Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Die Alte Messe braucht die Piusbruderschaft nicht
  2. Eduard Habsburg: Alte Messe ist ‚absolute Antithese zur heutigen Welt‘
  3. Erzbistum Washington entlässt Exorzisten wegen Äußerungen zu UFOs und Dämonen
  4. Kurienerzbischof Pozzo: „Die beiden Formen des Römischen Ritus nicht gegeneinander ausspielen“
  5. Bischof Algermissen: kfd-Positionspapier zu § 218 StGB ist nicht katholisch
  6. Das Beichtgeheimnis: Festgeschrieben für die Ewigkeit?
  7. Moskauer Patriarch Kyrill könnte auf EU-Sanktionsliste kommen
  8. Kardinal Woelki: In der Eucharistie schenkt sich Christus selbst
  9. Besorgniserregende antidemokratische und gewaltaffine Haltungen bei jungen Muslimen
  10. Die Menschenwürde hat keinen Reisepass
  11. "Wir haben kleines Gebet gesprochen, weil wir glauben, daß Jesus durch das Spiel verherrlich wird"
  12. ‚Jedes Knie soll sich beugen‘: Erzbischof Fisher ruft zum Knien vor der Eucharistie auf
  13. Papst: „Ich bin zutiefst berührt, dass Sie darüber sprechen können“
  14. Voodoo-inspirierte Installationen in Kirchen? „Wie konnte das Erzbistum Paris so etwas genehmigen?“
  15. ‚Das Christentum ist in Deutschland inzwischen fast so bedroht wie das Auerhuhn‘

Jedes Kind ist ein Traum Gottes. Über Würde, Nächstenliebe und die Freundschaft mit Christus

vor 5 Tagen in Aktuelles, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Leo XIV.: Fragen aus dem Leben - Antworten hinein ins Leben. Berufung, Vergebung, Leiden, Familie und die christliche Verantwortung für die Schwächsten. Die christliche Hoffnung wird im Dienst an den Bedürftigen sichtbar. Von Armin Schwibach


Barcelona (kath.net/as) Bei der Begegnung mit den Vertretern der diözesanen Wohltätigkeits- und Sozialeinrichtungen in der Kirche Sant Augustí in Barcelona dankte Papst Leo XIV. zunächst dem Erzbischof, den Verantwortlichen der Sozialpastoral sowie den Mitarbeitern der kirchlichen Hilfswerke für ihren Dienst. Zugleich griff er Fragen auf, die ihm zuvor gestellt worden waren, und verband persönliche Erinnerungen mit einer Auslegung zentraler Themen des christlichen Lebens.

Auf die Frage nach seiner Beziehung zum Sport bekannte der Papst, dass er selbst Tennis spiele und diesen Sport liebe. Zugleich habe er während seiner Jahre als Bischof in Peru die Entwicklung lokaler Fußballvereine verfolgt und als Papst zahlreiche Sportgruppen empfangen. Sport helfe dem Menschen, körperlich und geistig zu wachsen. Mit Blick auf die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft erinnerte Leo XIV. daran, dass Fußball eine Wahrheit über das menschliche Leben sichtbar mache: „Das Leben ist kein Wettlauf, um sich allein zu profilieren, sondern ein Weg, den wir gemeinsam gehen lernen“. Deshalb gelte auch: „Wer den Ball nicht passen kann, hat das Spiel noch nicht verstanden, auch wenn er Talent hat. Und wer nicht mit anderen und für andere leben kann, hat das Leben noch nicht verstanden“.

