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Christus bleibt nicht im Tempel! Fronleichnam: Einladung für die Gegenwartvor 2 Tagen in Aktuelles, 11 Lesermeinungen Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden
Leo XIV.: Nicht Folklore, sondern Gegenwart. Fronleichnam als Begegnung Christi mit den Menschen von heute. Über 1 Million in Madrid bei Fronleichnamsfest mit dem Papst. Von Armin Schwibach
Madrid (kath.net/as) Fronleichnam in Madrid mit Papst Leo XIV., Heilige Messe auf der Plaza de Cibeles. An die Eucharistiefeier schließt sich die traditionelle Fronleichnamsprozession durch die Straßen der Hauptstadt an, die mit dem eucharistischen Segen endet.
In seiner Predigt erklärte Leo XIV. das Fronleichnamsfest nicht in erster Linie als Darstellung der eucharistischen Lehre, sondern als Ausdruck der Gegenwart Christi im Leben eines Volkes und in der Geschichte. Das Wesen der Prozession erschien dabei als sichtbares Zeichen dafür, dass Christus „nicht im Tempel eingeschlossen bleibt“, sondern den Menschen auf ihren Wegen begegnet, ihre Städte, ihre Häuser, ihre Hoffnungen und ihre Verwundungen aufsucht. Vor diesem Hintergrund erhielt auch die spanische Fronleichnamstradition ihre besondere Bedeutung. Der Papst würdigte sie nicht als kulturelles Erbe, das lediglich bewahrt werden müsse, sondern als lebendige Wirklichkeit des Glaubens. Die Religiosität Spaniens dürfe deshalb „kein Museum der Vergangenheit“ werden, sondern müsse „eine Schule des Glaubens“ bleiben, aus der auch heute Orientierung, Verantwortung und Engagement für das Gemeinwohl erwachsen. Gerade darin lag der Kern seiner Botschaft: Die Erinnerung an die Gegenwart Christi in der Eucharistie erschöpft sich nicht in der Bewahrung einer Tradition, sondern drängt dazu, die Gegenwart im Licht Christi zu verstehen und die Geschichte aus dieser Begegnung heraus mitzugestalten.
*****
Zu Beginn seiner Predigt bekannte der Papst, er stehe zu Beginn seiner Apostolischen Reise „mit dem Herzen voll Freude“ der Feier dieser Eucharistie am Hochfest Fronleichnam vor. Die Gläubigen seien um die Eucharistie versammelt, „das Geschenk der lebendigen Gegenwart Christi in unserer Mitte“. Christus habe sein Leben hingegeben, um die Menschen in die Gemeinschaft des Vaters einzuführen und zu seinen Kindern zu machen. Er sei gegenwärtig „als lebendiges Brot, das vom Himmel herabgekommen ist“, das den Menschen mit dem Leben Gottes selbst nähre, „mit einer Liebe, die stärker ist als der Tod“. 
Leo XIV. erinnerte daran, dass das Gedächtnis des im eucharistischen Brot gegenwärtigen Herrn zum Kern des Glaubens und der Geschichte Spaniens gehöre. Fronleichnam sei in Madrid und an vielen anderen Orten des Landes nicht einfach ein Fest des liturgischen Kalenders, sondern eine Rückkehr zu den Wurzeln des Glaubens, um die Liebe und Treue zu Gott zu erneuern. Die Prozessionen dieses Tages hätten über Jahrhunderte Frömmigkeit, Kunst, Musik, Architektur und das Leben des spanischen Volkes geprägt. Der Papst betonte, bei den äußeren Formen der Feier gehe es weder um Folklore noch um ästhetische Gestaltung. Vielmehr gehe es um den Glauben an die Gegenwart des auferstandenen Herrn, „der lebt und noch immer in unserer Mitte vorübergeht, der Brot wird für unseren Hunger nach Leben und die Winkel unseres Herzens und unserer Geschichte besucht, auch die dunkelsten“.
Von dieser Perspektive aus deutete Leo XIV. die anschließende Prozession. Wenn Christus sich in der Eucharistie als Speise schenke, dann zeige die Prozession, dass er nicht im Tempel eingeschlossen bleibe, sondern den Menschen entgegenkomme: „Jesus geht durch die Straßen, durchquert die Plätze, besucht unsere Viertel, wohnt an den Orten unseres alltäglichen Lebens“. Christus erscheine als der Gott, der mit seinem Volk gehe, als Trost für die Schwachen, Hoffnung für die Verletzlichen und Frieden für die Leidenden. Der Papst erinnerte daran, dass derselbe Christus, der in der Monstranz durch die Straßen getragen werde, sich mit den Armen, den Kranken, den Einsamen und den Ausgegrenzten identifiziere. Deshalb sei es kein Zufall, dass die Kirche in Spanien über viele Jahre das Fronleichnamsfest mit dem Tag der Caritas verbunden habe.
Leo XIV. unterstrich, die Prozession bedeute nicht nur, eine Monstranz nach draußen zu tragen. Die Gläubigen müssten sich vielmehr selbst aus Egoismus, Gleichgültigkeit und einem bequemen privaten Glauben herausführen lassen. Christus lade zur Umkehr ein und dazu, den Blick zu verändern, seine Gegenwart aufzunehmen und sich von ihr verwandeln zu lassen, um zu Erbauern einer neuen Welt zu werden. Der Papst wandte sich gegen eine rein nostalgische Sicht auf die Fronleichnamstradition. Die Erinnerung an die Prozessionen dürfe nicht in der Vergangenheit eingeschlossen bleiben, sondern werde zu einer Einladung für die Gegenwart, für das persönliche Leben, die Beziehungen, die Gesellschaft und die Zukunft. In diesem Zusammenhang verwies er auf die Mahnung aus dem Buch Deuteronomium, sich an den Weg zu erinnern, den Gott sein Volk geführt habe. Erinnern bedeute, den Herrn nicht zu vergessen und nicht der Versuchung zu erliegen, sich anderen Götzen zuzuwenden und sich von einem Brot zu nähren, das den Menschen nicht sättige.
Daraus leitete Leo XIV. einen Auftrag für das Spanien von heute und morgen ab. Die Religiosität, die das Land seit Jahrhunderten geprägt habe, dürfe „kein Museum der Vergangenheit“ sein, sondern müsse „eine Schule des Glaubens“ bleiben. Diese Schule lehre, vor Gott und vor dem Nächsten niederzuknien, denn niemand könne vor dem Herrn niederknien und zugleich den Bruder verachten. Sie lehre die Unentgeltlichkeit der Liebe, die sich verschenke und die Ketten des Egoismus sprenge. Sie lehre auch, dass Gott reale Gegenwart sei und deshalb auch Christen aufgerufen seien, in den Herausforderungen der Gesellschaft präsent zu sein und sich für das Gemeinwohl einzusetzen. Besonders erinnerte der Papst an den spanischen Heiligen Manuel González, den „Bischof der verlassenen Tabernakel“. Dessen Leben bezeuge, dass die Eucharistie nicht nur in großen Feierlichkeiten geehrt werde, sondern ebenso in der Treue des täglichen Gebets und in einer stillen Freundschaft mit Christus. Daneben griff Leo XIV. auf die Dichtung des heiligen Johannes vom Kreuz zurück und zitierte dessen Verse: „Ich kenne wohl jene Quelle, die fließt und strömt, auch wenn die Nacht tief ist“. Der Kirchenlehrer habe während seiner Gefangenschaft in Toledo gerade in der Dunkelheit die verborgene Gegenwart Gottes erkannt. Christus in der Eucharistie sei „jene ewige verborgene Quelle“, die den Menschen tränke, ohne sich aufzudrängen oder durch äußere Macht zu imponieren.
Zum Abschluss rief der Papst dazu auf, mit aufrichtiger Liebe zu Christus zurückzukehren und sich von ihm neu beschenken zu lassen. Die Gläubigen sollten aus der Begegnung mit dem Herrn aufbrechen, um in die Welt „einen Strom frischen Wassers, einen Strom der Liebe, des Friedens, der Gerechtigkeit und der Freude“ zu tragen. Die eucharistische Quelle dürfe nicht in eine private Frömmigkeit einschließen, sondern sende die Christen zu den Brüdern und Schwestern, zu den Familien, den Armen, den Leidenden und den Hoffnungslosen. Die eucharistische Gnade verwandle den Menschen und mache ihn zugleich „zum Protagonisten der Verwandlung der Geschichte und zum Zeichen der Hoffnung für jene, denen wir begegnen“. Mit einem Gebet für Spanien schloss Leo XIV. seine Predigt: Christus, gegenwärtig in der Eucharistie, möge die Gläubigen zu „gebrochenem, geschenktem und hingegebenem Brot“ machen, damit ein volles Leben hervorströme „für euch, für eure Familien und für euer Land“.
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Lesermeinungen| | SalvatoreMio vor 21 Stunden | | | | Bibel und Katechismus @Rolando: vielen Dank! Sie sprechen ein sehr wichtiges Thema an, ein Grundsätzliches, das für viele gar nicht existiert! Zu viele Katholiken heutzutage schlagen keine Bibel auf oder haben keine! Sehr fromme Protestanten sind nicht selten bibelfester als Katholiken, aber alles, was nicht in der Bibel steht, ist "Erfindung der dominanten katholischen Kirche" und wird abgelehnt. Beschäftigt man sich genau damit und denkt an die derzeit immer stärker erträumte Vereinigung von evangelisch und katholisch, so müssten wir massenhaft katholisches Glaubensgut in den Mülleimer werfen, denn den meisten ist nicht klar, dass Jesus sein Versprechen eingehalten hat, er würde uns den Hl. Geist senden und uns in alle Wahrheit einführen. Und das ist in 2000 Jahren in Konzilien und teils durch Privatoffenbarungen geschehen. Dafür fehlt aber weitgehend völlig das Bewusstsein, eben auch die Tatsache dasd erst um 382 die einzelnen bibl. Bücher und Briefe als verbindlich zusammengefügt wurden. |  0
| | | | | Toretto vor 26 Stunden | | | | Sextus, siehe neue katholische Messlektionar Die neue Einheitsübersetzung ist für alle offiziellen Bereiche der katholischen Kirche im gesamten deutschsprachigen Raum verpflichtend. Dazu gehören:Der Gottesdienst: Bei allen Lesungen, Evangelien und Sakramenten (wie Taufe oder Hochzeit) in der Kirche.Die Kirchenbücher: Im Gebet- und Gesangbuch Gotteslob und beim täglichen Stundengebet der Priester.Die Schule und Pfarre: Im katholischen Religionsunterricht an Schulen und bei der Vorbereitung auf Erstkommunion oder Firmung.Offizielle Texte: Bei Briefen und Dokumenten der Bischöfe.
Wo gilt sie nicht?Für das private Lesen zu Hause gibt es keine Pflicht. Jeder Mensch darf privat die Bibelübersetzung lesen, die er selbst am besten versteht.
Vielleicht sollte Hr Fleischer sagen warum er diese Bibelstelle anführt und erklären was ihm fehlt? |  0
| | | | | Rolando vor 26 Stunden | | | | Fortsetzung .....kann man das nicht trennen. Es ist ein Kuriosum, das manche die Bibel als alleinige Autorität ansehen, entgegen Joh 21,25 und 1Tim 3,15, jedoch KEINE Stelle benennen können wo es heißt, "nur die Schrift allein", und den kath Katechismus ablehnen, wo die eine Kirche doch Beides hervorbrachte. |  1
| | | | | Rolando vor 26 Stunden | | | | Rechter Glaube Glaube an die reale Gegenwart Jesu. Lese ich nur ein Buch, (Bibel), und glaube nach meinen Vorstellungen, lege sie entgegen 2Petr1,20 und 2Petr 3,16, 1Tim 4,16, Spr 29,18, eigenmächtig aus, oder glaube ich was Jesus sagt, auch wenn es menschlich nicht vorstell-und nachvollziehbar ist, Joh 6, bes 6,66, aus Gehorsam.
Jeder glaubt nach seinem Erkenntnisstand, der Hl. Geist leitet die kath., von Jesus gegründete Kirche, wer die kath. Kirche ablehnt, und meint der Hl. Geist erschließe ihm die Hl. Schrift, wo dann gravierende Abweichungen von der Lehre und den Überlieferungen, sowie zum kath. Katechismus bestehen, der kann sicher sein, das der eigene Vogel maßgeblich über dem Hl. Geist steht. Es geht um Gehorsam und sich leiten zu lassen, Apg 8,26-35, von wem, von Jesus und seinem Hl. Geist, wer ist Jesus? Die kath. Kirche, Apg. 9, 1Tim 3,15.
Da die kath. Kirche um 382 unter Papst Damasus I die Hl. Schrift zusammenstellte, diese Kirche auch den kath. Katechismus zusammenstellte, .... |  1
| | | | | Sextus vor 30 Stunden | | | | @ Salvatore Mio / @Veritasvincit Maßgeblich ist stets das Original, nicht die Übersetzung.
Und in der Tat, dass "Sinngemäßes" den Akzent manchmal verschiebt bzw. verfälscht, zeigt Veritasvincit' Deutung von 15,9 "Wenn wir in diesem Leben ...", die mit Paulus Anliegen wirklich nichts zu tun hat. |  2
| | | | | Toretto vor 33 Stunden | | | | Stefan Fleischer Einheitsübersetzung 2016
von Katholisches Bibelwerk
1.Korinther 15
19 Wenn wir allein für dieses Leben unsere Hoffnung auf Christus gesetzt haben, sind wir erbärmlicher daran als alle anderen Menschen.
Dieses sagte er, um sie im Glauben an die Auferstehung der Leiber zu stärken. |  1
| | | | | SalvatoreMio vor 36 Stunden | | | | Noch eine Bemerkung zu den Beiträgen ... Nennen wir Worte der hl. Schrift, so halte ich es für gut, einen offiziellen Text aus der Schrift bzw. Liturgie zu wählen, weil er eher vertraut ist
Auch "Sinngemäßes" verschiebt manchmal den Hauptakzent. Überdies schwindet die Bibelfestigkeit in der Gesellschaft. - In Bibelkreisen oder Diskussionen ist dann ein Austausch über den Sinn des Textes und die praktische Umsetzung bereichernd. |  2
| | | | | Sextus vor 2 Tagen | | | | I Kor. 15, 12 und 15, 19 im Kontext verstehen. In 15,19 bezieht sich Paulus auf die Frage, die er in 15,12 gestellt hatte:"So aber Christus gepredigt wird, dass er sei von den Toten auferstanden, wie sagen denn etliche unter euch, die Auferstehung der Toten sei nichts?"
Wenn die Toten nicht wiederauferstehen, ist auch Christus nicht wiederauferstanden (15,16).
Ist dies denn so, ist ihr Glauben umsonst und ihre Sünden sind nicht vergeben (15,17).
"Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christum, so sind wir die elendsten unter allen Menschen" (15,19).
Textmäßig liegt Stefan Fleischer richtig ("ei en te zoe tauté"/ "si in hac vita tantum"). Sein ist das richtige Zitat.
Sinnmäßig liegt Veritasvincit nicht falsch. |  1
| | | | | Stefan Fleischer vor 2 Tagen | |  | @ Veritasvincit Das ist eine Frage der Übersetzung. In der Vulgata z.B. steht:
si in hac vita tantum in Christo sperantes sumus
miserabiliores sumus omnibus hominibus |  1
| | | | | Veritasvincit vor 2 Tagen | | | | @Stefan Fleischer Das richtige Zitat lautet:"Wenn wir unsere Hoffnung allein für dieses Leben auf Christus gesetzt haben..."
Wenn wir in diesem Leben die Liebe in die Welt einfliessen lassen, haben wir auch an der zukünftigen Welt gebaut. |  0
| | | | | Stefan Fleischer vor 2 Tagen | |  | Irgendwie habe ich ein ganz komisches Gefühl. Ich frage mich, ob in der modernen Verkündigung nicht zwar viel Richtiges uns Wichtiges gesagt wird, aber auch vieles nicht gesagt wird, das gesagt werden müsste. Mich lässt Paulus nicht in Ruhe, der uns mahnt: «Wenn wir unsere Hoffnung nur in diesem Leben auf Christus gesetzt haben, sind wir erbärmlicher daran als alle anderen Menschen.» (1.Kor 15,19) |  1
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