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Brücken bauen, Wurzeln schlagen, Gemeinschaft leben. Der Glaube als gemeinsamer Ursprung und Auftrag

vor 3 Stunden in Aktuelles, 1 Lesermeinung
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Leo XIV. über das Erbe des Glaubens in Uruguay: ‚Christus zählt auf euch!‘ Das Erbe der Evangelisierung durch Bildung, Gebet und Werke der Nächstenliebe an kommende Generationen weitergeben. Von Armin Schwibach


Paysandú (kath.net/as) Bei der ersten Heiligen Messe seines Besuchs in Uruguay feierte Papst Leo XIV. am Samstag im Parque París Londres in Paysandú die Eucharistie. In seiner Predigt erinnerte er an die Geschichte der Evangelisierung in der Region des Río de la Plata und an den seligen Jacinto Vera, den ersten Bischof von Montevideo. Ausgehend von drei charakteristischen Symbolen der Gegend – der Brücke, den Palmen und dem Mate – entwickelte er eine Betrachtung über die Weitergabe des Glaubens, die christliche Gemeinschaft und die Treue zu den empfangenen Gaben.

Die biblischen Lesungen beschrieben, so Leo XIV., „die Gestalt eines gerechten Mannes, dem der Herr beisteht und Kraft schenkt, damit er den ihm anvertrauten Auftrag erfüllen kann“. Der heilige Paulus habe in seinem Brief an die Philipper der Gemeinde für ihre Unterstützung bei seiner missionarischen Aufgabe gedankt. Dabei sei er sich bewusst gewesen, dass Gott in seiner Armut sein ganzer Reichtum gewesen sei und sich die göttliche Vorsehung durch jene Brüder gezeigt habe, zu denen er gesandt worden sei. Der Psalm habe denjenigen seliggepriesen, der das Gesetz des Herrn liebe und dessen Taten mit seinem Glauben übereinstimmten. Auch das Evangelium habe den rechtschaffenen Menschen hervorgehoben, der Gott diene, ihn in den Mittelpunkt seines Lebens stelle und in allem, was ihm anvertraut werde, treu sei, „sei es im Großen wie im Kleinen“. Die Eucharistiefeier in Paysandú, zu der zahlreiche Gläubige aus Uruguay und Pilger aus den Nachbarländern an einem Altar zusammengekommen seien, habe zugleich an die lange Geschichte der Evangelisierung in den Ländern am Río de la Plata erinnert. Seit den Anfängen der Verkündigung des Evangeliums auf dem Kontinent seien zahlreiche Menschen im Namen des Herrn in diese Gebiete gekommen, um die Freude weiterzugeben, die sie selbst durch die Begegnung mit Christus erfahren hätten. Wie die Engel den Hirten die Geburt des Erlösers verkündet hätten (vgl. Lk 2,10), hätten auch diese Verkünder die frohe Botschaft weitergetragen und ihren Glauben durch Werke der Nächstenliebe und Barmherzigkeit bezeugt.

In diesem Zusammenhang erinnerte Leo XIV. an den seligen Jacinto Vera, einen Sohn dieser Region und ersten Bischof von Montevideo. Sein Leben sei durch die Übereinstimmung von Verkündigung und persönlichem Zeugnis geprägt gewesen. Vera habe den Glauben, den er verkündet habe, konsequent gelebt, sei großherzig in der Nächstenliebe gewesen und habe sich der apostolischen Sendung mit ganzer Kraft gewidmet. Sein pastoraler Eifer habe ihn in alle Richtungen geführt, ohne dass er Opfer gescheut habe. So sei er beispielsweise auf seinem Pferd zu den Kranken geritten, um ihnen beizustehen, ungeachtet der großen Entfernungen, der Gefahren auf den Wegen und der Unbilden des Wetters. Der als „Gaucho-Bischof“ bekannte Vera habe dreimal das gesamte uruguayische Staatsgebiet durchquert und den Menschen Glauben und Hoffnung gebracht. Während der historischen Verteidigung von Paysandú im Jahr 1864 habe er sich auf der Isla de la Caridad gegenüber der belagerten Stadt niedergelassen, um Flüchtlinge und Verwundete beider Seiten zu versorgen. Dort sei er bis zum Ende der Belagerung geblieben, um seinem Volk beizustehen. Zugleich habe er im Namen Gottes darum gefleht, dass die gegeneinander kämpfenden Armeen, die Brüder seien, einander auch wieder brüderlich umarmen könnten.


Aus diesem Zeugnis leitete der Papst den Auftrag für die Gegenwart ab. Es sei an den heutigen Christen, das Erbe jener Sämänner des Evangeliums fortzuführen. Dies müsse in Gerechtigkeit, Ehrlichkeit und Treue geschehen, wobei stets bewusst bleiben müsse, dass die verkündete Botschaft nicht den Verkündern selbst gehöre. „Sie ist ein Schatz, den wir vom Herrn empfangen haben, und wir tragen ihn in zerbrechlichen Gefäßen“ (vgl. 2 Kor 4,7).

Drei Symbole der Region könnten helfen, über diesen Schatz des Glaubens und den den Christen anvertrauten Auftrag nachzudenken: die Brücke, die Palmen und der Mate. Zunächst verwies Leo XIV. auf die internationale General-Artigas-Brücke in Paysandú, die den Fluss Uruguay überspanne und die beiden Nachbarländer miteinander verbinde. Eine Brücke stehe für Offenheit, Kommunikation und Austausch. Daraus ergebe sich eine grundlegende christliche Berufung: „Wie wichtig ist es daher, Brückenbauer zu sein!“ Es gehe darum, Bindungen zu stärken, Menschen zusammenzuführen, Beziehungen zu ermöglichen und die Freude des Glaubens weiterzugeben. Dies habe bereits der selige Jacinto Vera getan, indem er die Verkündigung des Evangeliums „gelegen oder ungelegen“ (2 Tim 4,2) fortgesetzt habe. Eine Brücke müsse allerdings auf einem soliden Fundament ruhen, damit sie auch den stärksten Strömungen standhalten könne. Der Papst erinnerte in diesem Zusammenhang an das Gleichnis Jesu vom Haus, das auf Fels gebaut sei und deshalb dem Sturm widerstehe, während das auf Sand errichtete Haus einzustürzen drohe (vgl. Mt 7,24–27). Auch eine Brücke benötige geeignete Stützen, um nicht unter der Gewalt von Wind und Wasser zusammenzubrechen. Die Gläubigen sollten deshalb jedes Mal, wenn sie an die Küste gingen und die Brücke erblickten, dieses Bild auf ihre eigene christliche Berufung beziehen. Es verweise auf die Bedeutung einer soliden christlichen Bildung. Die Christen müssten darauf vorbereitet sein, jedem, der danach frage, Rechenschaft über ihren Glauben abzulegen (vgl. 1 Petr 3,15). Zugleich dürften sie sich nicht von „vieldeutigen und fremden Lehren“ (Hebr 13,9) mitreißen lassen. Nur auf der Grundlage einer gefestigten Glaubenskenntnis könnten sie zu Werkzeugen der Einheit und zu Bindegliedern der Liebe werden.

Als zweites Symbol führte Leo XIV. die Palmen an, die das Landschaftsbild der Region prägten. Das Buch der Psalmen sage: „Der Gerechte sprießt wie die Palme“ (Ps 92,13). Der Baum widerstehe der Kraft der Winde, besitze tiefe Wurzeln, strecke sich auf der Suche nach Licht zum Himmel empor und bringe die süße Frucht des Yatay hervor. Darin liege ein Bild für Ursprung und Ziel der christlichen Berufung. Die Gläubigen seien dazu berufen, in Christus verwurzelt zu sein, „dem Alpha und Omega, dem Anfang und Ende unseres Lebens“, um in der Gemeinschaft mit ihm gute Früchte hervorzubringen (vgl. Joh 15,5). Zugleich wachse die Palme in dieser Gegend nicht gewöhnlich vereinzelt, sondern bilde mit anderen Bäumen Palmenhaine. Sie stehe somit nicht allein und nicht weit entfernt von ihresgleichen. Auch die Kirche sei eine Gemeinschaft von Brüdern und Schwestern, die aus einer gemeinsamen Quelle lebe und ihre Wurzeln schlage. Diese Quelle bestehe im Wort Gottes, in den Sakramenten, im Gebet und im karitativen Handeln. Gemeinsam richteten die Gläubigen ihren Blick auf Christus, die Sonne aus der Höhe, deren Licht die Schritte der Menschheit auf den Weg des Friedens lenke (vgl. Lk 1,78–79).

Das dritte Symbol war der Mate, das in Südamerika verbreitete Getränk, das in Uruguay zum Alltag gehöre und bei Begegnungen ebenso präsent sei wie in den Haushalten, an Orten des Lernens und der Arbeit. Leo XIV. verwies darauf, dass dieses Getränk die Menschen auch auf dem Weg zur Eucharistiefeier begleitet habe und sie auf dem Rückweg begleiten werde. Seine tiefere Bedeutung könnten die Menschen des Landes besser erklären als er selbst. Der Mate sei ein Zeichen der Vertrautheit, der Freundschaft und der Begegnung. Er lehre, zu teilen, beieinander zu sein und jene Bindungen zu stärken, durch die Menschen zu Brüdern und Schwestern würden. Er stehe für Gastfreundschaft, Integration und gemeinsame Werte. Das gemeinsame Mate-Trinken sei ein Brauch voller Symbolik, bei dem Menschen auch ohne Worte miteinander in Verbindung träten und jedes Detail eine eigene Bedeutung besitze. Der Papst bezog dabei ausdrücklich auch jene Momente ein, in denen Menschen allein ihren Mate tränken. Auch diese Gewohnheit könne einen Augenblick der Stille und des Gebets begleiten. In solchen Stunden hätten viele Menschen Gott ihre Sorgen und Nöte, ihre Wünsche und tiefsten Sehnsüchte anvertraut. So verweise der Mate nicht allein auf die gemeinschaftliche Begegnung, sondern auch auf die persönliche Beziehung zu Gott.

Die drei Symbole erzählten von den gemeinsamen Ursprüngen, vermittelten Identität und Zugehörigkeit und wiesen zugleich in die Zukunft. Auch der Glaube gehöre seit jeher zur Geschichte des uruguayischen Volkes. Ihn an die kommenden Generationen weiterzugeben, sei eine Aufgabe, die „mit kreativem Mut“ erfüllt werden müsse.

Dabei knüpfte Leo XIV. erneut an das Evangelium des Tages an. Jesus habe die Bedeutung der Treue gegenüber den empfangenen Gaben hervorgehoben: „Wer in den kleinsten Dingen zuverlässig ist, der ist es auch in den großen“ (Lk 16,10). Diese Worte hätten das Leben zahlreicher Männer und Frauen geprägt, unter ihnen auch Bischof Jacinto Vera. Sie seien ihrer Berufung treu geblieben und hätten die Samen des Evangeliums in die Seele des uruguayischen Volkes gesät. Diese Samen lebten in der Gemeinschaft weiter. Es komme jedoch darauf an, auch künftig die notwendigen Voraussetzungen für ihr Wachstum zu schaffen, damit sie ihr ganzes Potenzial entfalten könnten. Dazu gehörten die Unterweisung der Kinder und Jugendlichen im Glauben, die Begleitung der Familien, die Unterstützung älterer Menschen und die Werke der Nächstenliebe. Die Weitergabe des Glaubens erschöpfe sich somit nicht in der Bewahrung eines überlieferten Bestandes, sondern verlange eine konkrete kirchliche und gesellschaftliche Verantwortung.

Zum Abschluss richtete der Papst einen Aufruf an die Gläubigen, die Verkündigung mit Begeisterung fortzusetzen. Sie sollten Brücken sein, damit viele Menschen Jesus begegnen könnten, und eine geschwisterliche Gemeinschaft bilden, die das Leben, die Vorhaben, Träume und Hoffnungen miteinander teile, insbesondere mit den Bedürftigsten. Zugleich sollten sie eine betende Gemeinschaft sein, die den Dialog mit dem Herrn pflege, „wie ein Freund mit einem anderen Freund spricht“ (vgl. Joh 15,15). Seine Ermutigung fasste Leo XIV. in zwei unmittelbar aufeinanderfolgenden Sätzen zusammen: „Christus zählt auf euch! Christus zählt auf dich!“ Abschließend stellte er die Gläubigen unter den Schutz der Gottesmutter, der Virgen de los Treinta y Tres, der Schutzpatronin Uruguays. Sie möge sie auf ihrem Lebensweg begleiten und sie stets zur Begegnung mit ihrem Sohn Jesus führen.

 


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Lesermeinungen

 gebsy vor 2 Stunden 

M A T E

Mate stammt aus dem subtropischen Südamerika (v. a. Paraguay, Argentinien, Brasilien, Uruguay) und wirkt vor allem anregend durch natürliches Koffein sowie antioxidative Pflanzenstoffe.

etwas dazugelernt


0
 

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