Auf die Frage nach seiner Berufung antwortete der Papst, dass er als Kind niemals daran gedacht habe, Papst zu werden. Schon früh habe er jedoch den Wunsch verspürt, sein Leben Gott zu schenken. Damals habe er noch nicht gewusst, auf welchem Weg ihn der Herr führen würde. Später habe er erkannt, dass Christus ihn zum Priestertum berief und dieser Weg durch den Orden des heiligen Augustinus führte. Dabei weitete Leo XIV. den Blick über seine eigene Geschichte hinaus und erklärte: „Jedes Kind ist ein Traum Gottes“. Gott wolle das Glück jedes Menschen und wünsche sich, dass der Mensch ein Herz bewahre, das vertrauen könne und von Güte erfüllt sei. Deshalb sei die entscheidende Frage nicht zuerst die Wahl eines Berufes, sondern die Freundschaft mit Christus: „Es ist wichtiger, sich zu fragen, ob man ein Freund Jesu sein möchte, als sich zu fragen, ob man Priester, Arzt, Lehrer, Familienvater oder etwas anderes werden will“. Gerade diese Freundschaft schenke Freude und Freiheit und ermögliche es, die eigene Berufung zu erkennen.


Mit besonderer Aufmerksamkeit ging Leo XIV. auf die Frage nach dem Leid ein. Er räumte ein, dass es nicht leicht sei zu verstehen, warum manchen Menschen schwere Dinge widerfahren und anderen nicht. Die Antwort finde ihren Ausgangspunkt im Leben Jesu. Christus habe Gutes getan und Menschen geheilt, sei aber dennoch gekreuzigt worden. Die Geschichte Jesu habe jedoch nicht mit dem Kreuz geendet. Der Herr sei auferstanden und habe das Böse und den Tod besiegt. Deshalb lasse Gott keines seiner Kinder im Stich. Leo XIV. ermutigte zu Vertrauen und Zuversicht, weil Christus den Menschen begleite und Kraft schenke, die schwierigen Augenblicke des Lebens zu bestehen.

Ausführlich sprach der Papst dann über die Bedeutung der Großeltern. Sie nähmen im Leben vieler Familien einen unverzichtbaren Platz ein. Oft kümmerten sie sich um die Enkelkinder, während die Eltern arbeiteten, und vermittelten ihnen durch ihre Zuneigung die Liebe zu Gott und zum Nächsten. Niemand dürfe ältere Menschen allein lassen. Die Antwort auf ihre Hingabe könne nur Liebe sein. Leo XIV. erinnerte daran, dass die jüngeren Generationen ihre Großeltern begleiten und pflegen sollten, so wie diese einst für sie gesorgt hätten. Einsamkeit und Verlassenheit dürften niemals zur Normalität im Alter werden. Wer selbst keine Einsamkeit wünsche, dürfe sie auch anderen nicht zumuten.

Breiten Raum nahm die Frage der Vergebung ein. Der Papst verwies auf die Antwort Jesu an Petrus, man solle nicht siebenmal, sondern „bis zu siebzigmal siebenmal“ vergeben. Zugleich präzisierte er die Bedeutung dieses Gebotes. Vergebung bedeute nicht, das Böse zu rechtfertigen oder weiteres Unrecht zuzulassen. Ebenso wenig verlange sie, alles zu vergessen. Vielmehr gehe es darum, dem Hass keinen Platz im eigenen Herzen zu überlassen. Christus rufe zur Vergebung auf, weil nur so Frieden entstehen und innere Wunden heilen könnten. Wer vergebe, folge dem Beispiel Jesu selbst, der auch seinen Henkern vergeben habe. Die Bereitschaft zur Vergebung bilde zugleich die Voraussetzung dafür, die Vergebung Gottes zu empfangen.

Im zweiten Teil seiner Ansprache wandte sich Leo XIV. unmittelbar an die Mitarbeiter der kirchlichen Wohlfahrts- und Sozialeinrichtungen. Die Kirche des heiligen Augustinus erinnere daran, dass das Christsein zuerst Geschenk und Gnade sei. Auf Christus gegründet und vom Heiligen Geist getragen, erkenne der Gläubige, dass jede aufrichtige Mitarbeit am Wohl des Nächsten vom Vater gesegnet werde. Als Glieder des mystischen Leibes Christi seien die Christen mit dem Schicksal der Menschen verbunden, die Gott liebe und zum Leben mit ihm berufe. Der Papst betonte, dass die Berufung des Christen nicht nur in Freundlichkeit oder Güte bestehe. Der Christ müsse mitfühlend sein, uneigennützig lieben und das Wohl anderer suchen. In jedem leidenden Menschen begegne ihm Christus selbst. Dort sei der Herr gegenwärtig als derjenige, der bitte und empfange, aufgenommen oder zurückgewiesen, geliebt oder verachtet werde. Von dieser Grundlage her beschrieb Leo XIV. den Auftrag jeder kirchlichen Gemeinschaft. Die vom Heiligen Geist geführte Kirche sei gerufen, sich der Wunden und Nöte der Schwächsten anzunehmen, ihr Leid zu lindern und ihre Armut zu bekämpfen. Dabei folge sie dem Beispiel Jesu Christi, der „aus Liebe zu uns, obwohl er reich war, arm wurde“, damit die Menschen durch seine Gnade reich würden. Der Herr selbst fordere die Gläubigen auf, ihn in den Bedürftigen zu erkennen und ihnen beizustehen.

Mit Blick auf die Gegenwart bemerkte der Papst, dass der Sinn für die heilige Würde des Menschen verloren zu gehen scheine. Gerade deshalb komme dem Dienst der kirchlichen Hilfswerke besondere Bedeutung zu. Christen seien berufen, die Liebe Gottes zu jedem Menschen in den konkreten Umständen der Geschichte sichtbar zu machen. Leo XIV. erinnerte an die Schöpfungserzählung: „Gott schuf den Menschen als sein Bild, als Bild Gottes schuf er ihn. Männlich und weiblich erschuf er sie.“ Daraus erwachse die unveräußerliche Würde jedes Menschen. Diese Würde hänge weder von Fähigkeiten noch von Besitz oder gesellschaftlicher Stellung ab. Sie gründe vielmehr in der Gabe Gottes und in seiner Liebe, die jedem Menschen vorausgehe. Der Herr lade die Menschen deshalb ein, in jeder Frau eine Schwester und in jedem Mann einen Bruder zu erkennen. Als Kinder desselben Vaters seien alle Menschen auf Gemeinschaft hin geschaffen. Diese Berufung zur Beziehung mit Gott, den Mitmenschen und der Schöpfung finde einen besonderen Ausdruck in den Werken der Nächstenliebe und Fürsorge. Die Kirche stelle dabei den Menschen in die Mitte ihres Handelns, weil die Liebe das grundlegende soziale Gebot sei.

Abschließend ermutigte Leo XIV. die Mitarbeiter der diözesanen Einrichtungen, ihren Dienst gemeinsam mit ihren Hirten fortzuführen. Sie sollten Zeugnis für das Evangelium ablegen und die Schönheit des christlichen Lebens sichtbar machen. Besonders den Menschen in Situationen von Armut, Krankheit, Ausgrenzung und Not gelte ihre Aufmerksamkeit. Diese Menschen benötigten nicht nur materielle Hilfe und menschliche Unterstützung, sondern vor allem Gott selbst: seine Freundschaft, seinen Segen, sein Wort und die Sakramente. Der Papst rief dazu auf, glaubwürdige Zeugen der christlichen Hoffnung zu sein und den Bedürftigen Wege des Glaubens, des Wachstums und der Reifung zu eröffnen.

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 modernchrist vor 4 Tagen 
 

Alle Menschen sind Kinder desselben Vaters,

sagt Leo, also auch die ungeborenen Kinder! Für jedes Kind hat Gott einen Traum, eine Zukunft gedacht, eine Aufgabe. Umso skandalöser ist es, wenn ein "katholischer" Verband wie die kfd aktuell fordert, dass auch in katholischen Kliniken Abtreibungen durchgeführt werden sollen und die Kassen ohne besondere Anträge automatisch die Tötungen bezahlen sollen. Ein Schlag ins Gesicht des himmlischen Vaters! Hier ist schnellstens Austritt aus solchen Vereinen angesagt. Denn mit dem Beitrag finanziert man diese unsäglichen, ja verbrecherischen Ansichten und Forderungen!


