erneuerung der Kirche habe für Franziskus somit nicht bei einer äußeren Veränderung begonnen, sondern bei der eigenen Existenz vor Christus. Der Wiederaufbau des Weinbergs habe seinen Anfang in einem Leben genommen, das sich vom Gekreuzigten formen ließ. Der Papst verband damit die franziskanische Reform unmittelbar mit dem Glauben an Christus. Der heilige Franziskus habe die Kirche „durch den Glauben an Jesus, den Herrn, wiederaufgebaut“ und „die Risse der Zwietracht durch das Zeugnis geschwisterlicher Liebe geheilt“. Die Reform sei damit nicht als bloße institutionelle Neuordnung beschrieben worden, sondern als Frucht eines Lebens aus dem Glauben, der in Gebet, Armut, Nächstenliebe und geschwisterlicher Liebe Gestalt gewonnen habe.

Von der Gestalt des heiligen Franziskus führte Leo XIV. schließlich zur Gegenwart. Das Charisma des Heiligen bringe auch nach acht Jahrhunderten weiterhin Früchte hervor. Davon zeuge nicht nur „die große und lebendige franziskanische Familie“, sondern ebenso „die vielen Gaben, die sein geistliches Erbe im Volk Gottes verbreitet“. Der Papst stellte das franziskanische Charisma damit in einen größeren Zusammenhang kirchlicher Überlieferung: Was aus dem Leben eines Heiligen hervorgegangen sei, habe über dessen eigene Zeit hinaus Wirkung entfaltet und sei im Volk Gottes weitergegeben worden. Aus diesem Grund verband Leo XIV. das Gedenken an Franziskus mit einem Gebet und einem Auftrag. Während des franziskanischen Jubiläumsjahres solle beharrlich um die Gabe des Friedens gebeten werden. Zugleich müsse man sich aufrichtig dafür einsetzen, „Eintracht unter den Völkern herzustellen“. Der Friede erschien damit nicht allein als Gegenstand des Gebets, sondern zugleich als Aufgabe, die ein entsprechendes Handeln voraussetze.

Am Ende seiner Katechese richtete Leo XIV. den Blick auf die Gottesmutter. Ihre Fürsprache solle die Gläubigen begleiten, während sie sich im Gebet an Maria wendeten. Der Papst bezog dabei ausdrücklich jene Gläubigen ein, die sich im Heiligtum von Pompeji versammelt hatten, um das Bittgebet an Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz zu richten.

Foto (c) Vatican Media

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. „Das Ende von Maria 2.0“
  3. Sechs Messdiener mit Down-Syndrom ministrierten bei der historischen Papstmesse in Paris
  4. „Die katholische Kirche ruht auf zwei Säulen ihrer sichtbaren Einheit: Petrusamt und Eucharistie“
  5. Es gibt drei Erzengel, die vor Gottes Thron für uns eintreten
  6. „Wenn wir den wahren missionarischen Geist, den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch…“
  7. „Wenn wir den wahren missionarischen Geist, den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch…“
  8. Papst: Sexueller Missbrauch in erster Linie ein menschliches Problem
  9. Europas Zukunft im Licht des Evangeliums
  10. Europa kann nur aus seinem Gedächtnis Zukunft gewinnen
  11. Grenzen überwinden, ohne die Wahrheit zu verlieren
  12. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  13. Lichterprozession in Lourdes: Papst betet in Lourdes den Rosenkranz auf Latein
  14. Meloni kündigt Burka- und Niqab-Verbot, Ausländerquoten an Italiens Schulen an
  15. Der verworfene Stein wurde zum Fundament: Gott wirft unser Leben niemals weg

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz