Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Endgültiger Bruch mit Rom droht: Priesterbruderschaft St. Pius X. kündigt Bischofsweihen an
  2. Glaubenspräfekt warnt vor "Internet-Theologen" und Selbstsicherheit
  3. Theologe Johannes Hartl: „Woher kommt dieses Konglomerat an Denken, das sich ‚liberal‘ nennt?“
  4. Bischöfe und Funktionäre im Paralleluniversum
  5. Kardinal Müller: „Von der ‚Kirche des Franziskus‘ zu sprechen“, „das ist für mich eine Häresie“
  6. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“
  7. Öffentlich-rechtlicher Sender SWR konfrontiert Ordensfrau mit obszöner Frage
  8. Bischof von Cordoba: Priester durften bei Zugsunglück Sterbesakramente nicht spenden
  9. Die Stunde der Heuchler
  10. Papst Leo XIV.: 'Abtreibung ist der größte Zerstörer des Friedens'
  11. Ein einziges Depositum der Wahrheit. Die Einheit von Schrift und Tradition
  12. Hunderte Einsprüche gegen Pfarrauflösung in der Diözese Linz - Keine Antworten aus Rom
  13. Massive Medienvorwürfe gegen den Priester Wolfgang Rothe als Mitglied des Betroffenenbeirats
  14. Ist Jesus der Herr?
  15. Nach „Wort zum Sonntag“: Staatsanwaltschaft ermittelt weiter gegen Pastorin Behnken

Lipowicz: Demokratisches Europa braucht konkrete Vorbilder

9. Mai 2021 in Chronik, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Polnische Ex-Botschafterin in Österreich bei Online-Tagung, die EU-Gründervater Robert Schuman gewidmet war: Union muss mehr in Wertevermittlung investieren.


Wien (kath.net/ KAP)

Demokratie und ein demokratisches Europa braucht ganz konkrete Vorbilder, an denen sich die Menschen bzw. vor allem die junge Generation orientieren können. Das hat die frühere polnische Botschafterin in Österreich, Irena Lipowicz betont. Der EU-Gründervater Robert Schuman (1886-1963) sei ein solches Vorbild gewesen, "aber wo sind die Vorbilder heute?", fragt sie sich. Lipowicz war eine der Referenten bei einem internationalen Online-Studientag am Freitag in Wien, der unter dem Titel "Politischer Realismus und europäischer Geist - Die Inspiration Robert Schumans in der Krise" stand. Dabei wurden Schuman und seine Ideen von verschiedenen Perspektiven als Anstoß zur Bewältigung aktueller Herausforderungen in Gesellschaft und Politik in Europa beleuchtet.

Im Blick auf Polen sprach Lipowicz, die auch an der Kardinal-Wyszynski-Universität Warschau lehrt, von einer rund 20-jährigen Erfolgsgeschichte nach der politischen Wende, in der sich Demokratie und Rechtsstaatlichkeit entwickeln konnten. Die frühere Botschafterin in Österreich führte drei Grundsätze der Solidarnosc-Bewegung an: Solidarität, keine Ausgrenzung und "das Böse mit dem Guten besiegen". Damit sei Polen einige Zeit sehr gut gefahren. Das kapitalistische System habe schließlich aber auch viele Schattenseiten und Verlierer mit sich gebracht; ein guter Nährboden für ab den späteren 2000er Jahren einsetzende negative antidemokratische Entwicklungen. Die EU müsse viel mehr in die Vermittlung von Werten investieren, mahnte Lipowicz.


Politische Kräfte in Polen würden das tief in der polnischen Gesellschaft verankerte Gefühl der Demütigung zu ihren Zwecken ausnützen, führte Lipowicz weiter aus. Die Polen hätten sich über lange Zeit unter Fremdherrschaft von Europa ausgegrenzt gefühlt. Und dieses Trauma wirke immer noch nach und lasse sich instrumentalisieren. Auch der Mythos von Polen als Bollwerk an der Grenze des christlichen Europas und als einsamer und verlassener Verteidiger des Christentums gehöre in diese Kategorie.

