Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Endgültiger Bruch mit Rom droht: Priesterbruderschaft St. Pius X. kündigt Bischofsweihen an
  2. Glaubenspräfekt warnt vor "Internet-Theologen" und Selbstsicherheit
  3. Theologe Johannes Hartl: „Woher kommt dieses Konglomerat an Denken, das sich ‚liberal‘ nennt?“
  4. Bischöfe und Funktionäre im Paralleluniversum
  5. Kardinal Müller: „Von der ‚Kirche des Franziskus‘ zu sprechen“, „das ist für mich eine Häresie“
  6. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“
  7. Öffentlich-rechtlicher Sender SWR konfrontiert Ordensfrau mit obszöner Frage
  8. Bischof von Cordoba: Priester durften bei Zugsunglück Sterbesakramente nicht spenden
  9. Die Stunde der Heuchler
  10. Papst Leo XIV.: 'Abtreibung ist der größte Zerstörer des Friedens'
  11. Ein einziges Depositum der Wahrheit. Die Einheit von Schrift und Tradition
  12. Hunderte Einsprüche gegen Pfarrauflösung in der Diözese Linz - Keine Antworten aus Rom
  13. Massive Medienvorwürfe gegen den Priester Wolfgang Rothe als Mitglied des Betroffenenbeirats
  14. Ist Jesus der Herr?
  15. Nach „Wort zum Sonntag“: Staatsanwaltschaft ermittelt weiter gegen Pastorin Behnken

„Im Jubiläumsjahr ermutigt uns die Kirche, vom Geschenk der Barmherzigkeit Gottes zu profitieren“

10. Oktober 2025 in Spirituelles, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Aus der Quelle der Vergebung Gottes zu schöpfen, muss jedoch mit der Praxis der Nächstenliebe und der Fähigkeit zur Barmherzigkeit verbunden sein.“ Predigt am Grab von Johannes Paul II. im Petersdom. Von Gerhard L. Kardinal Müller


Vatikan (kath.net) kath.net dokumentiert die Predigt von Gerhard Ludwig Kardinal Müller am 8. Oktober 2025 im Petersdom am Grab des hl. Papstes Johannes Paul II. mit ca. 250 polnischen Ordensfrauen, die zu Hl. Pforte pilgerten, in eigener Arbeitsübersetzung – Originalsprache: polnisch – Messe vom Tag mit Lesung über Jonas, Ninive.

Das Vaterunser, das Jesus seine Jünger lehrt, ist ein eschatologisches Gebet. Es weist die Gläubigen auf das Geschenk des ewigen Lebens hin und ist ein Aufruf, Gottes Reich schon jetzt in unserem Leben zu verwirklichen.

Was das heutige Evangelium mit der ersten Lesung verbindet, ist der Aspekt der Vergebung. Wir kennen die Geschichte von Jona. Gott schickt ihn nach Ninive, um Bekehrung zu predigen.

Für das Judentum ist dieser Text in gewisser Weise revolutionär. Er zeigt deutlich, dass Gottes Barmherzigkeit allen gilt, während das Judentum von einem ausgeprägten Elitismus geprägt war, der in dem Glauben wurzelte, dass Erlösung und Gottes Vergebung nur dem auserwählten Volk vorbehalten seien. Gottes Barmherzigkeit gegenüber den reuigen Bewohnern Ninives empört Jona. Deshalb, so heißt es in der Schrift, „war Jona unzufrieden und zornig.“ Der Prophet selbst erklärt den Grund für diese Empörung: „Eben darum wollte ich ja nach Tarschisch fliehen; denn ich wusste, dass du ein gnädiger und barmherziger Gott bist, langmütig und reich an Huld und dass deine Drohungen dich reuen.“


Jona kennt Gottes Güte, die Fülle der Vergebung und die Pracht der Freundschaft mit Gott, an der er selbst durch seine Erwählung zum Propheten teilhat. Doch trotz seiner erhabenen prophetischen Berufung ist Jona voller Vorurteile und Stereotypen. Er akzeptiert nicht, dass Heiden Erlösung erlangen können.

Gott selbst greift mit einer Lektion fürs Leben ein, deren Moral klar ist: „Du hast Mitleid mit einem Rizinusstrauch, für den du nicht gearbeitet und den du nicht großgezogen hast. Über Nacht war er da, über Nacht ist er eingegangen. Soll ich da nicht Mitleid haben mit Ninive, der großen Stadt, in der mehr als hundertzwanzigtausend Menschen leben, die zwischen rechts und links nicht unterscheiden können - und außerdem so viel Vieh?“

Wenn wir täglich das Vaterunser beten, sollten wir daran denken, dass die Dimension der Vergebung entscheidend ist. Wir können nicht gerettet werden, ohne Gottes Vergebung anzunehmen, aber wir können sie auch nicht erfahren, wenn wir nicht bereit sind zu vergeben: „Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, dann wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben“ (Mt 6,14-15).

Dies ist besonders wichtig, wenn uns die Fürsorge für andere anvertraut ist, als ihre Vorgesetzten und zugleich als Schwestern und Brüder im Glauben. Barmherzigkeit macht uns nicht nur Gott ähnlich, sondern hat auch eine tiefe pädagogische Bedeutung. Sie erzieht einen Menschen aus dem Versagen und heilt die Wunden der Sünde. In diesem Jubiläumsjahr ermutigt uns die Kirche besonders, vom Geschenk der Barmherzigkeit Gottes zu profitieren. Aus der Quelle der Vergebung Gottes zu schöpfen, muss jedoch mit der Praxis der Nächstenliebe und der Fähigkeit zur Barmherzigkeit verbunden sein.

Dies ist ein Aufruf an jeden von uns, Gottes Logik der Liebe und Barmherzigkeit anzunehmen und die Vorurteile und Stereotypen abzulegen, die unsere Fähigkeit, positiv mit anderen umzugehen, oft einschränken. Möge Jonas Bekenntnis: „Ich weiß, dass du ein gnädiger und barmherziger Gott bist, langmütig und reich an Huld und dass deine Drohungen dich reuen.“ Möge „das Böse“ zu unserem Bekenntnis werden, und möge das Vaterunser uns immer wieder dazu inspirieren, bereit zu sein, jedem zu vergeben, der gegen uns sündigt (vgl. Lk 11,4).

Fotos:

Archivfoto Kardinal Müller (c) Bistum Sandomierz


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Müller

  1. „Papst Leo XIV. stellt in allen seinen Predigten und Ansprachen immer Jesus Christus in die Mitte“
  2. „Sehr brüderliche Atmosphäre, die meisten waren von Dringlichkeit der Neuevangelisierung überzeugt“
  3. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  4. „In seinem Pontifikat war Benedikt XVI. einer der größten Theologen auf der Cathedra Petri“
  5. Kard. Müller: „Deutsche Diözesen sind Teil der Weltkirche und nur insofern katholisch, als sie…“
  6. „Jesus ist also nicht aus religiöser Poesie geboren…“
  7. Kardinal Müller im „Giornale“-Interview: „Der Papst ist kein Star – Nein zum LGBTQ+-Jubiläum“
  8. Erste Papstreisen von Leo XIV. gehen in die Türkei und in den Libanon
  9. Erntedank: „Der Kosmos besteht um des Menschen willen“
  10. Müller: „Nur eine Woche nach der ‚LGBT-Jubiläumswallfahrt‘ hat man den Petersdom erneut missbraucht“






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Endgültiger Bruch mit Rom droht: Priesterbruderschaft St. Pius X. kündigt Bischofsweihen an
  3. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  4. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  5. Theologe Johannes Hartl: „Woher kommt dieses Konglomerat an Denken, das sich ‚liberal‘ nennt?“
  6. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“
  7. Kardinal Müller: „Von der ‚Kirche des Franziskus‘ zu sprechen“, „das ist für mich eine Häresie“
  8. Nach „Wort zum Sonntag“: Staatsanwaltschaft ermittelt weiter gegen Pastorin Behnken
  9. Öffentlich-rechtlicher Sender SWR konfrontiert Ordensfrau mit obszöner Frage
  10. Die Stunde der Heuchler
  11. Papst Leo XIV.: 'Abtreibung ist der größte Zerstörer des Friedens'
  12. Bischöfe und Funktionäre im Paralleluniversum
  13. Bischof von Cordoba: Priester durften bei Zugsunglück Sterbesakramente nicht spenden
  14. Glaubenspräfekt warnt vor "Internet-Theologen" und Selbstsicherheit
  15. Berichte über neue Wunder des Hl. Charbel in den USA und im Libanon

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz