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Sacrosanctum Concilium: Die Liturgie und das Geheimnis Christivor 31 Stunden in Aktuelles, 11 Lesermeinungen Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden
Leo XIV.: Die Liturgie als Quelle und Höhepunkt der Kirche, die Vergegenwärtigung des Pascha-Mysteriums Christi. Die Beziehung zwischen Liturgie, Kirche und Erlösung. Von Armin Schwibach
Rom (kath.net/as) „Gott hat uns das Geheimnis seines Willens kundgetan, / wie er es gnädig im Voraus bestimmt hat in ihm. Er hat beschlossen, die Fülle der Zeiten heraufzuführen, / das All in Christus als dem Haupt zusammenzufassen, was im Himmel und auf Erden ist, in ihm“ (Eph 1,9-10).
Bei der heutigen Generalaudienz begann Papst Leo XIV. im Rahmen seiner Reihe von Katechesen über die Dokumente des Zweiten Vatikanischen Konzils seine Auseinandersetzungen mit dessen ersten Dokument: Sacrosanctum Concilium über die heilige Liturgie.
Die Konzilsväter hätten bei der Ausarbeitung dieser Konstitution „nicht nur eine Reform der Riten in Angriff nehmen, sondern die Kirche dazu führen wollen, jene lebendige Verbindung zu betrachten und zu vertiefen, die sie begründet und eint: das Geheimnis Christi“. Die Liturgie nämlich berühre „das Herz dieses Geheimnisses“: „Sie ist zugleich der Raum, die Zeit und der Zusammenhang, in dem die Kirche von Christus ihr eigenes Leben empfängt.“ Denn in der Liturgie, so zitierte der Papst aus Sacrosanctum Concilium 2, „vollzieht sich das Werk unserer Erlösung“, das aus den Gläubigen „ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk des Eigentums Gottes“ mache.
Im weiteren Verlauf der Katechese verwies Leo XIV. auf die „dreifache Erneuerung - die biblische, die patristische und die liturgische“, die die Kirche im Laufe des 20. Jahrhunderts durchlaufen habe. Das christliche Geheimnis bezeichne keine dunkle Wirklichkeit, sondern „den Heilsplan Gottes, verborgen von Ewigkeit her und offenbart in Christus“, wie der heilige Paulus lehre. Das christliche Geheimnis sei „das Pascha-Ereignis, das heißt das Leiden, der Tod, die Auferstehung und die Verherrlichung Christi“, der gerade in der Liturgie „sakramental gegenwärtig gemacht wird“. Deshalb würden die Gläubigen jedes Mal, wenn sie an der Versammlung teilnähmen, die „in seinem Namen“ vereint sei, „in dieses Geheimnis hineingenommen“. 
Christus selbst sei „das innere Prinzip des Geheimnisses der Kirche, des heiligen Gottesvolkes, geboren aus seiner durchbohrten Seite am Kreuz“. In der heiligen Liturgie handle er mit der Kraft seines Geistes weiter. Er heilige die Kirche und verbinde sie, seine Braut, mit seiner Hingabe an den Vater. Christus übe „sein absolut einzigartiges Priestertum“ aus, „er, der gegenwärtig ist im verkündeten Wort, in den Sakramenten, in den Priestern, die feiern, in der versammelten Gemeinde und in höchstem Maße in der Eucharistie“ (vgl. SC, 7). Der Papst erinnerte in diesem Zusammenhang an den heiligen Augustinus und zitierte dessen Worte aus einer Predigt über die Eucharistie: Die Kirche „empfängt den Leib des Herrn und wird, was sie empfängt“. Dadurch werde sie zum Leib Christi, zur „Wohnung Gottes im Geist“ (Eph 2,22). Dies sei „das Werk unserer Erlösung“, das die Gläubigen Christus gleichgestalte und sie in der Gemeinschaft aufbaue.
Diese Gemeinschaft verwirkliche sich in der heiligen Liturgie „durch die Riten und Gebete“ (SC, 48). Die Ritualität der Kirche drücke ihren Glauben aus nach dem Grundsatz „lex orandi, lex credendi“ und forme zugleich die kirchliche Identität: „Das verkündete Wort, die Feier des Sakraments, die Gesten, das Schweigen, der Raum: all dies stellt das vom Vater zusammengerufene Volk dar und gibt ihm Gestalt, dem Leib Christi, dem Tempel des Heiligen Geistes“. Deshalb werde jede Feier „zu einer wahren Epiphanie der betenden Kirche“, wie der heilige Johannes Paul II. in seinem Apostolischen Schreiben Vicesimus quintus annus hervorgehoben habe.
Wenn die Liturgie im Dienst des Geheimnisses Christi stehe, werde verständlich, warum sie in Sacrosanctum Concilium 10 als „der Höhepunkt, dem das Tun der Kirche zustrebt, und zugleich die Quelle, aus der all ihre Kraft strömt“ bezeichnet werde. Das Wirken der Kirche beschränke sich zwar nicht allein auf die Liturgie, doch „jede ihrer Tätigkeiten - die Verkündigung, der Dienst an den Armen, die Begleitung der menschlichen Wirklichkeiten - “ strebe auf diesen Höhepunkt zu. Zugleich stütze die Liturgie die Gläubigen, indem sie sie immer wieder in das Pascha des Herrn eintauchen lasse. Durch die Verkündigung des Wortes, die Feier der Sakramente und das gemeinsame Gebet würden sie „gestärkt, ermutigt und erneuert in ihrem Glaubenszeugnis und in ihrer Sendung“. Deshalb sei die Teilnahme der Gläubigen an der liturgischen Handlung zugleich innerlich und äußerlich.
Dies bedeute auch, dass sich die Liturgie konkret im ganzen täglichen Leben entfalten müsse, „in einer ethischen und geistlichen Dynamik“. Die gefeierte Liturgie „übersetzt sich in Leben“ und verlange „eine treue Existenz, die das konkret werden lässt, was in der Feier erlebt wurde“. Auf diese Weise werde das Leben der Gläubigen „zu einem lebendigen, heiligen und Gott wohlgefälligen Opfer“ und verwirkliche ihren „geistigen Gottesdienst“ (Röm 12,1). Weiter führte Leo XIV. aus: „Dabei baut die Liturgie täglich die, welche drinnen sind, zum heiligen Tempel im Herrn auf“ (SC, 2). So forme sie eine offene und aufnehmende Gemeinschaft gegenüber allen. Die Liturgie sei „vom Heiligen Geist bewohnt“, führe in das Leben Christi ein und mache die Gläubigen zu seinem Leib. Dadurch stelle sie „in all ihren Dimensionen ein Zeichen der Einheit des ganzen Menschengeschlechts in Christus dar“.
Zum Ende der Katechese richtete Leo XIV. einen Aufruf an die Gläubigen: „Liebe Brüder und Schwestern, lassen wir uns innerlich formen durch die Riten, die Symbole, die Gesten und vor allem durch die lebendige Gegenwart Christi in der Liturgie“, deren Bedeutung in den kommenden Katechesen weiter vertieft werden solle.
Die Pilger und Besucher aus dem deutschen Sprachraum begrüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:
Liebe Brüder und Schwestern deutscher Sprache, ich lade euch ein, euch in der Feier der Liturgie immer tiefer in das Geheimnis Christi zu versenken, damit er euer Leben durch sein Wort und seine Sakramente bereichern und verwandeln kann. In Erwartung des Pfingstfestes rufen wir gemeinsam mit der Mutter Jesu und den Aposteln den Heiligen Geist an, damit er unsere Herzen und das Antlitz der Erde erneuere.
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Lesermeinungen| | Fink vor 8 Stunden | | | | @ naiverkatholik - Einspruch ! (leichter Einspruch...) Der Katechismus ist sozusagen die theologisch-philosophische "Summe" des christlich-katholischen Glaubens. Ein bisschen viel auf Einmal.
Es empfiehlt sich doch, zunächst nahe am Neuen Testament zu bleiben ! Jesus Christus ist stellvertretend für unsere Sünden gestorben ! Er hat sich als endgültiges, "geschlachtetes" Opferlamm dargebracht und damit die jüdischen Schlachtopfer im Tempel zu Pascha/ Pessach hinfällig gemacht. (Abendmahl am Gründonnerstag= jüdisches Pascha-/Opfermahl).
Von daher ist klar, das Messopfer ist die unblutige Vergegenwärtigung des Kreuzesopfers Christi. Da kommen dann noch die anderen im Katechismus genannten Komponenten dazu, aber das macht die Sache für den Einstieg zu kompliziert, meine ich. |  0
| | | | | lakota vor 9 Stunden | | | | @christine Ich kann bei @Cosmas keine "abgrundtiefe Verachtung des novus ordo" feststellen.
Aber leider ignorieren Sie, was alles geändert und verfälscht wurde, was aber bei der Liturgiereform nicht beschlossen oder gewollt war.
(Angefangen vom Latein bis zur knienden Mundkommunion.)
Wenn bei Ihnen jede begründete Kritik am Novus Ordo schon "abgrundtiefe Verachtung" ist, lässt das tief blicken. |  0
| | | | | Richelius vor 12 Stunden | | | | @ Christine, @ Heistinger_2 Hier muss ich allerdings widersprechen. Die Behauptung, dass die Liturgiereform weit über die Intention der Konzilsväter hinausging, entspricht der Wahrheit. Weiland Kardinal Stickler hat das mehrfach bestätigt.
Falls Sie mir nicht glauben, können Sie auch einfach den Text von SC lesen (Achtung: lat. Fassung verwenden!!! Es gibt mehrere deutsche Übersetzungen, aber die meistens abgedruckte, enthält einige sehr tendenziöse Schnitzer.) |  1
| | | | | Heistinger_2 vor 22 Stunden | | | |
Am 3. April 1969 stellte Papst Paul VI. (1963-78) in der Apostolischen Konstitution "Missale Romanum" erstmals das neue Messbuch vor, das seit dem ersten Adventssonntag desselben Jahres in Gebrauch ist. Basisdokument für die Reform war die Konstitution "Sacrosanctum Concilium", die das Zweite Vatikanische Konzil im Dezember 1963 mit überwältigender Mehrheit angenommen hatte. |  0
| | | | | Stefan Fleischer vor 23 Stunden | |  | Nachtrag Soeben bin ich auf das Zitat des Tages auf Swiss-Cath.ch gestossen:
«Begriffsfälscher sind gefährlicher als Falschmünzer.»
Ist es übertrieben zu sagen, dass es heute massenhaft solcher Begriffsfälscher gibt? |  2
| | | | | Stefan Fleischer vor 24 Stunden | |  | @ naiverkatholik Ja, meine Ausführungen waren etwas einseitig. Ich habe aber den Eindruck, dass in der modernen Verkündigung entscheidende Aspekte unseres Glaubens gelinde gesagt stiefmütterlich behandelt werden. Da wird es m.E. dringend nötig, dass wieder der ganze Glaube in Klartext verkündet wird. Das war bisher die Stärke des christlichen Glaubens, dass jeder zumindest die grundlegenden Wahrheiten kannte und anerkannte. Mit dem Paradigmenwechsel von gottzentriert zu menschzentriert wurde dieser Glaube immer mehr verwässert mit der Folge, dass er immer mehr an Glaubwürdigkeit einbüsste. «Jeder glaubt heute, was er will; keine glaubt, was er soll; aber alle glauben mit.» So aber wir aus der dringen nötigen Neuevangelisation die Verkündigung eines neuen Evangeliums Marke Eigenbau. |  1
| | | | | Christine vor 25 Stunden | |  | @Cosmas "das Ergebnis der Liturgiereform (novus ordo) entspricht sicher nicht den Intentionen der Konzilsväter, von der Erhaltung des Lateins angefangen, usw."
Da ist sie wieder - die abgrundtiefe Verachtung des novus ordo. Wie ich bereits an anderer Stelle schon bemerkte: Die Gläubigen wurden der römisch-katholischen Kirche in ihrem Kern, der Eucharistiefeier, komplett entfremdet.
Was wäre die "Lösung"? Rom soll ausschließlich die alte Liturgie wieder einführen - denn die Tradition wäre die Lösung aller Probleme - wird mantraartig bei jeder Gelegenheit wiederholt. |  4
| | | | | HerrHilfDeinerKirche vor 26 Stunden | | | | @Cosmas : Sie sprechen mir aus der Seele Auch ich bin etwas verunsichert, ob Papst Leo nun eine Entscheidung Richtung «Alte Messe« zu treffen gedenkt, oder Alles laufen lässt. Allerdings wird er sich entweder noch vor den angekündigten Weihen oder spätestens Danach äußern müssen! Er ist das Oberhaupt einer Weltkirche und nicht Vorsitzender eines kleinen weltlichen Vereins. Ich hatte großes Vertrauen in diesen Papst gesetzt, aber langsam beschleicht mich ein ungutes («Bauch«)Gefühl. Haben wir eine (gut kaschierte) Version «Franziskus light» bekommen? Dann wundert es mich nicht, dass die Deutschen Bischöfe und ihr neuer Vorsitzender nicht in Unruhe geraten durch die letzten Aussagen des Papstes zu unerlaubten Segnungen… |  1
| | | | | naiverkatholik vor 27 Stunden | | | | @stefan fleischer: ...Kreuz etwas zu isoliert. Auch Leben, Auferstehung, Verherrl. Jesu gehört dazu. Der Katechismus verbindet ausdrücklich Kreuz, Auferstehung und Verherrlichung Christi mit der Eucharistie. Die Messe vergegenwärtigt nach katholischer Lehre nicht nur das Kreuzesopfer isoliert, sondern das ganze Pascha-Mysterium Christi.
1362 KKK: „Die Eucharistie ist das Gedächtnis des Pascha Christi, das heißt des Heilswerkes, das durch Leben, Tod und Auferstehung Christi vollbracht wurde …“ (Auch KKK 1409)
Ebenso geschieht die Sündenvergebung durch Leben, Tod, Auferstehung und Verherrlichung Christi, auch durch all seine Worte und Werke. Es ist die Überschrift über das ganze Jesusereignis nach Kindheitsgeschichte des heiligen Matthäus: "Er wird sein Volk von ihren Sünden erlösen" (Mt. 1,21) |  6
| | | | | Stefan Fleischer vor 28 Stunden | |  | „vollzieht sich das Werk unserer Erlösung“ Was in der modernen Verkündigung gerne vergessen geht ist die Glaubenswahrheit, dass in der Heiligen Eucharistie, im heiligen Messopfer wie es früher genannt wurde, ganz real das Kreuzesopfer unseres Herrn vergegenwärtigt wird, jenes Opfer, in welchem sich der Herr aus freiem Willen dem Leiden unterwarf, um sein Volk aus seinen Sünden zu erlösen. Diese Realität gipfelt in der Realpräsenz, in der tatsächlichen Gegenwart Christi, mit Seele und Leib, mit Gottheit und Menschheit, unter den Gestalten von Brot und Wein, welche unser Verstand nicht zu fassen vermag, aber der Glaube uns lehrt. Wo aber diese Realitäten ausgeblendet werden, besteht die Gefahr, dass die Liturgie zu einer Sammlung frommer Rituale etc. verkommt, oder gar zu einem Event unter vielen anderen. ‘Wir dagegen verkündigen Christus als den Gekreuzigten: für Juden ein empörendes Ärgernis, für Heiden eine Torheit, für die Berufenen aber, Juden wie Griechen, Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit.’ (1.Kor 1,23-25) |  2
| | | | | Cosmas vor 31 Stunden | | | | Mit schönen und frommen Katechesen werden die realen Probleme nicht zu lösen sein! Vor allem fehlt jegliche Anerkenntnis, dass das Ergebnis der Liturgiereform (novus ordo) sicher nicht den Intentionen der Konzilsväter entspricht, von der Erhaltung des LAteins angefangen, usw. usf. Wird Papst Leo die Verfolgung der Alten Messe beenden, oder nicht? Es ist Zeit, zu regieren zu beginnen! |  3
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