Dem hielt Lipowicz aber auch einige Sternstunden in der jüngeren polnischen Geschichte entgegen: so etwa den Versöhnungsprozess zwischen der polnischen und deutschen Kirche oder den EU-Beitritt 2004, zu dem auch Papst Johannes Paul II. (1978-2005) sehr viel beigetragen habe.

Die frühere Botschafterin machte zudem in ihren Ausführungen auch auf die große Gefahr aufmerksam, die von digitalen Desinformationen ausgeht, die immer stärker würden. In Polen sei dies etwa nicht nur auf Russland oder China zurückzuführen, sondern zum Teil auch hausgemacht.

Neben Lipowicz referierten bei der Tagung u.a. Sant'Egidio-Generalsekretär Cesare Zucconi und die Pariser Schuman-Fondation-Generaldirektorin Pascale Joannin. Die Tagung wurde gemeinsam von der Wiener Akademie für Dialog und Evangelisation (Figlhaus), der Universität Wien und dem "Centre internationalde formation europeenne" (CIFE) organisiert.

Der Katholik Robert Schuman setzte sich nach dem Zweiten Weltkrieg intensiv für eine Annäherung von Deutschen und Franzosen ein. Als französischer Außenminister erarbeitete er mit seinem Mitarbeiter Jean Monnet die Grundlagen für die 1952 gegründete westeuropäische Montanunion, der Vorläuferin der EU. Darüber hinaus trat der Politiker für die Weiterentwicklung der europäischen Zusammenarbeit ein. Von 1958 bis 1960 war er der erste Präsident des Europäischen Parlaments.

Für Schuman läuft seit Anfang der 1990er-Jahre ein Seligsprechungsprozess. Vor drei Wochen berichtete die Zeitung "La Croix" unter Berufung auf den Präfekten der vatikanischen Heiligsprechungskongregation, Kardinal Marcello Semeraro, dass der Papst Schuman noch vor dem Sommer den sogenannten "heroischen Tugendgrad" zuerkennen könnte. Diese Bestätigung eines vorbildhaften christlichen Lebenswandels ist in der katholischen Kirche eine wichtige Vorstufe für eine etwaige Seligsprechung.

 

Copyright 2021 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Europa

  1. Menschenrecht auf Abtreibung?
  2. CDL: „EU-Parlament entscheidet ein weiteres Mal gegen das Recht auf Leben“
  3. Katholische Bischöfe zeigen sich besorgt vor Abtreibungs-Abstimmungen des EU-Parlaments
  4. Papst fordert Schutz des religiösen Erbes Europas
  5. Wegweisend! - COMECE unterstützt Polen gegen EU-Druck zur Anerkennung sogenannter „Homo-Ehen“!
  6. Kardinal Filoni: "Europa braucht Re-Evangelisierung"
  7. P. Wallner: Weltmission Schlüssel für Aufbruch der Kirche in Europa
  8. US-Vizepräsident Vance: ‚Europa läuft Gefahr, zivilisatorischen Selbstmord zu begehen‘
  9. Franziskus wünscht sich lebendige und kreative Kirche in Europa
  10. Altabt Henckel-Donnersmarck: "Kirche in Europa ist erschlafft"






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Endgültiger Bruch mit Rom droht: Priesterbruderschaft St. Pius X. kündigt Bischofsweihen an
  3. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  4. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  5. Theologe Johannes Hartl: „Woher kommt dieses Konglomerat an Denken, das sich ‚liberal‘ nennt?“
  6. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“
  7. Kardinal Müller: „Von der ‚Kirche des Franziskus‘ zu sprechen“, „das ist für mich eine Häresie“
  8. Nach „Wort zum Sonntag“: Staatsanwaltschaft ermittelt weiter gegen Pastorin Behnken
  9. Öffentlich-rechtlicher Sender SWR konfrontiert Ordensfrau mit obszöner Frage
  10. Die Stunde der Heuchler
  11. Papst Leo XIV.: 'Abtreibung ist der größte Zerstörer des Friedens'
  12. Bischöfe und Funktionäre im Paralleluniversum
  13. Bischof von Cordoba: Priester durften bei Zugsunglück Sterbesakramente nicht spenden
  14. Glaubenspräfekt warnt vor "Internet-Theologen" und Selbstsicherheit
  15. Berichte über neue Wunder des Hl. Charbel in den USA und im Libanon

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz