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| ![]() ‚Ist das Synodenbüro des Vatikan die PR-Abteilung von P. James Martin SJ geworden?‘vor 1 Stunden in Weltkirche, 8 Lesermeinungen Vatikanjournalistin Diane Montagna bringt einen kritischen Artikel zum Abschlussbericht der Synoden-Studiengruppe 9. Ist ‚Synodalität‘ ein Instrument zur Vertiefung des Glaubens oder zur schrittweisen Umdeutung? Rom (kath.net/jg) Jesuitenpater James Martin lobte die Veröffentlichung umgehend als „bedeutenden Schritt vorwärts“ im Umgang der Kirche mit der LGBTQ-Gemeinschaft, berichtet Diane Montagna auf ihrem Substack. Die Studiengruppe Nr. 9 gehörte zu zehn Arbeitsgruppen, die Papst Franziskus im Februar 2024 einsetzte, um Themen aus der ersten Sitzung der Synode über die Synodalität weiter zu bearbeiten. Ihr Auftrag lautete, theologische Kriterien und synodale Methoden für die gemeinsame Unterscheidung kontroverser Fragen zu entwickeln. Im Verlauf der Arbeit wurde die Formulierung von „kontrovers“ zu „aufkommend“ geändert. Zu den Mitgliedern der Arbeitsgruppe gehörten unter anderem Kardinal Carlos Castillo Mattasoglio, der Erzbischof von Lima, Erzbischof Filippo Iannone, Präfekt des Bischofsdikasteriums und der Moraltheologe Pater Maurizio Chiodi. Letzterer ist bekannt für Positionen, welche sexuelle Handlungen in homosexuellen Beziehungen unter bestimmten Umständen als gut bewerten und Amoris Laetitia so interpretieren, dass die Anwendung künstlicher Empfängnisverhütung für verheiratete Paare gerechtfertigt sein kann. Der rund 30-seitige Bericht plädiert im ersten Teil für einen „Paradigmenwechsel“ im Umgang mit schwierigen Fragen – weg von früheren Modellen hin zu einer „Kultur der Synodalität“. Der zweite Teil führt das „Prinzip der Pastoralität“ und die Methode des „Gesprächs im Geist“ ein. Dabei soll Zuhören, Achten auf die Realität und das Zusammenbringen verschiedener Wissensgebiete im Zentrum stehen. Auf diese Weise soll eine „kirchliche Kultur der Synodalität“ entstehen, und die aktive Teilnahme der Betroffenen gefördert werden. Im dritten Teil werden zwei konkrete „Fälle des Zuhörens“ präsentiert: die Erfahrungen homosexueller Gläubiger und aktive Gewaltlosigkeit. Der Bericht enthält im Anhang zwei anonyme, aber detaillierte persönliche Berichte. Beide Autoren beschreiben ihr Leben in einer gleichgeschlechtlichen Ehe positiv und als spirituell bereichernd. Sie kritisieren „Konversionstherapien“ und apostolische Werke wie Courage. Besonders das zweite Zeugnis eines Mannes aus den USA sorgt für Aufsehen. Der Autor schildert seine Zeit an der University of Notre Dame und beim Courage-Apostolat, sein Theologiestudium an der jesuitischen Fordham University, sein „Coming-out“ und Engagement in LGBTQ-Pastoral, seine Mitarbeit bei America Media’s Outreach und Fortunate Families, sowie die Veröffentlichung seines Buches „LGBTQ Catholic Ministry, Past and Present“, das ein Vorwort von Pater James Martin enthält. Eine einfache Recherche zeigt, dass es sich höchstwahrscheinlich um Jason Steidl handelt – genau den Mann, der im Dezember 2023, einen Tag nach der Veröffentlichung von Fiducia Supplicans, in einem vielbeachteten New York Times-Artikel zusammen mit seinem Partner abgebildet war, während er von Pater James Martin gesegnet wurde. Der Bericht erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem das Dikasterium für die Glaubenslehre unter Kardinal Víctor Manuel Fernández die deutschen Bischöfe ausdrücklich daran erinnerte, dass die Kirche keine liturgischen Segnungen für gleichgeschlechtliche Paare vornehmen kann, da diese einer moralischen Legitimierung gleichkämen. Es bleiben einige kritische Fragen offen, schreibt Montagna abschließend. War den Mitgliedern der Studiengruppe die Identität des Autors des zweiten Zeugnisses bekannt? Gab es eine Abstimmung oder Zusammenarbeit mit Pater James Martin? Dient der synodale Prozess hier wirklich der Klärung der Lehre und Treue zu ihr – oder eher der schrittweisen Veränderung derselben? Der Generalsekretär der Synode, Kardinal Mario Grech, bezeichnete den Bericht als Anwendung der synodalen Methode auf die schwierigsten Fragen. Diane Montagna wirft jedoch die Frage auf, ob „Synodalität“ in der Praxis ein Instrument zur Vertiefung des Glaubens oder zur schrittweisen Umdeutung wird.
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