0
 
 modernchrist vor 5 Tagen 
 

Allein schon diese eine, so dichte Ansprache

des Papstes - hier in der wunderbaren Zusammenfassung - wäre Stoff für 3 Religionsstunden oder Firmvorbereitungsstunden. Ausdrucken und abschnittsweise mit den Jugendlichen besprechen. Leo hat eine wunderbare, auch neuartige und moderne Sprache, sehr differenziert und überlegt.


0
 
 don_camillo vor 5 Tagen 
 

Zum Fremdschämen!

Es hat mich heute Abend fassungslos gemacht, mit welcher Häme und auch Hass seitens traditionalistischer Gruppierungen im Internet auf den Besuch des Hl. Vaters morgen und übermorgen auf den Kanaren reagiert wird. Da werden jetzt schon die noch gar nicht stattgefundenen Gesten Leos verschrien, man weiß schon, an wen er seine Kritik richten wird. Mit Häme wird aufgegriffen, dass er an beiden Tagen auf den Kanaren das Thema Migranten aufgreift.

Offensichtlich versucht man Stimmung zu machen, um die Anhänger davon zu überzeugen, dass der angestrebte Bruch mit Rom seine Berechtigung hat. Vielleicht wird der ein oder andere dieses Spiel durchschauen.

Gottes Segen für Papst Leo!


0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Leo XIV.

  1. Der Turm Christi und das Haus Gottes: eine Katechese aus Steinen, Farben und Licht
  2. Christus bleibt nicht im Tempel! Fronleichnam: Einladung für die Gegenwart
  3. ‚Seid Menschen!‘ - Über Heiligkeit, Berufung und den Auftrag der Jugend
  4. Frieden, Wahrheit und das Programm für Europa
  5. Papstreise nach Spanien gestartet: Aufruf an Putin zu Verhandlungen
  6. Damian Thompson über Leo XIV.: Zeit, den ‚katholischen Bürgerkrieg‘ ein wenig herunterzufahren
  7. Das Babel-Syndrom. Die gezählte Seele und der steinerne Himmel der Maschinen
  8. MAGNIFICA HUMANITAS
  9. Papst Leo XIV. geht auf Distanz zu Kardinal Marx und seinen geplanten Homo-Segnungen
  10. Leo XIV. über Papst Franziskus: Ein großes Geschenk für die Welt






Top-15

meist-gelesen

  1. SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - ANMELDUNG nur noch bis 22. JUNI!!!
  2. Das Beichtgeheimnis: Festgeschrieben für die Ewigkeit?
  3. Die Alte Messe braucht die Piusbruderschaft nicht
  4. Erzbistum Washington entlässt Exorzisten wegen Äußerungen zu UFOs und Dämonen
  5. Östereichische Bischofskonferenz: Lackner bleibt Vorsitzender, Scheuer wieder Vize
  6. Kardinal Woelki: In der Eucharistie schenkt sich Christus selbst
  7. Polen: Fußballer Bartosz Sobczyk gab seine Karriere auf, um Priester zu werden
  8. Aus der Liebe geboren, zur Einheit berufen - Ein Leib, ein Geist, eine Sendung
  9. Papst: „Ich bin zutiefst berührt, dass Sie darüber sprechen können“
  10. Eduard Habsburg: Alte Messe ist ‚absolute Antithese zur heutigen Welt‘
  11. Neuer Trend in den USA: Abkehr von nüchternen Kircheninnenräumen
  12. Kurienerzbischof Pozzo: „Die beiden Formen des Römischen Ritus nicht gegeneinander ausspielen“
  13. ‚Das Christentum ist in Deutschland inzwischen fast so bedroht wie das Auerhuhn‘
  14. Bischof Algermissen: kfd-Positionspapier zu § 218 StGB ist nicht katholisch
  15. "Wir haben kleines Gebet gesprochen, weil wir glauben, daß Jesus durch das Spiel verherrlich wird"

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz