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Jesuitenpater Thomas Reese: ‚Warum ich die alte lateinische Messe hasse‘

vor 2 Stunden in Weltkirche, 6 Lesermeinungen
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Er sei auf die Unterstützer der Alten Messe eifersüchtig. Obwohl sie wenige seien, seien sie gut organisiert und erhielten viel Aufmerksamkeit von den Bischöfen und den Medien.


Washington D.C. (kath.net/jg)
P. Thomas Reese SJ hat in einer Kolumne für den National Catholic Reporter erläutert, warum er die tridentinische Messe „hasst“ und hat in diesem Zusammenhang den Zugang von Papst Benedikt XVI. zur Liturgiereform kritisiert, berichtet Ad Vaticanum.

Sein Artikel ist in Form eines erfundenen Beichtgesprächs formuliert. Reese bekennt, dass er seinen Hass auf die alte lateinische Messe artikuliert hat, was er anschließend erläutert.

Die tridentinische Messe sei ein „Zombie“, also ein Untoter. „Wir haben gedacht, sie ist tot, aber sie kommt immer wieder zurück“, schreibt Reese wörtlich. Er hasse aber nicht die Menschen, welche an der Alten Messe teilnehmen. Mit besserer Katechese würden sie den Neuen Ritus schätzen, meint er.

Er sei mit Liebe zur Alten Messe aufgewachsen und habe sie während seiner ersten Jahre als Novize bei den Jesuiten erlebt, fährt er fort. Nach der Liturgiereform habe er gehorsam die Messe im Neuen Ritus akzeptiert. Diese Art von Gehorsam sollte von den „so genannten Konservativen“ beachtet werden, schreibt Reese, und fragt sich, ob Anhänger der Alten Messe „gehorsam gegenüber dem Konzil und den Päpsten“ sind, „welche die Liturgie in der Landessprache avanciert haben“.


Er habe schnell die Neue Messe lieben gelernt und sich über die größere Vielfalt an Lesungen gefreut, fährt er fort. Er habe es „satt gehabt, immer wieder das Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen zu hören“, weil es viele heilige Jungfrauen im liturgischen Kalender gebe. Auch die neuen eucharistischen Hochgebete hätten ihm gefallen. Er habe die Veränderungen begrüßt, weil „Veränderung unsere Tradition ist“, schreibt Reese wörtlich.

Der Neue Ritus habe ihm auch dabei geholfen, die Wurzeln des eucharistischen Hochgebets im Gebet zum jüdischen Paschafest zu verstehen. In der Eucharistiefeier würden wir „mit Jesus beten, nicht zu ihm“, schreibt Reese.

Er räumt dann ein, auf die Unterstützer der tridentinischen Messe eifersüchtig zu sein. Obwohl sie wenige seien, seien sie „so gut organisiert“. Sie seien in der Minderheit, erhielten aber trotzdem sehr viel Aufmerksamkeit von den Bischöfen und den Medien, während diejenigen, die weitere Reformen der Liturgie wollen, ignoriert würden. Zu letzteren zählt sich Reese offenbar auch selbst, wenn er schreibt: „Wir können niemanden dazu bringen, uns Aufmerksamkeit zu schenken.“

Er würde sich eine bessere englische Übersetzung der Messe wünschen, schreibt er und verweist auf eine Übersetzung, die 1988 von der Internationalen Kommission für Englisch in der Liturgie erstellt wurde, aber von Kardinal Joseph Ratzinger abgelehnt worden sei. Er wirft Kardinal Ratzinger vor, den englischsprachigen Gläubigen vorschreiben zu wollen, wie sie in ihrer eigenen Sprache beten sollen.

Reese wünscht sich eine bessere Verbindung zwischen der „Liturgie des Wortes“ und der „Liturgie der Eucharistie“. Diese möchte er durch eine Präfation für jeden Sonntag der drei Lesejahre erreichen, welche die Themen und zentrale Begriffe der Lesungen aufgreifen soll.

Sein letzter Vorschlag ist, dass die eucharistischen Hochgebete sich mehr an biblischen Themen orientieren sollen. Es sollte für jedes Evangelium ein eucharistisches Hochgebet geben, das verwendet werden könnte, wenn in der Messe aus dem entsprechenden Evangelium gelesen werde. 

Reese hat sich bereits im April 2021 in einem Artikel mit dem Titel „Die Zukunft der katholischen Liturgiereform“ gegen die tridentinische Messe ausgesprochen. „Die Kirche muss unmissverständlich klarstellen, dass sie das Verschwinden der unreformierten Liturgie anstrebt“, schrieb er wörtlich. Der Artikel erschien einige Monate vor dem Motu proprio „Traditionis custodes“, das Papst Franziskus im Juli 2021 veröffentlicht hat.

In dem Artikel kritisierte er Papst Benedikt XVI. für seine Liberalisierung des Alten Ritus. In einem anderen Artikel vom Juli 2026 verlangte er, dass Seminaristen, die den Alten Ritus bevorzugen, nicht geweiht werden sollten. Die Messe im Alten Ritus sollte an den wichtigsten Festen des Jahres wie Weihnachten, der Karwoche, Ostern und kirchlichen Feiertagen verboten sein.

P. Thomas Reese SJ ist ein US-amerikanischer Priester des Jesuitenordens und Journalist. Er war Chefredakteur des Jesuitenmagazins America und Kolumnist für den National Catholic Reporter (nicht zu verwechseln mit dem National Catholic Register, der zur EWTN-Gruppe gehört). Jetzt arbeitet er für den Religious News Service, eine Nachrichtenagentur, die sich auf religiöse Themen spezialisiert hat. 2014 hat ihn der damalige Präsident Barack Obama in die Kommission für internationale Religionsfreiheit berufen. 

 


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Lesermeinungen

 Parcival vor 10 Minuten 
 

@Versusdeum - Tradition historisch ernst nehmen

Die Kath. Kirche kannte + kennt nicht „den“ einen Ritus. Sie besteht aus 24 Kirchen sui iuris mit unterschiedlichen liturg. Traditionen. Auch der überlieferte röm. Ritus ist über Jh. gewachsen. Deshalb muss man Wesen + historisch gewachsene Ausgestaltung unterscheiden. Bsp.: Das Anheben der Kasel bei der Elevation hatte einen prakt. Grund: Die schwere, weite Kasel behinderte die Armbewegung. Die Stufengebete entstanden aus persönl. Vorbereitungsgebeten des Priesters + wurden erst später Teil der Messe. Selbst unterschiedliche Drehrichtungen des Priesters erklären sich aus prakt. Gegebenheiten früherer Altar- + Kirchenräume. Kniebeugen + Elevation entwickelten sich ebenfalls geschichtlich. All das ist ehrwürdig + symbolisch reich, aber nicht das Zentrum der hl. Messe. Tradition ernst nehmen heißt auch, ihre Entstehung zu kennen + nicht jede gewachsene Form zum unveränderlichen Wesen der Liturgie zu erklären.


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 sdamon vor 16 Minuten 
 

Alte Messe NOM

1) Zitat: „Er hasse aber nicht die Menschen, welche an der Alten Messe teilnehmen. Mit besserer Katechese würden sie den Neuen Ritus schätzen, meint er.“
- besser Katechese hilft nicht. Das Einzige was helfen könnte, ist dasselbe, was der Alten Messe geholfen hat – radikale Ablehnung von Laien im Altarraum und konsequente Befolgung der liturgischen Vorgaben (s. Gotteslob Nr. 581-591)

2) Zitat: „Sie (die Traditionalisten) seien in der Minderheit, erhielten aber trotzdem sehr viel Aufmerksamkeit von den Bischöfen und den Medien, während diejenigen, die weitere Reformen der Liturgie wollen, ignoriert würden.“
- ist doch klar – man hat aus dem NOM ein Laientheater und Narrenzirkus gemacht, das immer weniger Katholiken interessiert und anzieht, womit wir wieder bei Punkt (1) wären.


1
 
 Bilbo B. vor 20 Minuten 
 

II. Warum ich die alte lateinische Messe liebe!

Ich liebe die alte lateinische Messe, weil sie die Messe des letzten Pastoralkonzils bis zum Ende 1965 war. Ich liebe die alte lateinische Messe, weil sie Sacrosanctum Concilium des II. Vatikanums mit dem Messtext von 1965 noch am ehesten entspricht. Ich liebe die alte lateinische Messe, weil sie als die immerwährende unblutige Vergenwärtigung des einzigartigen blutigen Kreuzesopfers Christi als unaufgebaren Glaubensinhalt optimal ausdrückt. Ich liebe die alte lateinische Messe, weil sie der rote Faden für „die Reform der Reform“ im Neuen Messritus sein könnte. Und übrigens zelebriere ich auch im NOM in der Landessprache.


0
 
 Wilolf vor 21 Minuten 
 

Wenn „Veränderung seine Tradition ist“,

dann wird er alles verändern wollen. Auch GOTTES Gebote abschaffen.
Was bleibt übrig? Anarchie und das „Recht des Stärkeren“.


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 Versusdeum vor 29 Minuten 
 

Entscheidend ist nicht, was wir Menschen wollen,

sondern, was gottgefällig ist - und wo könnte das enscheidender sein, als in der Liturgie, also dort, wo ER mit Fleisch und Blut als unsere Himmelsspeise auf dem Altar Gestalt annimmt?
Wie kann man überhaupt auf die Idee kommen, verbieten zu wollen, was 400 (und in Teilen bis über 1500 Jahre) DIE zentrale Liturgie der Kirche war?


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 Bilbo B. vor 44 Minuten 
 

Warum ich die alte lateinische Messe liebe!

Ich liebe die alte lateinische Messe, weil sie - in gemeinsamer Gebetsrichtung mit dem Volk - gott- und christuszentriert ist. Ich liebe die alte latenische Messe, weil in ihr die Art der knienenden Mundkommunion - und somit die Anbetung des Allerheiligsten beim Kommunionempfang - üblich ist. Ich liebe die alte lateinische Messe, weil sie mit kleinen Änderungen seit rd. 1600
Jahren ununterbrochen besteht. Ich liebe die alte lateinische Messe, weil sie mit ihrer lateinischen Kultsprache räumlich und universal die Katholizität treffend ausdrückt. Ich liebe die alte lateinische Messe, weil ihre Früchte von christlichen Familien und unzähligen Priester- und Ordensberufungen unübersehbar sind. Ich liebe die alte lateinische Messe, weil sie korrekt aus dem Bibelgriechischen bei den Wandlungsworten mit „pro multis“ (=für viele) festhält. Ich liebe die alte lateinische Messe, weil sie in Wort und Ritus konsequent keine subjektiven Beliebigkeiten des Zelebranten zulässt etc.


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 Kostadinov vor 1 Stunden 

Ansichten von Reese gemäss schneller Internetrecherche

Reese lehnt Humanae Vitae ab. Er hat sich ausdrücklich für Frauen als Diakoninnen und auch für Frauen als Priesterinnen ausgesprochen. Er lehnt den Zölibat ab. Reese lehnt es ab, Homosexualität für die Missbrauchskrise in der Kirche verantwortlich zu machen, und betont, dass homosexuelle Priester einen wichtigen Dienst in der Kirche leisten. Er will Laien an der Auswahl von Bischöfen beteiligen...
Dass dem die Alte Messe im Weg steht, versteht sich von selber. Aber klar, er ist in "good standing" mit Rom... die Anhänger der Alten Messe sind bestenfalls noch nicht verfolgt...


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 ullvonbull vor 1 Stunden 
 

Eifersucht

Tja mit der Eifersucht ist das ja so eine Sache, die einen blind werden läßt. Gott sei dank, dass es die alte Messe gibt. Ich besuche beide Formen und finde beide Formen gut. Eine so alten Ritus einfach zu verbieten ist einfach unsinnig und das von einem Geistlichen. Aber da gibt es ja mehr als genug "Gelehrte", die vom alten Ritus überhaupt keine Ahnung haben. Was er eigentlich bedeutet und das er wichtig für die Zukunft ist, wird irgendwann ersichtlich. Für mich gilt der alte Ritus als Garant und Sicherheit für alle Zeiten.


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 Jothekieker vor 1 Stunden 
 

Er ist halt ein Jesuit

Nicht weiter darüber nachdenken!


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