
Türkei: Bartholomaios drängt weiter auf Wiedereröffnung von Chalkivor 4 Tagen in Chronik, keine Lesermeinung Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden
Festgottesdienst im Dreifaltigkeitskloster auf Chalki - Bartholomaios im Blick auf Wiedereröffnung der orthodoxen Theologische Hochschule "voller Hoffnung" - Schule seit 1971 geschlossen.
Istanbul (kath.net/ KAP)
Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. drängt weiter auf die baldige Wiedereröffnung der orthodoxen Theologischen Hochschule von Chalki. Bartholomaios nützte dazu dieser Tage einen Festgottesdienst zu Ehren des hl. Patriarchen Photios von Konstantinopel, Gründer des Dreifaltigkeitsklosters von Chalki, in dem sich auch die Theologische Schule befindet. Der Gottesdienst fand in besagtem Kloster statt. Das Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel berichtete darüber auf seiner Website (https://ec-patr.org/).
Die Theologische Hochschule von Chalki, die bis zu ihrer Schließung die wichtigste Ausbildungsstätte für den Klerus des Patriarchats war, hat eine lange Geschichte und war eines der führenden theologischen Seminare weltweit. Viele prominente Theologen und Kirchenführer, darunter auch der Patriarch selbst, haben dort studiert. Die Schließung von Chalki im Jahr 1971 erfolgte durch ein türkisches Gesetz, das den Betrieb privater Universitäten untersagte. Diese Entscheidung führte zu einer schwerwiegenden Einschränkung der Ausbildungsmöglichkeiten für den orthodoxen Klerus und wird seitdem als Hindernis für die religiöse Freiheit der orthodoxen Gemeinschaft angesehen.
Bereits im September 2024 hatte Bartholomaios in einer Rede anlässlich des 180. Jahrestages der Gründung von Chalki seine vorsichtige Hoffnung geäußert, dass die Hochschule in absehbarer Zeit wiedereröffnet werden könnte. Er berichtete, dass man mit den türkischen Behörden in einem "ernsthaften Dialog" stehe, was als "hoffnungsvolles Zeichen" für die Zukunft gewertet werde. Trotz der jahrelangen Bemühungen von internationalen Akteuren wie den USA, der EU und Russland, die sich ebenfalls für die Wiedereröffnung einsetzen, blieb die Umsetzung bislang erfolglos. 
"Von 1844 bis zum schmerzlichen Jahr 1971" habe die Schule für die Orthodoxe Kirche und letztlich die gesamte christliche Welt eine Vielzahl von hervorragenden Absolventen hervorgebracht, die als Patriarchen, Erzbischöfe und Bischöfe, Geistliche und Theologen ein "Zeugnis des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung ablegten", so Bartholomaios in seiner Ansprache im Dreifaltigkeitskloster.
Er sei mit vielen anderen "voller Hoffnung", so der Patriarch, "dass die Zeit naht, in der sich die Tore der Schule wieder öffnen und die Glocke die jungen Seminaristen zum Theologiestudium rufen wird". Sein Optimismus werde durch die voraussichtliche Fertigstellung der Restaurierungs- und Modernisierungsarbeiten an der Schulinfrastruktur noch in diesem Jahr bestärkt, sagte Bartholomaios.
Die Theologische Schule von Chalki sei "ein Symbol für die unauflösliche Verbindung zwischen Kirche und Bildung", sagte der Patriarch weiter und er fügte hinzu: "Dies ist die zeitlose Botschaft des Ökumenischen Patriarchats: Wir fürchten uns nicht! Wir gehen unbeirrt weiter auf dem Weg des Glaubens."
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